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Filme und CGI Früher und Heute.

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Diavid
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BeitragThema: Filme und CGI Früher und Heute.   30.06.16 14:24

Filmstarts schrieb:

23 Jahre nach „Jurassic Park“: Haben CGI-Effekte endgültig ihren Zauber verloren?

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18505498.html

Ein Artikel dem ich mich behaltlos anschließe.

Der Trailer von Independence Day 2 hat mich schon ziemlich kalt gelassen.
Bei CGI Schlachtfesten wie Transformers empfinde ich auch gar nichts mehr (ich glaube da hab ich nie etwas empfunden).
Inzwischen steht bei Action Quantität soweit über Qualität, dass diese eben völlig wertlos wird.
Früher war CGI noch rar gesät und besser inziniert und deswegen etwas besonderes.

Aber die sinkenen Einnahmen und das ein Film wie Mad Max so viele Oscars für handgemachte Kostüme und Action gewonnen hat oder der im Artikel erwähnte Film Ex Machina, sind hoffentlich ein Zeichen für einen Richtungswechsel.
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BeitragThema: Re: Filme und CGI Früher und Heute.   30.06.16 18:52

Transformers ist für mich nicht das richtige Beispiel, weil Bay halt noch einer ist, der möglichst viele Dinge WIRKLICH in die Luft jagt. Selbst Explosionen sind ja heutzutage oft animiert. Und die Fahrzeuge, Flugzeuge etc. sind mit freundlicher Unterstützung des US-Militärs auch oft echt. Viele Orte sind auch "echt" und nicht purer Studio-Greenscreen. Und die Roboter sind halt wirklich unglaublich gut animiert, wenn mich nicht alles täuscht, waren das auch die ersten Filme, wo Roboter so animiert wurden.

Sonst stimme ich dir aber komplett zu, vor allem auch was Independence Day angeht. Das ist einfach eine komplett animierte Materialschlacht, wo man das Studio quasi immer riechen kann. Das juckt mich gar nicht mehr, mittlerweile stört es mich sogar eher und ich erfinde es als angenehm, wenn ein guter Film ohne CGI und mit 30 statt 300 Mio. Budget daherkommt. Bin auch dafür, dass wieder mehr auf klassische Effekte gesetzt wird, Nolan bspw. ist ja auch eher Verfechter davon und versucht möglichst viel ohne CGI zu machen.

Die CGI-Filme, die in den letzten Jahren wirklich beeindruckend waren, kann man wohl an einer Hand abzählen. Hab letztens "The Good Dinosaur" (Arlo & Spot heißt er glaube ich auf Deutsch), das war noch einer dieser Filme. Nicht die Dinos selbst, die waren eher cartoonhaft gehalten, aber die Umgebung war so unglaublich gut animiert. Das sah halt einfach aus, als hätte man die Dinos in echte Naturaufnahmen gesetzt. Also Pixar haut hier und da noch was Beeindruckendes raus. Aber sonst ist für mich auch kaum noch Reiz da diesbezüglich. Schlimm fand ich auch Batman vs. Superman, typische CGI-Materialschlacht, da war gefühlt auch gar nichts echt. Von diesem matschigen CGI-Gegner mal abgesehen, erinnerte mich auch an die "neuen" Orks aus den Hobbit-Filmen. Da weiß man, was man an HDR hatte, weil die dort noch nicht komplett animiert wurden. Ist einfach nicht mehr so mein Fall..
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BeitragThema: Re: Filme und CGI Früher und Heute.   30.06.16 19:06

Den "Zauber" empfinde ich heute dafür bei praktischen Effekten, beispielsweise beim Apato in JW.

Trotzdem sehe ich ehrlich gesagt nicht wirklich, dass sich ein großer "Wandel" anzeichnen würden.
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Kovu
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BeitragThema: Re: Filme und CGI Früher und Heute.   30.06.16 22:10

CGI wirkt halt nach wie vor einfach künstlich. Also - ja - man kann nicht behaupten dass CGI keine Fortschritte gemacht hätte... aber ich denke das Problem liegt gerade beim Fortschritt, den die Tricktechnik mittlerweile gemacht hat: es geht dabei um den sogenannten Uncanny-Valey-Effekt. Dieser besagt, dass ein künstlich erzeugtes Bild nur bis zu einem bestimmten Realitätsgrad vom Zuschauer noch Akzeptanz erfährt. Ist diese Grenze überschritten, wird das Bild so realistisch, dass wir auch ein absolut realistisches/natürliches Verhalten des Objekts oder Lebewesens erwarten und somit in unserer Empfindung gestört sind wenn dieses nicht eintritt.

