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Tierrechte & Tierausbeutung

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Ian
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BeitragThema: Tierrechte & Tierausbeutung   25.10.15 16:57

Zitat :
Vergessene Welt - Jurassic Park
Peter Ludlow: Ein ausgestorbenes Tier was wieder zum Leben erweckt wurde hat keine Rechte!
Es existiert nur weil wir es erschaffen haben! Wir haben es patentieren lassen!

Jurassic World
Owen Grady: Sie haben sie geschaffen und denken sie gehören ihnen.
Vic Hoskins: Weil dem so ist! Ausgestorbene Tiere haben keine Rechte.

Laut der Aussage von einigen InGen Mitarbeitern in den Jurassic-Filmen haben die Dinosaurier keine Rechte weil sie künstlich geschaffen wurden.
Aber wenn sie diese Rechte hätten wie würden diese aussehen? Welche Rechte haben die Tiere auf unserer Welt?
Die Gesetzliche Regelung ist von Land zu Land verschieden. Hier in Deutschland gilt vor allem das Tierschutzgesetz (kurz TierSchG).

§1 des TierSchG besagt das aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen ist. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Klingt also in erster Linie ziemlich in Ordnung. Aber werfen wir mal einen genaueren Blick darauf.

Unter "vernünpftigen Gründen" versteht man unter anderem die Schlachtung & der Einsatz bei Tierversuchen.

Hier wird der Vorgang gesetzlich so gerechtfertigt.
Dies liegt vor, wenn er als triftig, einsichtig und von einem schutzwürdigen Interesse getragen anzuerkennen ist und wenn er unter den konkreten Umständen schwerer wiegt als das Interesse des Tieres an seiner Unversehrtheit und an seinem Wohlbefinden.

Also um es kurz zu sagen. Die Grundbedürfnisse des nicht menschlichen Tieres sind weniger Wert als die des Menschen.
Natürlich gehört zu einer gesunden Ernährung des Homo Sapiens als Omnivore dazu ein gewisse Menge Fleisch zu verzehren.
Jedoch sind die Umstände in den Schlachthäusern von heute aufgrund des populationswachstums mehr als katastrophal. Das Wohl
des Tieres wird so gut wie keine Achtung geschenkt. Noch fragwürdiger ist das vorgehen bei Tierversuchen die in den seltensten
Fällen wirklich brauchbare Resulate erzielen. Viele Lebewesen sterben einen grausamen Tod für nichts.

Also wie man sieht sind die gesetzlichen Tierrechte mehr als Fragwürdig.
Zwar ist unter anderem das unrechtmäßige Töten und Quälen eines Tieres strafbar
aber die dazu verhängten Strafen sind in meinen Augen auch ziemlich lachhaft (Geldstrafen usw.).

Wie seht ihr das? Reichen die gesetzlichen Rechte aus?
Oder sollte man dem Leben eines nicht menschlichen Tieres keine all zu hohe bedeutung schenken?


Zuletzt von Ian am 26.10.15 14:50 bearbeitet, insgesamt 2 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   25.10.15 23:03

Naja - grundsätzlich mal ist es so, dass 'Recht' etwas von Menschen geschaffenes und auch nicht gleichbedeutend mit 'Gerechtigkeit' ist. 'Gerechtigkeit' widerfährt eigentlich auch uns Menschen in der Anwendung des Rechts nicht. Recht bekommt man, wenn man die notwendingen Aufwendungen (Anwalt, Beweisführung, Kenntnis der Rechtslage) dazu betreibt, aber man hat es nicht einfach so.

Es wird immer schwierig sein, das Recht auf etwas anzuwenden, was nicht zu unserer Gattung gehört. Wir betrachten Tiere als 'nicht die unseren', genauso wie auch wir für die Tiere 'nicht die unseren' sind. Auch eine andere Tierart ist gegenüber einer bestimmten Tierart nicht mit 'Rechten' oder 'Pflichten' ausgestattet, die sich aus einer Sozialstruktur ergeben würden. Wenn eine Katze eine Maus tötet, denkt sie nicht darüber nach, ob die Maus dabei was empfindet - im Gegenteil - sie lassen sie manchmal sogar halbwegs am Leben und spielen mit ihnen. Tiere haben selbst untereinander einen oftmals grausamen Umgang (so wie Grosskatzen oder Delfine beispielsweise den Infantizid begehen, um die Weibchen schneller wieder paarungsbereit zu machen).

Wann ist es also für uns gerechtfertigt, einem Tier Leid oder den Tod zuzufügen?

