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Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)

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Mafnar
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BeitragThema: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   05.06.13 21:46

Ich poste die Geschichte kapitelweise, damit ihr besser hinterher kommt, nicht am Stück, sind nämlich 46000 Wörter.

Jurassic Park Nation

Kurzbeschreibung:

Als InGen unter John Hammonds Führung Dinosaurier wieder in die Existenz holt war ihnen eines nicht klar und sie wollten es auch nicht: Die Intelligenz dieser Lebewesen war jenseits aller Vorstellungen. Vor allem die Carnivoren zeichneten sich durch ein komplexes soziales Gefüge aus, wie es nur bei den Menschen noch zu finden war. Dies hier ist die Geschichte von Jack, der lernt, wie es ist, ein Raptor zu sein. (teilweise Alternatives Universum, da auf beiden Inseln noch Dinosaurier leben. Alles andere, was möglicherweise sonst noch abweicht, wird auch so begründet.)

Zeitlinie der Ereignisse nach den drei Filmen

2002: Isla Nublar und Isla Sorna werden zu Naturschutzgebieten erklärt
2017: Mit Erlaubnis der zuständigen Behörden siedeln sich 200 Menschen auf Isla Sorna und Isla Nublar an, unter der Bedingung, dass sie sich nicht zu sehr in das Leben der Dinosaurier einmischen.
2019: Die beiden Dinosaurierinseln erklären ihre Unabhängigkeit und nennen sich als eigener Staat 'Jurrasic Park Nation', in Erinnerung an ihre Vergangenheit.
2021: Die UNO erkennt den zwei Jahre zuvor gegründeten Inselstaat an. Damit steht ihm ein Sitz im Weltrat zu.
2023: Die Jurassic Park Nation schottet sich vollkommen vom Rest der Welt ab, weist sogar die offiziellen Diplomaten aus. Damit beginnt eine Phase, wo nur spärlich Informationen über diesen Staat nach draußen dringen.
2044: Eine neue Krankheit, die sogenannte 'Echsenhaut' (oder in englisch 'Iron Hide'), tritt erstmals auf. Bei dieser wird die Haut eines Menschen von Schuppen überzogen und so hart wie Eisen, sodass die Sauerstoffversorgung schließlich versagt und man qualvoll erstickt. Die Sterblichkeitsrate liegt bei 100 Prozent.
2049: Die Krankheit Echsenhaut wird zur weltweiten Pandemie erklärt. Mittlerweile sind hundertausende an der Krankheit gestorben und gut 60 Millionen infiziert. Noch immer ist kein Heilmittel in Sicht und es entstehen Krisen durch die Pandemie.
2055: Der Ursprung des mittlerweile isolierten Virus ist immer noch unbekannt. Aber im Blut der seit diesem Jahr auftretenden Fälle wird Dinosaurier-DNS entdeckt. Es wird eine Delegation losgeschickt, um zu ergründen, was die isolationistische Nation mit all dem zu tun hat.

Prolog

Augen in der Dunkelheit


Das dichte Gestrüpp immer wieder beiseite schiebend, kämpfte er sich durch den nur schwer durchdringlichen Urwald.
Gott, wie er den Dschungel doch hasste. Er war feucht, Mücken stachen ihn und der andauernde Regen hatte ihn schon längst durchnässt. Zudem hatte ein Ast seine Wange blutig geschlagen und dieser Kratzer schmerzte immer noch.
Dennoch hielt er durch und rannte weiter. Immerhin war er nicht alleine. Seine beiden Schützlinge, die er befreit hatte und mittlerweile wach waren und neben ihm her huschten, wollte er nach all den Strapazen nicht verlieren. Sonst hatte er alles umsonst aufs Spiel gesetzt!
Sie waren zwar verschieden, sogar unterschiedliche Rassen und eigentlich Feinde. Aber diesen beiden kleinen Raptoren konnte er keine Hassgefühle entgegen bringen.
Dafür hatten sie zu viel miteinander erlebt und sie schienen ihn auch irgendwohin führen zu wollen, womöglich zu ihrem Stamm und somit zu hilfreichen Krallen.
Immer wieder sah er nach hinten und konnte dort die sich nähernden Gestalten erkennen, die sie jagten.
Sein Gewehr war schon lange nutzlos und die Übermacht der Gegner so groß, dass sie alleine nie gegen sie ankommen würden.
Ihre einzige Hoffnung war, dass sie Unterstützung fanden, eine verschwindend kleine Hoffnung, auch wenn er dabei ganz auf seine kleinen Begleiter baute, deren Sinne besser waren als seine und die immer wieder kurz anhielten um sich zu orientieren, indem sie ihre Schnauzen erst nach unten bewegten und dann leise Zischlaute ausstießen.
Ihre Pausen wurden dabei kürzer, was er so deutete, dass sie sich den anderen Raptoren näherten, die womöglich Hilfe versprachen, auch wenn der Mensch nicht wusste, ob er nicht doch vom Regen in die Traufe lief, die eine Gefahr gegen eine andere austauschte.
Immerhin nahm er an, dass Menschen hier nicht gern gesehen waren, wenn man bedachte, wie sehr sie den dinosaurischen Bewohnern dieser beiden Inseln mitgespielt hatten. Aber er hatte keine Wahl.
Dann hielten die kleinen Raptoren plötzlich an und der Mensch erkannte sowohl vor sich als auch hinter sich goldene Augen im Widerschein der Blitze, die durch den Nachthimmel zuckten und dachte bei sich: Jetzt bin ich verloren!
Jedoch gab es auch immer noch die Möglichkeit, dass dies da jene Raptoren waren, die sie gesucht hatten.
Ach mach dir nichts vor, rügte er sich innerlich. Bei seinem Glück war das sicherlich nicht der Fall und wenn er hier die Sippe seiner beider Begleiter vor sich hatte, konnte diese ihn immer noch töten, weil er ein Mensch war.
Dann überfiel ihn Schwindel, er taumelte und brach zusammen. Die Anstrengungen der jüngsten Zeit waren zu viel gewesen.
Außerdem hatte ihn auch noch ein seltsames Fieber befallen, seitdem er auf der Insel war, das er bis jetzt gekonnt ignoriert hatte, da er wusste, was es zu bedeuten hatte. Nun jedoch überkam es ihn mit allergrößter Härte.
Irgendwie kommt gerade alles auf einmal, dachte er, während er schwer atmend auf dem Rücken lag und mit verschwommenem Blick seine Umgebung musterte. Dies gelang nur bedingt, da die für die Krankheit so typische Lähmung bereits einsetzte.
Aber auf jeden Fall konnte er immer mehr der für Raptoren typischen Zischlaute hören und der Mensch, der der Bewusstlosigkeit nahe war, wusste, dass sein Ende nahe war.
Gleichzeitig aber musste er lachen als er an das dachte, was er jüngst getan hatte. Wenigstens sterbe ich mit dem Gewissen, das Richtige getan zu haben. Danach fiel er in Ohnmacht und bekam nichts mehr mit.
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Dr.Henry Wu
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   05.06.13 23:26

Das hört sich echt Klasse an wann gehts weiter man bin echt aufgeregt.
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Mafnar
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   06.06.13 16:14

Danke fürs Feedback. Kritik ist gerne gesehen und wie gesagt, Dinotopia hat mich bei meiner Geschichte sehr beeinflusst^^

Anmerkungen zu diesem Kapitel: ein Regen oder eine Regenzeit ist mit unserem Jahr zu vergleichen, ein Mond/eine Sonne ist mit unseren Einheiten Nacht und Tag vergleichbar und die Raptoren können nicht mit den Menschen reden, daher kursiv geschrieben. Mit Wolkeninsel ist Isla Nublar gemeint, da sich nublar von dem Wort für Wolke herleitet. An manchen Stellen bin ich nicht so richtig zufrieden mit diesem Kapitel, kann aber nicht sagen, warum. Im Großen und ganzen finde ich es aber gelungen. Was sagt ihr dazu?

Kapitel 1

Ankunft auf der Dinosaurierinsel


>Jones<

„Was die wohl hier wollen?“, fragte sich der Wissenschaftler und betrachtete im Überwachungsraum das sich nähernde Boot, das zunächst von ihren Spähern in der Luft, unbemannten Drohnen und abgerichteten Flugsauriern, entdeckt und verfolgt worden waren
Nun aber befanden sie sich in Reichweite ihrer Sensoren, installiert auf den nahen Felsnadeln, und so brauchten sie die fliegenden Spione nicht länger.
„Ach.“, schüttelte der Wissenschaftler den Kopf und musste dann lachen. „Wenn sie sich als Feinde herausstellen, und das sind Außenweltler immer, werden sie halt Teil des EDEN-Projekts und ich habe meinen Spaß mit ihnen.“

>Franck und Jack<

Jack lehnte sich über die Reeling des schnellen, fusionsangetriebenen Kleinbootes und musste seufzen. Dann fluchte er innerlich. Er war schon wieder seekrank und das nur wegen Franck!
Kaum hatte er an seinen Freund gedacht trat der hochgewachsene, schwarzhaarige Mann deutscher Herkunft neben ihm.
Wütend sah er ihn an. „Kannst du mir noch einmal sagen, was ich hier mache?“, rief der blondhaarige, eher schmächtige Mann murrend und lehnte sich über die Bordwand, wo er sich prompt übergab. „Ich bin nur Ingenieur. Wozu könnte ich hier nützlich sein, auf einer Insel voller Verrückter und Dinosaurier?“
„Immer mit der Ruhe, Jack.“, hob Franck beruhigend die Hände und klopfte ihm auf die Schulter, wie er es immer tat, wenn sein Freund so drauf war. „Du wirst es schon sehen. Auch du wirst hier gewiss irgendwie gebraucht werden. Das versichere ich dir“
„Ich bin doch nur hier, weil du deine Beziehungen hast spielen lassen!?“, warf Jack ihm vor. „Sonst wäre ich doch nie auf dieser diplomatischen Mission, zusammen mit meinem achso berühmten Diplomatenfreund!“
Das ist das einzige, was zwischen uns steht, dachte Jack bekümmert und seufzte. Er war so erfolgreich, hatte sogar die deutsch-französische Krise beilegen können, die infolge der Pandemie entstanden war, weshalb man Franck auch hierher geschickt hatte, auf diese wohl schwierige Mission.
Ich jedoch hab es nie soweit gebracht. Ich bin und bleibe ein eher zweitklassiger Ingenieur! Nur wegen Jaz bin ich nun hier.
„Das, was du da gesagt hast, mag durchaus wahr sein.“, gab sein Freund nach geraumer Zeit des Schweigens zu und war dann wieder still.
„Siehst du!“, zischte Jack. „Ich habe hier nichts zu suchen. Lass mich wieder nach Hause zurückkehren!“
„Du willst echt in unsere unter Quarantäne stehende Heimatstadt New Orleans zurückkehren?“, staunte Franck und sah seinen Freund verwirrt an.
„Ja, ich will zurück nach Hause!“, entgegnete Jack und weinte dann, als er an den Grund dachte, warum er dieser Mission überhaupt zugestimmt hatte, weil seine feste Freundin, die er bald hatte heiraten wollen, an dieser Krankheit namens Iron Hide gestorben war und dieser Tod nicht umsonst sein sollte. „Aber dann würde ich nur Jazmine enttäuschen.“
Er ließ den Kopf hängen und Tränen rannen über seine Wange als er an Jaz dachte, wie sie innerhalb kürzester Zeit im Bett dahingesiecht und gestorben war.
„Es ist gut, Jack.“, gab Franck zurück. „Jaz wäre gewiss stolz auf dich, dass du trotz deiner ganzen Vorbehalte hier bist.“
„Bist du dir sicher?“, fragte Jack und trocknete seine Tränen.
„Ganz sicher.“, erwiderte sein Freund und wies nach vorne um seinen Freund abzulenken. „Das dort muss unser Ziel sein.“
Sobald sie sich einer der Inseln näherten, wohl Isla Sorna, konnten sie überwiegend Dschungel sehen, aber auch einen hohen Turm nahe der Ostküste.
„Dort müssen wir hin.“, meinte Franck und deutete mit einer Kopfbewegung zum Turm.
„Sicher?“, fragte Jack.
„Sicher kann man bei diesem Inselstaat nie sein.“, gab sein Freund zurück. „Aber nach Satelliten- und Drohnenaufnahmen lässt sich feststellen, dass sich zumindest dort häufig und regelmäßig Menschen aufhalten.“
Bald legten sie an einem Kai nahe des Turms an, betraten die Insel und schon kurz darauf traf sie ihre erste Überraschung: Nur wenige Menschen empfingen sie und das auch ohne richtige Gefühlsregungen!
Alles schien nur gespielt. Offenbar waren sie hier alles andere als erwünscht und man wünschte ihm sonst was .an den Hals
„Das ist ja ein herzliches Willkommen.“, flüsterte Jack seinem Freund zu.
„Und wie.“, grinste Franck. „Wir scheinen hier wirklich willkommen zu sein.“
„Ich bin Dr. Jonathan Jones.“, meinte der eben angekommene und offensichtliche Anführer dieser Menschen hier, ohne eine Gefühlsregung und ohne ihnen die Hand zum Gruß zu reichen. „Wir haben sie bereits erwartet.“
„Oh wirklich?“, fragte Franck erstaunt. „Wie kann das möglich sein?“
„Wir haben so unsere Mittel und Wege.“, entgegnete Jones knapp ohne genauer auszuführen, was diese Mittel waren und sah sie dann kalt durch seine Brille hindurch verstohlen an. „Wenn Sie mir bitte folgen würden.“
„Was denkst du meinte er mit 'Mittel und Wege'?“, fragte Jack während sie diesem Jones ins Innere des Turms folgten, der am Rand einer großen Anlage stand.
„Ich weiß es nicht, habe da aber so meine Vermutungen.“, gab Franck zurück. „Wahrscheinlich haben sie ihre eigenen Überwachungssysteme um die Insel stationiert, nutzen womöglich sogar unbemannte Drohnen. Würde mich nicht wundern, wenn ein paar der Flugsaurier, die über uns hinweggeglitten sind, ohne uns Beachtung zu schenken, mit Kameras ausgestattet waren.“
„Die sind hier aber sehr misstrauisch.“, erwiderte Jack.
„Das macht der Isolationismus.“, entgegnete Franck. „Da wird man zwangsläufig paranoid. Aber lass uns jetzt am Besten schweigen. Wir wollen so viel wie möglich von diesem Ort erfahren und das geht nur, wenn wir zuhören und beobachten.“
„Wir bekommen nicht häufig Besuch.“, sagte Jones, wurde aber unterbrochen.
„Woran das wohl liegen mag.“, murmelte Jack, schwieg aber als er den strengen Blick seines Freundes sah.
„Sie können fortfahren.“, bat Franck.
„Wie gesagt, wir bekommen hier nur wenig Besuch.“, wiederholte Jones und sah dabei mit eiskaltem Blick Jack an, der zusammenzuckte. „Eigentlich ist Besuch auch nicht gerne gesehen. Wir lieben unsere Abgeschiedenheit. Die Außenwelt ist zu chaotisch. Hier hingegen haben wir unsere Ruhe.“
„Abgesehen von Dinosaurierattacken?“, warf Franck nun ein.
„Nun, ich will nicht abstreiten, dass es Zwischenfälle dieser Art gab und gibt.“, gab Jones zu. „Aber wir wissen uns dagegen zu wehren.“
„Darf man fragen, wie viele Menschen auf den beiden Inseln leben?“, erkundigte sich Franck.
„Das können sie durchaus.“, erwiderte Jones. „500 hier und 200 auf der Isla Nublar.“
„So wenig?“, meinte Jack verblüfft. „Über 1000 hätte ich schon erwartet.“
„Tja, es würden mittlerweile auch so viele hier leben, aber Krankheiten und andere Widrigkeiten haben uns arg zugesetzt.“, erklärte Jones.
Krankheiten, dachte Jack und sah dabei zu seinem Freund, der offenbar das gleiche zu schlussfolgern schien.
Womöglich hat unsere Krankheit Iron Hide hier ihren Ursprung und man hatte hier eine Immunität dagegen entwickeln können. Ehe er aber weiter in die Richtung nachdenken konnte bekam er einen großen Schrecken.
„Was machen die denn hier!?“, schrie Jack und zuckte vor den Raptoren mit den schwarzen Rücken in unmittelbarer Nähe zurück, die ihm jedoch keine Beachtung schenkten und einfach dort liegen blieben, wo sie waren.
„Vor denen brauchen Sie keine Angst zu haben.“, sagte Jones in seinem leiernden Tonfall. „Die gehören zu uns.“
„Zu euch?“, rief Jack ungläubig. „Wissen Sie überhaupt, was das für Wesen sind? Wie können Sie nur mit ihnen paktieren?“
„Das würde mich auch interessieren.“, fügte nun Franck hinzu. „Wie haben sie es geschafft, dass diese Raubtiere hier so friedlich neben Menschen liegen können, ohne diese anzugreifen oder gar als Beute zu betrachten.“
„Das war wohl eher Zufall.“, erwiderte Jones sehr zurückhaltend und ohne genau ins Detail zu gehen. „Wir retteten ihren Anführer vor feindlichen Raptoren und seit damals haben wir eine Art Bündnis miteinander und heute leben in unmittelbarer Nähe dieser Basis nahezu 400 dieser Schwarzrücken-Raptoren, von insgesamt 1200 auf der ganzen Insel.“
Ziemlich knapp, die Antwort. Fast so, als wollte er etwas verbergen
, dachte Jack und sah zu seinem Freund, der offensichtlich das gleiche dachte. Man verheimlichte ihnen hier etwas und sie mussten rausfinden, was es war.
„Am Besten wir trennen uns.“, flüsterte Jack seinem Freund zu. „So können wir mehr erfahren über diese Insel und deren Bewohner.“
„Einverstanden.“, nickte Franck und so kapselte sich Jack unauffällig von der Gruppe ab während diese weiter herumgeführt wurde.

>Jones<

Nachdem er diesen Neuen alles, was sie sehen durften, gezeigt hatte, war Jones sauer und lief auf und ab.
Offenbar konnte er keinen der Neuankömmlinge für sein Projekt nutzen, nicht solange sie nicht Mist bauten.
Offiziell geschickte Diplomaten waren immerhin etwas anderes als Schiffbrüchige oder Überlebende eines Flugzeugabsturzes.
Ach, war es ein Genuss gewesen, an den 12 Überlebenden des Absturzes vor 2 Jahren oder den beiden, die den Untergang eines Schiffes letzten Monat überlebt hatten, herum experimentieren zu können und so den aufgebrauchten Genpol seiner Versuchsreihen aufzustocken.
Nur durfte er dieses Mal wohl keinen solchen Spaß haben. Deshalb reagierte er seine Wut auch an seinem neuesten Opfer ab.
Er folterte den Mann nicht gerade. Das würde ihn überhaupt nicht voran bringen. Aber es bereitete ihm Freude, wenn sich seine Feinde versuchten zu wehren. Das machte das Serum nur umso schmerzhafter und den Prozess der Verwandlung nur umso länger.
„Was ist denn?“, murrte der Leiter des EDEN-Projektes den eben Angekommenen an während er einem Menschen das Serum injizierte, das alles verändert hatte. „Sehen sie nicht, dass ich beschäftigt bin. Wehe, die Nachricht ist nicht wichtig. Dann landen sie nämlich auch im EDEN-Projekt.“
„Bitte nicht.“, flehte der Mann, der wusste, was ihn dann erwarten würde. „Ich bin doch nur hier, um ihnen mitzuteilen, dass einer der Abgesandtschaft in der Rotunde ist.“
„WAS!“, platze es aus Jones hervor und der vor Schmerzen zappelnde, auf einem Stuhl festgeschnallte Mann, der sich gegen das, was hier geschah, ausgesprochen hatte, war vollkommen vergessen. „Das könnte alles zunichte machen. Am Besten, ich kümmere mich selbst darum.“
Also machte er sich auf dem Weg, sich innerlich selbst verfluchend. Wie hatte ihm nur entgehen können, dass die Gruppe nicht vollständig gewesen war als er sie in ihre Quartiere gebracht hatte? So nachlässig durfte er nie wieder sein! Sonst konnte das EDEN-Projekt scheitern und das in seiner heißen Phase!

>Jack<

Die sogenannte Rotunde verband alle Labore und Räume miteinander und wurde von einer gläsernen Kuppel gekrönt, die bei Tag das Sonnenlicht und in der Nacht das des Mondes und der Sterne herein ließ, sofern es nicht von Wolken verdeckt wurde, wie so oft auf dieser Insel.
Hier wurden auch jene Raptoren untergebracht, die wegen ihrer Aufsässigkeit für Jones keinen Nutzen hatten, abgesehen vielleicht von den Blutproben.
Lange blieb Jack vor dem Käfig einer Raptorin mit silberweißem Rücken stehen. Diese wirkte irgendwie anders, faszinierte ihn, auch wenn er nicht sagen konnte, warum.
Sie hatte eine grüne Schuppenhaut, ihr Bauch war gelb und ihre Krallen schwarz. Sie knurrte ihn wütend an während ihre Krallen tiefe Furchen im Boden hinterließen.
„Ich kann dich verstehen.“, flüsterte er. „Niemand ist gerne gefangen.“
„Sie sollten nicht zu nahe an sie herangehen.“, meinte ein Wissenschaftler, der sich, wenn Jack sich nicht irrte, als Dr. Jones vorgestellt hatte, und trat neben ihn. „Diese Weißrücken-Raptoren sind gefährlich.“
„Aber die Schwarzrücken-Raptoren nicht?“, erkundigte Jack sich. „Was unterscheidet sie von denen in den Käfigen?“
„Wir sind mit ihnen verbündet, so einfach ist das.“, antwortete Jones kurz angebunden.
„Und was geschieht mit den gefangenen Raptoren?“, wollte Jack wissen.
„Sie werden natürlich demnächst getötet.“, erwiderte Jones ohne jede Gefühlsregung, wie immer, und verließ Jack daraufhin, dem ein eiskalter Schauer über dem Rücken lief.
Wie konnte man nur so von offenbar intelligenten Wesen reden? Immerhin war das Bündnis zwischen Schwarzrücken und den hiesigen Menschen doch ein ganz klarer Hinweis auf eine Intelligenz und da wollten diese Barbaren hier sie einfach töten? Jack schüttelte sich. Er traf eine Entscheidung: Er würde die Raptoren befreien und wenn es ihn das Leben kosten würde!

>Silver<

Müde lag sie in ihrem Käfig, den Kopf an die Seitenwand des gleichen gelehnt. Sie hatte versucht, die Wände ihres Gefängnisses mit ihren Krallen zu zerstören.
Aber was sie auch getan hatte, es hatte nicht klappen wollen. Sie schüttelte jedoch ihren Kopf. Ich werde niemals aufgeben. Ich werde mich an diesen Hiuma rächen, die mich hier rein gesteckt haben!
Dann konnte sie eines dieser Wesen sehen und es kam immer näher. Was wollte dieser Hiuma von ihr?
Warum sah er sie so eindringlich an? Zunächst knurrte sie wütend, waren diese Wesen doch neben den Schwarzrücken ihre erbittertesten Feinde.
Dann jedoch, als der Hiuma nicht zurückwich, eher sogar noch näher an sie herankam, musterte sie ihn neugierig. Er war nichts Besonderes, eher schmächtig und klein im Vergleich zu den anderen Hiuma hier.
Aber diese blauen Augen, dachte sie benommen. So rein wie das Wasser des Schimmernden Sees, wo einst Saphira ihr Leben aushauchte. War das ein Zeichen? Was war nur los mit ihr?
Warum war sie nur so fasziniert von diesem Hiuma und wieso überfiel sie Enttäuschung bei dem Gedanken, dass er bald wieder weg sein würde? Warum musste sie nur wieder an jenen Mond denken, der alles verändert hatte?

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drei Monde zuvor, Schimmernder See
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Silver verfluchte sich selbst und rannte. Zu spät hatte sie diese Bastarde entdeckt. Sie waren bereits an ihr vorbei gekommen und in der Bruthöhle!
Wütend musste sie knurren. Sie hatte versagt! Man hatte ihr die Position als Wächterin der Bruthöhle anvertraut und es war diesen Schwarzrücken gelungen, sie zu überlisten und nun wüteten sie im Zentrum ihres Territoriums!
Wut überkam sie und wie eine wilde Furie fuhr sie unter ihre Angreifer, tötete so machen Schwarzrücken mit ihren Krallen, wollte sie leiden sehen für all die toten Jünglinge und die zerschmetterten Eier!
Gleichzeitig jedoch wollte sie auch den Überlebenden noch eine Flucht ermöglichen und so konnte dank ihres Einsatzes so mancher Weißrücken entkommen und so konnte sie zumindest einen Teil ihrer Schuld abtragen, auch wenn sie kurz darauf von etwas getroffen wurde und bewusstlos zu Boden ging.
Als sie dann wieder erwacht war hatte sie sich zusammen mit 19 anderen Weißrücken inmitten der Hiuma-Siedlung befunden, gefangen in einem Käfig!

Nachdem sie die Vision abgeschüttelt hatte stellte sie fest, dass der Hiuma fort war, und ihre Sicherkrallen gruben sich tief in den Steinboden ein. Ob aus Wut oder wegen eines anderen Gefühls, womöglich sogar wegen Enttäuschung, konnte sie nicht sagen. Würde sie den Hiuma je wiedersehen? Sollte sie ihm die Schuld an ihrem neuerlichen Grauen geben?
Silver war verzweifelt, bat sogar Saphira um Rat. Was sollte sie nur empfinden für diesen so seltsamen Hiuma? Aber wie immer schwieg die Göttin, was die Raptorin nur noch wütender machte.

>Toma<

Sie lauerten schon eine geraume Zeit, warten auf die richtige Gelegenheit um zuzuschlagen. Denn diese Schwarzrücken hatten zu viel gewagt, waren zu weit gegangen.
Den anderen Stämmen war es schon nicht recht gewesen, als sie eines ihrer heiligsten Gesetze gebrochen und sich mit den Hiuma verbündet hatten.
Das aber war noch hinnehmbar gewesen. Jedoch mit ihrer letzten Tat hatten sie eine Grenze überschritten und allen anderen Stämmen, egal wie groß oder klein sie waren, den Krieg erklärt und das musste gesühnt werden!
Alpha Toma Weißrücken hatte daher vor zwei Monden beschlossen, dass es an der Zeit war zu handeln und seitdem hatte ihr Stamm viel erreicht.
Es bestanden Bündnisse zu allen großen Stämmen, von den Blaurücken im Norden bis hin zu den Gelbrücken im Zentrum, und auch zu den meisten kleinen Stämmen wie den Braun- und Grünrücken.
Zudem hatte Toma die Tyrannen, Sonnensegler und Dornenechsen dazu bewegen können, sich nicht in den wohl ziemlich kommenden Krieg einzumischen und über 200 Raptoren aller Stämme hatten die Basis dieser verfluchten Hiuma umstellt.
Dann sah die Raptorin, wie sich etwas tat. „Ah, interessant.“, murmelte Toma. „Was wohl diese Außenwelt-Hiuma hier wollen?“
Seit über 20 Regen hatte kein Hiuma von außen diese Insel betreten, ebenso wenig wie die Wolkeninsel. Das konnte ihre Gelegenheit sein. Vielleicht war das ja Saphiras Zeichen, dass sie heute zuschlagen sollten.
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Eddi Carr
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   06.06.13 23:08

Ich bin echt schon gespannt wie es weiter geht. Mir stellt sich nur eine kleine Frage aber die beantwortet sich vielleicht noch von daher warte ich bis du alles gepostet hast.


MfG Eddi Carr
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Mafnar
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   07.06.13 16:20

Anmerkungen vorab: Sonnensegler sind Flugsaurier, Dornenechsen/Dornensaurier Spinosaurier und Tyrannen T-Rexe. Für die, die sich fragen, warum die Raptoren und anderen Raubsaurier so intelligent sind. EIne Erklärung dafür kommt in späteren Kapiteln. Auch sei hier erwähnt, dass ich, da ich mehre verscheidene Raptorenstämme auf der Isla Sorna haben wollte, die untereinander verfeindet sind, als Unterscheidungsmerkmal die Farbe der Rücken ausgewählt habe. Zu der EMP-Bombe. EIgentlich zerstört sie ja alle technischen Geräte für lange Zeit. Aber es gibt in der Tat Möglichkieten, Stromnetze vor solchen Impulsen zu schützen, auch wenn diese derzeit noch kaum im EInsatz sind und bei einem echten Impuls, sei er nun durch die Sonne oder auf künstlichem Wege, wie bei der Explosion einer Atombombe, erzeugt, Schäden in unvorstellbarem Ausmaß entstehen würden. Aber da diese Geschichte in der Zukunft spielt, nehme ich für diese Geschichte an, dass EMP-Schutz allgemein verbreitet ist, zumal die Gefahr durch Anschläge in dieser Richtung steigt und immer wahrscheinlicher wird. Die englischen Namen der Raptoren wurden zumeist aufgrund von Charaktereigenschaften gewählt und weil Jack als Amerikaner später ihre Namen so versteht, wie sie hier wiedergeben wurden. Stammesbezeichnungen wiederum sind in aus dem Raptorischen übersetzter, also deutscher Variante zu lesen, damit klar zwischen dem Namen und dem CLan/Stamm/Schwarm unterschieden werden kann.

Kapitel 2

Flucht!