Mitunter auch deswegen werden Trickfiguren (in Animationsfilmen wie The Good Dinosaur oder Zootopia/Zoomania etc...) auch heute noch nach wie vor überzeichnet dargestellt, weil wir diese dann nicht mehr als natürlich wahrnehmen. Dieses "Uncanny Valey" zu überwinden ist sehr schwer (da der Fortschritt ungleich höher sein müsste als er in den vergangenen Jahren vorangetrieben werden konnte) und beschäftigt Forscher in der Robotik und Unterhaltungselektronik schon seit Jahren.

Das andere Problem an CGI ist - es transportiert keine Emotionen. Es fehlt das "Handwerk". Der Mensch ist eigentlich ein haptisches Wesen... wir wollen Dinge anfassen, fühlen und nachempfinden können. Als Uhrmacher kommt bei mir da einfach wieder das Beispiel Uhr... eine Smartwatch mag wohl vieles anzeigen und aufzeichnen können - aber sie ist unpersönlich, und das was sie tut und wie sie hergestellt wurde ist nicht wirklich greifbar. Und genau so wie dies ungreifbar ist, wird sie nach 2 - 4 Jahren entweder durch eine neue ersetzt, oder gar ersatzlos entsorgt. Der Besitzer einer mechanischen Uhr hingegen baut meist eine intensive Beziehung zu seiner Uhr auf... er behält sie über Jahrzehnte, lässt sie immer wieder revidieren, und vererbt sie am Ende möglicherweise sogar noch an seine Nachkommen. Für mich ist ein Film ebenfalls greifbarer, wenn er nicht an praktischen Effekten geizt, wenn er grandioses Handwerk zeigt... eine Verfolgungsjagd, die mit echten Stuntfahrern und Autos gedreht wurde, mit echter Physik und all dem Aufwand der in solchen Szenen steckt ist einfach authentischer als wenn ein CGI-Auto ins Bild geklatscht wird. Und Jurassic Park wurde für mich auch erst durch Stan Winston's Animatronika/Suits - durch echtes Handwerk - wirklich zu dem was diese Filme für mich heute bedeuten.

Ausserdem finde ich bis heute noch, dass CGI-Objekte selten so richtig gut ins Bild passen. Ob es nun einfach der Übergang von der Animation zur gefilmten Szene oder gar die Ausleuchtung der künstlichen Objekte ist... sie wirken vielfach wie Fremdkörper, die dort nicht hin gehören. Heute ist das Publikum scheinbar einfach derart abgestumpft, dass dies nicht mehr wirklich bemerkt wird. Ich muss an dieser Stelle aber erwähnen: ich gehe wirklich gerne in Animationsfilme an sich (daher... komplett animiert). Auch wenn CGI auch dort das gute alte (handgezeichnete) Handwerk weitestgehend verdrängt hat, wurden auf dem Gebiet schon unzählige grossartige Filme gemacht, die ich heute nicht mehr vermissen möchte (...und die je länger je mehr eine Festung für echtes Stereo 3D darstellen, während Realverfilmungen meist nur noch konvertiert sind).

Was die scheinbare CGI-Müdigkeit beim Publikum sonst noch betrifft: ich denke schon, dass Computertechnik in der heutigen Zeit an Zauber verloren hat. Wenn man da beispielsweise an Fotothreads in Foren denkt... vor 10 Jahren war das noch eine Attraktion... heute denkt jeder "meh... krieg ich auf Facebook und Twitter ja den ganzen Tag zu sehen". 3D Fotos kann man mit dem Gameboy schiessen, Kugelpanos kann man mit einfachen Accessory-Kameras zu Smartphones knipsen, sogar mit bewegten Bildern geht das heute ohne Stitching-Software. Und mittels Smartphone-Apps kann man selber Jurassic-World-Filmchen drehen. Computertechnik haut heute niemanden mehr vom hocker, sie ist da, und sie ist unglaublich potent - das weiss jeder. Die Mörder-CGI-Schlachten à la Transformers und Marvel haben den Markt jetzt wohl derart übersättigt, dass niemand mehr Computer-Technik begaffen mag.