Die offensichtlichste und urtümlichste Rechtfertigung ist Nahrung und Verteidigung. Es ist dies, was jedes Tier macht (auch Pflanzenfresser - gegenüber Pflanzen). Die einzige weitere vertretbare Rechtfertigung sind Tierversuche um Heilmittel zu erproben oder allenfalls auch herzustellen. Jeder von uns in der westlichen Welt nimmt Medikamente in anspruch, die irgendwann einmal an Tieren getestet wurden (so unschön das auch ist), denn, das eigene Leben ist und bleibt jedem Individuum am nächsten (das ginge auch den Tieren so, wenn sie wüssten woher unsere Heilmittel in der Veterinärmedizin stammen). Was meiner Meinung nach eine absolute Schweinerei ist - Tierversuche für Beautyprodukte. Sowas geht einfach nicht - denn es rettet keine anderen Leben und dient nur der Wertschöpfung der Konzerne.

Wozu stehen dann Tierschutzgesetze?

Zum einen haben wir eine Verantwortung, wenn wir Tiere in unsere Obhut aufnehmen. Wenn ich ein Tier in meine Familie aufnehme, betrachte ich es auch als vollwertiges Familienmitglied. Ich verpflichte mich, alles zu tun, damit sich das Tier wohl und geschätzt fühlt. Zum anderen sollen solche Gesetze auch sicherstellen, dass Schlachttiere bis zum Tage ihres Todes ein akzeptables Leben führen können. In vielen Ländern sind solche Gesetze leider sehr schwach ausgestaltet.

Bei der Frage, ob 'neu erschaffene' Tiere keine Rechte haben - eigentlich ist das irrelevant von wem sie erschaffen wurden. Ob man es nun inGen, Gott oder die Evolution nennt - es sind lebende Geschöpfe mit funktionierendem Gehirn und Empfindungen. Sie erhalten also mindestens die selben Rechte wie andere Tiere in menschlicher Obhut.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 1:11

Kovu schrieb:
Die einzige weitere vertretbare Rechtfertigung sind Tierversuche um Heilmittel zu erproben.
Dem Stimme ich zum Beispiel nicht zu. Das Immunsystem jeder Spezies funktioniert verschieden.
Nur weil ein Medikament bei einer Maus oder anderen Tier Wirkung zeigt muss dies nicht gleich auch beim Menschen wirken.
In den meisten Fällen trifft das nämlich zu. Und die Verhätnissmäßigkeiten halte ich auch für extrem fragwürdig.
Die Anzahl an getöteten Tieren für eine Medikamentenreihe sind viel zu hoch. Wieviele Tierleben ist ein funktionierendes
Medikament wert? Mal davon abgesehen dass man die Menschenpopulation sowieso senken müsste damit wieder etwas
mehr Gleichgewicht einkehrt. Aber das wäre natürlich nicht im Sinne der Wachstumspolitik der Regierung.
Naja das ist aber sowieso ein anderes Thema.

Kovu schrieb:
Zum anderen sollen solche Gesetze auch sicherstellen, dass Schlachttiere bis zum Tage ihres Todes ein akzeptables Leben führen können. In vielen Ländern sind solche Gesetze leider sehr schwach ausgestaltet.
Aber das ist ja mitlerweile garnicht mehr gegeben. Intensivtierhaltung und das Tierschutzgesetz sind nicht miteinander vereinbar.
In den meisten Fällen leben die Tiere eingefercht in der Dunkelheit und das zuhauf. Viele Tiere verteilt auf wenige Quadratmeter,
müssen in ihren eigenen Mist stehen und Ammoniakdämpfe einatmen. Tierärtztliche Behandlung gibt es keine. Die Tiere werden
höchstens mit Antibiotika vollgestopft. Dazu leiden die Tiere unter diesen Bedingungen früher oder später an psychosen
und neigen zu Kanniballismus und nagen sich Gegenseitig die Körperteile ab.

Achja und da war ich noch garnicht beim Anfang. Um den Kanniballismus einigermaßen Einhalt zu gebieten
werden bei Schweinen im Ferkelsalter ohne Betäubung (Betäubungsmittel würden dem Konzern ja unnötig Geld kosten) die
Schneidezähne gezogen und bei Hühnern die Schnäbel gekürzt. Beides extrem schmerzhafte Prozeduren. Und wo wir gerade
bei abgetrennten Körperteilen sind. Um bei Schweinen die Fortpflanzung zu unterbinden werden männliche Ferkel ebenfalls
ohne Betäubung kastriert.

Und dann die Tötung. Der Transport findet in vielen Fällen auch sehr Unsanft statt. Tiere werden geschlagen und/oder
in ihre Käfige geschmissen und weiteres. Dann kommt es auch nicht selten vor dass die Tötung zu langsam und unsauber
von statten geht.