>Jack und Franck<

„Was soll das heißen, du hilfst mir nicht!?“, empörte sich Jack.
„Das heißt genau das, was ich gesagt habe.“, erwiderte sein Freund ruhig.
„Du würdest echt zulassen, dass sie diese Raptoren töten?“, fragte er und konnte kaum glauben, dass sein Freund so kaltherzig sein sollte, wo sich seine Schwester doch immer für die Umwelt eingesetzt hatte.
„Es geht uns schlicht und einfach nichts an.“, gab Franck zurück. „Als Diplomat habe ich gelernt, dass man manchmal besser nichts tut.“
„Dann mache ich es eben alleine.“, zischte Jack.
„Tue nichts Dummes, Jack.“, warnte ihn sein Freund. „Du könntest die ganze Mission gefährden oder gar dabei umkommen.“
Der Angesprochene ließ sich in einen nahen Sessel fallen und sah seinen Freund eindringlich an. „Du hast ja recht, Franck.“, sagte er schließlich. „ Aber hier ist definitiv etwas faul, das sage ich dir. Bitte, hilf mir, um Jaz´ und unserer Freundschaft willen!“
„Na gut.“, seufzte Franck. „Zwei Zugeständnisse kann ich dir machen. Erstens werde ich niemandem sagen, was du vorhast. Zweitens werde ich dir etwas Zeit verschaffen.“
Nun holte er einen kugelförmigen Gegenstand aus seiner Tasche hervor, die Jack keuchen ließ. „Eine EMP-Bombe?“, stieß er hervor. „Wo hast du die denn her?“
„Sagen wir es mal so.“, grinste Franck nun. „Meine Auftraggeber sehen es so wie du. Hier muss etwas faul sein. Deswegen haben sie mir die hier mitgegeben, falls ich überstürzt abreisen muss. Aber ich denke, sie kann uns hier besser dienen.“
„Danke!“, sagte Jack, stürzte nach vorne, umarmte seinen Freund und küsste ihn auf die Wange.
„Ich mache es nur, weil Jaz es so gewollt hätte.“, entgegnete Franck, der rot geworden war wegen der offenen Gefühlsregung Jacks, es sich aber nicht anmerken ließ. „Wie dem auch sei: Du dürftest fünf bis zehn Minuten haben ehe die hiesigen Notstromgeneratoren anspringen. Also musst du dich beeilen, wenn du Erfolg haben willst.“
„Aber was ist, wenn man uns hier abhört oder gar beobachtet?“, erkundigte sich Jack nun zaghaft schlotternd. Nun musste Franck laut lachen. „Was ist denn so lustig?“, wollte sein Freund wissen. „Machst du dich etwa über mich lustig?“
„Nein.“, erwiderte Franck immer noch leicht lächelnd. „Es ist nur so, dass dieser Inselstaat seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr zur Außenwelt hatte und es somit wohl auch kaum einen Grund gab, hier Sicherheitssysteme zu installieren, es sei denn, sie misstrauen einander so sehr. Aber das kann man, nach dem, was wir heute gesehen haben, wohl ausschließen, auch wenn sie die wichtigen Teile dieser Anlage wie die Laborrotunde wohl definitiv überwachen werden.
„Und da kommst du zum Einsatz.“, grinste Jack.
„Korrekt.“, meinte Franck, wurde dann aber wieder ernst. „Du gehst jetzt am Besten. Ich werde die Bombe in einer halben Stunde scharf machen. Also solltest du bereit sein.“

>Franck<

Nachdem sein Freund gegangen war ließ sich Franck zurücksinken und sah gedankenverloren zur Decke. „Bitte.“, flehte er Gott und seine tote Schwester Jaz an. „Lass mich das Richtige tun.“
Aber obwohl er Zweifel hegte ließ er sich von diesen nicht abbringen. Wie versprochen platzierte er die Bombe an einen unauffälligen Ort und stellte die Zeitschaltuhr so ein, dass sie eine halbe Stunde später hochgehen würde.
Sie würde dabei zwar keine großen Schäden anrichten, aber ihre Impulse würden zumindest zeitweise alles Elektrische deaktivieren, sodass Jack das tun konnte, was er eh getan hätte, auch ohne seine Hilfe.
Dieser kleine Hitzkopf, dachte er und musste dabei lächelnd, da es das gewesen war, was seine Schwester so an ihm gemocht hatte.
„Viel Glück, Jack.“, flüsterte Franck während er auf die Explosion wartete, die wohl Chaos auslösen würde. Man würde gewiss ihn oder einen der anderen Neuankömmlinge dafür verantwortlich machen.
Aber was wollten sie schon machen? Sie ihren verbündeten Raptoren zum Fraß vorwerfen? Franck schauderte es bei dem Gedanken, so zu sterben, kannte er doch die ganzen Schauergeschichten, die man sich über die Isla Nublar-Vorfälle und das, was während Ian Malcolms Aufenthalt auf der Isla Sorna passiert war, erzählte.
Von Dinosauriern gefressen zu werden klang darin definitiv nicht angenehm. „Ach, so weit wird es nicht kommen.“, murmelte er, wenn auch wenig überzeugend. „Diese Menschen hier mögen in einer Wildnis leben. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie wild sind.“

>Jack<

Nachdem er seinen Freund verlassen hatte wurde ihm schwindlig und er musste sich an einer nahen Wand abstützen.
Zudem brach ihm der Schweiß aus und für kurze Zeit verschwamm seine Sicht. Das konnte nur eines heißen, hatte er doch schon derartiges bei Jaz gesehen.
Er untersuchte seine Extremitäten, wo es auch bei seiner Freundin angefangen hatte, und fand dort tatsächlich eine kleine, grüne, schuppige Stelle, die zu Beginn dieses Tages noch nicht da gewesen war.
Iron Hide, hier?, dachte er erschrocken, wurde dann jedoch hart. Denn das hieß, dass er eh bald sterben konnte und da war es doch gut, dass er bei etwas Sinnvollem starb.

>Jones<

Er war gerade im Labor und überwachte die letzte Stufe der Verwandlung seines neuen Opfers als es geschah.
Eine relativ starke und nahe Erschütterung warf ihn zu Boden und er verletzte sich am Kopf, blieb aber bei Bewusstsein und sah, was dann geschah.
Blaue Wellen, gefolgt von einem Blitz, breiteten sich in der ganzen Anlage aus und nachdem der grelle Blitz verschwunden war, fielen alle elektrischen Geräte aus.
Jones´ Augen verengten sich und er sah zu der Delegation, die heute vom Festland eingetroffen war und sich im Moment im nahen Speisesaal aufhielt.
Fehlte da nicht dieser Jack, der sich so für diese dreckigen Weißrücken-Raptoren interessiert hatte? Hatte sich dieser Franck nicht seltsam nervös in der letzten halben Stunde verhalten?
„Was ist passiert?“, wollte er von dem eben herbei geeilten Techniker wissen.
„Offenbar hat man auf uns einen Anschlag hiermit verübt.“, meinte der Angesprochene und überreichte Jones die Überreste der EMP-Bombe.
Diese betrachtete die untere Hälfte des einst kugelförmigen Objekts genau und es konnte nur einer aus der Diplomatengruppe gewesen sein, die diese mitgebracht haben konnte.
Denn auf den Inseln selbst gab es keine solche Technologie. Sie war viel zu gefährlich für die empfindlichen Geräte, die für EDEN benötigt wurden.
Wenn es aber wahr war, was er vermutete, wie sollte er nun weiter verfahren? Sollte er über dieses Ereignis hinweg sehen oder diese Gelegenheit nutzen, 11 neue Kandidaten für EDEN zu haben? Jones schüttelte den Kopf, ging, gefolgt von einigen seiner Männer, in den Speisesaal, und sah diesen Diplomaten Franck schließlich kalt an.
„Nehmt alle Mitglieder der Abgesandtschaft gefangen!“, entschied er letztendlich, mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht. „Sie sollen alle Teil des EDEN-Projektes werden!“
„Das können Sie nicht machen!“, rief Franck nun und versuchte sich aus dem Griff der beiden Männer zu befreien, die ihn gepackt hatten, aber vergeblich. „Wir genießen diplomatische Immunität!“
„Die haben Sie mit Ihrem feigen Anschlag verwirkt!“, zischte der Wissenschaftler.
„Wie kommen Sie darauf, dass einer von uns es getan hat?“, protestierte Frack. „Vielleicht haben Sie ja hier nicht alles ganz so gut unter Kontrolle wie sie denken. Schon einmal daran gedacht?“
„Das kam mir durchaus in den Sinn.“, meinte Jones kalt. „Aber nur ganz kurz. Das ist Technologie von außen und nur einer von Ihnen kann sie mitgebracht haben. Ergo kann es keiner meiner Leute gewesen sein. Wir haben nämlich gar nicht das nötige Equipment, um so etwas herzustellen geschweige denn um die Insel zu verlassen. Nun bringt sie fort, in die Labore 3, 4 und 5!“
„Was machen wir mit dem, der noch fehlt?“, wollte einer der Sicherheitsleute wissen.
„Oh, wir wissen, wo er ist und werden ihn uns dort holen!“, gab Jones zurück und nachdem alle Neuankömmlinge außer diesem Jack in Richtung Labore gebracht worden waren, ging es in Richtung Rotunde, wo wahrscheinlich der letzte dieses miesen Packs zu finden war.

>Jack<

Das Licht ging aus, wie versprochen und innerlich dankte er seinem Freund, während er das Gewehr, das er sich aus einer hiesigen Waffenkammer geborgt hatte, schulterte und aufbrach um das zu tun, weswegen er hier war.
Zuerst ging er zum Käfig der Raptorin, die ihn erst zu dieser Tat animiert hatte, der siberrückrigen. Zum Glück hatte der Stromausfall auch die elektrischen Sicherheitsschlösser lahmgelegt und Schocksysteme lahmgelegt, die die Käfige geschützt hatten, sodass Jack diese nun aufbekam, wenn auch erst mit einem Schuss aus seinem Gewehr.
Wie erwartet sprang die Raptorin ihn gleich an und er war sich fast sicher, dass ihre Sichelkrallen ihn Augenblicke später zerfleischen würden.
Stattdessen aber schrie die Raptorin etwas und sprang blitzschnell von Jack herunter und war verschwunden.
Während er die anderen Raptoren auf dieselbe Art wie die silberrückrige befreite fragte er sich zweierlei: Warum hatte diese ihn nicht angegriffen und zerfleischt und was hatte sie wohl den anderen Raptoren zugeschrien, dass diese sich befreien ließen ohne ihn anzugreifen?

>Silver<

Niedergeschlagen lag sie in ihrem Käfig. Hatte sie wirklich gedacht, dass ein Hiuma ihr wirklich helfen würde? Gewünscht hatte sie es sich zwar, aber sie musste der Realität wohl ins Auge sehen: Alle Hiuma waren Mörder und von ihnen war nichts Gutes zu erwarten, obwohl sie bei diesem einen doch ein so seltsames Gefühl hatte.
Nein!, schüttelte sie sich. Das darfst du nicht zulassen. Das wäre unnatürlich, gegen Saphiras Gesetze!
Du sollst dich nicht mit Hiuma einlassen! Dieses erste mündlich überlieferte Gesetz war allen Raptoren heilig und umso härter hatte der Verrat der Schwarzrücken gewogen.
Sie seufzte tief. Wie viele andere hatte auch sie sich stets äußerst negativ über dieses Bündnis zwischen ihren natürlichen Feinden, also Schwarzrücken und Hiuma, ausgelassen, vor allem, als sie sie vor drei Monden zusammen mit diesen Mördern in der Bruthöhle überfallen und viele Eier zerstört und noch mehr Jünglinge getötet hatten.
Nun jedoch war sie selbst geneigt, etwas für einen Hiuma zu empfinden und das konnte doch nur noch schlimmer sein als ein bloßes Bündnis?
Ach, mach dir doch nichts vor, rügte sie sich. Der kommt eh nicht wieder. Der hat dich nur gemustert um mehr über dich zu erfahren, sonst nicht.
Aber diese faszinierenden blauen Augen, hatten sie nicht mehr als nur Wissbegier ausgedrückt? Sie wusste es nicht, würde es wohl auch nie erfahren, wenn der Hiuma nicht wiederkehrte.
Doch als es plötzlich dunkel wurde ahnte sie, dass etwas passierte, dass sie den Hiuma womöglich bald wiedersah, da es durchaus etwas mit diesem zu tun haben konnte.
Und dann konnte sie ihn erkennen: Obwohl er sich verstohlen näherte, konnte sie ihn ziemlich schnell ausmachen, war ihre Sicht doch selbst bei finsterster Nacht ausgezeichnet.
Kommt er etwa wegen mir?, fragte sich die Raptorin und in der Tat blieb er vor ihrem Käfig stehen und wollte sie tatsächlich befreien!
Unmöglich!, schüttelte sie sich. Warum sollte er so etwas Dummes tun? Er musste doch wissen, dass er sich damit in Lebensgefahr begab? Fakt aber war, dass er bei ihr war, jetzt in diesem Moment und sie als erstes ausgewählt hatte für seine offenkundige Befreiungsaktion.
Zufall? Sie glaubte es nicht oder wollte es zumindest nicht glauben. Sobald sie aber frei war, sprang sie den Hiuma, eine potentielle Beute, an.
Sie holte schon mit einer Sichelkralle aus, wollte das unter ihr liegende Opfer aufschlitzen, wie es ihr Instinkt verlangte. Dann jedoch schüttelte sie sich.
Das konnte sie doch nicht machen! Dieser Hiuma hat mich gerade befreit und er ist hier, um auch die anderen zu befreien!
Nachdem ihr das klar war wandte sie sich an ihre mitgefangenen Raptoren und erklärte ihnen, was dieser Hiuma beabsichtigte und sagte ihnen, sie sollten ihn nicht attackieren.
Danach sprang sie von dem Hiuma runter, ließ diesen gehen, damit er machen konnte, weshalb er hier war und sah ihn ein letztes Mal an.
Es ist wohl eher fraglich, ob ich ihn je wiedersehe, dachte sie betrübt. Da kann ich ihn auch noch einmal genau mustern, damit ich ihn wenigstens im Gedächtnis behalte. Ich nehme nämlich nicht an, dass die Schwarzrücken sich das gefallen lassen, was er heute gemacht hat.
„Nein!“, rief sie. Soweit musste es nicht kommen. Wenn sie jetzt losrannte und Hilfe holte konnte sie den Hiuma retten, auch wenn das gegen alles sprach, was Saphira ihnen gelehrt hatte.
Aber wenn es ein Hiuma verdient hatte, gerettet zu werden, dann dieser hier und so huschte Silver davon und suchte nach den anderen Weißrücken, damit sie ihr halfen ihm zu helfen und Toma würde das gewiss auch so sehen. Das hoffte sie zumindest. Bitte, lass ihn nicht sterben, Saphira!

>Jack<

Es waren noch keine drei Minuten vergangen, als er hörte, wie über ihnen hektische Aktivität ausbrach. Er sah nach oben und konnte dort im Zwielicht des durch das runde Deckenfenster hereinfallenden zunehmenden Mondes Jones und seine Leute sehen, bewaffnet und mit Nachtsichtgeräten ausgestattet.
Mist!, dachte Jack bei sich. Die kommen früher als gedacht. Da muss was mit Franck passiert sein! Soll ich hier aufgeben und sehen, was ihm passiert ist? Nein! Dann war sein Opfer vollkommen umsonst. Ich muss doch noch zwei Käfige öffnen und noch sind nicht alle Raptoren draußen. Aber ich werde nicht aufgeben! Ich werde alle rausholen oder dabei sterben! Das bin ich Jaz schuldig. Außerdem habe ich eh nicht mehr lange, ehe Iron Hide mich hinwegrafft.
Immerhin konnte er schon spüren, wie Fieberschübe seinen Körper heimsuchten und auch an neuen Stellen waren kleine Schuppenstellen aufgetaucht.
Bald hatte er auch die letzten beiden Käfige auf. Aber noch ehe die letzten Raptoren fliehen konnten konnte er Jones etwas brüllen hören. „Haltet sie auf!“, rief dieser aufgebracht. „Schießt ruhig. Aber nur Betäubung! Jeder tote Raptor wird mit einem toten Menschen bestraft!“
Der sonst so ruhige und gefasste Jones war definitiv einem Nervenzusammenbruch oder Schlimmerem nahe und bald konnte Jack Pfeile hören, die dicht neben ihm einschlugen, manche davon mit einem dumpfen Geräusch, also auf dem Boden, andere aber mit einem weichen Geräusch, so als hätten sie etwas anderes getroffen.
In der Tat waren zwei Raptoren, die, die er als letztes befreit hatte, betroffen worden und lagen nun bewusstlos auf dem Boden, während drei weitere noch immer zusammengekauert Deckung gesucht hatten.
Da er aber alle befreien wollte ergriff Jack sein Gewehr und bezog hinter einem der Käfige Stellung.
Von hier aus gab er blinde Schüsse zu der Position ab, wo er Jones und seine Männer vermutete und so gelang es den drei noch nicht geflohenen Raptoren tatsächlich, durch die nahe Tür zu entkommen, in Richtung Dschungel, sodass nur noch die beiden bewusstlosen Weißrücken da waren, die es zu retten galt.
Mehr als einmal konnte er Schreie hören, was hieß, dass er getroffen haben musste. Bald kamen keine Schüsse mehr von der oberen Aussichtsplattform und als er, nachdem das Licht wieder an war, nach oben sah konnte er dort keinen mehr sehen, auch wenn es Einschusslöcher gab und Blut in Mengen nach unten tropfte.
Entweder das ist ein Trick oder die haben sich wirklich zurückgezogen, überlegte er, beschloss aber schließlich, zu handeln.
Denn wenn die zweite Möglichkeit zutraf der musste er die Gelegenheit nutzen und die beiden kleinen Raptoren, die von Betäubungspfeilen getroffen worden waren und auf dem Boden lagen, retten.
Also rannte er zu ihnen. Nur wie sollte er sie von hier fortkriegen? „Ach scheiß drauf!“, fluchte er schließlich, legte das Gewehr beiseite und warf sich einen der Raptoren auf den Rücken während er den anderen, der viel kleiner war, vor der Brust trug.
Nun war er so praktisch handlungsunfähig und deshalb beeilte er sich, dass er raus in den Dschungel kam, wo er darauf hoffte, dass er Hilfe fand.
Nur von wo die herkommen sollte wusste er nicht. Vielleicht helfen mir ja die Raptoren, die ich befreit habe, meinte seine optimistische Seite, seine weniger optimistische Seite lachte jedoch dreckig. Ja klar, wann hast du zuletzt so viel Glück gehabt?

>Toma<

Natürlich war Alpha Toma nicht entgangen, dass sich etwas bei den Hiuma tat. Denn es war bis jetzt noch nie vorgekommen, dass in der ganzen Hiumasiedlung des nachts die Lichter erloschen waren und noch dazu waren sie ganz plötzlich ausgegangen.
Wenig später kam ein Raptor hektisch angerannt. „Da kommen Raptoren!“, berichtete Späher Red Eye, der Raptor mit den ungewöhnlich roten Augen, keuchend.
„Schwarzrücken?“, wollte Toma wissen, die fürchtete, dass man ihr Vorhaben enttarnt haben konnte.
„Nein.“, erwiderte Red Eye kopfschüttelnd. „Es sind die, die vor drei Monden entführt worden sind!“
„Was da wohl passiert ist?“, murmelte Toma.
Dann sahen ihre scharfen Augen einen Hiuma, der sich ihrer Position näherte und sie wollte diesen schon angreifen. Aber etwas kam dazwischen, etwas vollkommen Unerwartetes!
„NEIN!“, rief nämlich eine Raptorin die ihr bekannt vorkam, auch wenn sie nicht wusste, und stellte sich schützend vor dem mittlerweile am Boden liegenden Hiuma.
„Warum beschützt du dieses widerwärtige Wesen?“, wollte Toma wissen und hob drohend eine ihrer Sichelkrallen. „Sie paktieren mit den Schwarzrücken, schon vergessen?“
„Dieser hier nicht!“, rief die Toma nur flüchtig bekannte Raptorin, die sie überwiegend nur kannte wegen ihres heldenhaften Kampfes an der Bruthöhle am Schimmernden See. „Er hat mich und alle, die gefangen waren, gerettet!“
„Er hat WAS?!“
, fragte Toma kopfschüttelnd, die nicht so recht glauben wollte, was diese Raptorin da behauptete. Immerhin hatten Hiuma ihnen bislang nur Schmerz bereitet, besonders, seit sie sich mit ihren Erzfeinden, den Schwarzrücken, verbündet hatten.
„Es stimmt aber!“, mischte sich nun ein Jüngling ein, der sich schützend auf die Brust des Hiuma gestellt hatte. „Er hat uns alle befreit und mich und meinen Nestbruder Scar sogar bis hierher getragen!“
„Ist das wahr?“
, wollte Toma von dem Jüngling namens Scar wissen.
„Das kann ich nur bestätigen.“, meinte dieser und stellte sich auch demonstrativ neben Silver. „Nestbruder Slash sagt die Wahrheit!“
„Wenn das so ist sollten wir ihn verschonen.“
, gab Toma widerwillig zu und wollte noch etwas hinzufügen, wurde aber erneut abgelenkt.
„SCHWARZRÜCKEN IM ANMARSCH!“, schrie nämlich Späher Red Eye.
„Wie viele und was wollen sie?“, fragte Toma alarmiert, war jedoch verwundert, dass sie noch nicht angegriffen hatten. Immerhin waren Schwarzrücken für ihr ungezügeltes Temperament bekannt und wenn man bedachte, dass sie heute eine Niederlage erlitten hatten, hätte sie eine rasche und käpferische Reaktion erwartet. Noch ehe aber jemand antworten konnte meldete sich erneut der Späher zu Wort.
„Da kommt ihr Anführer, Burning Eye!“, meinte Red Eye nun und wirklich sah sie dort den wohl größten Raptor, der je gelebt hatte, den Held der Schlacht mit den Tyrannen. Aber obwohl er als Kriegsheld galt wurde er nicht als solcher gefeiert, wegen seines Bündnisses mit den Hiuma und auch hier war sein Empfang eher frostig und feindselig.
„Was willst du hier?“, zischte Toma als Burning Eye vor ihr stand. „Du bist hier nicht willkommen und betrittst unerlaubt Weißrückenterritorium!“
„Ich will nur den Hiuma, der in unser Territorium eingedrungen ist!“
, knurrte der Anführer der Schwarzrücken bedrohlich und sein feuriger Blick, dem er seinen Namen verdankte, schüchterte das Alpha-Weibchen zumindest ein bisschen ein. Aber sie blieb stark, wollte diesen Schwarzrücken keinerlei Zugeständnisse machen.
„Das wird nicht möglich sein.“, gab Toma deshalb feindlich zurück. „Er steht unter dem Schutz der Weißrücken-Raptoren!“
„Dann brichst du wegen ihm das Abkommen vom Blauen Berg?
“, wollte Burning Eye wissen. „Das hieße wieder Krieg. Das ist dir doch bewusst, Toma Weißrücken? Und das einzig und alleine wegen eines Hiuma“
„Ich kann nichts brechen, was ihr schon lange nicht mehr achtet.“
, spie ihm die Weißrücken-Raptorin entgegen. „Damals haben wir vereinbart, niemals in das Gebiet des anderen Stammes einzudringen und was habt ihr getan? Einfach unsere Bruthöhle am Schimmernden See angegriffen! Das kann nicht toleriert werden!“
„Wenn das deine Meinung ist tut es mir leid.“
, seufzte Burning Eye. „Dann herrscht von heute an wieder Krieg!“
Als ob vorher kein kriegsähnlicher Zustand geherrscht hätte,
dachte sie finster und nachdem Burning Eye diese Kriegserklärung abgegeben hatte verschwanden alle Schwarzrücken-Raptoren, ohne ihre Beute bekommen zu haben, und schrien ihre Wut darüber in den Nachthimmel.
Nun ist es also offiziell, erkannte Toma bekümmert. Das Bündnis ist Geschichte und das alles wegen eines Hiuma. Hoffen wir, dass er es wirklich wert war.

>Franck<

„Wo bin ich?“, wollte er wissen und zerrte an seinen Ketten. Man hatte ihn offenbar an einen Stuhl gefesselt. „Was geht hier vor?“
„Oh, sie werden mir dabei helfen, mein Projekt voranzubringen.“, erwiderte jemand, in dem Franck Jones erkannte.
„NIEMALS!“, schrie Franck und zerrte abermals an seinen Ketten. „Dafür hasse ich sie viel zu sehr!“
„Glauben sie mir.“, grinste Jones breit und spritzte ihm irgendetwas. „Bald werden sie anders denken. Bald wird es ihnen egal sein, was sie einst für mich empfunden haben.“
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Dr.Henry Wu
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   09.06.13 16:29

Wann geht es weiter ? Ich möchte weiterlesen. Smile
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   09.06.13 20:49

Toma wurde im Jahr 2029 geboren, ist also zum Zeitpunkt der Story 36 Jahre alt (26 als ihre Mutter starb)
Kapitel 3

Krankheit, Illusionen und … Heilung?


>bei den Weißrücken-Raptoren, in den Beinernen Höhlen<

Tief im Zentrum des Weißrücken-Territoriums lagen die Beinernen Höhlen. Diese hießen so, weil hier die knöchernen Überreste aller jemals verstorbenen Raptoren ruhten, von beiden Inseln, eingefasst in die Höhlenwände und der Decke.
Hier lebten auch viele Raptoren und trafen sich, wenn es etwas Wichtiges zu besprechen galt. Im Moment befanden sich einige Weißrücken hier, wegen des Krieges und auch Toma und die Geretteten waren hier.
„Was ist mit ihm?“, fragte Silver besorgt und beugte sich über den auf dem mit Moos und anderen Pflanzen ausgepolsterten Boden, wo der Hiuma lag, der sie befreit hatte.
„Wir machen ihn krank.“, erwiderte das Alpha-Weibchen der Weißrücken-Raptoren ernst und war gespannt, wie die anderen Raptorin auf diese Enthüllung reagieren würde. Bitte!, flehte sie innerlich. Lass mich falsch liegen wegen ihr und diesem Hiuma!
„Wie das!?“, wollte Silver geschockt wissen und wich etwas von dem Hiuma zurück. „Die anderen Hiuma werden doch auch nicht krank und sie haben intensiven Kontakt mit den Schwarzrücken!“
„Du bist zu jung, um dich daran zu erinnern.“
, erwiderte Toma und sah langsam ihren Verdacht bestätigt. „Aber als die Hiuma beide Inseln besiedelten, damals war ich keine 10 Regen alt, hatten sie mit dem selben Problem zu kämpfen. Sie wurden reihenweise krank und starben.“
„Und was haben sie dagegen getan?“, erkundigte sich Silver.
„Das weiß ich leider nicht.“, schüttelte Toma den Kopf. „Aber wenn wir nichts unternehmen wird dieser Hiuma hier auch sterben.“
„Sterben?
“, rief Silver bestürzt. „Das können wir doch nicht zulassen!“
Nun sah Toma die andere Raptorin verstohlen an. Hatte sie es doch gewusst. Diese Silver empfand etwas für einen Hiuma! Das durfte sie nicht zulassen.
Wenn du doch nur noch leben würdest, Half Tail, seufzte sie innerlich. Ihr Krallenverbundener, von dem sie die Position des Alphas geerbt hatte, hätte bestimmt gewusst, was nun zu tun war. Dann schüttelte sich Toma. An den so grausam verstorbenen ehemaligen Alpha zu denken brachte nur Kummer. Aber dennoch muss ich mich darum kümmern, wenn auch später. Laut sagte sie: „Natürlich nicht. Immerhin hat er 20 Raptoren, dich eingeschlossen, befreit und gerettet. Nur was können wir tun? Mir will da kein Rat einfallen.“
„Vielleicht kann Ältester Seeker uns helfen.“
, schlug Silver nun vor. „Er hat immerhin lange bei den Hiuma verbracht, wenn auch widerwillig, und kann vielleicht etwas zu dieser Krankheit und wie man sie heilen kann sagen.“
„Natürlich!“, rief Toma. „Wieso habe ich nicht gleich daran gedacht! Ich lasse gleich nach ihm schicken.“
„Ihr wollt diesen Hiuma wirklich retten.
“, fragte Seeker erstaunt als er bei ihnen angekommen war. Seine einst grünen Schuppen waren blass und brüchig geworden, sein weißer Rücken ergraut.
„Ja.“, nickten beide Raptorinnen. „Er hat diesem Stamm einen sehr großen Dienst erwiesen.“
„Also hat er die letzten unseres Stammes, die noch von den Menschen gefangen gehalten wurden, befreit?“,
mutmaßte Seeker.
„Das ist richtig.“, antworte Toma. „Nun würden wir gerne von dir als Sucher und Hüter der Geheimnisse wissen, ob du weißt, wie wir ihn wieder gesund machen.“
„Nun, wenn das so ist, ist er es wert, gerettet zu werden.“
, erwiderte Seeker. „Aber es wird euch nicht gefallen, was zu tun ist um dem Hiuma zu helfen.“

>Jack<

„Jack!“, rief eine weibliche Stimme, die er noch nie gehört hatte. Zumindest dachte er, dass sie ihm unbekannt war.
Jack? Ist das mein Name? Er versuchte sich an etwas zu erinnern, konnte es aber nicht. Alles war so dunkel wie die Umgebung, wo er gerade war.
Wo bin ich?, dachte er. Wieso weiß ich nichts mehr? Wieso kann ich nichts sehen? Wieso ist es hier so dunkel? Diese und ähnliche Fragen gingen ihm durch den Sinn, als er erneut die ihm unbekannte Stimme hörte.
„Komm zu mir, Jack.“, flüsterte diese sanft und in weiter Ferne konnte er ein blaues Leuchten sehen, dem er sofort folgte, da es die einzige Lichtquelle in diesem schwarzem Nichts war. Und er sich so sehr nach Wärme und Licht sehnte.
Als er schließlich bei dem blauem Licht angekommen war ging es ihm seltsamerweise sofort besser. Er wusste wieder ein bisschen mehr aus seinem Leben und konnte auch endlich wieder etwas sehen. Also musterte er seine Umgebung.
Er befand sich an den Ufern eines blauen, reinen Sees, der sich einer Oase gleich inmitten dieser wüsten Landschaft befand und diesen Teil davon weiß färbte. Aber er war nicht alleine hier.
Denn auf der anderen Seite des Seeufers stand ein blaues Echsenwesen und starrte ihn neugierig an. Wie nannte man solche Wesen noch einmal? Er konzentrierte sich, versuchte die Erinnerung zu greifen und hatte schließlich das Wort. „Du bist ein Raptor.“, stellte er fest.
„Schön, dass du noch nicht alles von deiner Erinnerung verloren hast.“, meinte der Angesprochene mit eben jener Stimme, die ihn hierher geführt hatte.
„Aber die können doch nicht wie wir Menschen reden oder lässt mich mein Gedächtnis da wieder in Stich?“, fragte er verwundert.
„Und was heißt das für dich?“, fragte die Raptorin, die er, obwohl sie am anderen Ende des Sees stand, ohne Probleme verstehen konnte und die dabei neugierig ihren Kopf schief legte, wie es Raptoren taten, wenn sie über etwas nachdachten.
„Das hier ist alles keine Wirklichkeit sondern reine Illusion.“, stellte er fest und sah die blaue Raptorin erwartungsvoll an.
„Das ist richtig.“, meinte diese anerkennend. „Nur, dass du es so schnell erkannt hast ist eher ungewöhnlich. Sonst sind die, die zu mir kommen, eher verwirrt und nicht so klar bei Verstand wie du. Mag daran liegen, dass du ein Hiuma oder Mensch bist und kein Raptor.“
„Und du bist wer?“, fragte Jack, der nicht wusste, was er mit den Informationen, die diese Raptorin ihm gerade gegeben hatte, anfangen sollte. Immerhin breitete sich in ihm schon wieder diese Leere aus, die er auch empfunden hatte bevor er diesen Ort betreten hatte.
„Saphira.“, stellte sich die Raptorin vor.
„Saphira?“, fragte Jack verwirrt. „Müsste mir dieser Name etwas sagen?“
„Noch nicht.“, schüttelte die Raptorin ihren Kopf. „Ich bin die Göttin aller Raptoren.“
„Mir war nicht bewusst, dass es so etwas überhaupt gibt, eine Göttin aller Raptoren.“, murmelte Jack.
„Oh, das geht allen Hiuma so.“, meinte Saphira kurz angebunden und Jack meinte, so etwas wie Ablehnung in ihrer Stimme zu hören, auch wenn er sich das durchaus auch nur einbilden konnte, zumal er die Mimik eines Raptoren nicht deuten konnte.
„Und was mache ich hier?“, fragte er und musste sich dabei an den Kopf fassen, der immer schlimmer schmerzte. Was war hier nur los? Wieso ging es ihm so komisch?
„Nun, du bist in meinem Reich, weil das Ende deiner Reise noch ungewiss ist.“, gab die Raptorin zurück und Jack glaubte so etwas wie Bedauern zu vernehmen.
„Welche Reise und wieso noch ungewiss?“, wollte er wissen. Ihm fiel es mit jeder Frage schwerer, Zusammenhänge zu erkennen und sich an etwas aus seiner Vergangenheit zu erinnern, die nur noch bruchstückhaft vorhanden war. Überwiegend waren es die Momente mit Jaz, die ihm noch geblieben waren, vor allem dieser eine, wo sie ihn in strömendem Regen gefragt hatte, ob er ihr Mann werden wolle.
„Nun, sagen wir es einmal so: Du liegst derzeit im Sterben!“, war die düstere Antwort der Raptorin und Jack brauchte eine kleine Ewigkeit, ehe er diese Neuigkeit verarbeitet hatte.