Wo wir gerade beim Thema sind... diese Entdeckung verstört mich als Auto-Narr massiv:



...ein Chassis, welches fast jedes erdenkliche Auto simulieren kann (verstellbare Länge und Spurweite, justierbare Physik [mittels Elektromotor])... und die Karosserie wird danach mit CGI drübergeklatscht. Interessant ist jedoch die 360° Innenaufnahme, die damit erzeugt werden kann Wink


Zuletzt von Kovu am 01.07.16 9:45 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Filme und CGI Früher und Heute.   01.07.16 1:40

CGI bzw. VFX ist immer so'n Ding. Gerne wird es herabgesehen, weil heutzutage echt alles damit "gezaubert" wird.
Für den "Fall des CGI" sehe ich mehrere Faktoren.
Man hatte damals:
Keine Konkurrenz, wenige aber kompetente Leute, viel mehr Zeit, weniger Möglichkeiten und eine gute Portion Neugier.
Unterschied zu heute:
Konkurrenz, viele austauschbare Leute, viel weniger Zeit, viel mehr Möglichkeiten, die "Magie" ist verschwunden.

Das Ding ist, damals war nur ILM der Vorreiter des VFX und man hatte in Dennis Muren einen Visionär, der
es wusste, wie man die Dinge richtig in Szene setzt. Damals hatte man auch für CGI über ein ganzes Jahr gebraucht
und 3D Scanner waren nicht so präzise wie heute und man musste alles ohne ZBrush und Maya erstellen.
Für gutes VFX in einem Film müssen vier Dinge stimmen:
Erstens, der 3D Artist. Klar, ohne ein gewisses Händchen für 3D Mesh, Animationen oder Rendering hat man keine Chance.
Der Supervisor. Er überwacht alles und gibt Änderungsvorschläge oder den letzten Schliff gibt (Rendering, Lichteinfluss usw.)
Der Kameramann. Er arbeitet zusammen mit dem Supervisor, um zu wissen, wie er die Shots zu drehen hat und wie der Lichteinfluss ist (rendering).
Der Regisseur. Er hat am Ende das letzte Wort. Bestes Beispiel für sowas ist, Peter Jackson und seine Last Minute Änderungen.

Es ist nicht so, dass die Technik schlechter ist, sondern die heutige Einstellung und herangehensweise. Alles muss
schneller gemacht werden, Firmen machen mehrere Filme auf einmal und bestimmte Teams werden unterteilt, was
wiederrum bedeutet, dass jeder unterschiedlich arbeitet und nicht jeder Supervisor wie Dennis Muren ist.
Dann noch die Tatsache, dass man einfach so viel mehr animiert als damals (wieder mehr Arbeit > weniger Zeit).
Leider hat auch kein Regisseur (außer Peter Jackson oder auch James Cameron) mehr die Freiheit, etwas umzuändern, weil
Filmstudios denen auf dem Nacken sitzen. Neill Blomkamp und sein Film District 9 sind wohl ein gutes Beispiel, dass VFX in
heutiger Zeit gut harmonieren kann. Zu einem, weil Blokamp neben Regisseur noch viel Erfahrung mit VFX hat und im Grunde
ja wie ein Supervisor fungierte.

Man sieht also den Unterschied von damals (das gute CGI) und heute (das schlechte CGI).
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Nick
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BeitragThema: Re: Filme und CGI Früher und Heute.   01.07.16 12:41

Toller Beitrag, @Kovu.

Vor allem das mit dem Uncanny Valley Effekt finde ich sehr interessant...

Was ich allerdings erstaunlich finde, ist das viele Leute modernes CGI ja trotzdem noch aufs extremste abfeiern. Hier im Forum beispielsweise sind die Stimmen zum CGI-Einsatz in JW recht kritisch gewesen, während auf anderen Seiten das CGI in JW, Der Hobbit,...als Nonplusultra angesehen wird...Fällt es uns vielleicht eher auf, weil wir die Filme öfters schauen und "genauer" hinschauen? Wollen andere Leute schlechtes CGI vielleicht nur nicht sehen? Finde das ziemlich interessant.
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Diavid
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BeitragThema: Re: Filme und CGI Früher und Heute.   02.07.16 15:39

Das CGI vom Hobbit fand ich teilweise miserabel.

Alleine diese Szene: https://www.youtube.com/watch?v=wXjNdeloy10 ^^
Nicht nur dass die Szene an sich einfach sau dumm ist, das Viech sieht auch noch aus wie aus einer N24 Doku oder aus einem Computerspiel.
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BeitragThema: Re: Filme und CGI Früher und Heute.   Heute um 6:49

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