Die Liste an Verfehlungen in dieser Branche ist Lang und ganz erlich dabei bekomme ich echt das Kotzen.
Also ein aktzepabeles Leben ist nicht mal Ansatzweise gegeben. Die Tiere leben um zu leiden.
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Isla Nublar
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 7:23

Ich finde, dass die Rechte für alle Tiere stärker werden sollten. Für das Töten oder verletzen eines Tieres sollte es höhere Strafen geben (töten nicht unter 3 Jahre Freiheitsstrafe). Tiere sind genauso wie wir Lebewesen und verdienen deshalb auch den entsprechenden Respekt!
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 9:11

Ich kann Ian da nur vollkommen Recht geben. Ein Schlachttier hat von Geburt an, in den meisten Fällen, kein schönes Leben, nicht Ansatzweise.
Was mit den Tieren gemacht wird ist echt pervers... Deshalb versuche ich so gut es geht keine Massentierprodukte zu kaufen, leider ist das nicht immer sofort ersichtlich.
Ich gehe meistens zum Schlachter meines Vertrauens wo ich weiß wie die Tiere gehalten werden und bevorzugt es ich natürlich das Wild was ich selber erlegen, denn besseres Fleisch gibt es nicht und das Tier ist garantiert nicht sinnlos gestorben oder hatte ein schlechtes Leben.

Und zu der Aussage von InGen:
Natürlich hätte ein rekonstruierter, neu erschaffener/geklonter Dinosaurier Rechte. Dieser ist ein fühlendes und denkendes Lebewesen.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 12:50

Ian schrieb:
Dem Stimme ich zum Beispiel nicht zu. Das Immunsystem jeder Spezies funktioniert verschieden.
Nur weil ein Medikament bei einer Maus oder anderen Tier Wirkung zeigt muss dies nicht gleich auch beim Menschen wirken.
In den meisten Fällen trifft das nämlich zu. Und die Verhätnissmäßigkeiten halte ich auch für extrem fragwürdig.
Die Anzahl an getöteten Tieren für eine Medikamentenreihe sind viel zu hoch. Wieviele Tierleben ist ein funktionierendes
Medikament wert? Mal davon abgesehen dass man die Menschenpopulation sowieso senken müsste damit wieder etwas
mehr Gleichgewicht einkehrt. Aber das wäre natürlich nicht im Sinne der Wachstumspolitik der Regierung.
Naja das ist aber sowieso ein anderes Thema.

Das stimmt nicht. Versuchstiere werden eigentlich bewusst nach Eigenschaften gewählt, die sich bestmöglich mit dem Menschen decken. Sonst macht der Tierversuch (der nebenbei bemerkt auch nicht billig ist) keinen Sinn. BZW, der Tierversuch soll schwerwiegende Fehler am Heilmittel aufdecken, bevor eine Versuchsreihe am Menschen gestartet wird. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass beim Versuch am Menschen nicht noch weitere Probleme auftreten können, aber das Risiko ist dahingehend minimiert, dass der Versuch am (freiwilligen) Menschen zu rechtfertigen ist.

Ich finds jedenfalls ein wenig heuchlerisch, wenn man im Krankheitsfall zum Arzt geht und sich gesundpflegen lässt, und im gleichen Atemzug auf Tierversuche zu medizinischen Zwecken schiesst. Klar - wir nutzen in diesem Falle Tiere für unsere eigene Gesundheit aus - aber wenn wir das verhindern wollen... dürfen wir nicht mehr zum Arzt gehen. Wir müssten in diesem Falle akzeptieren, dass der menschliche Körper für einen natürlichen Zyklus von 30 bis 40 Jahren geschaffen ist (was nicht bedeutet, dass man damit nicht älter werden kann, Naturvölker beweisen ebenfalls höhere Lebensspannen, aber... der menschliche Körper baut ab 30 nicht mehr auf und kann nur noch erhalten werden).

Ian schrieb:
Aber das ist ja mitlerweile garnicht mehr gegeben. Intensivtierhaltung und das Tierschutzgesetz sind nicht miteinander vereinbar.
In den meisten Fällen leben die Tiere eingefercht in der Dunkelheit und das zuhauf. Viele Tiere verteilt auf wenige Quadratmeter,
müssen in ihren eigenen Mist stehen und Ammoniakdämpfe einatmen. Tierärtztliche Behandlung gibt es keine. Die Tiere werden
höchstens mit Antibiotika vollgestopft. Dazu leiden die Tiere unter diesen Bedingungen früher oder später an psychosen
und neigen zu Kanniballismus und nagen sich Gegenseitig die Körperteile ab.