>Toma, Silver und Seeker<

„Das ist doch Wahnsinn!“, meinte Toma, als sie von Seeker erfahren hatte, wo das Heilmittel zu finden war. „Wegen eines Hiuma sollen wir unzählige Raptoren opfern? NIEMALS!“
„Aber lassen wir ihn sterben könnte das den Stamm entzweien, oder?“
, fragte Silver, die nicht wollte, dass dieser ganz besondere Hiuma starb. „Und das können wir in Zeiten des Krieges ganz und gar nicht gebrauchen.“
„Du hast ja recht.“
, gab Toma seufzend zurück. „Aber was sollen wir denn tun? Egal, wie ich mich entscheide, es könnte den Stamm einiges kosten.“
„Lassen wir das doch den Stamm entscheiden.“
, schlug Seeker nun vor.
„Du sprichst von einer Generalversammlung?“, erkundigte sich Toma.
„Ja.“, erwiderte Seeker. „Wer könnte besser entscheiden, ob wir wegen eines Hiuma Raptorenleben riskieren sollen oder nicht als die Raptoren selbst.“
„So etwas hat es seit der Schlacht am Blauen Berg nicht mehr gegeben, als entschieden werden sollte, ob Schwarz- und Weißrücken Frieden schließen sollten.“,
warf Toma ein.
„Aber es sind nun einmal fast alle Weißrücken in den Beinernen Höhlen versammelt, wegen des bevorstehenden Krieges.“, gab Seeker zu bedenken. „Eine solche Gelegenheit sollte man nicht ungenutzt lassen, zumal, wenn du dir nicht sicher bist, was zum Wohle des Stammes ist.“
„Du hast ja recht.“
, seufzte Toma. „Dann lass es uns so machen und hoffen, dass ein gutes Ergebnis dabei herauskommt, mit dem man arbeiten kann.“
„Keine Sorge.“
, versuchte Seeker sie aufzumuntern. „Der Stamm weiß, was gut ist.“
Toma jedoch ließ sich nicht so schnell beruhigen. Immerhin hatte die letzte Zusammenkunft dieser Art dreizehn Sonnenaufgänge gedauert und selbst dann war das Ergebnis denkbar knapp gewesen. Nur hatten sie dieses Mal nicht so viel Zeit.
Nachdem sich alle Schwarzrücken-Raptoren, außer denen, die zu klein waren oder wichtige Wachdienste zu verrichten hatten, insgesamt aber immer noch 235 an der Zahl, in der größten Höhle versammelt hatten, einer runden Halle mit Loch im Zentrum der Decke, trat Toma von erhöhter Position aus nach vorne und erörterte, was sie alle hierher geführt hatte. „Liebe Weißrücken-Raptoren und Raptorinnen.“, fing sie an. „Wie ihr sicherlich wisst beherbergen wir derzeit einen Hiuma in den Beinernen Höhlen.“ Hier brachen erhitzte Diskussionen aus und das Alpha-Weibchen musste erst laut brüllen ehe sie fortfahren konnte. „Wie gesagt, es hält sich hier im Moment ein Hiuma auf. Er hat 20 unterer Brüder und Schwestern befreit, ist aber von einer Krankheit befallen und keine Angst: Er hat sie von uns und wir können daran nicht erkranken. Diese Zusammenkunft wurde von mir einberufen, weil ich nicht wusste, was ich tun soll. Ja, eure große Anführerin ist einmal ratlos. Aber das wärt ihr auch in meiner Position. Es geht um folgendes: Wir wissen, wo sich das Heilmittel für die Krankheit des Hiuma befindet: Im Herzen des Schwarzrücken-Territoriums, bei den anderen Hiuma. Nun sollt ihr einen einfache Frage beantworten: Sollen wir das Heilmittel holen? Ohne es stirbt der Hiuma unweigerlich. Ich bitte um die üblichen Zeichen der Zustimmung!“
Das übliche Zeichen war dabei eine Krallenspur im Boden der Höhle und zunächst schien keiner ein solches Zeichen hinterlassen zu wollen. Damit hat sich das wohl erledigt, dachte Toma und wollte schon gehen.
Dann aber scharrte Silver, wie von Toma erwartet, ihr Zeichen in den Boden, mit ihrer linken Sichelkralle und als auch Slash und Scar folgten wusste sie, dass alle Raptoren, die der Hiuma gerettet hatte, diesem Beispiel folgen würden, was kurz darauf auch geschah.
Mehr Zustimmung wird dieser Antrag gewiss nicht bekommen, dachte Toma und stellte triumphierend fest, dass sie wohl recht hatte. Sie war erleichtert, bedeutete das doch, dass kein Raptor wegen diesem Hiuma sterben würde.
Dann aber hörte sie ein Krallenscharren neben ihr und sah, dass Ältester Seeker dem Antrag auch zustimmte. „Verräter.“, zischte sie ihm leise zu und funkelte ihn an. „Ist dir bewusst, was das für Folgen haben wird?“
„Dennoch ist es das Richtige und von Saphira Gewollte.“,
erwiderte Seeker und musste lächeln als er sah, wie der Rest der Raptoren plötzlich diesem Vorhaben zustimmte. Ich habe also doch noch einen gewissen Einfluss, dachte er. Es zeigte aber auch gleichzeitig, wie beliebt er unter den anderen Raptoren war. Jedoch schien er es sich bei Toma verscherzt zu haben, die immer noch wütend dreinblickte.
Na klasse, das wird ein Himmelfahrtskommando, dachte diese düster.
„Das muss es nicht werden.“, meinte Seeker leise und trat neben sie.
„Kannst du etwa meine Gedanken lesen?“, fragte Toma.
„Nein.“, schüttelte Seeker leicht den Kopf. „Dein ernster Gesichtsausdruck war mir genug zum Deuten.“
„Was hast du gemeint, es muss nicht so enden?
“, wollte Toma nun wissen.
„Nun, das soll heißen, dass es noch andere Wege in die Anlage der Hiuma gibt.“, erwiderte Seeker.
„Warum hast du uns das nicht gesagt?“, erkundigte sich Toms.
„Nun, es ist 35 Regen her seit ich entkommen bin. Also kann ich nicht sagen, ob diese Wege noch begehbar sind und außerdem wollte ich warten, bis ihr eure Aktion gegen die Hiuma-Anlage startet.“, hob Seeker nun hervor. „Immerhin kann es auch sein, dass es in unseren Reihen Verräter gibt.“
„Verräter?“
, stieß Toma verblüfft aus. „Niemals!“
„Ist es wirklich so unvorstellbar, dass unter den insgesamt 300 Weißrücken-Raptoren einer für die Schwarzrücken oder Hiuma arbeitet?“
„Möglich ist es schon.“
, gab Toma widerwillig zu. „Vielleicht ist es ja einer der Raptoren, die dieser Hiuma befreit hat.“
„Eher unwahrscheinlich.“
, entgegnete Seeker. „Dann hätte er, wenn er den einzigen Hiuma, der uns wohlgesonnen scheint auf dieser Insel, loswerden will einfach, kein Zeichen gegeben.“
„Andererseits hätte er sich dann verraten.“
, gab Toma zu bedenken.
„Auch wieder wahr.“, seufzte Seeker. „Aber wir sollten nicht die Möglichkeit außer acht lassen, dass es einer der anderen Raptoren sein könnte.“
„Ja.“,
nickte Toma. „Wenn es denn überhaupt einen Verräter gibt. Jedoch scheint der Angriff auf die Bruthöhle schon so eine solche Vermutung nahe zu legen, auch wenn ich Silver es nicht zutraue. Immerhin hat sie, wenn die Berichte stimmen, gekämpft wie ein Tyrann um wenigstens ein paar Weißrücken die Flucht zu ermöglichen.“
„Über mögliche Verräter sollten wir später reden, nachdem wir dem Hiuma geholfen haben.“
, erwiderte Seeker nun ernst. „Wenn ich schätzen müsste, wie viel Zeit er noch hat würde ich sagen bis Sonnenaufgang.“
„WAS?“
, rief Toma. „Das hättest du auch eher sagen können. Jetzt müssen wir umgehend einen Plan ausarbeiten oder er ist verloren und das Rudel gespalten!“
„Immer mit der Ruhe.“,
beschwichtigte Seeker sie. „Zuerst einmal solltest du ein paar Raptoren zusammenrufen, die an der Aktion teilnehmen sollen, möglichst welche, denen du vertraust und dann treffen wir uns alle in meiner Höhle.“

>Seeker<

Als sie sich wieder trafen, in seiner Höhle, die sich nahe der mit dem Bildnis der Saphira befand, konnte der Älteste insgesamt sieben Raptoren sehen: Da waren er und Toma, Silver, Späher Red Eye, eine verschwiegene Raptorin namens Grace, der erfahrene Kämpfer Fighting Devil und der Wissenschasftler und Bruder Tomas, Guardian. Ist ja eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, schmunzelte Seeker.
Dann wurde er er wieder ernst. Ob sie mit so einer Gruppe in den Hiuma-Komplex eindringen konnten würde sich noch zeigen müssen.

>Grace und Guardian<

Die Raptorin starrte die seltsame Gruppe mit gemischten Gefühlen an. Sie war eigentlich eine Einzelgängerin, hatte noch nie einen richtigen Krallenverbundenen gehabt.
Nachwuchs hatte sie, aber es war nie zur Zeremonie gekommen. Dafür war Crimson Claw zu früh gestorben, er und sieben ihrer neun Eier.
Diese miesen Tyrannen hatten sich vor einem Regen bei ihrem bislang letzten, großen Angriff auf die Weißrücken fast alles geholt, was ihr etwas bedeutet hatte und nur dank des Stammes hatten ihre beiden Nestlinge überlebt.
Sie jedoch hatte dieser Vorfall verändert, war sie doch seitdem verschwiegener und etwas ruppiger. Vielleicht ist ja unter den hier Anwesenden einer, der es wert ist, dass ich ihm meine Kralle offenbare. Doch sie schüttelte sich, wollte endlich wissen, warum sie hier waren, auch wenn sie eine Vermutung hatte.
„Kommt ihr jetzt mal zum Thema.“, murrte sie deswegen. „Weswegen sind wir hier? Aber bitte schnell machen. Ich habe auch nicht alle Zeit der Welt und Slash und Scar werden mich bald wieder brauchen.“
„Ich nehme an, wir sind alle hier, weil wir in irgendeiner Weise mit dem Hiuma verbunden sind und ihm helfen sollen.“, warf Guardian nun ein. „Du, weil er deine beiden einzigen Jünglinge gerettet hat, Silver, weil sie von ihm gerettet worden ist, Toma, weil sie die Auslieferung des Hiuma verweigert hat, Seeker, weil dank ihm erst eine Mission zur Rettung des Hiuma möglich wurde, Red Eye, weil er dabei war als der Hiuma entdeckt wurde, Fighting Devil, weil er ein guter Kämpfer ist und ich, weil ich Erfahrung im Heilen habe und die Hiuma eingehend studiert habe und sehr viel Erfahrung mit ihren Verhaltensweisen habe.“
„Und woher hast du die ganzen Informationen?“
, wollte Grace misstrauisch wissen. „Du mickriger kleiner Wicht.“
Sie kannte diesen Raptor nicht. Er war aber schmächtig und klein, da konnte er gewiss keine wichtige Postion inne haben. Die Antwort dieses Guardian verblüffte sie jedoch.
„Als Bruder der Alpha bekommt man so manches mit.“, grinste er und Grace hätte ihm am liebsten dieses dreckige Grinsen mit einem Krallenhieb aus der Schnauze gewischt.
Aber das konnte sie leider nicht machen. Wer weiß, was Toma dann mit mir anstellt, dachte sie. Auch wenn sie noch nie einen Raptor verbannt hat, egal wie schwer sein Vergehen auch war.
Sie konnte es immer noch nicht glauben, dass die starke Toma, Heldin des Blauen Berges, einen solch nervigen Bruder hatte.
„Hat Guardian recht?“, wollte Grace nun wissen. „Sind wir hier, um dem Hiuma zu helfen?“ Sie wartete ungeduldig auf die Antwort während sie Tomas Bruder musterte.
Er war nicht einmal zusammengezuckt als sie ihn angestarrt, angefaucht und gar vor den Augen seiner Schwester verleumdet hatte. Dafür verdiente er definitiv Respekt. Aber konnte daraus mehr werden? Konnte sie mit diesem Raptoren auskommen, wenn sie wirklich das vorhatten, was sie dachte?

>Toma und Fighting Devil<

Ihr war keineswegs entgangen, wie dieses Weibchen ihren einzigen Bruder angesehen hatte. Nur wusste sie nicht, wie sie es deuten sollte. War der Blick feindlicher Natur gewesen und wieso wagte diese Raptorin es, Guardian und somit sie zu verleumden?
Sie konnte keine richtige Antwort finden, ihr war aber durchaus bewusst, dass diese Spannungen ihr Unterfangen zum Scheitern bringen konnten.
Sie hatte Guardian lange Zeit geheim gehalten. Nur wenige, darunter Seeker, hatten von ihm gewusst.
Das lag nicht daran, dass sie sich für ihren Bruder schämte. Das Gegenteil war der Fall. Er war ein sehr guter Heiler und verfügte über ein großes Wissen. Aber sie hatte ihren einzigen richtigen Blutsverwandten solange schonen wollen, bis er für das Leben bereit war und nun wollte sie ihn in die Gesellschaft einführen, sich vergewissern, dass er bereit war.
Aber obwohl sie diese Grace nicht mochte, weil sie ihr womöglich ihren Guardian wegnahm, waren dies die einzigen Raptoren, denen sie vollkommen traute und so erklärte sie, was sie alle hierher geführt hatte: „Wie mein Bruder bereits ausgeführt hat, wollen wir alle dem Hiuma helfen. Er hat sogar gesagt, warum ich euch für diese Mission ausgewählt habe. Dabei hat er aber etwas Wichtiges vergessen, weil er es nicht wusste: Seeker und ich werden euch begleiten.“
„Das halte ich für unklug, meine Alpha.“, sagte Fighting Devil, der sich ihr gegenüber stets loyal zeigte und zumeist ihre Befehle ohne Widerworte ausführte, zudem ein geheimes Verhältnis mit ihr hatte, das sie jedoch nicht vertiefen wollte, wegen ihres Altersunterschiedes. „Ihr beide seid zu wichtig, als dass das Rudel euch verlieren kann. Außerdem seid ihr nicht mehr die jüngsten Raptoren.“
„Willst du damit behaupten, ich sei zu alt für solche Missionen?“,
funkelte Toma den Krieger bedrohlich an, der zusammenzuckte. Immerhin sah man die Alpha nur selten vor anderen Raptoren wütend und wenn es geschah war es eine Warnung für die, denen die Wut galt.
„Natürlich nicht.“, sagte Fighting Devil und versuchte den Schaden zu begrenzen. „Ich wollte lediglich sagen, dass wir eure Führungsstärke und Seekers Wissen im bevorstehenden Krieg besser gebrauchen können als auf dieser Mission.“
„Und dennoch ist es genau dieses Wissen, dass uns das Heilmittel verschaffen wird.“,
meinte Toma, deren Wut zwar noch nicht vollkommen erloschen war, die sich aber wieder soweit beruhigt hatte, dass sie selbst einsah, dass der Einwurf lediglich zum Besten der Weißrücken war. Dann enthüllte sie etwas, was nur wenige Raptoren wussten. „Er war immerhin schon einmal bei den Hiuma.“

>Seeker

Schier endloses Schweigen war die Folge der Offenbarung. Eine solche Reaktion hatte er erwartet. Immerhin waren nur wenige Raptoren den Hiuma jemals entkommen.
Nachdem der erste Schreck überwunden war, war sofort Guardian bei ihm. „Und wie bist du den Hiuma entkommen?“, fragte er neugierig.
„Nun, das war ganz einfach.“, meinte Seeker bescheiden. „Sie hielten mich für tot und haben meinen Körper wie Abfall entsorgt. Sobald ich draußen war stieß ich einen Hilferuf aus und man rettete mich.“
„Könnten wir jetzt bitte wieder zum Thema zurückkommen.“,
knurrte Grace. „Wie hilft es uns dabei, den Hiuma zu befreien, dass du schon einmal da gegewesen bist?“
„Nicht so respektlos.“
, knurrte Toma. „Du sprichst hier immerhin mit dem Ältesten.“
„Ist ja schon gut.“,
erwiderte Grace leicht verstimmt. „Aber es ist doch wahr, was ich gesagt habe. Wie kann uns Seeker helfen?“
„Deine Frage war gerechtfertigt, nur dein Ton nicht.“
, meinte Toma. „Aber wir haben wirklich nicht alle Zeit der Welt und wir sollten uns wegen des Hiumas beeilen.“
„Na gut.“
, seufzte Seeker und mit seiner rechtem Sichelkralle, die linke war schon längst in einem Kampf mit einem Schwarzrücken verloren gegangen, zeichnete er einen Plan der Hiuma-Siedlung in den Boden, einschließlich eines Ganges, den er selbst Toma bislang verschwiegen hatte. „Wir wissen, dass die Hiuma ein Heilmittel haben.“, fing er an zu erklären. „Dieses befindet sich in der untersten Ebene der Anlage, zumindest war es dort, als ich vor einer kleinen Ewigkeit dort war. Da Hiuma aber Gewohnheitswesen sind, nehme ich nicht an, dass sie etwas verändert haben. Wie dem auch sei, es gibt einen Gang, durch den mich die Hiuma damals getragen haben. Er wies keinerlei Sicherheitsvorkehrungen auf, wieso auch, wurde er doch nur zum Forttransport Toter genutzt, und das könnte auch heute noch so sein. Also schlage ich vor, dass wir diesen Gang nutzen. Sollte aber wider Erwarten dieser Gang nicht mehr existieren oder das Heilmittel nicht mehr dort sein, wo es damals war müssen wir die Mission abbrechen und den Hiuma sterben lassen. Ich will nicht unnötig Raptoren gefährden“
Das Letzte war ein Eingeständnis an die Alpha und diese schien in der Tat zufrieden mit dem Plan. Außerdem wollte er zwar den Hiuma retten, nicht aber um jeden Preis. Darin stimmte er nämlich mit der Alpha überein, auch wenn er gegen sie gestimmt hatte bei der Versammlung. Das aber hatte er nur getan, weil es das Richtige gewesen war, genauso wie dieser Rettungsversuch.
„Das klingt für mich sehr vernünftig.“, meinte Toma und nickte ihm zu, wohl dankbar für diese Einschränlung, auch wenn Seeker durchaus sehen konnte, dass Silver und Grace bei der möglichen Aussicht, der Hiuma könne sterben, sichtlich zusammenzuckten. Sie haben ja recht, dachte er. Solch ein Hiuma gehört gerettet. Aber ob wir es schaffen? Das weiß nur Saphira.
„Mehr gibt es nicht zu sagen.
“, hob Seeker nun hervor.
„Seid ihr alle noch dabei?“, wollte Toma wissen.
„Zu einem guten Kampf sage ich nie nein.“, grinste Fighting Devil und hob erwartungsvoll eine Sichelkralle, als ob er gegen einen unsichtbaren Feind kämpfen wollte.
„Dieser Hiuma hat meine Jünglinge gerettet.“, sagte Grace. „Ich könnte ihnen nie sagen, dass ihr großer Bruder, wie sie ihn nennen, tot ist. Also mir mir könnt ihr auch rechnen.“
„Ich wollte dieses Hiuma-Anlage schon immer mal von innen sehen.“
, kam nun Guardians Antwort. „Da drin ist es bestimmt sehr interessant. Also bin ich auch dabei.“
Toma musste grinsen. Ihr jüngerer Bruder aus dem dritten Nest ihrer Eltern war so herrlich naiv und wissbegierig. Dann wurde sie ernst. Hoffentlich war das nicht sein Todesurteil. Andererseits konnte gerade diese Eigenschaft es sein, die sie retten konnte. Nachdem schon knapp die Hälfte dieser Gruppe dem Unterfangen zugestimmt hatte erwartete Toma nicht, dass jemand nicht dabei war und tatsächlich stimmten nacheinander auch die anderen zu.
„Red Eye ist auch mit von der Partie.“, meinte der Späher, der gerne von sich in der dritten Person sprach.
„Mich braucht ihr gar nicht erst zu fragen, ob ich noch dabei bin.“, gab Silver an. „Er hat mich gerettet und nun sollten wir es ihm gleichtun und ihn retten.“
„Da ich euer Führer bin kann ich mich euch nur anschließen.“
, sagte Seeker.
„Dann kann es ja losgehen.“, beendete Toma das Treffen. „Wir sehen uns dann, wenn der Mond in Saphiras Höhle scheint.“

>Toma<

„Das lief ja besser, als gedacht.“, meinte Seeker schließlich nachdem alle außer die Alpha gegangen waren.
„Abwarten, Seeker.“, gab die Raptorin zurück. „Wir werden sehen, wie gut es gelaufen ist, wenn die Mission vorbei und wahrscheinlich gescheitert ist.“
„Denke doch mal zur Abwechslung positiv.“
, grinste der Älteste. „So wirst du dich bestimmt besser fühlen und das könnte sich auch gut auf die Mission auswirken.“
Toma seufzte. Sie war nicht gerade für ihren Enthusiasmus bekannt und man sah sie fast nur mit ernster Schnauze. Aber für ihren ältesten Freund, den sie kannte seit sie geschlüpft war, kam ihr ein Grinsen auf die Schnauze, auch wenn sie Gegenteiliges empfand.

>Jack<

„Im Sterben?“, rief er ungläubig. „Dann ist das alles hier nur ein Traum, bevor ich ins Jenseits eingehe?“
„Das kann man sehen, wie man will.“, meinte Saphira ernst. „Ihr Menschen würdet es vielleicht Halluzinationen nennen. Bei den Raptoren sind es jedoch Visionen, geschickt von mir, ihrer Göttin.“
„Aber ich bin kein Raptor und überhaupt: Warum hast du, wenn ich doch im Sterben liege, behauptet, das Ende meiner Reise sei noch ungewiss?“, wollte Jack wissen.
„Nun, noch kannst du wählen.“, bemerkte Saphira. „Leben oder Tod. Es liegt ganz bei dir. Die linke Pforte führt dich zurück in deinen Körper, die rechte in den Tod.“
Jack wollte schon fragen, was für Pforten die Göttin meinte, doch dann erschienen zu beiden Seiten der Raptorin blau leuchtende Portale. Ihm war nicht ganz klar, wieso diese Saphira ihn überhaupt vor die Wahl stellte. „Es dürfte doch klar auf der Hand, Entschuldigung Klaue, liegen, wie man sich da entscheiden muss.“, meinte er daher und wollte schon den See in Richtung linke Pforte umrunden.
„Müsste man meinen.“, entgegnete jedoch Saphira und Jack hielt ínne.
„Ich höre ein 'Aber'.“, stellte dieser fest.
„Aber es wird nicht dein altes Leben auf dich warten.“, gab die Raptorin kryptisch zurück.
„Was soll das denn heißen?“, reagierte Jack. „Kannst du das denn nicht genauer ausführen?“
Hier schüttelte Sahira ihren Kopf. „Das musst du selbst herausfinden.“, erwiderte diese und verschwand auf einmal und ohne Vorwarnung. Zurück blieben nur der See, die beiden Pforten und ein unschlüssig drein blickender Jack.

>Silver<

„Betest du zu Saphira, mein Kind?“, fragte eine Stimme hinter ihr und Silver musste sich nicht umdrehen um zu wissen, dass Seeker hinter ihr war.
„Ja.“, nickte die Raptorin und sah erneut auf das in die Felswand von Raptorenkrallen eingeritzte und blau bemalte Bildnis der ersten von den Hiuma geschaffenen Raptorin.
Sie galt allen Raptoren als heilig, ob sie nun zu den Schwarz- oder Weißrücken oder zu einen der kleineren Stämme gehörten.
Zwar waren es die Hiuma gewesen, die sie erneut der Vergessenheit entrissen hatten, aber kein Raptor betete sie deshalb an. Waren sie doch grausam und ermordeten einander und auch die Raptoren zum Spaß.
Nein, es war Saphira Blaurücken, die sie als ihre wahre Schöpferin betrachteten, die sich als erstes gegen die Hiuma aufgelehnt und zum ersten Mal einen von ihnen getötet hatte.
„Es schadet nie, sich der Gunst der Allmutter zu versichern.“, ergänze sie schließlich und auch Seeker, der neben sie getreten war, nickte.
„Bitte lass uns nie bereuen, was wir heute vorhaben.“, betete sie laut zu Saphira. „Bitte lass uns diesen Hiuma retten können.“
Immerhin hatte er es gewagt, ganz alleine den Schwarzrücken und anderen Hiuma zu trotzen und hatte ihre Artgenossen gerettet. Das musste Saphira, die Hiuma stets gehasst hatte, doch anerkennen.

>Rettungstrupp<

„Ah.“, meinte Seeker zuversichtlich als sie sich vor dem zugewachsenen Eingang in den Tunnel befanden. „Alles scheint noch so wie damals zu sein und wie es aussieht, haben die Hiuma ihn ewig nicht mehr benutzt.“
Nachdem die Pflanzen, die ihren Weg blockiert hatten, entfernt worden waren, konnten sie das Gitter sehen, das den Zugang zum Tunnel einst effektiv verhindert haben mochte, nun jedoch Rost angesetzt hatte und zum Teil schief hing.
Mit einer schnellen Krallenbewegung entfernte Seeker die Stifte, die das Tor hielten und nachdem das vollbracht war, konnten sie es ohne Probleme aufstoßen und gelangten so in den Tunnel.
„Woher weißt du, wie man so etwas öffnet?“, fragte Guardian erstaunt.
„Reine Beobachtungssache.“, grinste Seeker, weil er etwas über die Hiuma wusste, was dieser Guardian nicht wusste. „Wenn du einmal so alt bist wie ich wirst du so etwas auch ohne Weiteres erkennen.“
Der junge Raptor, selbst keine 10 Regen alt, war gerührt, dass ein so erfahrener Raptor wie Seeker ihm zutraute, dass er einst so viel wissen würde wie er selbst.
Toma verzog die Schnauze zu einem kleinen Grinsen, das jedoch nur der Älteste wahrnahm, der er sie so lange kannte. Wenn du doch nur mehr solche Momente hättest, wo du zeigen könntest, was du empfindest, dachte er.
Aber das war wohl unwahrscheinlich. Immerhin wollte sie als Alpha keine Schwächen zeigen und seit dem Tod Half Tails hatte sie außer ihrem Bruder und Fighting Devil kaum noch lichte Momente.
Oh ja, er wusste von dem Verhältnis von Toma mit diesem Krieger. Hoffen wir, dass du irgendwann wieder dein Glück findest und das womöglich sogar mit ihm.
Dann wurden sie von einem Schrei aus ihren Gedanken gerissen. „TOMA!“, rief Fighting Devil alarmiert als er die beiden Schwarzrücken entdeckte, die sich der Alpha von hinten näherten. Diese drehte sich um, war aber zu langsam und lag bald an der Brust verletzt am Boden.
Wütend stürmte der Krieger nach vorne und holte blitzschnell mit seinen Krallen aus. Aber obwohl er einen der Schwarzrücken schwer verletzen konnte, mischte sich nun dessen Begleiter in den Kampf ein und seine Kralle traf das linke Auge des Weißrückens und ließ diesen aufschreien. Blut spritze und der Krieger musste zurücktaumeln.
Nun mischten sich die anderen seiner Gruppe ein und zumindest einer der Schwarzrücken, der, den Fighting Devil bereits verwundet hatte, konnte ausgeschaltet werden. Der andere jedoch floh.
„So nicht.“, knurrte Fighting Devil und ging trotz seiner Verletzung gnadenlos auf den zweiten Raptor los. Da seine Sicht aber eingeschränkt war konnte sein Gegner entkommen und fauchend fluchte der Krieger.
„Damit wissen sie, dass wir hier sind.“, gab Toma zu bedenken.
„Ich entschuldige mich nicht, weil ich dich gerettet habe.“, knurrte Fighting Devil und schüttelte seinen Kopf um das Blut, dass von seinem linken, wohl verlorenen Auge nun auch in sein rechtes lief, loszuwerden.
„Das habe ich auch nicht verlangt.“, entgegneteToma, immer noch verwirrt, was sie empfinden sollte wegen der Rettung durch den Krieger.
Hatte er es uneigennützig gemacht oder wollte er nun mehr? Sie wusste es nicht und versuchte sich erneut auf die Mission zu konzentrieren. „Nur sollten wir uns jetzt besser beeilen.“, meinte sie daher. „Dieser geflohene Raptor wird bald mit Verstärkung zurück sein.“
Also huschten sie den Gang entlang und standen schließlich vor einer weiteren Tür, die, wie Seeker ihnen erklärte, zu dem Labor führte, wo sie hin wollten.
Zu ihrem Glück war auch diese Tür kein Problem, sie war offen und sie mussten nur die Klinke herunterdrücken und Toma fragte sich langsam, ob das nicht alles zu leicht ging.
„Kann gut sein, dass die Hiuma diesen Gang und das Labor vergessen haben.“, meinte Seeker während sie in den Raum traten. „Dafür würde zumindest sprechen, dass hier alles so herunter gekommen ist. Hoffen wir, dass das Heilmittel noch hier ist.“
„Und was wollten dann die Schwarzrücken-Raptoren hier?“
, fragte Toma.
„Die waren wahrscheinlich aus Zufall hier.“, erwiderte Seeker. „Sieh dich doch hier um. Es war lange Zeit keiner mehr hier. Das ist offensichtlich.“
Nun sah sich Toma in diesem Raum um und in der Tat sah er sehr herunter gekommen aus. Überall tropfte Wasser herein und alles hier war dem totalen Verfall nahe, alles, bis auf eines: Ein hell erleuchteter Schrank, in dem sie wohl das finden würden, weswegen sie hier waren.
Ihre Begutachtung dieses Ortes wurde jedoch jäh unterbrochen. „Die Schwarzrücken werden bald hier sein.“, berichtete Späher Red Eye keuchend, der als Wache zurück geblieben war. „Ich konnte eine Tür blockieren, aber das wird sie nicht lange aufhalten.“
„Hier gibt es noch einen zweiten Ausgang.“,
entgegnete Seeker. „Diesen können wir nehmen, uns muss aber jemand Rückendeckung geben.“
„Das mache ich.“
, sagte Guardian und ging in Richtung Tür.
„Was hast du vor?“, rief Toma ihrem Bruder zu.
„Was wohl.“, meinte dieser ungewohnt ernst. „Euch beschützen, damit ihr mit dem Heilmittel fliehen könnt!“
„Aber du könntest sterben.
“, sagte Toma und ihre Augen füllten sich bei dem Gedanken, ihm könne etwas zustoßen, mit Tränen. „Und dann hätte ich niemanden mehr.“
„Was?“
, fragte Guardian erstaunt, der einen solchen Gefühlsausbruch von seiner einzigen Schwester nicht erwartet hatte.
„Ich könnte es nicht ertragen, dich zu verlieren.“, schluchzte Toma nun. „Du bist immerhin alles, was von unserer Nestgemeinschaft übrig geblieben ist und ich habe ich nach Brown Faces Tod alleine großgezogen.“
Brown Face, das war ihre gemeinsame Mutter gewesen, die im Alter von 40 Regen noch einmal ein einziges Ei gelegt hatte, eben Tomas Halbbruder. Kurz darauf war sie gestorben und alles, was die Alpha an ihre Eltern erinnerte, war Guardian.
„Komm her, Schwester.“, sagte dieser sanft und berührte dabei mit einer Kralle ihre Schnauze. „Du musst nicht weinen. Ich werde immer bei dir sein, egal was mir auch passiert. Hast du mich deswegen so lange von allem ferngehalten?“
„Ja.“
, meinte Toma und lehnte kurz ihren Kopf an Guardians Brust, wo sie dessen Wärme und regelmäßigen Herzschlag wahrnehmen konnte. „Du musst mich jetzt für richtig egoistisch halten.“
„Aber nicht doch.“,
beruhigte er sie. „Ich hätte vielleicht ähnlich gehandelt. Aber jetzt werden alle Kämpfer gebraucht und obwohl ich eher Heiler bin habe ich auch Erfahrung im Kämpfen. Also geh und bring das Heilmittel heraus!“
Toma schüttelte sich und hatte sich soweit wieder gefangen, dass sie den anderen folgen konnte. Seeker hatte gerade die Glastür des Schrankes mit seiner Sichelkralle zerstört und Silver ein kleines gläsernes Behältnis aus diesem genommen., das der Älteste als Spritze bezeichnet hatte.
„Sind wir sicher, dass es das richtige Mittel ist?“, wollte Toma wissen. Zwar konnte man noch sehen, dass sie geweint hatte. Aber ihre Stimme war wieder so gefasst und sicher wie vor ihrem Gefühlsausbruch.
„Zumindest scheint in allen Spritzen die gleiche Flüssigkeit zu sein.“, erwiderte Seeker. „Auch tragen sie alle die gleichen Hiumaschriftzeichen und bedenke eines Toma: Es ist unsere einzige Chance.“
„Dann sollten wir jetzt schleunigst hier raus, ehe die Schwarzrücken reinkommen oder schlimmer, die Hiuma.“
, meinte Toma. Aber es war schon zu spät. Die blockierte Tür wurde aufgesprengt und bald schon strömten Schwarzrücken in den Gang, vor dem ihr Bruder und der andere Kämpfer Stellung bezogen hatten.
„Ihr kommt hier nicht vorbei!“, brüllten Gaurdian und Fighting Devil und stellten sich schützend vor die anderen, damit diese das Heilmittel in Sicherheit bringen konnten.
Während Seeker, Silver, Toma und Grace den Rückweg antraten kämpften Red Eye, Fighting Devil und Guardian verbissen und so mancher Schwarzrücken fiel ihnen zum Opfer.
Bald waren sie alle draußen und auf die anrückenden Schwarzrücken wartete eine Überraschung: Denn Toma hatte einigen Raptoren befohlen, hier auf sie zu warten und nun wurden die Schwarzrücken, die nicht rechtzeitig flohen, von eben dieser Verstärkung getötet, sodass sie alle fliehen konnten.
„Das war echt knapp.“, meinte Seeker als sie den Dschungel betraten. „Beinahe wäre jemand getötet worden.“
„Ja.“,
meinte Grace bewundernd. „Hätte Guardian nicht wie ein Wilder gekämpft wären wir da nie rausgekommen.“
„Ich hätte selbst nicht gedacht, dass so ein Kämpfer in mir steckt.“, entgegnete der Bruder der Alpha und ließ es zu, dass Grace ihn mit ihrem Schwanz streifte, eine Geste, die man nicht missdeuten konnte. „Außerdem hat ja Toma in weiser Voraussicht Raptoren hier stationiert, die uns dann gegen die Schwarzrücken geholfen habe, sodass wir erst fliehen konnten.“
Sie wird ihn mir wegnehmen, dachte die Alpha bekümmert. Sie wird mit ihm die Krallen tauschen. Ich sehe es jetzt schon und dann bin ich wieder alleine mit meiner Last, ohne meinen Bruder als Berater.
Bald waren sie wieder in den Beinernen Höhlen angekommen. Hier fuhr sie wütend mit einer Kralle an ihrer linken Klaue an der nahen Höhlenwand entlang. Aber schon war Fighting Devil neben ihr. Seine Anwesenheit tröstete sie immer, jetzt sogar noch mehr, wo er ihr das Leben gerettet und dabei ein Auge verloren hatte. Vielleicht sollte ich doch endlich eingestehen, dass da mehr zwischen und ist und es öffentlich verkünden, seufzte Toma.
„Wir kommen gerade noch rechtzeitig.“, meinte Seeker und wies auf den Hiuma. Dieser atmete kaum noch und seine Oberarme, Teile der Unterarme und Beine und auch sein Bauch waren schon von grüner Schuppenhaut überzogen. Bald würde er gar nicht mehr atmen können.
Den anderen war natürlich nicht entgangen, wie es Toma ging und schwach lächelnd sah sie die Gruppe an. „Ihr müsst mich jetzt für eine schwache Alpha halten. Immerhin habe ich euch gezeigt, wie viel mir mein Bruder bedeutet.“
„Das Gegenteil ist der Fall.“,
erwiderte Grace. „Nur wer wirklich stark ist kann zeigen, was er empfindet.“
Nach diesen Worten sah sie Guardian an und ihr Entschluss stand fest. Bei der nächsten Krallentauschzeremonie würde sie es wagen, würde sie Guardian darum bitten, ihr Krallenverbundener zu werden.
„Meinst du das ernst?“, fragte Toma. Dass ausgerechnet Grace so etwas sagte, konnte nur eines bedeuten, das wusste sie und sie konnte sie eh nicht aufhalten, jetzt nicht mehr, wo Grace sie derart getröstet hatte.
„Wenn du einen Raptor gefunden hast, mit dem du das Leben verbringen willst, sollte dich nichts daran hindern.“, sprach sie die Alpha ganz vertraut an.
Wusste sie etwa von ihrem Verhältnis zu Fighting Devil? Ach wenn schon, schüttelte sich die Alpha. Er ist mir zu wichtig, als dass ich es länger verheimlichen könnte. Außerdem wird es eh Zeit, dass ich es allen sage. Aber das hatte Zeit. Jetzt galt es erst einmal den Hiuma zu retten.
„Wie verabreichen wir ihm das jetzt?“, wollte Guardian neugierig wissen, der wie alle außer Seeker noch noch niemals eine Spritze gesehen hatte.
„Nun, wie die Hiuma es auch tun.“, meinte der Älteste. „So!“ Er ergriff mit seinen Klauen vorsichtig die Spritze und stach dem Hiuma damit kräftig in den Unterarm. Dieser war noch nicht von Schuppenhaut überzogen, anders als die Oberarme und so konnte die Spritze die Haut durchdringen.
Sobald sie feststeckte entleerte sie automatisch die blaue Flüssigkeit vollkommen und sie konnten den Hiuma stöhnen hören.
„Und? Wirkt es?“, wollte Silver erwartungsvoll wissen.
„Ja.“, meinte Seeker betrübt. „Es hat einen Effekt auf den Hiuma, aber nicht den, den wir erwartet haben.“
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Mafnar
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   10.06.13 18:04

Hier mal gleich noch das 4. Kapitel. Bin gespannt, was ihr davon haltet. Wenn euch etwas negativ auffllt, sagt es nur^^

Kapitel 4

Verwandlung

>Jones<

Er sah auf den neuesten Schwarzrücken herab, der in seinem Käfig immer wieder zuckte. Noch war er kein vollkommen richtiger Raptor. Bald aber würde er einer sein und dann war er seinem Ziel und der Erfüllung seiner Träume auf dem Festland einen weiteren Schritt näher.
Außerdem hatte er hoffentlich bald ein Mittel, dass ihm helfen würde, wieder so wie früher auszusehen.
Bislang war es ihm nur gelungen, Menschen in Raptoren zu verwandeln, nicht aber seine Mutation rückgängig zu machen.
Warum das nicht klappen wollte, war ihm unbegreiflich. Immerhin hätte es bei ihm funktionieren und ihn in seinen alten Zustand zurückbringen müssen. Aber irgendeine Anomalie in seinem Blut stieß sämtliche Seren ab. Vielleicht aber würde er nun Erfolg haben.
Immerhin waren fast alle der Diplomatengruppe schon im Stadium der Verwandlung und sobald sie erst Raptoren waren würde er wertvolle Informationen aus ihrem Blut gewinnen können, die ihm dann weiterhalfen. Das hoffte er zumindest.
Nur eine Sache ärgerte ihn: Dass dieser Jack abgehauen war. Denn womöglich war es ausgerechnet dessen Blut, das die Antwort lieferte.
Aber er verschwendete keinen Gedanken mehr an diesen einen Menschen. Wahrscheinlich war er eh schon längst jener Krankheit zum Opfer gefallen, die von den Raptoren übertragen wurde und seit den ersten Aufenthalten der Menschen auf den beiden Dinosaurierinseln mutiert war, sodass nun Menschen daran starben.
Dann hörte er einen Schrei und wandte sich dem Käfig zu, in dem immer noch der nun wache Raptor war. „Ruhig, mein Lieber.“, flüsterte er und sah Franck oder wie der Raptor sich jetzt nennen wollte erwartungsvoll an.
Er war bei jeder 'Geburt' eines neuen Raptors dabei, musste aber fluchen, als er das wütende Funkeln und Knurren dieses Schwarzrücken wahrnahm.
Also ein Fehlschlag! Dieser Raptor hatte wie gut 10 Prozent seiner Probanden sein menschliches Selbst und auch seinen Hass behalten und würde ihm zu nichts anderes nütze sein außer zur Blutgewinnung.
Für gewöhnlich überstand das menschliche Hirn eine erzwungene Verwandlung in einen Raptor nicht und das Bewusstsein wurde ausgelöscht und ein reiner Raptor entstand. Hier aber war das nicht der Fall.
Ja, er konnte im Gegensatz zu den anderen Menschen Raptoren verstehen. Deshalb war auch erst das Bündnis mit den Schwarzrücken möglich geworden.
Das hatte er diesen verfluchten Menschen zu verdanken. Diese hatten ihn damals, als er noch ein Schwarzrücken-Raptor gewesen war, ein experimentelles Serum verabreicht, dass ihn in einen Menschen verwandelt hatte.
Er hatte so schnell gelernt, wie seine Schöpfer es kaum für möglich gehalten hatten und bald hatte er alle Menschen auf der Insel an Intelligenz und Gerissenheit überflügelt und jene beseitigt, die seine wahre Identität als Raptor hätten enthüllen können.
Seit damals hatte er die Führung über beide Inseln inne und arbeitete fieberhaft auf die Ausrottung dieser Menschen und seine Rückverwandlung hin.
Er würde sie alle in Raptoren verwandeln oder qualvoll sterben lassen und wenn er erst genug Daten und Raptoren hatte würde er die engen Grenzen dieses mickrigen Körpers sprengen und wieder als Raptor auf das Festland reisen und dort seine selbst gewählte Mission vollenden.
Dann widmete er sich wieder diesem Raptor Franck zu, nachdem er ihn mit Gas betäubt hatte. Er tat es zwar nicht gerne, Mitglieder seiner eigenen Rasse töten. Da kam er sich irgendwie zu menschlich vor.
Aber von solchen Raptoren mit menschlichem Verstand konnte nur eine Bedrohung ausgehen, wenn er ihn unter die anderen Schwarzrücken ließe.
Dieser Raptor hier würde nur, nachdem er erst einmal frei war, Unfrieden unter den Schwarzrücken stiften und das konnte er nicht gebrauchen.
Deshalb ergriff er eine Spritze, gefüllt mir einem äußerst starken, schnell wirkenden Nervengift. Wenn er schon Raptoren tötete dann persönlich und auf die schnellste Art und Weise, wie immer.
Er wollte gerade zur Tat schreiten, hatte sogar schon die Käfigtür geöffnet und sich hinab gebeugt, als er abgelenkt wurde, von einem dieser nervigen Menschen.
Dies nutzte der Raptor Franck, der sich nur bewusstlos gestellt hatte, und floh aus dem Käfig und obwohl er seinen neuen Körper zum ersten Mal benutzte konnte er entkommen. Wie war das möglich? Bei seinen anderen Opfern hatte die Gasdosis ausgereicht.
Wütend sah Jones den Angekommenen an. „Sehen Sie, was Sie angerichtet haben!“, empörte er sich. „Ich hoffe, es ist wichtig!“
„Das ist es in der Tat.“, keuchte der Mensch. „Es gab einen Einbruch in die Anlage.“
„Wo und wann?“, wollte Jones wissen.
„Vor etwa einer Stunde in das alte Labor Zero.“, erwiderte sein Gegenüber und fügte zitternd hinzu: „Und es waren offenbar Raptoren.“
Labor Zero, dachte der Wissenschaftler schaudernd, da er mit diesem Namen nicht gerade positive Erinnerungen verband. „Haben sie etwas mitgenommen?“, erkundigte sich Jones. Er konnte sich schon vorstellen, warum der Einbruch erfolgt war.
„Ja, eine Phiole mit der Aufschrift A973/R.“, war die Antwort. „Die restlichen sind vernichtet worden.“
Jones seufzte. Dieses Serum hatte er ganz vergessen. Dass es nach all den Jahren noch existierte, ebenso wie das Labor, in dem er zu dem gemacht worden war, was er immer noch war, erstaunte ihn. Hatte er damals nicht die Vernichtung dieses unzuverlässigen Mittels befohlen, bei dem nur eine von zehn Mutationen wirklich überlebt hatte?
„Du kannst gehen.“, sagte er zu dem Boten, der erleichtert fortging. Immerhin würde er wohl nicht Teil des EDEN-Projektes werden und solch Schwächlinge konnte er eh nicht gebrauchen.
Dann wanderten seine Gedanken wieder zurück zu dem Einbruch. Vor seinem PC sitzend fragte er sich, was diese neue Wendung der Dinge für ihn bedeuten mochte.
Schließlich musste er lächeln. Jack war bald Geschichte, dafür würde hoffentlich das unvollkommene Serum sorgen und wenn er es doch überstand war er wahrscheinlich keine Bedrohung mehr für ihn, hatte er doch dann alles vergessen, was er jemals als Mensch erlebt und erfahren hatte.
Dann schüttelte er den Kopf. Um diese Sache konnte er sich kümmern, wenn es so weit war. Jetzt galt es erst einmal, diesen Franck zu finden, ehe er etwas anrichtete, was er nicht wieder beheben konnte.

>Jack<

Lange dachte er nach. Die seltsamen Worte dieser Saphira wollten einfach nicht aus seinem Kopf weichen.
Etwas an dieser neuen Chance, die ihn in der linken Pforte erwartete, schreckte ihn ab, ließ ihn zurückweichen.
Wollte er überhaupt wieder zurück in ein Leben voller Leid, ohne seine Verlobte? Denk an Jaz!, schärfte er sich ein. Wenn du jetzt stirbst war auch ihr Tod umsonst! Außerdem hätte sie nicht gewollt, dass du so endest.
Nein, er musste die Gelegenheit einfach ergreifen und das schnell! Denn seine Umgebung veränderte sich unaufhörlich. Die Finsternis, der er erst wenige Zeit zuvor entkommen war, breitete sich immer weiter aus.
Schließlich war fast der gesamte See verschwunden und die Dunkelheit hatte sich fast alles geholt, außer den beiden Portalen.
Nun wird es aber allerhöchste Zeit, dass du dich entscheidest!, dachte er. Denn die zunehmende Dunkelheit konnte nur eines bedeuten: Sein Zustand verschlechterte sich immer weiter und so nahm er das linke Portal, auch wenn er noch nicht wusste, was ihn erwartete und was Saphiras Worte bedeuteten.
Als er aber wieder in seinem Körper war, bereute er seine Entscheidung sofort. Denn nun wurde er von Schmerzen heimgesucht, wie er sie noch nie zuvor gespürt hatte.
Er konnte nicht mehr liegen bleiben und stand, auch wenn es eine Qual war, unter lautem Stöhnen auf.
Aber selbst dann fühlte er sich nicht besser und Krämpfe beutelten ihn. Irgendetwas geschah mit ihm und er wusste nicht was.
Seine Umgebung und die anwesenden Raptoren nahm er nur am Rande wahr. Die Schmerzen überstrahlten alles, sodass er nicht einmal richtig nachdenken konnte.
Dann ging es richtig los. Zuerst krümmte sich sein Rücken und er ging in die Knie. Dann wurden seine Beine und Arme schmaler, länger und muskulöser. Fast seine gesamte Kleidung ging bei diesem Prozess verloren.
Nur seine Hose, die dehnbarer war als der Rest seiner Kleidung, blieb ihm erhalten, wenn auch zum Teil zerfetzt.
Nachdem seine Muskeln stärker geworden waren schob sich sein Gesicht unter großen Scherzen nach außen und wurde zu einer Schnauze. Auch seine Zähne veränderten sich, wurden deutlich spitzer und nahmen in ihrer Anzahl zu. Seine Ohren blieben ebenfalls nicht von der Verwandlung verschont und wurden immer kleiner, bis sie schließlich nur noch kleine Schlitze waren, ebenso wie seine Nase, von der nur die Löcher auf der Schnauze übrig blieben. Jack konnte nicht einmal schreien, nur wimmern, so groß und lähmend wirkten die Schmerzen auf ihn.
Dann ließ ihn ein seltsames Jucken auf seine Hand sehen. Die grünen Schuppen, die zuvor nur Ober- und Unterarme befallen hatten, breiteten sich nun auch dort aus!
Es wurde immer schlimmer!, dachte Jack entsetzt, auch wenn das Gefühl der sich ausbreitenden Schuppen sich mittlerweile angenehm anfühlte, er den Juckreiz kaum noch wahrnahm.
Schließlich lag er nur noch erstarrt da, in seiner zerfetzten Hose, und sah sich verwirrt um. Er fasste sich an den Kopf und schüttelte diesen voller Unglauben.
Wenigstens schien nun alles vorbei zu sein, auch wenn ihm klar war, was er geworden war: Ein Raptor! War so etwas überhaupt möglich? Konnten die Wissenschaftler hier wirklich ein solches Mittel erschaffen haben, dass Menschen in solche Raumtiere verwandelte?
Warum nicht, schüttelte er sich. Das würde auch dieses seltsame Bündnis der hiesigen Menschen mit den Raptoren erklären. Und wann ja, zu welchem Zweck? Er konnte die Frage nicht beantworten und schließlich überkam ihn Verzweiflung. Nun war sein bisheriges menschliches Leben vorbei und ob er wirklich ein Raptor sein wollte? Er wusste es nicht.
Dann war der Moment der Ruhe vorbei. Seine Transformation war nämlich noch nicht vollendet. Denn plötzlich fing der Schmerz wieder an und aus seinen Fingern wuchsen riesige, sichelförmige Krallen, ebenso wie seine Zehen sich zu Krallen veränderten und dort auch die für Raptoren charakteristische Sichelkralle sichtbar wurde.
Und auch ein Schwanz spross aus seiner Rückseite als Verlängerung seiner Wirbelsäule und Stabilisator beim Gehen, während sein Hals sich streckte. Das wurde begleitet von einer Veränderung seiner Füße, die sich krümmten und zu drei Zehen mit Krallen zusammenwuchsen, ebenso wie die Finger. Insgesamt zerstörte dieser Teil der Verwandlung seine Hose und nun stand er nackt da, vollständig verwandelt und mit neuem Körper.
Noch ehe er sich aber seiner Verwandlung richtig bewusst werden konnte, fiel er zu Boden und wurde bewusstlos. Die Transformation war zu viel für ihn gewesen und sollte alles für ihn verändern.

>Toma<

„Was willst du damit sagen, es geschieht nicht das, was wir erwartet haben?“, fragte die Alpha.
„Nun, offenbar haben wir das falsche Serum besorgt.“, erwiderte Seeker leicht verlegen, da er sich so sicher gewesen war, dass richtige Mittel mitgenommen zu haben.
„Das falsche Serum!?“, riefen alle gleichzeitig.
„Offenbar war das hier kein Heilmittel gegen die Erkrankung, es macht Hiuma vielmehr zu Raptoren!“, gab Seeker schaudernd zurück.
„Deshalb ist die Population der Schwarzrücken in letzter Zeit so stark angestiegen!“, knurrte Tom erbost.
„Weil diese Hiuma nachgeholfen haben.“, bestätigte Seeker.
„Wird dieser Hiuma hier trotzdem geheilt?“, wollte Silver wissen.
„Nun, da wir die Krankheit übertragen und er dann einer von uns sein wird nehme ich an, dass die Verwandlung ihn heilen wird.“, mutmaßte Seeker.
„Eines finde ich komisch.“, warf nun Guardian ein. „Warum wird dieser Hiuma ein Weißrücken, wo er doch zuerst Kontakt hatte mit den Schwarzrücken?“
„Könnte es daran liegen, dass er, bevor wir ihm dieses Mittel gegeben haben, einen beziehungsweise zwei von uns berührt hat, also meine beiden Kleinen?“,
schlug Grace vor.
„Oder es liegt daran, dass ich ihn angesprungen habe, als er mich befreit hat.“, ergänzte Silver.
„Durchaus beides möglich.“, erwiderte Seeker.
„Und wie geht es ihm?“, wollte Silver besorgt wissen nachdem aus dem Hiuma einer der ihren geworden war. Zugleich war sie auch erleichtert. Denn diese Entwicklung der Dinge gestattete es ihr, mit diesem Hiuma die Krallen zu tauschen, vorausgesetzt, er wollte es und das ohne das sie das wichtigste Gesetz Saphiras brach.
„Nun, er atmet schwach aber kontinuierlich und wird wohl durchkommen.“, erwiderte Guardian und untersuchte dabei den neuen Raptor. „Er ist nur bewusstlos, wohl wegen der Strapazen bei der Umwandlung.“
„Und wer kümmert sich jetzt um ihn?“,
wollte Toma wissen. „Ich meine, er ist neu, er kann nicht wissen, wie ein Raptor lebt.“ Als ob ich nicht die Antwort schon kennen würde, dachte die Alpha seufzend.
„Natürlich ich!“, hob Silver nun hervor.

>Jack<

Er erwachte und fühlte sich seltsam komisch. Erst als er in einer Pfütze neben sich, gebildet durch einsickerndes Regenwasser und von selbst leuchtendem Moos erhellt, blickte wurde ihm klar, was mit ihm geschehen war: Er war zum Raptor geworden!
Mit einer seiner Krallen schlug er wütend gegen die Höhlenwand und hinterließ dort eine tiefe Kerbe.
Er musste nicht fragen, wo er hier war: Diese Raptoren, denen er geholfen hatte, hatten sich revanchiert und nun war er einer von ihnen!
Sollte er sich dafür bedanken oder sie dafür verfluchen, dass sie ihn nicht hatten sterben lassen? Und was hatte diese Halluzination von Saphira zu bedeuten? Wie hatte sein Unterbewusstsein wissen können, dass er sich verändern würde noch bevor es überhaupt geschah? Konnte es möglich sein, dass es diese Göttin der Raptoren wirklich gab und dass sie gewusst hatte, dass so etwas passieren würde?
Frustriert schüttelte er den Kopf. So schnell würde er keine Antworten auf die Fragen bekommen und das regte ihn aus.
Erst dann bemerkte er, dass er nicht alleine war. Eine Raptorin beobachtete ihn. Woher kannte er diese nur? Er versuchte sich zu erinnern, aber noch wollte sein Verstand nicht so richtig arbeiten und als sie ihm helfen wollte stieß er sie von sich.
„Lass mich in Ruhe!“, fauchte er wütend und verletzte die Raptorin sogar mit einer Kralle an der Schnauze. „Ich wollte nie ein Raptor werden. Also bitte geh!“
Erschrocken wich die Raptorin zurück und verschwand. Erst als es zu spät war, fiel Jack wieder ein, woher er diese kannte.
Er hatte gerade jene Raptorin verscheucht, wegen der er erst alle anderen Raptoren befreit hatte!
„Mist!“, knurrte er. Das hatte er nicht gewollt. Ich und meine Launen. Was hatte er nur getan? Er hatte den einzigen Raptor verstoßen, für den er womöglich doch etwas empfinden konnte und der ihm ernsthaft hatte helfen wollen. Wenn sie morgen kommt werde ich mich anders verhalten, ganz sicher!

>Silver<

Sie war ganz aufgelöst als sie beim Ältesten eintraf. „Was soll ich nur tun?“, wollte sie weinend von diesem wissen. „Er hat mich abgewiesen, wo ich ihn doch so sehr begehre.“
„Gib ihm Zeit.“
, meinte Seeker beruhigend und berührte ihren Kopf sanft mit seiner bekrallten Klauenhand. „Versetze dich mal in seine Lage. Er hat viel erlebt und muss sich erst an die neuen Umstände gewöhnen. Immerhin ist er nicht als Raptor geboren worden. Ich bin aber sicher, er wird sich bald an alles gewöhnt haben und dann deine Hilfe annehmen, vielleicht sogar mehr.“
„Bist du sicher?“
, fragte Silver hoffnungsvoll.
„Aber natürlich.“, gab Seeker freundlich lächelnd zurück. „Vielleicht wirst du schon morgen positiv überrascht.“

>Jack<

Am nächsten Tag kam sie wieder, wie von ihm erhofft und sah ihn lange an. Dann ließ sie aus ihrem blutigen Maul ein rohes Stück Fleisch fallen und wenn er jemals gezweifelt hatte an der Intelligenz der Raptoren so wurde er nun davon überzeugt, dass sie mindestens so klug wie Menschen waren. Denn die Raptorin fing an zu sprechen und er verstand sie tatsächlich! „Hier ist etwas Nahrung für dich.“, meinte sie distanziert und wollte sich schon wieder entfernen.
Das ist sicher eine Folge meiner Verwandlung, dass ich sie sie jetzt verstehen kann, dachte Jack, sah sie an und seufzte schließlich. „Bitte geh nicht.“, bat er sie. „Ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich hätte dich gestern nicht so anfeinden dürfen. Nur hatte ich nicht erwartet, dass sie das gemeint hat, als sie sagte, ich werde mein altes Leben nicht fortführen können.“
„Wen meinst du mit 'Sie'?“
, fragte die Raptorin.
„Diese Raptorin bezeichnete sich selbst als Göttin aller Raptoren.“, erwiderte Jack, den es schon gar nicht mehr verwunderte, dass er in der Sprache der Raptoren reden konnte. Immerhin war er ja jetzt selbst einer von ihnen!
„Warte!“, rief die Raptorin aufgeregt. „DU hattest Visionen von Saphira!?“
„Ja, als ich noch ein Mensch war und im Koma lag.“
, erwiderte er. „Wieso?“
„Das Wort 'Mensch' sagt mir nichts.“
, meinte die Raptorin nun. „Aber es meint sicher unsere Bezeichnung Hiuma. Nun zurück zu deiner Frage. Es kommt äußerst selten vor, dass unsere Göttin jemandem erscheint und du bist der erste Hiuma, dem sie meines Wissens nach jemals erschienen ist. Ich muss das unbedingt Toma und Seeker berichten!“
„Bitte, geh nicht!“,
flehte Jack. Immerhin wusste er nicht, was er mit seinem neuen Leben anfangen wollte und diese Raptorin wollte ihm definitiv helfen. Außerdem fühlte er sich seltsam zu ihr hingezogen.
Umso härter traf es ihn, dass sie trotzdem ging, auch wenn sie versprach, bald wiederzukommen. „Bitte, lass mich nicht zu lange alleine.“, flüsterte Jack und sah ihr sehnsüchtig hinterher.