Dann ist es aber an den Behörden das zu verfolgen. Denn grundsätzlich ist das Tierschutzgesetz dazu da, solche Verfehlungen einzudämmen. Ob du als Konsument Produkte aus der Massentierhaltung isst (welche zum einen in der EU und zum anderen global halt weit verbreitet ist und mit fragwürdigen Methoden arbeitet), ist ausserdem dein eigenes Problem. Ich bestehe beispielsweise auf zertifizierte regionale Produkte... denn das Fleisch, die Eier und die Milch etc schmecken nicht nur besser, es verkürzt auch die Transportwege und garantiert auch ein einigermassen würdiges Dasein der Tiere. Man isst dadurch zwar auch weniger Fleisch, aber das ist eigentlich richtig so.

Isla Nublar schrieb:
Ich finde, dass die Rechte für alle Tiere stärker werden sollten. Für das Töten oder verletzen eines Tieres sollte es höhere Strafen geben (töten nicht unter 3 Jahre Freiheitsstrafe). Tiere sind genauso wie wir Lebewesen und verdienen deshalb auch den entsprechenden Respekt!

Darf ich daraus schliessen, dass du Vegan lebst und auch noch nie eine Mücke zerschlagen hast? Im übrigen - um auf die Katze zurückzukommen: wenn eine Katze einen Vogel tötet, müssen wir sie dann auch einsperren?

JaegerFloh schrieb:
Ich kann Ian da nur vollkommen Recht geben. Ein Schlachttier hat von Geburt an, in den meisten Fällen, kein schönes Leben, nicht Ansatzweise.
Was mit den Tieren gemacht wird ist echt pervers... Deshalb versuche ich so gut es geht keine Massentierprodukte zu kaufen, leider ist das nicht immer sofort ersichtlich.
Ich gehe meistens zum Schlachter meines Vertrauens wo ich weiß wie die Tiere gehalten werden und bevorzugt es ich natürlich das Wild was ich selber erlegen, denn besseres Fleisch gibt es nicht und das Tier ist garantiert nicht sinnlos gestorben oder hatte ein schlechtes Leben.

Ja - aber das ändert eigentlich ja nichts daran, wozu Tierschutzgesetze da sind. Du sagst im gleichen Atemzug, dass ein Schlachttier von Geburt an kein schönes Leben hat, aber dass du zum Schlachter deines Vertrauens gehst wo du weisst wie die Tiere gehalten werden: das zeigt ja, dass solche Gesetze ihre Wirkung haben. Es gibt 'gute' Fleischproduktion.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 13:58

Kovu schrieb:
Ich finds jedenfalls ein wenig heuchlerisch, wenn man im Krankheitsfall zum Arzt geht und sich gesundpflegen lässt, und im gleichen Atemzug auf Tierversuche zu medizinischen Zwecken schiesst.

Ich bin z.B. jemmand der nur sehr sehr selten Medikamente zu sich nimmt. Ich bin niemand der für jede kleinigkeit zum Arzt
rennt und sich Medikamente oder sonst was aufschreiben lässt. In erster Linie soll mein Körper die Sache selber austragen.
Ich bin auch so gut wie nie Krank. Okay aber ich bin auch noch Jung und mein Körper steckt noch vieles leicht weg.

Kovu schrieb:
Dann ist es aber an den Behörden das zu verfolgen. Denn grundsätzlich ist das Tierschutzgesetz dazu da, solche Verfehlungen einzudämmen.
Nur kommt es mir so vor das die Regierung sowas nur halbherzig verfolgt oder sogar dulded und erst handelt wenn ihnen irgendwas gemeldet wird.
Es müsste viel schärfere und vor allem strengere Kontrollen bei sowas geben.

Kovu schrieb:
Ob du als Konsument Produkte aus der Massentierhaltung isst (welche zum einen in der EU und zum anderen global halt weit verbreitet ist und mit fragwürdigen Methoden arbeitet), ist ausserdem dein eigenes Problem. Ich bestehe beispielsweise auf zertifizierte regionale Produkte... denn das Fleisch, die Eier und die Milch etc schmecken nicht nur besser, es verkürzt auch die Transportwege und garantiert auch ein einigermassen würdiges Dasein der Tiere. Man isst dadurch zwar auch weniger Fleisch, aber das ist eigentlich richtig so.
Dem kann ich großteils zustimmen. Nur das dies nicht mein eigenes Problem ist sondern in erster Linie das Problem der Tiere
die darunter leiden. Ich selbst setze auch viel auf Regional und Bio-Produkte und ernähre mich auch regelmäßig Vegan
(bin aber kein reiner Veganer weil ich diesen Lebensstil nicht befürworte auch wenn die Beweggründe richtig sein mögen)
Die Sache ist auch die dass der Fleischkonsum mitlerweile viel zu hoch ist. Wenn ich die Aussagen von meinen Eltern bzw. Großeltern
höre wo es heißt dass sie damals nur einmal die Woche Fleisch auf dem Teller bekommen haben sieht man wie sich das mitlerweile
geändert hat.

Die Nahrungspyramide zeigt ja auch dass unser Körper garnicht soviel Fleisch braucht und dass dieser übermäßige Konsum
nicht das richtige ist. Nur interessiert das den 0815-Verbraucher nicht und stopft alles in sich rein. Auch der gestiegende Konsum
von Milchprodukten ist fragwürdig. Milchprodukte sind eher Luxus als ein essentielles Nahrungsmittel. Calcium & Co kann der
Körper auch von anderen Nahrungsmitteln bekommen.

In erster Linie ist die Regierung und der Bürger dafür verantwortlich wie das hier läuft. Über die Umstände in der Massentierhaltung
wird so gut wie garnicht aufgeklärt. In den Medien wird sowas so gut wie garnicht Thematisiert. Dazu die Ignoranz der Menschen
denen ihr Luxus heiliger ist als alles andere. Wir, die Leute die bewusster ihre Nahrung auswählen sind und bleiben wohl deswegen
eine Minderheit. Dabei müsste man an der Front viel intensiver Hebel in Bewegung setzen.

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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 14:54

Ian schrieb:
Ich bin z.B. jemmand der nur sehr sehr selten Medikamente zu sich nimmt. Ich bin niemand der für jede kleinigkeit zum Arzt
rennt und sich Medikamente oder sonst was aufschreiben lässt. In erster Linie soll mein Körper die Sache selber austragen.
Ich bin auch so gut wie nie Krank. Okay aber ich bin auch noch Jung und mein Körper steckt noch vieles leicht weg.

Das bin auch ich nicht - aber ich bin beispielsweise wegen meines Tremors auf Beta-Blocker angewiesen, schon seit meiner Jugendzeit. Auch werde ich regelmässig von chronischen Kopfschmerzen geplagt, die ohne ein entsprechendes Schmerzmittel nicht auszuhalten sind. Auch nimmt man Impfungen in Anspruch, wenn man sich regelmässig in der Natur bewegt (z.B. Zecken, Boreliose, FSME) oder auch wenn man im ständig wechselnden Kontakt mit Menschen ist (z.B. im Verkauf: Grippeviren)... oder auch anderweitig schwerwiegende aber gängige Erkrankungen wie eine Angina können nur mit Antibiotika behandelt werden, deren wirkung auf den Körper irgendwann einmal getestet werden musste.

Es ist immer einfach zu behaupten, man müsse sich mit den Arztbesuchen zurückhalten, wenn man selber keine chronischen Leiden hat. Was aber wenn du beispielsweise MS oder Parkinson hast? Da kannst du noch so Tierlieb sein - du wirst deine Lebensumstände verbessern wollen...
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 15:17

Ich sage ja auch nicht dass man garnicht zum Arzt gehen sollte.
Nur sollte man sich sehr genau Gedanken darüber machen wann ein Arzt-Besuch angemessen ist und wann nicht.
Außerdem kann jeder Mensch aktiv etwas für sein Immunsystem tun und somit Arztbesuche reduzieren.
Bestimmte Sonderfälle die du genannt hast sind natürlich nochmal eine andere Hausnummer.

Letzten Endes halte ich Tierversuche denoch für moralisch extrem fragwürdig und hoffe dass
man sehr intensiv an Alternativen forscht. Ansonsten vertrete ich eher die Ansicht dass die Natur
halt aussucht wer lebt und wer stirbt und wir uns nicht ständig mit unserer Wissenschaft den Hals
aus der Schlinge ziehen sollten.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 21:08

Ian schrieb:
Ich sage ja auch nicht dass man garnicht zum Arzt gehen sollte.
Nur sollte man sich sehr genau Gedanken darüber machen wann ein Arzt-Besuch angemessen ist und wann nicht.

Ja. Und was ist wenn du den Arzt schlussendlich besuchst? Du wirst automatisch mit einem Medikament versorgt, das irgendwann mal entwickelt und getestet werden musste - dies musste geschehen unabhängig davon wie oft du es in anspruch nimmst.

Ian schrieb:
Außerdem kann jeder Mensch aktiv etwas für sein Immunsystem tun und somit Arztbesuche reduzieren.