>Silver, Toma und Seeker<

„Er hat WAS!?“, fragte Toma ungläubig.
„Er hat, während er als Mensch bewusstlos war, Saphira gesehen.“, wiederholte Silver.
„Unmöglich!“, schüttelte sich Toma. „Einem Hiuma würde sie sich niemals zeigen!“
„Nun, dieser Hiuma hat bereits bewiesen, dass er etwas besonderes ist.“
, mischte sich nun Seeker ein. „Vielleicht war ja schon immer die Seele eines Raptors in diesem Hiuma und Saphira hat nachgeholfen, damit er die Grenzen seines Seins sprengen kann?“
„Das könnte allerdings sein.“
, meinte Toma widerwillig. „Das wiederum würde aber heißen, dass er bereit ist für die Aufnahme im Rudel.“
„Aber wenn Saphira ihn abweist, wird er sterben.“
, warf Silver ängstlich ein.
„Dieses Risiko sollten wir zum Wohle des Stammes eingehen!“, zischte Toma, der es langsam reichte, wie diese Silver diesem Hiuma nach eiferte.
Wir werden ja sehen, wie viel Raptor in diesem Hiuma steckt oder wie viel Hiuma in diesem Raptor, fügte sie gedanklich hinzu. Wenn Saphira ihn nicht als würdig empfindet und ihm ihr Licht verwehrt!
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Dr.Henry Wu
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   10.06.13 19:12

Oh mein Gott das war ja echt der Hammer krass die verwandeln Menschen in Raptoren aber nur zu welchem Zweck.
PS. Du solltest ein Buch schreiben. Smile
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Mafnar
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   10.06.13 20:02

Willkommen in der Hälfte der Geschichte. (da mein Netz gerade etwas langsam ist, mache ich den Rest später kursiv)

Kapitel 5

Willkommen im Stamm/Erste Jagd


>Jack<

Wie versprochen kam die Raptorin kurze Zeit später wieder, wenn auch mit ernster Schnauze. „Was ist denn los?“, wollte er von ihr wissen. „Warum der seltsame Blick?“
„Unsere Anführerin Toma zwingt dich, vor Saphira zu treten.“
, gab die Raptorin düster zurück. „Und ich fürchte, dass du dort versagst.“
„Aber ich habe sie doch bereits getroffen.“
, versuchte Jack sie zu beschwichtigen. „Da dürfte Saphira mir doch wohlgesonnen sein.“
„Es ist nur so, dass dich das Rudel töten wird, wenn ihr Licht dich nicht segnet.“,
erwiderte die Raptorin bekümmert. „Ohne diesen Segen sehen sie nämlich in dir eine Gefahr, egal, was du für uns getan hast.“
„Gab es denn schon Fälle, wo so etwas passiert ist?“,
erkundigte sich Jack.
„Nun, bis jetzt spendete Saphira allem ihr Licht.“, gab die Raptorin zurück.
„Wo ist denn dann das Problem?“, fragte er.
„Das Problem ist, dass du einst ein Hiuma gewesen bist.“, erwiderte sie. „Und das könnte sie dir übel nehmen.“
„Ach, ich glaube das nicht.“
, meinte Jack lächelnd. „Immerhin hat sie sich mir schon gezeigt. Also lass uns diese Zeremonie hinter uns bringen.“
„Das können wir erst morgen Abend, wenn Vollmond ist. Nur dann spricht sie zu allen.“,
gab die Raptorin zurück und ihre Schnauze näherte sich vorsichtig der seinen und daraufhin geschah es zum ersten Mal, dass sie sich miteinander vereinten.

>allgemeine Sichtweise<

Silver, so hieß die Raptorin, hatte den ganzen Tag und einen Teil der Nacht bei Jack verbracht und bald gingen beide zusammen in die Haupthöhle, wo sich bereits viele Raptoren versammelt hatten um der Zeremonie beizuwohnen.
Jack hatte sich dabei noch nicht ganz an seinen neuen Körper gewöhnt und war noch wackelnd auf den Krallen, auch wenn er mit jedem Schritt besser und sein Gang entschlossener wurde.
Nachdem alle Weißrücken, die sich in der Nähe aufhielten, in der Halle angekommen waren, eröffnete ein Raptor, den Silver als den Ältesten Seeker vorgestellt hatte, die Zeremonie und sagte schließlich: „Gibt es Fürsprecher, die für die Aufnahme Jacks in den Weißrücken-Stamm sprechen wollen?“
„Ich!“,
rief nun Silver, die immer noch neben Jack stand, entschlossen. „Ohne diesen Raptor wäre ich wahrscheinlich tot.“
„Sonst noch jemand?“,
fragte der Älteste und sah dabei musternd in die Menge.
„Großer Bruder Jack hat uns gerettet.“, meldeten sich nun Slash und Scar zu Wort und traten ebenfalls beide neben Jack. „Wir sind gerne seine Fürsprecher!“
„Ich schließe mich meinen Kleinen an.“, verkündete Grace und stand bald neben Jack.
Sobald die beiden kleinen Jünglinge, die Jack zu ihrem 'Großen Bruder' erklärt hatten, vorgetreten waren und kurz nach Graces Verkündigung, folgten zunächst die Weißrücken, die Jack befreit hatte und dann der Rest des Stammes und auch Toma tat es ihnen gleich, wenn auch zögerlich. Sie war immer noch nicht sicher, ob es so gut war, einen ehemaligen Hiuma im Rudel zu haben.
Aber wenn es die Anderen so wollten, wollte sie dem nicht im Weg stehen, zumal dieser Hiuma schon jetzt als Held galt, weil er so viele Weißrücken gerettet hatte.
Er muss immer noch Saphiras Prüfung überstehen, dachte sie und musste leicht lächeln. Vielleicht ist unsere Göttin ja der selben Ansicht wie ich, nämlich, dass dieser Jack eine Bedrohung für uns darstellen kann.
Nachdem alle Raptoren sich für Jack ausgesprochen hatten, war der erste Teil der Zeremonie überstanden und der ehemalige Mensch war gerührt wegen so vieler Fürsprecher. Noch nie hatte er sich irgendwo so willkommen gefühlt.
Bald fing Seeker wieder an zu sprechen. „Gibt es jemanden, mit dem du, Jack, die Krallen tauschen willst?“, fragte dieser.
„Krallen tauchen?“, fragte Jack verwirrt.
„Das ist die traditionelle Methode, wie sich bei uns Raptoren Partner einander ihre Treue schwören.“, flüsterte Silver ihm erklärend zu. „Krallenverbundene bleiben dabei ein Leben lang zusammen.“
Nun sah Jack die Raptorin mit dem silbernen Rücken an und beide nickten einander zu. „Ich nehme an, Sie ist meine Krallenverbundene.“, sagte Jack und wies mit seiner Klauenhand auf Silver.
„Stimmst du Jacks Antrag zu?“, erkundigte sich Seeker.
Silver trat nun nach vorne, sah Jack in seine einzigartig blauen Augen und nickte dann. „Ich stimme zu.“, war ihre knappe Antwort.
So musste es ja kommen, seufzte Toma innerlich. Aber wenigstens ist er jetzt ein Raptor und muss immer noch Saphiras Prüfung überstehen.
„Die Wahl sei bestätigt!“
, verkündete der Älteste. „Tauscht nun die Krallen!
Blitzschnell, sodass Jack ihren Bewegungen kaum folgen konnte, schlitzte Silver ihm mit ihrer linken Sichelkralle die Brust auf und er zuckte nur kurz ehe er es ihr gleichtat.
Denn das bedeutete es wohl, die Krallen zu tauschen, sich gegenseitig mit diesen zu verletzten ohne einander lebensgefährlich zu verletzten oder gar umzubringen und so einen Bund fürs Leben einzugehen.
Unter lautem Jubel – selbst Toma konnte sich diesem Moment nicht entziehen – berührten sich sanft die Schnauzen der beiden Krallenverbundenen und der Älteste bat um Ruhe. „Gibt es sonst noch jemanden, der heute die Krallen tauschen will?“, fragte er.
Zwei weitere Raptoren traten vor: Grace und Guardian. Sie gingen aufeinander zu und wiederholten das selbe Ritual wie Jack und Silver.
Zur Überraschung des Stammes trat nun auch Toma vor. Ihre sonst so unnahbare Anführerin wollte endlich nach so langer Zeit wieder einen Krallenverbundenen wählen? Wer es wohl war, der sie für sich erobert hatte?
Die Spekulationen wollten nicht abreißen und Unruhe brach unter den Raptoren aus. Erst als Seeker ein Machtwort sprach konnte sie Fighting Devil ihr Angebot machen und dieser, selbst überrascht, dass Toma so plötzlich ihre geheime Beziehung auf ein neues Level heben wollte, stimmte natürlich zu.
Nun erkannten viele Raptoren auch, warum beide so viel Zeit miteinander verbracht hatten und sie mussten verwundert mit ihren Köpfen schütteln, dass sie nicht früher erkannt hatten, was da zwischen beiden lief, wo es im Nachhinein doch so offensichtlich schien.
„Nun muss Jack nur noch vor Saphiras Bildnis treten und ihr Licht empfangen, dann gehört er zu uns!“, verkündete der Älteste und führte Jack zur Rückwand der angrenzenden Höhle, wo sich das in den Fels geritzte Bildnis ihrer Göttin befand, das mit blauem Beerensaft bestrichen war und ihn direkt anzusehen schien mit seinen blauen Edelsteinen.
Zunächst geschah nichts und Toma dachte schon, sie könnte diesen Raptoren mit Hiuma-Geist töten. Doch dann wurde dieser Jack in blaues Licht getaucht, ausgehend von den Augen der Malerei.
Da musste Mondlicht durch die blauen Saphire fallen, dachte der ehemalige Mensch und drehte sich zur versammelten Menge um, die in der Halle wartete.
„Er ist nun einer von uns!“, rief der Älteste und Jubel brach aus. „Und als solcher darf er an der morgigen Jagt teilnehmen!“

>Toma<

In ihrer Höhle seufze Alpha und lehnte ihre Schnauze sanft an die Brust ihres Krallenverbundenen, die sich sanft hob und senkte während er schlief.
Fighting Devil, dachte sie lächelnd.
Nun, da es offiziell war, fühlte sie sich besser, auch wenn sie wieder an Silver denken und knurren musste.
Dieser Jack war jetzt Teil ihres Stammes und noch dazu mit einem Weißrücken-Weibchen verbunden.
Da konnte sie nicht mehr viel machen, außer akzeptieren, was geschehen war. Sie mochte Jack nicht, das konnte sie nicht verbergen.
Aber er hatte so viele Weißrücken gerettet und wer wusste, was geschehen konnte. Vielleicht erwies sich dieser neue Raptor ja als eine gute Ergänzung für den Stamm und konnte mit seinem Wissen über die Hiuma kriegsentscheidend sein.

>Jack<

Unruhig wälzte sich Jack hin und her. So viel war innerhalb so kurzer Zeit geschehen und obwohl er Saphira, oder wer auch immer für seine Verwandlung verantwortlich war, anfangs noch verflucht hatte, konnte er dieser nun gar nicht genug danken.
Denn so gut und geborgen wie jetzt hatte er sich noch nie gefühlt, außer bei Jaz und ihn überkamen kurzzeitig Schuldgefühle, als er daran denken musste, dass er, seitdem er hier war, noch nicht einmal an Franck gedacht hatte.
Wie es ihm wohl jetzt ging? Was dieser Jones wohl mit ihm angestellt hatte? War er mittlerweile auch ein Raptor und wenn ja, erinnerte er sich an ihn? Wieder so viele unbeantwortete Fragen, schüttelte sich Jack.
Wie er es hasste, wenn ihm nur so wenig Informationen zur Verfügung standen. Er beschloss, sich später intensiver mit dem Thema Franck zu befassen. Nun zählte nur eines: Er wollte sich in seinem neuen Leben zurecht finden und das fing schon beim Schlafen an.
Er hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt, wie die meisten Raptoren auf dem harten Steinboden oder im Dschungel zu schlafen und das obwohl die Höhle mit Pflanzen ausgepolstert war.
Außerdem hatte er noch keine Position gefunden, wie er am Besten einschlief. In embryonaler Stellung oder eng umschlungen an Silver schienen ihm noch die besten Methoden und in der Tat schlief er an der Seite seiner Krallenverbundenen bald ein.
„Bist du aufgeregt?“, wollte Silver am nächsten Tag wissen, kurz bevor Jacks erste Jagd stattfinden sollte.
„Woher weißt du das?“, fragte er und die Raptorin musste lächeln. „Weil auch ich mich so gefühlt habe, als ich nach meiner Aufnahme in den Stamm und vor meiner Teilnahme an meiner ersten Jagd.“, entgegnete Silver und berührte liebevoll mit ihrer Schnauze sein. „Aber sie unbesorgt. Es ist gar nicht so schwer, wie es klingt.“
Das sagt sich so einfach
, dachte er und mit einem mulmigen Gefühl im Bauch ging er in die Haupthöhle, wo sich bereits acht andere überwiegend erfahren wirkende Raptoren eingefunden hatten.
„Dann sind wir ja vollständig. Ich bin Hunter, oberster Jäger des Stammes.“, meinte ein großer Raptor, der eben zu ihnen gestoßen war und musterte sie allesamt, hielt dabei aber besonders lange bei Jack inne. „Du wirkst ziemlich mickrig.“, war sein Fazit. „Aber vielleicht täuscht das nur. Oft sind es die kleinen und wendigen Raptoren, die uns das meiste einbringen. Ich will euch nun unser dies-wöchiges Ziel nennen. Eine Langhornherde hat sich in unser Revier verirrt und diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen!“
Nachdem alles geklärt war, ging es los und sie bezogen Stellung im hohen Gras. Bald konnten sie gut 50 entenschnabelige Dinosaurier mit riesigen Knochenkamm sehen. Parasaurolophus, nannte man diese Dinosaurier wohl, wenn sich Jack recht erinnerte.
Dann bemerkte er ein Tier, das lahmte und sich irgendwie das Bein verletzt haben musste. Auf jeden Fall graste es weit abseits der Herde.
„Am Rande der Herde ist ein verletztes Tier!“, meinte Jack und hoffte, sich richtig zu erinnern. Immerhin hatte er als Mensch genug über Tier, die im Rudel lebten, gelesen und gesehen um zu wissen, dass sie vorrangig kranke oder verletzte Tiere rissen.
„Gut beobachtet!“, lobte ihn der Anführer der Jadggemeinschaft. „Dieses Tier werden wir uns holen. Wir werden es zunächst einkreisen und dann endgültig von der Herde trennen und Neuling: Bau keinen Mist!“
Jack wollte sich diese Worte echt zu Herzen nehmen, er hatte es sich fest vorgenommen. Aber als die Jagd erst richtig begann, war er schon bei der Beute und nahm kaum noch seine Umgebung wahr.
„Nicht!“, rief Hunter, aber Jack war schon im Jagdrausch. Wenn er jetzt zögerte, würde sein Rudel diese Beute verloren. Immerhin hatte der Saurier bemerkt, dass etwas nicht stimmte und bewegte sich langsam auf den Schutz der Herde zu.
Außerdem wollte er unbedingt zeigen, dass er ein guter teil des Rudels war, zumal Silver ihm erzählt hatte, was Toma von ihm hielt und vielleicht würde sich ja etwas ändern, wenn er half, diesen Saurier zu erlegen.
Also sprang er blitzschnell den riesigen Saurier an den Hals und verletzte diesen mit seiner Sichelkralle, während er sich gleichzeitig dort verbiss.
Das ließ den Parasaurolophus aufschreien. Er versuchte Jack abzuschütteln, aber es gelang nicht. Vielmehr geriet er aus dem Gleichgewicht und fing an zu taumeln.
Als ihn dann auch noch mehrere Raptoren von der Seite ansprangen, fiel er hin und schon waren alle Mitglieder der Jagdgemeinschaft bei dem am Boden liegenden Saurier und bearbeiteten ihn solange mit ihren Zähnen und Krallen, bis er tot war.
Nachdem dies vollbracht war, bellte Hunter seine Befehle. Sie wollten so viel Beute wie möglich retten, ehe die die größeren Raubsaurier auftauchten, mit denen sie sich zum Teil das Revier teilten und die immer Vorrang hatten. Wenn sie einmal dieses ungeschriebene Gesetz verletzten konnte es leicht geschehen, dass sie selbst zur Beute wurden.
Dieses Mal jedoch sah es gut aus. Hunter rief die Raptoren herbei, die gewartet hatten und fast der gesamte Kadaver konnte so geborgen und in die Höhlen gebracht werden. Erst dann durfte sich die Jagdgemeinschaft an der Beute gütlich tun und als sie den Schrei eines Tyrannen hörten wussten sie, dass es Zeit war, sich zurückzuziehen.
Jack, der noch nie zuvor rohes Fleisch gegessen hatte, fand, dass es das Beste war, was er jemals zu sich genommen hatte und das warme Blut seines Opfers hatte wunderbar pulsiert in seinem Maul als das Herz des Dinosauriers langsam aufgehört hatte zu schlagen.
Mittlerweile wollte er das Leben als Raptor nicht mehr missen und er wusste gar nicht, wie er jemals in den engen Grenzen der menschlichen Gestalt und Zivilisation hatte leben können.
Als sie weit genug von den Tyrannen entfernt waren, näherte sich Hunter. „Gut gemacht, Neuling.“, sagte dieser anerkennend. „Es war gewagt von dir und hätte leicht schiefgehen können, aber damit hast du bewiesen, dass du ein wahrhafter Teil des Stammes bist. Ich schlage vor, dass wir dir den Titel 'Held der Jagd' verleihen.“
Zustimmendes Knurren ertönte. „Irgendjemand dagegen?“, wollte Hunter wissen und als keiner der Raptoren etwas sagte ernannte er Jack zum 'Held der Jagd'.
Jack war gerührt, freute sich, dass er nun endlich anerkannt war, wo er in seinem Leben als Mensch doch eher ein Versager gewesen war. Damit fing sein neues Leben erst richtig an.

>Silver und Jack<

„Und, wie lief die Jagd?“, grinste ihn seine Krallenverbundene an.
„Sehr gut.“, erwiderte Jack, ebenfalls grinsend. „Hunter war sogar so beeindruckt von mir, dass er mich zum 'Held der Jagd' ernannt hat, was immer das auch bedeutet.“
„Das bedeutet, dass dein Ansehen im Stamm bald steigen wird.“
, gab Silver verblüfft zurück. „Der letzte Weißrücken, der einen solchen Titel inne hatte, wurde später der Alpha vor Toma.“
„Dann wird sie vielleicht endlich aufhören, mich so komisch anzusehen.“,
seufzte Jack, der dank Silver wusste, dass diese Toma nicht gerade viel von ihm hielt.
„Entweder das oder sie platzt vor Neid.“, grinste Silver breit und versuchte sich Tomas Gesicht vorzustellen, wenn Hunter ihr die Neuigkeit überbrachte.

>Toma und Hunter<

„Und, wie macht sie der neue
?“, wollte Toma und sah ihrem obersten Jäger dabei tief in die Augen. Manch andere Weißrücken wären bei dieser Musterung zusammengezuckt, nicht aber Hunter. Er hatte viel zu viel Erfahrung und war viel zu abgehärtet, als dass ihm die Alpha etwas anhaben konnte. Deshalb wagte er es auch, ihr zu sagen, was er zu sagen hatte, auch wenn er wusste, wie Toma zu Jack stand.
„Er ist unverantwortlich, unvorsichtig, waghalsig und missachtet gern mal Befehle.“, fing er an. „Aber das und sein Mut machen ihn ja gerade zum idealen Jäger. Also habe ich ihn auch zum 'Held der Jagd' ernannt.“
„WAS!?“
, rief Toma entsetzt, die nur zu genau wusste, was es mit diesem Rang auf sich hatte. Immerhin hatte ihr ehemaliger Krallenverbundener diese Postion regenlang innegehabt und nach dem Alpha war es die wohl mächtigste Stellung im Rudel. Außerdem würde sie so nur wieder an ihren Half Tail und nun, da sie endlich wieder anfing, ihr Glück zu finden, konnte sie so etwas ganz und gar nicht gebrauchen.
„Hört mit gut zu, Alpha Toma.“, meinte Hunter, der einer der wenigen Weißrücken war, die der Raptorin etwas frei in die Schnauze sagen konnten, nun streng. „Es kümmert mich nicht, was du von diesem Jack hältst und ob du ihn magst oder nicht. Wichtig ist alleine das Rudel und das sollte auch bei dir an erster Stelle stehen. Dieser Jack hat Talent. Alleine ihm verdanken wir es, dass wir diesen Hornsaurier und somit Nahrung für eine Woche bekommen haben. Er wird die nächste Jagd leiten und damit hat es sich!“
Toma seufzte. Hunter hatte ja recht. Das Rudel ging über alles, sogar über ihr Ego und so akzeptierte sie zähneknirschend die Tatsache, dass Jacks Einfluss im Rudel zunahm.
Solange er es zum Wohle alle Weißrücken tat und ihre Führerschaft nicht anzweifelte konnte es ihr auch egal sein. Sollte er aber erst nach ihrem Posten streben würde sie kein Erbarmen zeigen, das schwor sie sich knurrend.


Zuletzt von Mafnar am 11.06.13 0:17 bearbeitet, insgesamt 4 mal bearbeitet
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Eddi Carr
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   10.06.13 21:11

Also ich muss Dr. Henry Wu recht geben du solltest ein Buch daraus machen. Da solltest du wirklich mal darüber nachdenken.
Hier wäre das passende Logo, ist natürlich noch überarbeitungsfähig, da es nur fix über Paint entstanden ist.



MfG Eddi Carr
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   11.06.13 0:35

Danke für das positive Feedback. Kaum zu glauben, dass ich die Geschichte innerhalb von 2 Wochen fertig hatte. Im nachfolgenden Kapitel werden Tyrannen sich untereinaner unterhalten. Diese Sequenzen werden kursiv und fettgedruckt dargestellt.


Kapitel 6

König der Tyrannen

>Fearsome Claw<

Der Tyrann schrie auf, als er entdeckte, was geschehen war! Ausgerechnet das aussichtsreichste und stärkste Ei hatte man seinem Stamm genommen, während die anderen zerstört worden waren!
Aber wer hatte das getan? Schnell richtete er seine Schnauze zum Boden und blähte seine Nüster, in der Hoffnung, dass der Regen nicht zu viel von der Spur zerstört hatte.
Aber dank seiner hochempfindlichen Nase – Tyrannen waren dafür bekannt - konnte er selbst die kleinsten Rückstände einer Fährte folgen und schließlich hatte er die richtige Spur und folgte dieser.
Er hatte erwartet, dass irgendein heimisches Raubtier, womöglich einer der anderen Stämme, ihm das angetan hatte. Das hätte er auch noch verzeihen können. Immerhin war diese Insel ein grausamer, wenn auch gerechter Ort.
Als er jedoch sein Ziel erreicht hatte, konnte er nicht glauben, wo er angekommen war. Vor ihm erhob sich der Turm, der umgeben war von Zäunen.
Die Hiuma hatten das angestellt? Sie hatten seinem Stamm fast die gesamte Zukunft genommen? Warum nur? Was hatten sie davon?
Bislang hatten sie die Tyrannen doch immer in Ruhe gelassen. Es hatte sogar ein indirektes Bündnis über die Schwarzrücken bestanden. Wieso also jetzt dieser gewaltsame Angriff?
Fearsome Claw sah mit feurigen Augen zum Turm und hob dann seine Schnauze in den Himmel, aus der er einen markerschütternden Schrei ausstieß, damit selbst die Hiuma innerhalb ihrer Mauern seine Warnung vernehmen würden.
Er würde sich grausam rächen und dann wäre er nicht alleine! Niemand legte sich ungeschoren mit den Gelbschnauzen-Tyrannen an.

>Jones<

Er spitzte die Ohren. Hatte er gerade nicht den Schrei eines der großen Tyrannen gehört? Er war sich nicht sicher. Immerhin konnte er diese riesigen Echsen nicht verstehen. Dazu waren nur die Schamanen und Ältesten der Raptorenstämme imstande, da sie angeblich direkt mit Saphira in Verbindung standen.
Vielleicht sollte er später mal mit Burning Eyes sprechen, damit dieser sich mit den Ältesten der Schwarzrücken verständigte, ob dieser etwas gehört hatte.
Dann schüttelte er den Kopf. Er musste sich verhört haben. T-Rexe kamen nie so nahe an die Menschensiedlung heran.
Also ignorierte er das seiner Meinung nach unmögliche Geräusch, nahm sich aber für später vor, die Aufzeichnungen der Überwachungskameras zu überprüfen. Besser Vorsicht als Nachsicht.

>Fearsome Claw<

Nach dem ungeheuerlichen Vorfall rief er ein Treffen aller fünf Tyrannenstämme ein, die sich bald im Sturmtal trafen.
Dieses von Regenwald und Bergen umgebene Gebiet war vor einer kleinen Ewigkeit als neutraler Ort festgelegt worden und hier durften sich die Tyrannen nicht angreifen, egal wie verfeindet sie auch waren.
Insgesamt hatten sich 80 Tyrannen eingefunden, fast alle der fünf Stämme. Die restlichen noch fehlenden Tyrannen waren entweder noch zu jung für dieses Treffen oder bewachten die Jungtiere, damit so etwas wie mit Fearsome Claws Nest nicht noch einmal geschah.
Jedoch waren fast alle Stämme untereinander verfeindet und die Anfeindungen fingen fast augenblicklich nach Fearsome Claws Ankunft an.
„Warum hast du uns zusammengerufen?“, rief Sharp, Anführer der Rotaugen, spitz und funkelte seinen natürlichen Feind an. Anführer der Rotaugen, spitz und funkelte seinen natürlichen Feind an. „Schon vergessen, dass wir Krieg untereinander haben!?“
„Dieses Treffen behagt mir genauso wenig wie dir, alter Feind.“, erwiderte Fearsome Claw seufzend. „Ich habe noch nicht vergessen, dass ich es dir verdanke, dass mir ein Auge fehlt. Aber wir können nicht so einfach ignorieren, was die Hiuma getan haben.“
„Da stimme ich Fearsome Claw zu.“
, mischte sich nun Crying Moon von den Blaukrallen ein und sah dabei die anderen Anführer an, denen gegenüber sich sein Stamm neutral verhielt. „Nur was sollen wir tun?“
„Ich schlage vor, dass wir einen 'König der Tyrannen' küren.“
, schlug Fearsome Claw vor und das löste hitziges Gebrüll aus, was er erwartet hatte.
„So etwa hat es seit der Entführung von Malicious und ihrem Jungtier Leon durch die Hiuma auf das Festland nicht mehr gegeben.“, knurrte Brown von den Rotschwänzen. „Das hieße, gegen unsere Natur zu handeln und ich bin mir nicht sicher, ob dieser Vorfall hier ein solches Vorgehen rechtfertigt.“
„Natürlich tut er das!“
, zischte Fearsome Claw. „Diese Situation ist mit der damals vergleichbar. Immerhin haben die Hiuma uns damals angegriffen und sie haben es wieder getan!“
„Und wer soll bitteschön soll der 'König der Tyrannen' werden?“
, brummte Golden Sky, die Anführerin der Albinos. „Ich bin sicher, jeder der hier Anwesenden würde die Position ausnutzen, auch ich.“
„Natürlich wird der Jüngste und Unverdorbenste von uns die Stellung annehmen.“
, hob Fearsome Claw nun hervor.

>Blue Eye<

„WAS!?“, rief er ungläubig.
„Du hast mich genau verstanden.“, knurrte Fearsome Claw.
„Ich soll wirklich König der Tyrannen werden?“, fragte Blue Eye verwundert. Er hatte von diesem Amt, das es nur in Krisenzeiten unter den Tyrannen gab, gehört.
Aber dass es zu seinen Lebzeiten einmal ausgerufen werden würde und noch dazu auf ihn fiele hätte er sich nie träumen lassen.
„Warum kommt der große Fearsome Claw, Held der Clankriege, ausgerechnet zu mir? Warum übernimmst du nicht selbst das Amt? Ich bin so ziemlich der einzige Tyrann, der das Amt nicht will!“
„Und genau deswegen bist du der Richtige für diese Stellung.“
, gab Fearsome Claw zurück und sah dem jungen Tyrannen dabei in seine goldenen Augen, die von einem blauen Schuppenring umgeben waren. Dann seufzte er. „Kaum einer erinnert sich noch an den letzten König der Tyrannen, Sparkle. Er wollte das Amt nicht aufgeben, fühlte sich irgendwann selbst wie unser aller König. Das artete dann in die Entstehung der fünf Stämme und die Clankriege aus und keiner will, dass es wieder soweit kommt. Damals waren wir eine geeinte Rasse, heute sind wir jedoch zutiefst zerstritten. Ein neuerlicher Sparkle wäre gewiss unser Untergang. Deshalb bitte ich dich inständig: Nehme das Amt an, zum Wohle unserer Rasse.“
„Na gut.“
, murmelte Blue Eye. „Ich nehme das Amt an, aber nur unter einer Bedingung.“
„Und die wäre?“,
wollte der andere Tyrann wissen.
„Töte mich, wenn ich das Amt nach Ende der Krise nicht wieder abgeben will.“, meinte er ernst.
„Das hätte ich eh gemacht.“, gab Fearsome Claw zurück. „Aber abgemacht.“
„Und was soll ich nun tun?“, fragte Blue Eye unsicher. „Ich weiß ja noch nicht einmal, was geschehen ist.“
„Oh, wie nachlässig von mir.“
, meinte Fearsome Claw und eines seiner seltenen Lächeln, wenn auch dieses Mal schwach, huschte über seine Schnauze. „Die Hiuma haben es gewagt, das Nest meines Stammes anzugreifen, drei Eier zu zerschmettern und eines zu entführen. Nun wirst du sicherlich verstehen, wie ernst die Lage ist.“
Der junge Tyrann nickte. „Das muss selbstverständlich gesühnt werden.“, sagte er ungewöhnlich hart. „Niemand, nicht einmal die Hiuma, dürfen sich so etwas erlauben. Deshalb höre nun meinen Entschluss: Wir werden sie von der Insel vertreiben, sie und alle, die sie unterstützen! Wer sich uns widersetzt, wird gnadenlos ausgerottet werden! Morgen werden wir sie mit geballter Kraft angreifen und ihnen so unsere erste und einzige Warnung zukommen lassen!“
Fearsome Claw schien mit der Entscheidung zufrieden und knurrte tief. Ehe er verschwand verbeugte er sich und ließ einen grübelnden Tyrannen zurück.
Nach diesem Gespräch musste Blue Eye lange nachdenken. Er hatte es noch nie erlebt, dass Fearsome Claw, gefürchteter Krieger und Bezwinger von Sparkle, so verzweifelt gewesen war.
Er war sogar so verzweifelt, dass er diesen Schritt, also die Ernennung eines Königs praktisch erzwungen hatte. Natürlich hatte er Gerüchte gehört, Gerüchte von getöteten Jungen und zerschmetterten Eiern.
Nur hatte er es nicht so recht glauben wollen und da er zu jung für die Versammlung gewesen war und ihm eh niemand etwas mitteilte, da er selbst in seinem Stamm als Ausgestoßener galt, hatte er sich auf die Gerüchte verlassen müssen.
Nun jedoch wusste er, dass es ernst war, dass es die Brut Fearsome Claws selbst betraf. Hoffentlich führe ich unsere Rasse mit meiner Entscheidung nicht in den Untergang, dachte er.