Ja - aber wie gesagt - das ändert nichts daran, dass das Medikament (oder auch eine Prothese) am Tag X für dich bereit sein muss. Ansonsten verreckst du einfach oder gehst total verkrüppelt durchs restliche Leben. Ich halte das für extrem kurzsichtig.

Ian schrieb:
Letzten Endes halte ich Tierversuche denoch für moralisch extrem fragwürdig und hoffe dass
man sehr intensiv an Alternativen forscht.

Das ist heute schon Tatsache. Neue Wirkstoffe werden in den meisten Fällen zuerst an Computermodellen getestet. Man ist sogar schon so weit, teile des Gehirn-Netzwerks zu simulieren, um die Wirkung von Stimulanzen zu erfoschen (Blue Brain Project, Human Brain Project etc.). Das ändert aber auch heute noch nichts daran, dass irgendwann ein 'Feldversuch' zu erfolgen hat... und da halten nun mal einfach zuerst Tiere her.

Kleine Randbemerkung: mit der PS3 konnte (oder kann man noch? Bin nicht ganz sicher... also auf dem PC geht das jedenfalls noch) man beispielsweise an global distributed cluster computing teilnehmen, mittels "Folding@home". Das heisst, während man die Konsole selber nicht brauchte, stellte man die Rechenkapazität zur Proteinentwicklung für medizinische Zwecke zur Verfügung...

Ian schrieb:
Ansonsten vertrete ich eher die Ansicht dass die Natur
halt aussucht wer lebt und wer stirbt und wir uns nicht ständig mit unserer Wissenschaft den Hals
aus der Schlinge ziehen sollten.

Das kann man aus der Ferne leicht sagen - ich weiss. Ich neige ja selber zur Ansicht, das Krankheiten ein Regulierungsmechanismus der Natur sind, aber jetzt mal ganz ehrlich: sagen wir du bist betroffen von einer potenziell tödlichen Krankheit... wärst du bereit auf medizinische Behandlung zu verzichten?


Zuletzt von Kovu am 26.10.15 21:35 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 21:34

@ Kovu

Vegan lebe ich nicht, da ich auch tierische Produkte außer Fleisch ect. esse.
Wenn eine Katze einen Vogel tötet, dann ist der das Lauf der Natur.


Zuletzt von Isla Nublar am 26.10.15 21:37 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 21:37

^ ja... und wenn wir das selbe tun ist das nicht mehr der Lauf der Natur?
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 21:40

Es kommt darauf an, warum wir töten. Wenn es für unsere Ernährung ist, dann ist es der Lauf der Natur. Allerdings töten manche zum Vergnügen und das verurteile ich.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 21:43

...also... naja. Sicherlich gibts das, ja. Aber - nur weil man ein Tier tötet heisst das noch lange nicht, dass man es aus Spass tut.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 21:53

Ich sehe hier, dass bei dem Thema die Grenzen zwischen Ethik und Wissenschaft sehr verschwommen sind
und verstehe beide Seiten irgendwie.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   26.10.15 23:19

Kovu schrieb:

JaegerFloh schrieb:
Ich kann Ian da nur vollkommen Recht geben. Ein Schlachttier hat von Geburt an, in den meisten Fällen, kein schönes Leben, nicht Ansatzweise.
Was mit den Tieren gemacht wird ist echt pervers... Deshalb versuche ich so gut es geht keine Massentierprodukte zu kaufen, leider ist das nicht immer sofort ersichtlich.
Ich gehe meistens zum Schlachter meines Vertrauens wo ich weiß wie die Tiere gehalten werden und bevorzugt es ich natürlich das Wild was ich selber erlegen, denn besseres Fleisch gibt es nicht und das Tier ist garantiert nicht sinnlos gestorben oder hatte ein schlechtes Leben.

Ja - aber das ändert eigentlich ja nichts daran, wozu Tierschutzgesetze da sind. Du sagst im gleichen Atemzug, dass ein Schlachttier von Geburt an kein schönes Leben hat, aber dass du zum Schlachter deines Vertrauens gehst wo du weisst wie die Tiere gehalten werden: das zeigt ja, dass solche Gesetze ihre Wirkung haben. Es gibt 'gute' Fleischproduktion.