>Franck und Sulfara<

Sie hatten ihn noch nicht gefunden, obwohl sie nach ihm gesucht hatten. Aber ein neuer Raptor unter den vielen anderen, der diesen noch dazu so sehr ähnelte, war halt schwer auszumachen. So zumindest erklärte er es sich, dass Jones ihn bis jetzt noch nicht gefunden hatte.
Nur warum er bis jetzt überhaupt hier geblieben und nicht in den Dschungel geflohen war, war ihm unklar.
Er hatte es zwar bis jetzt geschafft, den Schwarzrücken so weit aus dem Weg zu gehen, wie es als einer von diesen halt ging, hatte nicht mit ihnen geredet und war ihnen ausgewichen wo er konnte. Aber das hatte nicht auf Dauer gut gehen könnten. Irgendwann musste man ihn entdeckten, musste ein Raptor merken, dass er nicht so richtig dazu gehörte.
Dieser Tag kam eher früher als später, denn bald wurde er in seiner Ecke, wohin er sich immer verzog, von einer Schwarzrücken-Raptorin erspäht, die sich ihm neugierig näherte. Bitte geh an mir vorbei!, flehte Franck, da er nicht wusste, was er dieser Raptorin erzählen sollte.
Aber das Glück war nicht auf seiner Seite. Denn offenbar wollte die gelbe Raptorin mit dem schwarzen Rücken genau zu ihm und er wappnete sich schon für das Schlimmste.
Es kam jedoch anders, als er erwartet hatte. „Wer bist du denn?“, fragte die Raptorin und klang dabei keineswegs feindselig, eher wissbegierig. „Dich hab ich hier noch nie gesehen.“
Moment! Er verstand jetzt die Raptoren? Aber klar doch, warum hatte er nicht gleich daran gedacht. Immerhin war er ja jetzt selber einer von ihnen. Konnte er womöglich sogar mit diesen kommunizieren?
Er beschloss, es darauf ankommen zu lassen und sagte: „Ein Raptor, der hier Schutz suchte.“
„Vor wem?“,wunderte sich die Raptorin. „Hier müssen wir Schwarzrücken doch niemanden fürchten. Achja, mein Name ist übrigens Sulfura.“
„Sulfura?“, fragte Franck.
„Ja, weil meine Schuppenhaut so gelb ist wie Schwefel.“, erklärte sie. „Nun zurück zu meiner Frage: Vor wem hast du hier Schutz gesucht?“
„Na vor denen, die diese Anlage gebaut haben.“, meinte Franck. „Sie sind gefährlich.“
„Du sagst also, dass wir diesen Hiuma nicht trauen sollten?“, wollte Sulfara neugierig wissen. Sie ist so ganz anders, als ich mir ein Raubtier vorgestellt habe, dachte Franck. Andererseits bin ich ja jetzt selber ein Raptor.
„Hiuma?“, fragte Franck, der immer noch erstaunt war, dass er diese Raptorin verstand und sich sogar mit ihr unterhalten konnte. „Was sind das denn?“
Nun war Sulfara doch sehr überrascht. „Du kennst das Wort Hiuma nicht?“, war ihre erstaunte Frage und sie sah ihn misstrauisch mit großen Augen an. „Hiuma sind doch die Wesen, die das alles hier erbaut haben.“
„Nun.“, fing Franck an zu erklären. „Ich kannte den Begriff nicht, weil diese Wesen bei mir anders heißen, nämlich Menschen.“
„Menschen?“, erkundigte sich Sulfara, die diesen Raptor sehr interessant fand, so voller Geheimnisse. Das mochte sie, Geheimnisse und vielleicht konnte dieser hier, der seinen Namen noch nicht verraten hatte, ihr ja welche über diese Hiuma offenbaren. Immerhin tat ihr Vater Burning Eye so geheimnisvoll wegen ihnen.
„So nennen wir uns selbst.“, gab er zurück und war erleichtert. Jetzt war es raus und es würde wahrscheinlich sein Ende bedeuten. Immerhin hatte Jones selbst gesagt, dass Raptoren wie er es nicht wert waren, zu leben und sofort getötet wurden.
Aber diese Sulfara war nun Feuer und Flamme für ihn. „Du warst echt mal ein Hiuma?“, fragte sie aufgeregt und konnte kaum ruhig sitzen bleiben.
Nicht gerade das, was ich erwartet habe, aber was soll´s. Nutze ich halt die Chance, dachte er sich und sagte laut: „Das ist korrekt. Deshalb verstecke ich mich auch vor euresgleichen.“
„Das verstehe ich nicht.“
, meinte Sulfara. „Selbst wenn du einst ein Hiuma gewesen bist, müsste dich doch nun der Schwarzrückenstamm schützen, nun da du einer von uns bist.“
„Das ist es ja gerade.“
, seufzte Franck. Diese Raptorin war zwar nett, aber offenbar auch herrlich naiv. „Ich wurde zu irgendeinem Zweck künstlich erschaffen und dieser Jones, das ist der Mensch, der mich zum Raptor gemacht hat, war offenbar sehr enttäuscht, dass ich meinen menschlichen Verstand behalten habe und wollte mich deswegen umbringen.“
„Moment mal.“
, sagte Sulfara ungläubig. „Hiuma töten Schwarzrücken. obwohl wir mit ihnen verbündet sein sollten?“
„Jones bezweckt etwas mit euch und ihm passt es gar nicht, wenn Raptoren das hinterfragen.“
, erwiderte Franck.
„Dann sollte ich mal mit Burning Eyes deswegen sprechen.“, meinte Sulfura. „Es kann nicht angehen, dass Raptoren getötet werden nur weil sie einst Hiuma gewesen sind.“
„Burning Eyes?“
, fragte Franck.
„Das ist der Anführer der Schwarzrücken und zugleich mein Vater.“, antwortete Sulfura. „Du bleibst am Besten hier. Hier findet dich keiner. Ich habe dich nur gefunden, weil ich mich hierher zum Nachdenken zurückziehe.“
Da hatte er sich aber eine Raptorin angelacht, dachte er erstaunt. Gleich die erste Raptorin, die ihn gefunden hatte, war die Tochter des hiesigen Anführers. Vielleicht wurde ja doch noch alles gut für ihn. Dann musste er sich selbst rügen. Er sorgte sich hier nur um sich selbst und hatte dabei Jack ganz vergessen. Wo er jetzt wohl war?

>Burning Eye<

„Wo hast du das denn her?“, fragte er seine Tochter erschrocken. Niemand sollte frühzeitig davon erfahren, weil das sonst Jones´ ganzen Plan zunichte machte. Denn auch innerhalb der Schwarzrücken gab es Raptoren, die am liebsten gar nichts mit den Hiuma zu tun haben wollten und wenn jetzt auch noch seine Tochter ankam, hieß das, dass er eng werden konnte.
„Das muss dich nicht interessieren.“, zischte Sulfara aufgebracht. „Also, ist es wahr oder nicht? Töten Hiuma Schwarzrücken und wenn ja, warum?“
„Es ist leider wahr.“
, gestand Burning Eyes widerwillig. „Aber es geschah zum Wohle des Stammes. Diese Raptoren waren nicht gut für die Schwarzrücken.“
„Und wer hat das entschieden?“
, schrie Sulfura. „Du oder haben die Hiuma für dich die Drecksarbeit gemacht?“
„Das lag einzig und allein im Ermessen des Schöpfers der besagten Schwarzrücken.“
, meinte Burning Eyes.
„Also hat ein Hiuma über diese Schwarzrücken entschieden!“, gab Sulfura erbost zurück. „Was hast du mir noch verschwiegen? Vielleicht, dass ich auch einst ein Hiuma gewesen bin?“
„Das ist doch Unsinn.“
, antwortete Bruning Eyes, der sah, dass ihm seine Tochter immer mehr entglitt, dass sie sich von ihm entfremdete. „Du musst mir einfach glauben, dass ich nur das Beste des Rudels im Sinne hatte.“
„Und wie viele dieses Rudels waren einst Hiuma?“
, verlangte Sulfura zu erfahren und ihr Vater brachte es nicht mehr fertig, sie zu belügen.
„Seit Beginn des EDEN-Projekts wurden auf diese Weise 50 Schwarzrücken geschaffen, sieben davon wurden meiner Kenntnis nach von Jones umgebracht.“, entgegnete er.
„Und was ist das Ziel dieses 'EDEN-Projektes'?“, fragte Sulfura.
„Diese Information steht dir leider noch nicht zu.“, hob Burning Eye hervor und wusste sofort, dass er seine Tochter ein für alle Mal verloren hatte.
„Das werde ich dir nie verzeihen“, knurrte sie nämlich und noch ehe er etwas erwidern konnte war sie verschwunden.
Sollte er Jones jetzt sagen, dass seine Tochter wusste, was er mit den menschlichen Schwarzrücken anstellte?
Nein! Das konnte er nicht. Sie war doch sein einziges Kind und auch wenn es Differenzen gab, wollte er doch nicht, dass Jones ihr etwas antat. Denn es gab nur eine mögliche Konsequenz für Sulfuras aufsässiges Verhalten: Den Tod.
Dann seufzte er tief. Mochte er doch mit ihm machen, was er wollte. Aber seine Tochter würde er nie verraten, nicht einmal, wenn sie ihn verließ.

>Franck<

„Und?“, wollte er wissen nachdem Sulfura wieder bei ihm war. „Was hat er gesagt?“
„Es ist alles wahr.“
, schluchzte die Raptorin. „Er hat es zugelassen, dass Schwarzrücken umgebracht wurden und würde es bei dir gewiss wieder zulassen.“
„Immer mit der Ruhe.“, sagte Franck und berührte Sulfura sanft mit seiner Schnauze. „Es gibt bestimmt etwas, was wir tun können.“
„Bist du dir sicher?“, fragte Sulfura und erwiderte Francks Geste.
„Du könntest woanders neu anfangen, weit weg von all dem hier.“, schlug Franck nun vor.
„Würdest du denn mit mir kommen?“, erkundigte sie sich und sah ihm hoffnungsvoll in die goldenen Augen.
Er wollte schon ablehnen, ihr sagen, dass er sich nicht mit ihr einlassen wollte. Doch das brachte er dann doch nicht fertig. Er war schon immer ziemlich altmodisch gewesen und diese Dame in Not konnte er doch nicht von sich weisen.
„Natürlich.“, sagte er deshalb sanft und fügte dann noch hinzu: „Würden uns denn andere Schwarzrücken begleiten, wenn sie erfahren, was hier wirklich geschehen ist?“
„Es gibt immer welche, die gegen die Hiuma sind.“
, meinte Sulfura und gähnte. „Aber darüber können wir morgen reden. Jetzt bin ich müde. Ach ja,wie heißt du übrigens?“
„Franck.“
, erwiderte er.
„Was für ein sonderbarer Name.“, flüsterte Sulfura. Nach diesen Worten schmiegte sich die Raptorin eng an ihn und Franck blieb noch lange wach um über diese neuen Entwicklungen nachzudenken.

>Tyrannen, allgemeine Sichtweise<

Als Blue Eye verkündet hatte, sie würden in den Krieg ziehen gegen diese Hiuma und ihre Schwarzrücken-Verbündeten, war das zustimmende Gebrüll groß. Kaum einer war abgeneigt von der Entwicklung dieser Dinge, da die Hiuma stets gehasst worden waren.
Sie wussten, dass es einige Verluste geben würde. Immerhin hatten sie auf schmerzhafte Weise lernen müssen, sich den Zäunen, die die Hiuma-Anlage umgaben, fernzuhalten, da von ihnen der Tod ausging.
Aber mittlerweile kannte ihr Zorn keine Grenzen mehr und sie wollten diesen Hiuma zeigen, dass sie nicht alles tun durften, was ihnen beliebte.
Das hier war ihre Insel, die Insel der Dinosaurier, und die Hiuma waren nur geduldete Gäste und wären schon längst vertrieben worden, wenn sie dieses Bündnis mit den Schwarzrücken hätten.
Also hatte Blue Eye beschlossen, dass der Zaun trotz aller Risiken angegriffen wurde und hatte sich neben Fearsome Claw und den anderen Anführern der Stämme freiwillig gemeldet für die Aktion. Immerhin wollte er vor den großen Krieger Fearsome Claw, den er immer bewundert hatte, nicht an Tapferkeit hinterher hinken.
Also fingen sie an und insgesamt 10 Tyrannen an unterschiedlichen Stellen des Zauns warfen sich mit aller Wucht gegen diesen.
Wie überrascht aber waren sie, als die Zäune nachgaben ohne ihnen Schmerzen zu bereiten. Nur einen kurzen Augenblick waren sie davon verwirrt. Dann aber trieb Blue Eye sie voran. Eine solche Gelegenheit durfte nicht ungenutzt gelassen werden!

>Fredrik<

Eigentlich war er ja einer der meist gesuchten Terroristen der Erde. Schließlich war er verantwortlich für den Anschlag auf das UN-Gebäude in New York, das dadurch vor 10 Jahren komplett zerstört worden war.
Bei diesem Angriff hatte es wie durch ein Wunder, und weil er eine Warnung herausgegeben hatte, keine Todesopfer gegeben.
Aber seitdem war er – und darauf war er stolz - an der Spitze der FBI-Liste und wurde sogar von Europol, Interpol und Scotland Yard gesucht, ebenso wie von jedem anderen Geheim- und Polizeidienst weltweit, auch wenn er bis jetzt entkommen war, dank seiner Verkleidungsfähigkeiten und weil er viele einflussreiche Leute in diversen Regierungen kannte, denen er einst geholfen hatte und die ihnen noch so manches schuldeten.
Aber seit kurzem arbeitete er für den Weltrat und man hatte ihm versprochen, dass ihm seine Straftaten alle erlassen werden würden, wenn er herausfand, was mit der Diplomatengruppe geschehen war, die sich seit ihrer Ankunft auf Isla Sorna nicht mehr gemeldet hatte, obwohl dies vereinbart worden war.
Außerdem hatte er den Befehl erhalten, falls die Jurassic Park Nation eine Bedrohung für den Rest der Welt darstellte, diese auszuschalten und gleichzeitig sollte er, falls es hier ein Heilmittel gegen Iron Hide gab, dieses besorgen.
Es waren keine leichte Aufgaben, selbst nach seinen Maßstäben, und manche würden meinen, sie seien unmöglich zu lösen.
Aber man hat ja auch gedacht, ein Einbruch in Fort Knox sei unmöglich, lachte er. „Und ich habe das Gegenteil bewiesen als ich dort eingebrochen bin um für die griechische Regierung den genauen Standort des Alexander-Grabes herauszufinden.“
Viele wussten nämlich nicht, dass es in Fort Knox überhaupt kein Gold gab! Das war alles nur eine geschickte Vertuschungsaktion um zu verbergen, was hier wirklich zu finden war: Geheimnisse!
Hier lagerten von Beweisen für die Existenz von Außerirdischen über das Dschingis Khan-Grab bis hin zum wahren Standort des ursprünglichen Bersteinzimmers fast alle großen Rätsel der Menschheit und er hatte sie alle gesehen!
Nun jedoch war er kurz davor, einer der wenigen zu sein, die je lebende Dinosaurier zu Gesicht bekommen hatten und obwohl er eigentlich schon längst aus dieser Phase heraus war, kam nun langsam wieder sein Interesse für diese Urzeitwesen zum Vorschein.
Aber er schüttelte sich. Er durfte sich nicht ablenken lassen. Alles was im Moment zählte, war die Mission und bei Nacht und im Schutze einer Nebelwand, damit ihn mögliche Überwachungskameras oder sonstige Sicherheitssysteme nicht wahrnahmen, fuhr er mit einem geheimen Testboot des Weltrates zur Isla Sorna.
Dieses kleine, schnelle und wendige Wassergefährt war so konstruiert, dass es eigentlich für alle Arten von Überwachung unsichtbar war, solange es sich bewegte.
Blitzschnell war er von Costa Rica zur Insel gekommen und hatte dort unbemerkt angelegt. Auch die Anlage konnte er ohne Weiteres betreten. Immerhin kannte er die alten Karten und wusste somit von allen Gängen, die hinein und hinaus führten.
Nur wie sollte er jetzt seine Befehle befolgen? Er kannte hier doch niemanden. Dann kam ihm das Glück zu Hilfe.
„Hast du das Heilmittel?“, hörte er nämlich einen der Wissenschaftler sagen.
„Ja.“, meinte ein anderer. „Und zusammen mit dem Ei wird es uns unendlich reich und berühmt machen, sogar den Nobelpreis können wir kriegen.“
Fredrik lächelte. Irgendeine übernatürliche Macht musste ihm wohlgesonnen sein. Er musste nur den beiden Männern folgen und dann hätte er schon einen Teil seiner Aufgaben erledigt und das ohne großen Aufwand.
Also ging er den beiden Männern hinterher und fand sich bald vor einem Labor wieder, dessen Tür offen stand. In diesem konnte er drei Männer sehen, die offenbar etwas planten. Schnell betrat er den Raum und räusperte sich.
„Wer sind sie!“, rief einer der Männer, als er entdeckte, dass sie nicht mehr alleine waren.
„Mein Name würde Ihnen sowieso nichts sagen.“, meinte Fredrik und hielt ihnen seine Waffe entgegen. „Ich nehme nämlich nicht an, dass Sie jemals diese Insel verlassen haben. Sonst hätten Sie mich sofort erkannt. Und nun raus mit der Sprache: Was wird hier gespielt?“
Die drei Männer sahen einander an. Sie hatten zwar auch Waffen, diese waren aber nicht griffbereit und so beschlossen sie, diesem Fremden alles zu erzählen, von Jones Plan, die Menschheit entweder auszurotten oder in Raptoren zu verwandeln, von seiner Reise auf das Festland, wo er einen Virus freigelassen hatte, der dann die Krankheit Iron Hide verursacht hatte, von seiner wahren Identität als zum Mensch gewordener Raptor und schlussendlich offenbarten sie auch ihren Verrat, wie sie aus Angst vor Jones beschlossen hatten, die Insel heimlich zu verlassen.
Fredrik hatte genug gehört. Er kannte nun sein Ziel: Jones ausschalten ehe er sein Ziel erreichen konnte und das Heilmittel so schnell wie möglich auf das Festland bringen.
Also griff er trotz des Protestes der Wissenschaftler nach dem auf dem Tisch liegenden Heilmittel, nahm der Vorsichtigkeit halber ein bisschen davor zu sich und beachtete die Wissenschaftler nicht weiter, sondern sah das große, weiße Ei mit den kleinen schwarzen Punkten an, dass ebenfalls auf dem Tisch lag.
Dieses Ei konnte sicher wertvoll sein. Also beschloss er, es mitzunehmen und verstaute es in seinen Rucksack. Während all dieser Zeit ließ er die drei Männer nicht aus den Augen und seine Waffe war ständig auf diese gerichtet.
Nachdem er das Ei gut verpackt hatte, ging er rückwärts laufend nach draußen. „Sie töten uns nicht?“, fragte der Älteste der Wissenschaftler erstaunt.
„Warum sollte ich?“, zischte Fredrik. „Ich töte keine Menschen. Außerdem habe ich erfahren, was ich wissen wollte.“
„Aber Jones wird uns töten, wenn er erfährt, was wir vorhatten.“, wimmerte der jüngste der Anwesenden. „Bitte geben Sie uns das Ei und das Heilmittel zurück. Wir brauchen es.“
„Wozu?“, knurrte Fredrik. „Um reich und berühmt zu werden? Menschen wie ihr widern mich an. Arbeiten nur für den eigenen Vorteil. Ich gehe jedenfalls jetzt.“
Kaum war er draußen und hatte die Tür geschlossen, hörte er gedämpfte Schüsse, drei an der Zahl und als er zurück in das Labor lief, konnte er dort die drei Wissenschaftler sehen, die sich selbst umgebracht hatten.
Diese Narren. War dieser Jones wirklich so verrückt, dass das einen Selbstmord rechtfertigte? Möglich war es, nach all dem, was er über diesen menschlichen Raptor gehört hatte. Auf jeden Fall musste er aufgehalten werden.
Also legte er Sprengladungen, die den Elektrozaun deaktivieren würden bei ihrer Zündung. Sollten die Dinosaurier doch den Rest erledigen.

>Jones<

„Was ist da los!“, rief er von der Ausischtsplattform der Rotunde aus als eine nahe Mauer zerschmettert wurde und ein großer T-Rex mit gelber Schnauze sich einen Schwarzrücken schnappte und diesen schüttelte und schwer verletzt von sich warf. Danach suchte er sich ein neues Opfer und das war zum Glück ein Mensch.
Er bekam keine Antwort von dem eben noch neben ihm gestandenen Mensch. Als der T-Rex erschienen war, war er nach unten gerannt, in sein Verderben.
„So ein menschlicher Narr!“, zischte er und musste sich kurz darauf unter einem Tisch verstecken, da eine riesige T-Rex-Schnauze schnüffelnd in die Rotunde eindrang und sich kurz darauf einen schreienden Menschen schnappte.
Irgendwie kapierten diese Idioten nicht, dass man nur ruhig und bewegungslos sein musste, damit einen diese Saurier nicht kriegten. Aber nein, was machten sie? Sie rannten ziellos umher und schrien so laut, dass selbst ein Blinder sie gefunden hätte.
Genau deswegen gehörten sie ausgerottet. Nachdem er sich sicher war, dass der T-Rex fort war, begab er sich schnell zu Burning Eyes.
Vielleicht konnte er ja sagen, was genau hier ablief und warum die Tyrannen gerade jetzt angriffen und noch dazu in solch einer Stärke.
Denn auf seinem Weg nach unten musste er insgesamt sieben Tyrannen ausweichen! Und immer wieder begegnete ihm das gleiche Bild: Menschen, die getötet wurden und Gruppen von Schwarzrücken, die sich entweder zurückzogen, kämpften oder still verhielten, wie man es bei einem solchen Angriff auch tun sollte.
Schließlich, im untersten Teil der Anlage, wo diese Tyrannen nie hingelangen würden, fand er Burning Eyes zusammen mit etwa 120 Schwarzrücken und nachdem dieser sich von seinen Leuten getrennt hatte, fingen sie an, sich zu unterhalten.
„Ich dachte schon, dich hätte es auch schon erwischt.“, seufzte Jones erleichtert. Immerhin empfand er für diesen Raptor mehr als nur bloße Achtung.
„Sie hätten mich auch beinahe erwischt.“, entgegnete der angesprochene Raptor. Es hatte Jones Jahre gekostet, die Sprache seiner Rasse wieder fließend zu beherrschen. Jetzt aber konnte er seinen Raptorfreund fragen, was geschehen war und dieser antwortete: „Insgesamt 15 Tyrannen befinden sich derzeit innerhalb der Anlage, allesamt ausgewachsen, außerdem haben mehrere Dutzend von ihnen uns umstellt. Gegen so eine Übermacht kommen wir nicht an.“
Ich hätte dem Gebrüll gestern mehr Beachtung schenken sollen
, rügte er sich selbst. Aber nein, ich habe nicht einmal die Überwachungskameras überprüft,wie ich es mir vorgenommen hatte. Dann kam er wieder zurück zu den gegenwärtigen Ereignissen. Es machte ohnehin keinen Sinn, sich lange mit Vergangenem zu befassen. „Hätten die Elektrozäune sie nicht abhalten müssen?“, merkte er nun an.
„Offenbar funktionierten diese nicht.“
, gab Burning Eyes zurück. „Ich hatte gerade dort Wache als ein T-Rex durchbrach und er hat keinen elektrischen Schlag bekommen.“
„Vielleicht hat ja das Unwetter neulich was damit zu tun.“
, sinnierte Jones. An Sabotage dachte er nicht mal. Immerhin hatte er alle potentiellen Feinde ausgeschaltet, außer diesem Franck vielleicht, aber als Raptor konnte er kaum etwas tun. „Es bleibt aber die Frage, warum uns die Tyrannen eigentlich angreifen. Hast du nicht gesagt, sie würden uns nicht behelligen, wenn wir sie nicht behelligen?“
„Das dachte ich bis heute auch immer.“
, graute es Burning Eyes. „Gegen so viele Tyrannen haben wir eh keine Chance. Kann es sein, dass ein Hiuma deine Anweisungen missachtet hat? Wir Schwarzrücken haben uns jedenfalls an das Abkommen gehalten.“
„Das würden sie nicht wagen.“
, erwiderte Jones unsicher. „Riechst du denn die Anwesenheit eines Tyrannen?“
„Es ist schwer, bei so vielen Tyrannen etwas zu sagen, aber ich will gerne versuchen, ob ich etwas Ungewöhnliches riechen kann.“
, meinte Buring Eyes und schon war seine Schnauze erhoben, damit er alle Gerüche erfassen konnte. Zwar war sein Geruchssinn nicht so gut wie der eines Tyrannen. Aber bald hatte er etwas. „Das ist seltsam.“, brummte er.
„Was?“, wollte Jones wissen.
„Ich kann die schwache Duftspur eine Tyrannen-Eis wahrnehmen und die ist gar nicht mal so alt.“, antwortete der Raptor.
„Von wo?“, fragte Jones.
„Das ist ja das Seltsame.“, murmelte Burning Eye. „Es kommt aus Labor Zero.“
Da der Schwarzrücken so etwas wie sein Krallenverbundener war, hatte er ihm selbstverständlich auch von seiner Schöpfung erzählt, aber das überraschte ihn schon sehr.
„WAS!?“, rief Jones. „Warum kommt ausgerechnet jetzt dieser Name so oft zurück zu mir?“
„Saphira würde sagen, die Sünden der Vergangenheit kommen irgendwann mit doppelter Härte zurück.“,
, gab Burning Eye zu bedenken. „Vielleicht hatte sie ja recht.“
„Vielleicht.“
, meinte Jones, auch wenn er nicht unbedingt an die Existenz einer höheren Macht glaubte. Er wusste, dass es Saphira wirklich gegeben hatte. Aber auch sie war gestorben, wie alles Sterbliche und auch ihn würde irgendwann dieses Schicksal ereilen.
„Kannst du mich ins Labor Zero begleiten.“, bat er seinen Raptorenfreund.
Als dieser nickte, musste Jones an ihre Zukunft denken. Wenn er nur schon ein Raptor wäre. Dann hätte er sofort mit Burning Eyes die Krallen getauscht und dieser hätte den Antrag gewiss angenommen.
Immerhin waren gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Raptoren zwar selten aber nicht verfemt. Aber er wollte Bunring Eyes keine Schande bereiten, sodass ihre Beziehung geheim war, was ihr gerade die Würze verlieh.
Saphira, gib mir Kraft, flehte er. Er glaubte zwar nicht an die Existenz der Göttin, manches Mal jedoch ertappte er sich dabei, wie er zu ihr betete, ganz besonders, nachdem er sah, was ihn an dem Ort erwartete, wo er zu dem geworden war, was er war.
Dort fand er drei seiner loyalsten Mitarbeiter oder zumindest hatte er sie bis eben dafür gehalten. Ihnen allein hatte er mitgeteilt, was er in Wirklichkeit war und sie hatten ihn so akzeptiert, wie er war.
Nun jedoch fand er sie tot vor und die Spuren deuteten darauf hin, dass sie für die gegenwärtige Krise verantwortlich waren.
„Diese Narren wollten wohl hinter deinem Rücken etwas machen um hier fortzukommen und dachten, ein Tyrannen-Ei würde ihnen dabei helfen.“, mutmaßte Burning Eyes. „Nur wer hat sie niedergeschossen und wo ist das Ei?“
„Das ist jetzt nicht länger von Bedeutung.“, zischte Jones, der über diesen Verrat entsetzt war, hatte er doch gerade diese drei Menschen für jene gehalten, denen er am meisten vertrauen konnte. „Warum haben sie mir das nur angetan?“
„Das zeigt nur, wie wenig man Hiuma vertrauen kann.“, meinte Burning Eye und seine Schnauze näherte sich zart der Wange des in die Knie gegangenen Jones. „Würde es dich etwas aufheitern, wenn wir uns hier, neben den Leichen, vereinen würden?“
Jones sah in Burning Eyes Augen, die ihn schon immer fasziniert und gefangen genommen hatten und obwohl er heute so viel verloren hatte, gelang es dem Raptoren, ihn zu trösten und er vertrieb sogar für kurze Zeit seine düsteren Gedanken.

eine Stunde später

Burning Eyes hatte ihn vor kurzem verlassen und er fühlte sich so leer und einsam. Könnte er doch nur immer bei dem Raptor sein. Dann wandte er sich wieder seinem Projekt zu.
„Wie groß ist der Schaden?“, wollte Jones düster wissen nachdem die Tyrannen endlich abgezogen waren. Offenbar hatten sie bekommen, weswegen sie angegriffen hatten.
„Die komplette Stromversorgung ist zerstört worden.“, berichtete der leitende Techniker. „Außerdem haben wir die Labore 3, 4 und 7 verloren.“
„Wie viele Todesopfer?“, fragte er.
„Insgesamt wurden über 75 Raptoren getötet und 302 Menschen haben ihr Leben verloren.“, berichtete der Techniker.“
Na großartig!, dachte Jones. Bei diesen Verlusten ist das Projekt EDEN entweder ganz zum Scheitern verurteilt oder ich muss praktisch wieder fast von ganz vorne anfangen. Alle meine Forschungsergebnisse, alle Raptoren, die einst Menschen waren, fort.

>Franck, Sulfura und die Gefallenen<

Noch am Tag nachdem er die Raptorin kennengelernt hatte stellte, Sulfura Franck Pilgrim vor, einem Schwarzrücken mit grauer Schuppenhaut, der eine Partei innerhalb der Schwarzrücken vertrat, die Gefallenen, wie Burning Eyes sie gerne nannte und Pilgrim war nur zu bereit diesen Namen beizubehalten. Immerhin passte die Bezeichnung.
Sie waren ja auch Abtrünnige und Gefallene und als Pilgrim erfuhr, was Franck über Jones wusste, war seine Wut ebenso groß wie die von Sulfura. „Es kann nicht geduldet werden, was hier getan wird und ich stimme euch vollkommen zu, dass wir von hier fort müssen. Aber wir müssen die richtige Gelegenheit abwarten.“
„Und wann ist die?“, wollte Sulfura wissen. „Sobald dieser Jones erfährt, dass wir wissen, was er tut, wird er hart durchgreifen.“
„Aber es bleibt nun einmal die Tatsache, dass es Wachen gibt und eben diesen Elektrozaun.“, hob Pilgrim hervor.
„Was war das?“, rief Sulfura als die Lichter flackerten und schließlich ausfielen.
„Ich weiß es nicht.“, erwiderte Pilgrim. „Aber da kommt Grief. Er weiß gewiss mehr.“
Grief war ein grüner Raptor, der bis eben Wache gehalten hatte und nun angerannt kam. „Die Tyrannen greifen die Anlage an!“, verkündete er keuchend.
Zwar wurde die Nachricht mit allgemeiner Besorgnis angenommen, aber Franck erkannte sie als das, was sie war. „Warum nutzen wir nicht diese Gelegenheit zur Flucht? Ich meine, wenn die Tyrannen, wer auch immer sie sind, wirklich hier eindringen, muss es doch genug Chaos geben, damit eine kleine Gruppe von 15 Raptoren entkommen kann.“
„Du bist ein Genie, Franck!“, rief Sulfura.
„Dann lasst uns sofort aufbrechen.“, warf nun auch Pilgrim enthusiastisch ein. „Wer weiß, wie lange die Tyrannen noch wüten werden.“
Also beschlossen sie, sofort loszugehen und nutzten bei ihrer Flucht nur Nebengänge. Jedoch trafen sie dabei auf eine ihnen bekannte Schnauze. Burning Eye stand plötzlich vor ihnen und seine Tochter wusste, dass er gerade mal wieder von diesem Jones zurückkam.
„Willst du uns aufhalten, Vater?“, wollte Sulfura bitter wissen.
„Nein.“, schüttelte dieser sich. „Ich wollte euch nur sagen, dass ihr hier warten solltet, bis die Tyrannen weg sind. Sie werden euch töten, wenn ihr jetzt rausgeht.“
„Woher wissen wir, dass wir dir trauen können?“, wollte Pilgrim wissen. „Wer sagt uns nicht, dass du unsere Gruppe nicht an Jones und seine Schergen verrätst?“
„Ihr könnt mir nicht vertrauen.“, meinte Burning Eyes. „Ihr wärt sogar äußerst töricht, wenn ihr das tätet. Aber sieh in dich hinein. Habe ich dich je verraten, mein Kind?“
„Nein.“, gab Sulfura zögernd zurück. „Du warst mir stets ein liebevoller Vater, außer in letzter Zeit, als du dich diesem Jones zugewandt hast.“
„Du weißt davon!?“, rief der Raptor erstaunt.
„Man konnte es kaum übersehen.“, entgegnete seine Tochter. „Nur hätte ich nie gedacht, dass ausgerechnet du Saphiras erstes Gesetz brechen würdest. Das hätte ich eher von mir erwartet.“
„Das verstehst du nicht.“
, sagte Burning Eyes abweisend. „Und es geht dich auch nichts an.“
„Ah, also habe ich da deine Schwäche entdeckt.“
, grinste Sulfura.
„Das magst du sehen, wie du willst.“, hob der Raptor hervor. „Bitte befolge nur meinen Rat. Warte, bis die Tyrannen sich zurückziehen. Dann könnt ihr sicher in den Dschungel fliehen.“
„Du denkst doch nicht echt darüber nach?“
, fragte Pilgrim.
„Ich vertraue ihm.“, gab die Raptorin zurück. „Er würde mich nie verraten und deshalb sollten wir auch hier warten.“
„Na gut.“
, knurrte Pilgrim. „Aber wenn er uns verrät muss das Folgen haben.“
„Habe ein gutes Leben, Sulfura.“, hauchte Burning Eye. „Ich werde euch nicht verraten, sagen, dass ihr gefallen seid.“
Danach war er verschwunden und Sulfura und ihre Unterstützer, samt Franck, konnten bei all dem Chaos in den Dschungel fliehen, nachdem sie sicher gegangen waren, dass die Tyrannen abgezogen waren.

>Fredrik<

Er hätte das Ei nicht mitnehmen sollen. Es war noch sein Untergang. Keuchend lud er sein Gewehr nach und feuerte dieses gerade noch rechtzeitig ab um einen Raptor zu töten, der ihn hatte anspringen wollen.
Es hat keinen Zweck, dachte er verzweifelt. Ich komme hier nicht mehr weg. Vor ihm waren immerhin T-Rexe und hinter ihm Raptoren. Aber wenigstens wollte er das Ei und das Serum in Sicherheit wissen und so verstaute er beides in einem hohlen Baum, wo die Raptoren hoffentlich nicht rankamen und feuerte immer wieder.
Jeder Schuss war dabei ein Treffer. Immerhin hatte er beim SASR Schießen gelernt und diese australische Gruppe galt immer noch als die beste Militärspezialeinheit der Welt.
Aber irgendwann musste auch ihn das Glück verlassen und schließlich wurde er von einem Raptor zu Boden gerissen und dessen Sichelkralle verletzte ihn am Bein.
Aber noch ehe das Raubtier sein Werk vollenden konnte, konnte Fredrik ein Brüllen hören und zwei T-Rexe näherten sich seiner Position.
Na klasse, dachte er. Wenn mich nicht die Raptoren töten dann tun es die Beiden da. Aber seltsamerweise stürzte sich der eine mit dem blauumrsandeten Auge sofort auf den Raptor, der auf ihm war und seine gigantischen Kiefer schlossen sich um diesen und warfen ihn davon, während der größere T-Rex sich um die anderen Raptoren kümmerte.
Hatte dieser T-Rex ihm gerade das Leben gerettet? Konnte es möglich sein, dass das Ei im hohlen Baum einem der beiden Tyrannen gehörte?
Als der größere T-Rex bei ihm war, wusste er sofort, dass das Ei ihm gehörte und händigte es ihm aus.
Der andere T-Rex, der mit dem blauumrandeten Auge, schien sich dankbar zu verneigen und kurz darauf verschwanden die beiden T-Rexe ohne ihm etwas getan zu haben.
Fasziniert folgte er den beiden Sauriern. Vor allem der T-Rex mit dem blauumrandeten Auge hatte es ihm angetan, waren sein Blick und seine Gesten doch schon fast menschlich gewesen.
Es war zwar nicht seine Aufgabe. Aber vielleicht fand er ja heraus, ob die Dinosaurier hier intelligenter waren als allgemein angenommen.

>Fearsome Claw und Blue Eye<

Der Gelbschnauzentyrann und der König standen am Rand des Geschehens, beobachteten, was dort geschah.
Sie sahen ungerührt und kalt dabei zu, wie die heraus rennenden Hiuma gnadenlos von den Tyrannen niedergemetzelt wurden. Mit diesen Kreaturen durfte man kein Mitleid haben, dafür hatten sie zu viel getan.
Schließlich jedoch war kein Hiuma mehr sichtbar, aber die Schwarzrücken versuchten immer noch, ihren Ansturm aufzuhalten und solange sein Ei nicht wieder da war, würde Fearsome Claw hier bleiben und jeden weiteren Toten genießen, als Rache für seine vernichtete Brut.
Dann erblickte er doch noch einen Hiuma und wollte sich schon auf ihn stürzen, da er sich unmittelbar in seiner Nähe befand.
Dann jedoch roch er es, sein Ei. Dieser Hiuma musste es bei sich haben. Er musste ihn unbedingt töten ohne sein Ei zu vernichten.
Dann sah er, wie sich Schwarzrücken der Postion des Hiuma näherten und was er dann sah verwirrte ihn. Der Hiuma nämlich holte aus einem Behältnis auf seinem Rücken das Ei und hob es vorsichtig auf einen nahen Urwaldriesen, da er wusste, dass die Raptoren dort nicht so schnell raufkommen würden. Dann stellte er sich schützend vor den Baum und zielte mit seinem Gewehr auf die anstürmenden Schwarzrücken. So mancher fiel seinen Schüssen zum Opfer. Aber irgendwann musste er ihnen zum Opfer fallen und dann war auch sein Ei verloren. Fearsome Claw musste eines eingestehen.
„Der Hiuma ist ein Verbündeter!“, rief er dem anderen Tyrannen zu und auch Blue Eye hatte gesehen, was sich dort, nahe des zerstörten Zauns, abspielte.
Schnell waren beide bei dem Menschen und halfen diesem dabei, die Raptoren auszuschalten. Daraufhin erhielten sie, weswegen sie angegriffen hatten.
Nachdem er sein Ei wieder hatte, schlug Fearsome Claw Blue Eye vor, die Aktion hier zu beenden und der König stimmte dem zu. Der Krieg war noch nicht vorbei, aber sie hatten heute einen hohen Blutzoll unter ihre Gegnern gebracht und würden es wieder tun.

>>>>>

„Er folgt uns.“, stellte Blue Eye wenig später fest als er zurückblickte.
„Ich weiß.“, meinte Fearsome Claw ernst.
„Aber wenn er das weiter macht, wir er von den anderen Tyrannen ermordet werden.“, gab der König zu bedenken.
„Gut möglich., erwiderte Fearsome Claw und sah dann den kleineren Tyrannen scharf an. „Liegt dir etwa etwas an diesem Hiuma?“
„Ich weiß es nicht.“
, gab Blue Eye zurück. „Fakt aber ist, dass er dein Ei gerettet hat und dafür sollte er nicht unbedingt gefressen werden.“
„Du hast Recht.“
, entgegnete Fearsome Claw. „Das werde ich natürlich nicht zulassen und ich habe auch schon einen Plan.“

>Versammlung der Tyrannen<

Nach der erfolgreichen Schlacht um die Hiuma-Siedlung, bei der einige dieser Kreaturen und auch haufenweise Schwarzrücken ihr Leben gelassen hatten, hingegen kein einziger Tyrann gefallen war, trafen sich die fünf Stämme erneut im Sturmtal.
„Was wird eigentlich aus dem König der Tyrannen, wenn wir diese Hiuma erst vertrieben haben?“, wollte Sharp wissen und starrte Blue Eye dabei feindlich an, der nur unbeteiligt zurücksah und weiterhin neben Fearsome Claw stand.
„Er wird natürlich von meinem Stamm adoptiert.“, meinte nun Fearsome Claw. „Es sei denn, jemand von euch hat etwas dagegen.“
„Von mir aus kannst du diesen Kümmerling haben.“
, sagte Crying Moon abwertend. „In unserem Stamm wollen wir ihn eh nicht mehr haben.“
Da sich, wenn Blue Eye erst seinen Titel los war, für die Geldschnauzen keine Vorteile ergaben, hatten die anderen Stämme auch nichts dagegen und so wurde Blue Eyes Mitgliedschaft bei den Gelbschnauzen offiziell bestätigt.
Als nächster Punkt wurde beschlossen, den Krieg fortzuführen und da Schwarz- und Weißrücken erbitterte Feinde waren, kam man auch darin überein, mit den Weißrücken ein vorübergehendes Bündnis zu schließen und Blue Eye wurde als Bote ausgewählt.
Wenn sie schon ihre alten Feinde und Traditionen wegwarfen sollte es ihr 'König' sein, der diesen kleinen, mickrigen Räubern, ihrer potentiellen Beute, die Nachricht überbrachte.
Kurz bevor die Versammlung sich vertagte, warf Sharp eine seiner Meinung nach wichtige Frage ein: „Was ist eigentlich aus dem Hiuma geworden, der heute so viele Raptoren getötet hat? Ich nehme an, du und Blue Eye haben ihn getötet.“
Mist!, dachte Fearsome Claw. Ich dachte, sie hätten ihn vergessen und ich hätte mehr Zeit. Dann muss ich es also jetzt schon offiziell machen. „Mein Stamm hat beschlossen, ihn zu adoptieren!“, verkündete er.
Natürlich löste dieses Ankündigung heftige Debatten aus und manch ein Tyrann warf Blue Eye Doppelzüngigkeit vor.
Immerhin hatte er verkündet, alle Hiuma werden entweder von der Insel vertrieben oder sterben und nun sollte doch tatsächlich einer dieser Mörder Teil seines neuen Stammes werden?
Die Tyrannen verlangten Erklärungen und diese lieferte ihm Fearsome Claw nur zu gerne, nachdem sie die aggressive Stimmung zumindest ein bisschen gelegt hatte. „Ich habe meine Gründe für diese Entscheidung.“, fing er an. „Ihr wisst ja sicherlich alle, dass die Hiuma uns den Krieg erklärt haben als sie mein Nest zerstörten. Die meisten von euch wussten aber nicht, dass ein EI überlebte und eben dieses Ei hat mir der Hiuma gestern zurückgebracht. Er hat es also gerettet und ich stehe in seiner Schuld. Deswegen würde ich ihn gerne unter den Schutz meines Stammes stellen.“
Nach dieser Erklärung sah es schon anders aus. Die meisten Tyrannen waren nun für die Adoption eines Hiuma durch die Gelbschnauzen.
Schließlich war nur noch Sharp übrig, der für den Antrag stimmen musste. Murrend gab er nach. „Na schön.“, knurrte er. „Von mir aus soll Fearsome Claw sein Vergnügen mit diesem kleinen Hiuma haben. Aber sollte er sich jemals in mein Gebiet wagen, wird er als Beute angesehen und getötet!“

>Fearsome Claw und Friendly Fire

„Du hast heute ein gefährliches Spiel gespielt.“, tadelte ihn seine Gefährtin Friendly Fire. „Das hätte leicht den Untergang dieses Stammes bedeuten können und das nur wegen eines Hiuma.“
„Ich weiß.“
, gab er zurück. „Aber es war notwendig. Oder wolltest du noch einmal ganz von vorne mit der Brut anfangen?“
„Natürlich nicht.“
, schüttelte sich die Tyrannin. „So haben wir wenigstens ein Ei und wenn ich nicht ganz falsch liege, wird aus diesem ein ganz großer Tyrann schlüpfen.“
„Und das alles verdanken wir nur einem Hiuma, der seine eigene Art verraten hat.“
, sagte der Tyrann.
„Wo wir gerade von ihm sprechen. Was wird jetzt aus ihm?“, wollte Friendly Fire wissen.
„Er steht natürlich unter Schutz der Gelbschnauzen und hat sich offenbar in einer Höhle ganz in der Nähe angesiedelt, direkt neben Blue Eye.“, antwortete ihr Gefährte.
„Blue Eye?“, fragte Friendly Fire. „Er wird doch nichts für diesen Hiuma empfinden?“
„Selbst wenn, das wird nie im Leben gut enden.“
, sagte Fearsome Claw abschließend.

>die Weißrücken und Blue Eye<

„Wieso hast du uns zusammenrufen lassen, Schwester?“, fragte er Toma und seine Krallenverbundene neben ihm knurrte zustimmend, wollte sie doch auch wissen, warum man sie geweckt hatte.
„Die Tyrannen haben die Hiuma-Siedlung angegriffen.“, antwortete die Alpha. „Dabei scheinen viele Hiuma umgekommen zu sein.
„WAS!?“
, riefen alle und Red Eye ergänzte: „Ich dachte, sie wollten neutral bleiben und sich nicht in unseren Konflikt einmischen.“
„Das ist es ja.“
, mischte sich nun Seeker ein. „Es ist nicht mehr länger nur unser Krieg. Dafür haben die Hiuma selbst gesorgt. Draußen wartet Blue Eye, der König der Tyrannen, und bittet um eine Audienz bei Alpha Toma Weißrücken.“
„König der Tyrannen?“,
fragte Jack. „Ich wusste gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt.“
„Gibt es offiziell auch nicht, dafür sind die fünf Stämme viel zu zerstritten untereinander.
“, erklärte Seeker. „Aber vor kurzem haben die Hiuma offenbar einen der Stämme angegriffen und das hat dann die gestrige Reaktion hervorgerufen.“
„Und dieser König der Tyrannen steht jetzt mitten in unserem Territorium?“
, fragte Fighting Devil alarmiert. „Warum ist das nicht meinen Kriegern gemeldet worden? Er könnte immerhin eine Bedrohung für uns sein.“
„Weil das hier eine diplomatische Angelegenheit ist.“
, hob Seeker nun hervor. „Und als solche sollten wir sie auch behandeln, nicht indem wir mit der unnötigen Anwesenheit von Kriegern provozieren.“
Wenig später standen sie dem Tyrannen gegenüber. Er war ziemlich klein, fand Jack, und hatte eine braungelbe Schuppenhaut und einen blauen Ring um sein linkes Auge herum.
Sofort begann die Alpha sich und ihre Anwesenden vorzustellen und begrüßte den T-Rex. Dabei musste sie Seeker als Übersetzer benutzen, da Tyrannen und Raptoren zwar ähnliche Sprachen hatte, sich einander aber nicht verstanden.
Lediglich die Diener der Saphira, zu denen auch Seeker gehörte, waren dazu fähig, manche meinten, weil die Göttin ihnen diese Gabe verliehen hatte, andere vermuteten ein Geheimnis dahinter, dass er gefälligst offenbaren sollte. Was auch immer jedoch stimmen mochte, die Alpha war dankbar für Seekers Fähigkeit.
„Sage ihm, dass ich mich freue, ihn kennenzulernen.“, meinte Toma und sah dem Tyrannen, der dreimal so groß war wie sie selbst, an. „Ich hoffe auf eine lange und friedliche Zusammenarbeit.“
„Eure Alpha ist zu höflich.
, knurrte Blue Eye nachdem Seeker ihm übersetzt hatte, was sie gesagt hatte. „Sie soll uns Tyrannen nicht zu sehr trauen. Immerhin sind wir Feinde. Ich spreche zwar im Moment für alle Tyrannen. Das heißt aber nicht, dass sie jemals einen dauerhaften Frieden akzeptieren würden. Die Gelbschnauzen wollen zwar die Beziehungen unserer Stämme vertiefen. Damit stehen sie aber ziemlich alleine da.“
Wieder übersetzte der Älteste Blue Eyes Worte und abermals bot Toma ihm ein dauerhaftes Bündnis zumindest mit den Gelbschnauzen an.
Der Tyrann versprach, diese Bitte weiterzuleiten und nachdem er wieder weg gegangen war, musste die Alpha seufzen.
Damit kommt der Krieg schneller in seine entscheidende Phase, als ich gedacht habe, kam ihr in den Sinn. Nur wie wird es enden?
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Dr.Henry Wu
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   11.06.13 13:53

Ich habe eine Frage und zwar diese Krallenverbindung ist das sowas wie eine Hochzeit ?
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Mafnar
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   11.06.13 15:49

Ja, ist so was wie eine Hochzeit, da Raptoren aber unseren Begriff der "Hochzeit" nicht kennen und viel mehr auf spirituelle Bündnisse ausgerichtet sind, eben diese Krallentauschzeremonie. Und nicht wundern, warum Jack sich so schnell für Silver entschieden hat. Wir Menschen sind etwas kompliziert, wenn es um Beziehungen geht. Bei den Raptoren dieser Geschichte geht das leichter. Zu der Frage, warum nun Menschen in Raptoren verwandelt werden: Jones war ja selbst mal ein Raptor, der durch ein Experiment (aus Versehen?) in einen Menschen verwandelt wurde. Da er aber wieder ein Raptor werden will, will er herausfinden, wie er das bewerkstelligen will, daher fdie Experimente, also rein egoistischer Natur, und weil er den Schwarzrücken, seinem Stamm, helfen will zu wachsen. Noch eine Frage?
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   11.06.13 17:12

Hier dann Kapitel 7. Kurtsiv und unterstrichen die Sprache der Spinosaurier, nur unterstrichen die der Flugsaurier.

Kapitel 7

Sunrise Sonnensegler


>Toma und Jack<

Mehrere Wochen waren seit dem Bündnis mit den Tyrannen vergangen. Die Hiuma und Schwarzrücken waren weiter zurückgedrängt und dezimiert worden und trauten sich kaum noch, ihr Revier um die halb zerstörte Anlage der Hiuma zu verlassen.
Für Toma schien der Krieg so gut wie entschieden und gemeinsam mit diesem Jack war sie zur Jagd aufgebrochen, zum Einen, um die fast erschöpften Vorräte in den Beinernen Höhlen aufzufüllen, zum Anderen, um zu sehen, wie gut dieser Jack wirklich war.
Sie hatte bis heute ihre Zweifel an Hunters Schilderungen gehabt, der Jack als den ultimativen Jäger dargestellt und gesagt hatte, er würde nie aufgeben.
Aber heute hatte sie miterlebt, wie eine Beute, die sie bereits als verloren abgetan hatte, von ihm gestellt und zu ihnen zurück getrieben worden war, damit sie sie erlegen konnten.
Das war eine äußerst mutige, wenn auch törichte Tat gewesen und hätte ihn leicht das Leben kosten können.
Jedoch hat er durch diese Tat dem Stamm einen großen Dienst erwiesen, dachte sie. Und ich muss meine Meinung über Jack etwas ändern. Er ist nicht nutzlos und trägt den Titel Held der Jagd zurecht. Zudem sind unsere Erfolge angestiegen, seit er dabei ist.
Als sie nach erfolgreicher Jagd wieder die Beinernen Höhlen erreichten, merkte Toma sofort, dass etwas nicht stimmte.
Sie konnte Blut und Angst in der Luft riechen, beides frisch und noch ehe sie reagieren konnte, war Jack an ihr vorbei gestürmt und was er vorfand erschrak ihn zutiefst.
Sein und Silvers Nest war vollkommen zerstört und Blut war überall. Er wollte schon die Hoffnung aufgeben, als er eine Blutspur bemerkte, die weiter in die Höhle hineinführte. Schnell folgte er dieser und fand in einer kleinen Spalte, die übersät war von wütenden Krallenspuren, seine Krallenverbundene Silver, übersät von Bissen und Krallenhieben und am Boden liegend.
„NEIN!“, rief er und flehte Saphira an, dass Silver noch lebte. Zum Glück hob und senkte sich ihr Brustkorb, wenn auch schwach und als Seeker sie untersuchte, stellte er fest, dass eines ihrer Jungen, Cruel Fang, noch in ihren Krallen ruhte und zitterte.
Beiden ging es den Umständen entsprechend und als der Älteste verkündete, sowohl Silver als auch sein Junges würden überleben, musste er einen Seufzer der Erleichterung ausstoßen.
„Wer hat das getan?“, wollte Jack verzweifelt wissen, während er sowohl Silver als auch sein Junges sanft mit seiner Schnauze berührte.
„Die Schwarzrücken.“, antwortete Silver schwach und hustend. „Sie sind hier eingedrungen und haben vier unserer fünf Jungen gestohlen. Lediglich Cruel Fang konnte ich retten.“
„Wie bitteschön konnte so etwas passieren?“
, empörte sich Jack. „Hätten nicht Wachen so etwas verhindern sollen?“
„Es wurden keine aufgestellt.“
, erwiderte die Alpha vorsichtig. Nun beäugte er Toma argwöhnisch. War es möglich, dass diese absichtlich zugelassen hatte, dass Schwarzrücken sein Nest plünderten und ihm fast alles nahmen, was er hier so mühsam aufgebaut hatte? Immerhin war allgemein bekannt, dass diese ihn hasste.
Die Alpha merkte sehr wohl, was der Raptor dachte und versuchte, die Lage zu entschärfen. „Jeder hat Rückschläge bei der Brut.“, meinte sie und versuchte dabei so beschwichtigend wie möglich zu klingen. „Jetzt gilt es, mit dem, was verblieben ist, weiter zu machen.“
„Nein!“, schüttelte sich Jack und fuhr wütend mit seinen Sichelkrallen über den Boden. „Das werde ich nicht akzeptieren! Ich werde nach meinen Jungen suchen, koste es, was es will.“
Obwohl sie Jack nicht mochte, konnte sie dessen Wut doch verstehen. Sie empfand sogar wahrhafte Trauer für ihn.
Denn der Verlust dieser Jünglinge durch die Schwarzrücken hätte verhindert werden können, wenn sie nur nicht so nachlässig gewesen wäre.
Immerhin hatte sie wie fast alle Weißrücken angenommen, dass weder Schwarzrücken noch Hiuma sich jemals wieder von den Angriffen ihres Stammes und denen der Tyrannen erholen würden.
Auch hatte sie es für unmöglich gehalten, dass sie so weit in Weißrücken-Territorium eindringen würden um Beute zu finden.
Sie mussten echt verzweifelt sein, wenn sie so etwas wagten und ihnen war das heute nur gelungen, weil sie als Alpha versagt hatte!
Dennoch warf sie das ein, was sie dachte, zum Wohle der Weißrücken und auch Jacks: „Sei nicht so töricht. Deine Suche wird sinnlos sein. Wie ich die Schwarzrücken kenne, werden sie sich an einen ruhigen Ort zurück gezogen und dann die lebende Beute zerfleischt haben.“
„Ich werde es trotzdem tun.“
, blieb er stur und Toma war noch überraschter, als sie Silver auch etwas Derartiges sagen hörte.
„Und ich werde dich begleiten!“, meinte diese nämlich und die Alpha musste den Kopf schütteln. Bin ich denn nur von Wahnsinnigen umgeben!, dachte sie und war erleichtert, als Jack wenigstens diesmal vernünftig zu sein schien.
„Nein!“, meinte dieser immerhin lautstark. „Du bist viel zu schwer verletzt für eine solche Mission!“
„Dennoch will ich mitkommen, nein Jack, lass mich bitte ausreden. Ich hätte sie beschützen müssen und habe versagt. Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn ich nicht alles getan hätte um sie aufzuspüren.“
„Ist es möglich, dass sie mich begleitet ohne dadurch dauerhaften Schaden zu nehmen?“
, erkundigte sich Jack bei Seeker.
„Ich kenne da ein paar Pflanzen, die die Heilung anregen und gegen innere Vergiftung helfen.“, meinte der Älteste. „Wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, dürfte sie so weit sein.“
So spät!
, dachte Jack, der wusste, dass sie damit knapp einen halben Tag verlieren würden. Aber er wollte wirklich nicht alleine aufbrechen und war ebenso wie Silver erleichtert, dass sie ihre Jungen zusammen suchen würden, dass es bald losgehen konnte und auch Jack war begierig, endlich aufbrechen zu können.
Die Alpha sah das Ganze natürlich anders und zog sich zurück um vor Saphiras Bildnis Antworten zu erbeten.

>Toma und Seeker<

„Gib ihnen Unterstützung mit.“, flüsterte eine Stimme in ihrer Nähe und erschrocken sah sie den Ältesten neben sich an.
„Warum?“, wollte Toma wissen, die in der Tat daran gedacht hatte, Jack und Silver eine kleine Gruppe Raptoren mitzugeben, womöglich die, die den ehemaligen Hiuma gerettet hatten, sich aber immer wieder wunderte, wie gut der Älteste fast jeden Raptor und besonders sie durchschauen konnte.
„Ich sehe doch, dass du dir Vorwürfe machst.“, erwiderte Seeker. „Diese ganze Sache muss dich sehr bedrücken.“
„Ja.“
, erwiderte Toma niedergeschlagen. „Diese Jünglinge sind unnütz gestorben. „Hätte ich weiterhin Wachen aufgestellt, wäre das womöglich nie passiert und dieser Jack würde mich auch nicht hassen.“
„Unsinn!“
, rügte Seeker sie. „Du warst dir halt wie alle anderen sicher, dass die Schwarzrücken gebrochen wären und was diesen Jack angeht: Hilf ihm, wo du kannst und du wirst sehen, dass sein Hass auf dich bald wieder verflogen sein wird.“ Dann sah er die Alpha eingehend an, ehe er hinzufügte: „Außerdem dachte ich, du würdest ihn eh hassen.“
„Tue ich ja auch.“
, meinte die Angesprochene seufzend. „Aber dieser Raptor ist ein wirklich talentierter Jäger mit großer Anhängerschaft. Es ist gefährlich, ihn so zu verärgern.“
„Das ist es in der Tat.“
, nickte Seeker. „Aber ich bin sicher, dass er nicht nach deiner Position strebt und außerdem, dass sich sein Hass legen wird. Du musst ihm nur Hilfe gewähren.“
„Ich werde sogar noch mehr tun.“
, beschloss Toma spontan. „Ich werde ihn begleiten!“

>High Flyer Sonnensegler<

Von seiner erhöhten Postion auf dem Ast eines Urwaldriesen aus hatte er die drei Schwarzrücken, die sich unaufhörlich, wohl ohne es zu wissen, dem Sonnensegler-Territorium näherten, schon von Weitem wahrgenommen.
Da er alleine war und immer noch mit der Erschöpfung von der letzten Jagd zu kämpfen hatte, legte er seinen Kopf wieder unter seine Schwingen, schreckte jedoch hoch als er das Quieken eines jungen Raptoren hörte.
Es hatte Ähnlichkeit mit dem Kreischen von Sonnensegler-Kindern und als High Flyer sah, was diese Raptoren da taten, wurde ihm übel. Sie töteten und fraßen doch tatsächlich Jünglinge ihrer eigenen Art!
Na gut, die Sonnensegler taten das auch, aber nur, wenn es sich um Totgeburten hatte, was bei gut einem Drittel der Nester vorkam.
Aber das Töten lebensfähigem Nachwuchses war etwas anderes. Unschlüssig legte er den Kopf schräg.
Was sollte er nur tun? Sollte er sich einmischen oder zulassen, dass dieses ungeheuerliche Verbrechen gegen die Natur geschah?
Er wusste es nicht und nach und nach erstarben immer mehr der leisen Geräusche bis nur noch eines zu hören war.
So kühn!, dachte er anerkennend, als das letzte Junge, das noch lebte, dem Schwarzrücken in die Krallenhand biss und so freikam und weglief. Es würde jedoch nicht weit kommen ohne Hilfe.
Jedoch konnte High Flyer weit und breit keine solche erkennen und aus einem spontanen Impuls heraus beschloss er zu helfen, stieß sich von dem Baum herab und schnappte sich das quiekende Raptorenjunges mit dem Schnabel. Danach nutzte er die Aufwinde, die in diesem Gebiet herrschten und erhob sich wieder gemächlich in die Lüfte.
Die Raptoren schrien aufgebracht und folgten ihm. Was für Narren, dachte der Flugsaurier. Gleich werden die Dornenechsen sie holen.
Und tatsächlich: Sobald die Raptoren, blind vor Wut über den Verlust ihrer Beute, das Gebiet der Saurier mit dem Segel auf dem Rücken betreten hatten, schnappten sich riesige Schnauzen alle drei Raptoren und der Flugsaurier konnte, während er so durch die Luft segelte, sehen, wie drei Donnerechsen ihre viel kleinere Beute zerrissen.
Geschieht ihnen recht, kommentierte High Flyer in Gedanken. Wer so etwas wie diese Kreaturen tut, gehört getötet.
Dann musste er wieder an den kleinen Raptor in seinem Schnabel denken. Er war so seltsam ruhig gewesen. Ihm war doch nichts passiert?
Er landete auf einem nahen Felsen und legte den Nestling dort ab und auch wenn er es nicht erwartet hatte, kam dieser sofort auf ihn zu und sah ihn aus großen Augen an.
Er hat gar keine Angst, staunte High Flyer. So ein kleines, kühnes Wesen hatte er noch nie gesehen und schon bald hatte er einen Entschluss gefasst, auch wenn sein Schwarm das bestimmt nicht gutheißen würde.