Ja ich hab ja nicht gesagt das es bei jedem Schlachttier so ist, natürlich haben die Gesetze ihre Wirkung, dennoch sind sie nicht streng genug. Die Schlachter die ich kenne und bevorzuge halten sich nicht an dieses Tierschutzgesetze, welches z.B. sagt das ein Schwein auf 3m² Leben kann (Bin mir jetzt nicht sicher ob es 3m² waren, ist auch eher als Beispiel gesehen) aber diese Schlachter den Tieren viel mehr zur Verfügung stellen und z.B. auf offenen Wiesen Leben dürfen und auch nicht Tag für Tag das gleiche fressen um ein schnellstmöglich das Schlachtgewicht zu erreichen.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   27.10.15 11:33

@Kovu
Natürlich würde ich die Medikammente in Anspruch nehmen wenn ich
sie wirklich brauche vor allem aufgrund der Tatsache dass sie bereits vorhanden sind.
Nur besteht hier wirklich ein extremer Konflikt zwischen dem Überlebensinstinkt und der eigenen Moral.

Ich drücke es mal so aus. Könnte ich jetzt und hier entscheiden das Tierversuche aufhören würde ich es tuen
und würde dabei auch das Risiko auf mich nehmen dass ich vielleicht irgendwann eine Krankheit habe die deswegen nicht behandelbar ist.

Unsere Gegenwärtige Medizin bietet schon sehr viel und ich bin der Meinung dass der Mensch sich schon mehr als
genug Lebenszeit erschlichen hat die weit über der Lebensspanne unter natürlichen Umständen hinaus läuft.

Das Hauptproblem ist halt die Anzahl der getöteten Tiere und die qualvollen Umstände wie sie sterben.
Und die im Vergleich relativ wenigen wirklich erfolgreichen Resultate die man dabei erzielt rechtfertigen
dass meiner Meinung nach nicht wirklich.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   27.10.15 12:37

Ian schrieb:
Ich drücke es mal so aus. Könnte ich jetzt und hier entscheiden das Tierversuche aufhören würde ich es tuen
und würde dabei auch das Risiko auf mich nehmen dass ich vielleicht irgendwann eine Krankheit habe die deswegen nicht behandelbar ist.

Naja - dabei musst du dir aber im klaren sein: das kann schneller passieren als dir lieb ist. Und Medikamente in anspruch nehmen 'die halt schon existieren' ist gerade so fragwürdig. BZW, eigentlich dürftest du auch diese nicht einnehmen, wenn du dich auch gegen die Entwicklung neuer Medizin wehrst und damit die Heilungschancen eines anderen Menschen beinträchtigst. Du wärst nur dann wirklich ehrlich gegenüber dir und deinen Mitmenschen, wenn du komplett darauf verzichtest. Und - was noch dazu kommt: du dürftest auch dein Haustier nicht mehr zum Tierarzt bringen, und müsstest dessen Schicksal bedingungslos akzeptieren.

Ian schrieb:
Unsere Gegenwärtige Medizin bietet schon sehr viel und ich bin der Meinung dass der Mensch sich schon mehr als
genug Lebenszeit erschlichen hat die weit über der Lebensspanne unter natürlichen Umständen hinaus läuft.

Kann sein, ja. Nur vergisst du dabei eines: das was uns dazu treibt, Heilmittel zu entwickeln, ist ebenso natürlichen Ursprungs wie ein Tier um sein Leben kämpft: es ist unser Lebenserhaltungstrieb. Jeder kämpft um sein Leben so lange das möglich ist, oder zumindest so lange er psychisch nicht derart gebrochen ist, es nicht mehr zu tun.

Ian schrieb:
Das Hauptproblem ist halt die Anzahl der getöteten Tiere und die qualvollen Umstände wie sie sterben.
Und die im Vergleich relativ wenigen wirklich erfolgreichen Resultate die man dabei erzielt rechtfertigen
dass meiner Meinung nach nicht wirklich.

Auch diese Zeiten haben sich schon geändert. Erstens sterben bei weitem nicht alle Versuchstiere (bei einigen wird auch schon versucht einen 'würdigen' Lebensabend zu realisieren, so weit das danach noch möglich ist), und es ist auch nicht mehr einfach so, dass man total blind die Tiere mit irgendwas vollpumpt. Natürlich gibts auch nach wie vor schwarze Schafe, aber es wäre auch anmassend zu behaupten, dass sich in der Forschung dort bisher nichts getan hat.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   27.10.15 15:21

Kovu schrieb:
Und Medikamente in anspruch nehmen 'die halt schon existieren' ist gerade so fragwürdig. BZW, eigentlich dürftest du auch diese nicht einnehmen, wenn du dich auch gegen die Entwicklung neuer Medizin wehrst und damit die Heilungschancen eines anderen Menschen beinträchtigst. Du wärst nur dann wirklich ehrlich gegenüber dir und deinen Mitmenschen, wenn du komplett darauf verzichtest. Und - was noch dazu kommt: du dürftest auch dein Haustier nicht mehr zum Tierarzt bringen, und müsstest dessen Schicksal bedingungslos akzeptieren.

Du sagst das auch so einfach. Aber die Sache finde ich deutlich komplitzierter. Wie du schon erwähnt hast liegt es in der
Natur jedes Lebewesens zu Überleben und da greift man demensprechend zu solchen Mitteln. Jeder sieht zu das er seine
eigene Haut rettet. Da kann ich dir nicht wiedersprechen soviel steht fest.

Aber betrachte das auch mal von einen neutralen Standpunkt. Der Mensch der durch seine Intelligenz
mitlerweile soviel Macht und Einfluss besitzt und dadurch aus meiner Sicht schon
ein viel zu einfaches und vor allem GEMÜTLICHES Leben lebt und sich somit mehr "Lebensqualität" hat als ihn von Natur aus zusteht
nimmt sich dann von Lebewesen die weniger Macht haben dann noch mehr weil der Mensch einfach unersättlich ist.

Ich bin der Meinung dass es hier keinen definitiven Standpunkt geben kann.
Ist halt aus meiner Sicht alles sehr Fragwürdig.
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Kovu
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   27.10.15 17:54

Fragwürdig ist meiner Meinung nach das konsumieren von medizinischer Hilfe, wenn man deren Werdegang nicht akzeptiert.

Also - im Prinzip ist es einfach: in der Natur überlebt der stärkere. Die Natur an sich ist grausam, sie ist nicht fair, wie wir das aus einer humanitären Sicht betrachten. Und in diesem Falle ist es nun mal einfach so, dass wir insgesamt zu den stärkeren zählen. Ob das nun durch unsere Zähne, Kraft oder mentale Leistung geschieht ist eigentlich irrelevant.

Wie ich zu Beginn der Diskussion ausserdem schon festgehalten habe ist 'Recht' etwas von Menschen geschaffenes. 'Recht' existiert in der Natur nicht, und Tiere haben daher im Prinzip auch kein 'Recht' oder könnten dieses auch nicht anwenden. Da wir aber eben die stärkeren sind und somit auch hemmungslos Tiere ausbeuten könn(t)en, hat der Mensch Tierschutzgesetze erlassen um sich selber gewisse Grenzen zu setzen. Und das ist auch gut so.

Aber trotzdem steht es der Tatsache gegenüber, dass wir natürliche Bedürfnisse haben, die irgendwie befriedigt werden müssen: wir wollen essen, und wir wollen Sicherheit (ob nun gegen Fressfeinde, menschliche Feinde oder Krankheiten). Der Mensch hat sich immer - und wird sich immer - weiterentwickeln, um sich Nahrung zu verschaffen und sich zu verteidigen. Auch wenn das Verteidigen heute 'praktisch nur noch' gegen Krankheiten geschieht werden wir weiterhin unsere Intelligenz nutzen um uns wieder heil zu machen... Tiere würden das auch machen, wenn sie die Resourcen dazu hätten... und diese Entwicklungen müssen an irgend einem Punkt getestet werden.

[sarcasm]Und da die Sklavenhaltung in heutigen Gesellschaftsformen nicht mehr wirklich akzeptiert wird[/sarcasm], werden wir wohl auch in Zukunft zum geringeren Übel greifen und diese Entwicklungen an Tieren testen, bevor wir sie beim Menschen einsetzen.

Die Krux bei deiner Denkweise ist ja irgendwie die: sicherlich ist es einfach, ein Medikament zu konsumieren, wenn es ja ohnehin schon da ist. Aber können wir das nicht bei jedem Medikament behaupten, das wir gerade einnehmen? Es spielt keine Rolle ob es 20, 10, 5 oder auch nur 1 Jahr alt ist: fakt ist - es hat dich heil gemacht. Und es wurde bevor du es eingenommen hast in Testreihen an Tieren untersucht.

Somit bleiben uns nur 2 Optionen: entweder wir akzeptieren, dass Tierversuche zu medizinischen Zwecken legitim sein können, oder wir verzichten auf medizinische Hilfe.

Das alles soll nicht bedeuten, dass man die Testverfahren nicht verbessern kann (und muss) um das Leid der 'Versuchskaninchen' zu minimieren, aber es heisst so viel wie dass solche Versuche zu einem unserer Grundbedürfnisse gehören. Das verhält sich eigentlich nicht viel anders als mit der Fleischproduktion: die meisten von uns haben gerne ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller... aber die Bedingungen für die Schlachttiere sollen bestmöglichst ausgestaltet sein.
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BeitragThema: Re: Tierrechte & Tierausbeutung   Heute um 3:22

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