>Jack und Toma<

„Ich sage NEIN!“, betonte Jack hasserfüllt zischend als er von Tomas Plan erfuhr. „Sie kommt nicht mit!“
Nach diesen Worten sah er die Alpha mit vor Wut funkelnden Augen an. Diese zuckte zusammen, sowohl wegen der harten Worte als auch wegen dieses Blickes.
Saß sein Hass wirklich so tief? Hatte er sich nicht immer um die Anerkennung des Rudels bemüht und sich angestrengt, ihr zu gefallen und somit ihren Hass auf ihn zu mildern?
Zumindest hatte ihr es Silver so berichtet und sie hatte es nie für möglich gehalten, dass solch eine Wut in diesem sonst so gelassenen Raptor ruhte.
Nur wenn er jagte, konnte man eine gewisse Härte sehen, sonst aber war Jack eigentlich niemand, der hasste.
So hatte sie ihn eingeschätzt. Aber irgendwie konnte sie ihn ja verstehen. Sie hätte gewiss genauso empfunden, wenn sie an seiner Stelle wäre und der Alpha in ihren Augen versagt hatte.
„Nimm sie mit und ich begleite euch.“, kam nun Seekers Einwurf. „Mein Wissen um die Heilpflanzen dieser Insel, die örtlichen Gegebenheiten und die Sprachen der anderen Raubsaurier kann auf dieser Mission gewiss nützlich sein.“
„Ich...“
, fing Jack an, hielt aber inne, um sich selbst zu beruhigen. Dann sah er nämlich, dass seine Haltung töricht war.
Alleine oder nur in der Begleitung von Silver zu gehen, war extrem gefährlich und konnte ihn womöglich das Leben kosten, oder eben das seiner Krallenverbundenen und dass wollte er nicht, weshalb er schließlich seufzend fortfuhr: „Na gut. Sie darf mitkommen. Aber das ändert noch lange nichts an meinen Gefühlen für sie.“
Danach wollte er nur noch alleine sein und suchte in seiner und Silvers Höhle Zuflucht, wo er alles verloren hatte.

>Silver<

„Jack.“, sagte sie und der angesprochene Raptor sah sich um, in seinen Augen konnte sie Tränen sehen, was sie nicht erwartet hatte. Der Verlust seiner Jungen muss ihn sehr mitgenommen haben, was auch die nachfolgende Reaktion erklärte.
„Was ist?“, schnauzte er sie nämlich an und Silver zuckte kurz zusammen, hatte er sie doch noch nie so rüde angesprochen.
„Gib ihr eine Chance.“, versuchte sie die Lage zwischen ihm und Toma zu entschärfen. „Sie will doch nur helfen.“
„Warum?“
, gab Jack mürrisch zurück. „Sie hat versagt beim Schutz des Rudels. Das ist doch offensichtlich.“
Wenn ich ihn jetzt nicht beruhige wird der Stamm daran zerbrechen
, dachte sie besorgt. „Bitte!“, flehte sie deshalb. „Tue es mir zuliebe und zum Wohle des Stammes.“
„Na gut.“
, brummte Jack. „Aber sie bekommt nur diese eine Chance, mehr nicht. Wenn sie die verspielt, hat sie es bei mir verscherzt.“

>Toma<

„Hast du seinen Blick gesehen.“, fröstelte sie. „Noch nie hat mich ein Weißrücken so kalt angesehen.“
„Er ist in der Tat von Wut zerfressen.“
, erwiderte Seeker. „Er muss wirklich mit der Sache abschließen. Eher kann es keine Aussöhnung zwischen euch geben.“
„Hoffen wir, dass, wenn er erst Gewissheit wegen seiner Jungen hat, ihn sein Hass verlässt.“
, seufzte Toma.

>High Flyer Sonnensegler<

Er hatte es tatsächlich getan, den Raptor als seine eigene Brut angenommen! Immens würde er, so klein und mickrig, wie er im Vergleich zu den anderen Männchen war, eh kein Weibchen finden und das war auch ein Weg, an Nachwuchs heran zu kommen.
Der Widerstand seines Schwarms war wie erwartet groß. Wie konnte er nur einen Raptor, einen ihrer Feinde, in ihr Gebiet bringen und noch dazu adoptieren!?
War er sich nicht klar, dass die anderen Weißrücken ihn zurückfordern würden, wenn sie erst erfuhren, dass er noch lebte, womöglich wegen ihm einen Krieg beginnen?
Konnte er nicht einfach eines der vielen elternlosen Kinder aufnehmen, die infolge von Raubsauriern oder internen Kämpfen Waisen geworden waren?
Viele waren für den Tod des kleinen Raptors. Mehr als einmal musste er Angriffe von anderen Sonnenseglern abwehren.
Ganz so, als hätte ich wirklich eine Gefährtin, grinste High Flyer. Denn auch auch eine Gefährtin war bei den Sonnenseglern umkämpft, gab es doch bei den Flugsauriern stets mehr Männchen als Weibchen.
Infolgedessen gab es oft Duelle mit tödlichem Ausgang, nur hatte er nie gedacht, dass er selbst einmal Mitglieder seines eigenen Schwarms schwer verletzen oder gar töten würde und das wegen eines Raptors!
Wie komisch die Welt doch ist, dachte er und sah auf den Raptor herab, der sich als Sunrise vorgestellt und unter seiner linken Schwinge versteckt hatte, um mal wieder einem Angriff eines Sonnenseglers zu entgehen.
Irgendwann wird mein Schwarm schon verstehen, dass du nützlich für uns sein kannst, mein kleiner Sunrise Sonnensegler.

>Jack und der Suchtrupp<

Einen ganzen Tag suchten sie schon und hatten mittlerweile die wenigen Spuren, die von drei der vier vermissten Jünglingen übrig geblieben waren, entdeckt.
Nur Blut wies noch auf die einstige Existenz von Fire, Bleeding Tail und Great Teeth hin. Die Schwarzrücken mussten die Jünglinge komplett verspeist haben, mit all ihren Knochen!
„Wir sollten umkehren.“, meinte Toma zögerlich, die Jack nicht verärgern wollte. Aber egal, was sie auch gesagt hätte, er war im Moment so verzweifelt, dass gewiss alles ihn aufgeregt hätte.
„Warum?“, fragte Jack argwöhnisch. Wollte die Alpha aufgeben, obwohl noch Hoffnung für eines seiner Jungen bestand?
Hatte er sich doch nicht geirrt, als er angenommen hatte, Toma habe absichtlich keine Wachen aufgestellt, damit speziell seine Brut schaden nahm?
„Weil wir bald Dornenechsengebiet betreten und man mit diesen keinen Frieden schließen kann.“, erklärte die Anführerin der Weißrücken und Jack musste zugeben, dass – was auch immer diese Dornenechsen waren – sie eine ernsthafte Bedrohung darstellen mussten und die Alpha bekräftigte diesen Verdacht auch noch. „Diese Dreiergruppe von Bäumen dort bildet die Grenze und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass wir für diese riesigen Raubsaurier nur kleine Happen sind. Sie sind so aggressiv, sie würden uns angreifen, sobald sie uns in ihrem Territorium bemerken und dann kommt keiner von uns lebend davon!“
Jack wollte etwas Bissiges erwidern, bis ihm einfiel, dass Toma ja nur das Wohl des Stammes im Sinne hatte, wie es eine gute Anführerin auch tun sollte.
Er hingegen war egoistisch, wollte am liebsten, dass alle nach seinem Befehl handelten und seine Jünglinge suchten, koste es, was es wollte. Das konnte nicht gut für die Weißrücken sein.
Dann mischte sich Seeker ein. „Es ist in der Tat gefährlich, Donnerechsengebiet zu betreten.“, erklärte er. „Aber wir haben Glück. Sie kämpfen gerade um die Führung der Herde und da könnten wir unbemerkt durchkommen.“
„Also gehen wir weiter?“
, fragte Jack und sah Toma dabei hoffnungsvoll an.
„Na gut.“, seufzte diese. Was man nicht alles für das Wohl des Rudels tat.

>Majorus<

Der Saurier stand seinem Artgenossen gegenüber. Obwohl dieser größer und jünger war als er, war Majorus doch siegesgewiss.
Immerhin hatte er die letzten zehn Regenzeiten immer gesiegt, gegen Gegner, die ihn an Stärke überragt und sich stets schon als Sieger gesehen hatten.
Die natürliche Arena, umgeben von Dschungel und Bergen, diente schon seit ihrer Erschaffung als Treffpunkt und Austragungsort ihrer Führungskämpfe und in jeder Regenzeit fanden hier ein bis zwei seiner Artgenossen den Tod.
Aber das war notwendig, wenn der stärkste und fähigste Dornensaurier die Herde führen wollte und so wiederholte Majorus das übliche Ritual.
Zuerst umrundete er seinen Gegner, dann sah er diesen an und schrie in den Himmel. Danach stürmte er aus den anderen Saurier zu und beide verbissen sich ineinander, Majorus in den Hals seines Gegenübers und dieser in seine linke Flanke. Der Saurier verkniff sich einen Schmerzschrei und nutze das Schmerzgebrüll seines Gegners aus, um diesem dem Rest zu geben.
Wie immer hatte der größte von ihnen gewonnen und während sein einziger Gegner auf dem Steinboden sein Leben aushauchte, schrie er seinen Triumph in den Himmel und forderte die anderen sieben Männchen auf, mit ihm zu kämpfen.
Aber keinem wollte es so ergehen wie Incendus und so wurde Majorus zum Sieger der Rangkämpfe erklärt und durfte bestimmen, wer sich mit den drei Weibchen der Herde paaren durfte.
Dann rief eines der Weibchen, sie hieß Hora: „EINDRINGLINGE!“
„Wer?“, wollte Majorus wissen.
„Raptoren!“, berichtete Hora.
„Schon wieder?“, schüttelte Majorus ungläubig den Kopf und musste an den Schwarzrücken denken, den er getötet hatte. Hatten die Raptoren denn immer noch nicht gelernt, dass es ihnen nur den Tod brachte, wenn sie ihr Revier betraten?
Die Raptoren merkten natürlich sofort, dass man sie entdeckt hatte und versuchten zu entkommen. Aber Majorus trieb sie mit seinen Artgenossen in die Enge und wollte schon angreifen, als er den Stein um den Hals des einen Raptors aufleuchten sah.
Sie hatten einen von Saphira Auserwählten bei sich! Schnell befahl er, keine Angriffe auf diese Saurier zu unternehmen. Immerhin galten Saphiras Boten, die die Steine der alten Kultur trugen und es unter allen Rassen der Insel gab, auch bei ihnen, als eine neutrale, vermittelnde Kraft und sie durften nicht angegriffen werden.
Das wusste er umso besser, weil er auch ein solches Zeichen um dem Hals trug, das nur die Auserwählten wahrnehmen konnten
Lange unterhielt er sich mit dem Raptor, der Saphiras Symbol, die Träne, um seinen Hals trug. Diese repräsentierte all die Wut und Trauer, die sie während ihrer Gefangenschaft bei den Hiuma angesammelt hatte und obwohl Majorus nicht an diese Göttin der Raptoren glaubte, so war sie doch der erste von den Hiuma geschaffene Dinosaurier und ihr gebührte als solcher Anerkennung und Achtung.
Schließlich knurrte er und wies die anderen Männchen an, sie sollten gehen, was diese auch, wenn auch laut brüllend taten.
„Ihr dürft passieren, dieses eine Mal und auch der Rückweg sei euch gewährt.“, knurrte Majorus abschließend. „Aber wenn ihr noch einmal zurückkehren solltet, werdet ihr das gleiche Schicksal erleiden, wie die Schwarzrücken.“

>Jack und der Suchtrupp<

Sie beeilten sich, das Revier der Dornensaurier zu durchqueren. Dabei kamen sie auch an der Arena vorbei und verfolgten staunend, wie sich die beiden Spinosaurier, so hießen die Dornenechsen, wenn Jack sich richtig erinnerte, gegenseitig angriffen.
„Was machen m die da?“, wollte Jack wissen.
„Sie entscheiden, wer ihr Anführer wird.“, erklärte Seeker. „Dabei kommt es oft zu Todesfällen, aber so ist das bei den Dornenechsen nun mal.“
„Woher weißt du denn all das?“
, wollte Jack wissen. Irgendwie wusste dieser Raptor immer mehr als alle anderen und er fragte sich, woher dieser Älteste sein Wissen nahm.
Aber wie immer blieb er vage und knapp in seiner Antwort. „Saphiras Weg sind unergründlich und allein durch sie kommt mein Wisse.“, erwiderte er nämlich mysteriös und Jack war genauso schlau wie zuvor.
Irgendwie mochte er Seeker zwar, jedoch ging es ihm gehörig auf dem Keks, dass er so viele Geheimnisse hatte und bald offenbarte sich Jack ein neues Mysterium.
Denn als sie entdeckt und von den Spinosauriern in die Enge getrieben wurden, sah er, wie um Seekers Hals, während er mit dem offensichtlichen Anführer der Gruppe sprach, ein seltsamer Stein zu leuchten begann und schließlich gelang es dem Seeker, den Abzug der Spinosaurier zu erreichen.
„Wie hast du das gemacht?“, wollte Toma erstaunt wissen. „Ich dachte, man kann nicht mit Dornensauriern reden.“
„Ich war mir auch nicht sicher, ob es funktionieren würde, ob Saphira die Kraft hatte für eine solche Konversation.“
, erwiderte Seeker. „Aber wie es aussieht, ist sie uns und dieser Mission wohl gesonnen.“
Bin ich hier der einzige, dem diese Erklärung nicht ausreicht?
, dachte er. Immerhin hatte er gesehen, dass der Stein geleuchtet hatte kurz bevor Seeker mit dem Spinosaurier angefangen hatte zu sprechen.
Ich werde ihn später einmal darauf ansprechen, beschloss er. [i]Aber erst, wenn wir alleine sind. Sonst mache ich mich lächerlich, falls meine Wahrnehmung mich getäuscht hat.
Denn obwohl er es nicht zugeben wollte, war er eitel und war sehr davon besessen, was andere von ihm dachten, darunter auch Toma, auch wenn er sie im Moment vielleicht hasste.
Aber das würde sich legen, da war er sich sicher. Jedoch konnte er sie jetzt einfach nicht ab, änderte aber seine Meinung, als er hörte, was die Alpha nun sagte, nachdem sich selbst Silver dafür ausgesprochen hatte, umzukehren.
„Ich bin dafür, dass wir weitersuchen.“, mischte sich jetzt nämlich Toma ein und Jack sah sie verblüfft an.
Hatte er sich etwa in ihr geirrt? War sie womöglich doch ernsthaft am Schicksal seiner Jungen bemüht?
Dankbar nickte er schließlich der Alpha zu und Seeker erkannte sofort, dass zumindest ein Teil des Hasses, der zwischen beiden gestanden hatte, verschwunden war. Saphira sei dank!
Nur warum hatte Toma so plötzlich ihre Meinung geändert und wollte diese riskante Mission fortführen?
Der Älteste beschloss, die Alpha zu fragen und ihre Antwort überraschte ihn. „Du hast sein Junges gerochen und es war lebendig?“
„Ja.“
, nickte Toma. „Ich weiß nicht, warum nur ich es wahrnehmen kann. Vielleicht will Saphira ja, dass zwischen uns alles wieder gut wird. Denn sein letztes Kind lebt noch und Jacks Hass wird das gewiss mildern.“

>High Flyer Sonnensegler<

Er war gerade eingedöst, als er einen spitzen Schrei hörte, der von Sunrise zu kommen schien. Schnell schlug er die Augen auf und als er sah, dass sein kleiner Raptor von Weißrücken bedroht wurde, war er schnell bei ihm.
„Ihr nehmt ihn mir nicht weg!“, knurrte er und schnappte mit seinem Schnabel nach den Eindringlingen, die zurückzuckten. „Er gehört mir! Komm hinter mich, Sunrise!“
Der kleine Raptor tat, was ihm der Flugsaurier befohlen hatte. Es war ihm klar, dass das dort seine Eltern waren, dass er ein Raptor und kein Sonnensegler war. Aber er wollte nicht, dass sein Retter wieder alleine war und so begab er sich in dessen Obhut, unter High Flyers Schwingen.

>Jack und der Suchtrupp<

Endlich waren sie am Ende ihrer Reise angekommen und fanden dort tatsächlich eines der Jungen, Sunrise, lebend vor!
Er saß auf einem nahen Felsen und war zum Greifen nahe. Jack rannte zu ihm, aber schon kam ein großer Flugsaurier angesegelt und schnappte wie wild nach ihm.
„Warum gibt er mir mein Junges nicht zurück?“, wollte Jack verwirrt wissen und wies auf den grün-roten Flugsaurier, der zwar eine sehr große Flügelspannweite haben musste, aber wenn der diese angelegt hatte, wirkte er nicht viel größer als ein Raptor, auch wenn sein mit spitzen Zähnen bewehrter Schnabel sehr gefährlich wirkte.
„Ich will versuchen, es herauszufinden.“, meinte Seeker. „Aber es könnte etwas schwierig werden. Die Sprache der Sonnensegler ist eine grausam archaische und voller blumiger und undeutbarer Begriffe. Es könnte also dauern, bis ich Näheres weiß.“
Während der Raptor sich mit diesem Flugsaurier in dessen seltsamer Kreisch-Sprache unterhielt fiel Jack wohl als einzigem der Gruppe wieder der seltsame, blaue, tränenförmige Stein auf, der um dessen Hals hing und jedes Mal leuchtete, wenn er sich mit dem Flugsaurier verständigte.
Konnte es an diesem Stein liegen, dass der Älteste die Sprachen der anderen Dinosaurier auf dieser Insel verstand? Immerhin hatte er auch geleuchtet, als er sich mit diesem Spinosaurier unterhalten und sie so gerettet hatte.
Was war das für ein Stein? Hatte Seeker damit Verbindung zu Saphira, wie es bei den Raptoren hieß oder war es eine unbekannte Technologie, die es nur auf dieser Insel gab?
Jack wollte schon intensiver darüber nachdenken, als der Älteste sich wieder zu Wort meldete. „Ich habe nicht alles verstanden, was High Flyer, so heißt dieser Sonnensegler hier, gesagt hat, aber so wie ich es verstehe, ist es nicht mehr dein Junges, Jack.“
„Wie das?“, meinte der Raptor schockiert.
„Er scheint es adoptiert zu haben.“, deutete Seeker das Gekreische des Sonnenseglers. „Offenbar hat er es aus den Klauen der Schwarzrücken gerettet und nun ist Sunrise sein Eigentum!“
„Sunrise Weißrücken gehört niemandem!“
, protestierte Jack. „Niemandem außer seinen Eltern!“
„Laut Sonnensegler-Gesetzen schon.“
, gab Seeker zu bedenken. „Es gibt hier offenbar oft Adoptionen, wenn es auch so einen Fall wie bei High Flyer noch nie gegeben hat. Jedoch sind im Falle einer von der Leitung anerkannten Adoption, und Sky Queen hat sie anerkannt, trotz des Widerstandes des Stammes, die Gesetze hier eindeutig.“
„Und was sagt Sunrise zu der ganzen Sache?“
, erkundigte sich nun Silver.
„Er nennt sich selbst nicht länger Sunrise Weißrücken, sondern Sunrise Sonnensegler.“, erwiderte Seeker, nachdem er sich erneut mit High Flyer unterhalten hatte.„Er weiß, dass er eigentlich zu uns gehört, will aber hier bleiben!“
„Aber das können wir doch nicht zulassen!“
, sagte Jack. „Er ist immerhin ein Raptor und noch dazu mein Kind!“
„Jack.“
, sagte Silver sanft und legte ihre linke Klauenhand auf seinen Rücken. „Sollten wir nicht gemäß Sunrises Wunsch handeln?“
„Schon.“
, gab Jack zu. „Nur schmerzt es mich, auch dieses Junge zu verlieren.“
„Sieh es nicht als Verlust.“
, warf Seeker ein. „Denk es dir vielmehr so: Du gewinnst eine ganz neue Familie hinzu. Sunrise und High Flyer haben nämlich versprochen, das sie vorbei kommen werden. Außerdem will High Flyer sich um ein dauerhaftes Bündnis mit den Sonnenseglern bemühen.“
„Wenn du meinst.“
, gab Jack zweifelnd zurück und sie verließen das Gebiet der Sonnensegler.

>Toma<

Mehrere Sonnen waren seit ihrer Expedition ins Sonnensegler-Gebiet vergangen und High Flyer hatte all seine Versprechen gehalten.
Er war zum Liebling der Schwarmkönig Sky Queen geworden und so hatte er ein dauerhaftes Bündnis mit den Weißrücken erwirken können, unter der Bedingung, dass sie hin und wieder gemeinsam auf die Jagd gingen.
Toma hatte dem zugestimmt, immerhin musste sie auch an eine Zeit nach den Schwarzrücken denken und da war es immer wieder gut, wenn man Verbündete hatte.
Und irgendwie musste sie lachen. Diese Sache mit Jacks Nachwuchs mochte noch so schlimm sein. Aber sie hatte mehrere positive Nebeneffekte gehabt.
Erstens würden sie wohl nie wieder von Sonnenseglern angegriffen werden, zweitens war Jacks letztes Junges, Cruel Fang, das stärkste des Nests gewesen und würde einst ein guter Krieger werden und drittens war ihr Hass auf Jack geschrumpft, ebenso wie umgekehrt. Mehr konnte man doch nicht erwarten und die Weißrücken würden gestärkter denn je aus dieser Sache hervorgehen!
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Dr.Henry Wu
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   11.06.13 18:16

Der Anführer der Schwarzrücken oder wie die auch heißen ist doch ein Männchen, dann Frage ich mich warum er diesem Dr Jones einen Antrag macht. Smile
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Mafnar
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   11.06.13 18:24

Zu deiner Frage: EIn bisschen Slash gehört in jede Geschichte mit rein^^ (Slash gleich hier angredeutete Beziehungen Mann x Mann. Mehr ist hier auch nicht. Andeutungen. Deswegen als Rating für diese Geschichte 12.
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   11.06.13 19:39

Ich fand diesen Teil der Geschichte total traurig. Fressen Schwarzrücken einfach die Babys von Jack und Silver da kamen bei mir die Tränen aber dafür haben 2 überlebt.
PS. Kommt der Franck auch nochmal vor ?
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   11.06.13 20:12

Ja, er kommt noch einmal vor, also Franck, aber erst im nächsten Kapitel.

Kapitel 8

Das Geheimnis des blauen Steins 1 – Blue Eyes Verlangen


>Blue Eyes<

Er hatte sich tatsächlich dazu entschieden zu bleiben und noch dazu in seiner Nähe! Er konnte es kaum fassen. Noch weniger konnte er fassen, dass es ihn so erfreute, dass ein Hiuma unter Tyrannen lebte.
Das ist kein gutes Zeichen, schüttelte er sich. Solche Gefühle durfte er nicht empfinden. Immerhin waren Hiuma schlimmstenfalls Eindringlinge, bestenfalls Beute und mit Nahrung ließ man sich nicht ein, spielte man nicht.
Das war genauso schlimm wie wenn er sich mit seinem Pflanzenfresser einließ, nur dass Hiuma weitaus gefährlicher waren, trotz ihrer geringen Größe.
Von Pflanzenfresser konnte er auch tödlich verletzt werden. Wenn sie zu groß waren, konnten selbst Tyrannen Knochenbrüche und gefährliche innere Verletzungen davon tragen.
Aber diese taten es nie aus Heimtücke oder böswilliger Absicht. So etwas war nur den Hiuma zu eigen, die aus Spaß töteten.
Dennoch oder gerade weil die Hiuma – und speziell dieser hier, der ein Tyrannenei gerettet hatte – so besonders waren, zog es ihn wohl zu diesem einem hin, und weil er eh nie eine Gefährtin bekommen würde.
Immerhin waren stammesübergreifende Partnerschaften nicht üblich und er war viel zu klein, als dass er jemals einen Kampf gegen einen anderen Tyrannen gewinnen würde und das war schließlich überhaupt erst die Voraussetzung, eine Partnerin zu beeindrucken, wobei anders als bei den Dornenechsen die Kämpfe bei den Tyrannen kaum bis nie tödlich endeten.
Er schüttelte sich. Für einen Hiuma durfte er so etwas nicht empfinden. Aber er konnte nicht anders und schlich sich erneut zu der Höhle, wo dieser schlief. Er musste ihn einfach beobachten, wenn er schon keine Beziehung zu diesem haben konnte.
So klein und zerbrechlich, dachte er, während er seine Schnauze in die Höhle steckte und langsam den Geruch des Hiuma einsog.
Was die anderen Tyrannen nur haben? So schlimm riechen diese Wesen doch gar nicht. Er konnte eine leicht säuerliche Note wahrnehmen, aber sonst fand er die Ausdünstungen dieses Hiuma eher anziehend als abstoßend und wer wusste schon, wie er für ihn roch.
Und dennoch, obwohl alle Saurier sie eher verachten, haben sie es geschafft, die gesamte bekannte Welt zu erobern, kam Blue Eye in den Sinn.
Dann musste er tief seufzen. Wenn es doch nur einen Weg gab, wie er mit ihm kommunizieren und ihm so sagen könnte, was er für ihn empfand.
Doch er wusste von keiner Möglichkeit und so verließ er frustriert brüllend den Hiuma, obwohl sein Verlangen nach ihm immer mehr wuchs.
NEIN!, rügte er sich innerlich und schüttelte sich. Wenn ich erst richtig in der Paarungszeit bin, werde ich ihm wahrscheinlich richtig wehtun.
Er konnte es nämlich spüren, wie seine erste wirkliche Begierde nach einem Partner wuchs, wie seine Lust und Wildheit immer mehr zunahmen.
Nicht mehr lange und er wurde von seinen Trieben übermannt und dann konnte er nicht mehr für die Sicherheit des Hiuma garantieren!

>Fredrik<

Ihm war natürlich der nächtliche Besuch des T-Rex mit dem blauumrandeten Auges nicht entgangen und er konnte nicht sagen, warum er sich so sicher war, dass dieser ihm nichts tun würde.
Aber er hatte wieder recht behalten. Wie all die Nächte zuvor war der T-Rex gekommen, hatte ihn beobachtet und war dann laut brüllend verschwunden.
Fredrik stand auf und seufzte. Wenn er doch nur verstünde, was diesen T-Rex bewegte, warum er immer wieder kam, ohne ihm etwas zu tun.
War es möglich, dass dieser Saurier etwas für ihn empfand? Unmöglich!, dachte er. Dazu musste er erst einmal zu solch komplexen Gefühlen fähig sein. Dann musste er sich selbst rügen, weil er so vorschnell urteilte.
War er nicht vor zwei Nächten selbst Zeuge einer Tat gewesen, die man durchaus als so etwas wie Sorge um ihn deuten konnte?
Immerhin hatte dieser T-Rex die Raptoren alleine angegriffen, obwohl sie zu dritt gewesen waren und dadurch an der Seite mehrere Krallenwunden davon getragen. Seitdem war der Raubsaurier immer öfter zu ihm gekommen.
Konnte man das nicht eindeutig als Beweis für Intelligenz und Zuneigung deuten oder ging er mit dieser Annahme zu weit? Wollte der T-Rex womöglich nur seine Beute schützen?
„Ich werde es wohl nie erfahren!“, rief er frustriert, da er es hasste, nicht genügend Informationen zu haben, und schlug mit seiner linken Faust gegen die Rückwand der Höhle.
Normalerweise hätte selbst seine für Faustkämpfe von Nanobots metallverstärkten Fingerknöchel nicht mehr als eine Kerbe oder ein Loch dort hinterlassen sollen.
Aber seltsamerweise sprang die Rückwand der Höhle in Stücke und gab den Blick frei auf einen seltsam blau erleuchteten Tunnel. Sollte er diesem folgen, obwohl er nicht wusste, was ihn womöglich dort erwartete?
„Ach, was soll´s.“, murmelte er. Wann hatte er schon jemals vor dem Unbekannten oder einer Herausforderung zurückgeschreckt? NIEMALS!
Also ging er in den Tunnel, dessen Wände von selbst zu leuchten schienen, auch wenn ihm nicht klar war, wie sie das taten. Vielleicht waren es ja selbst leuchtende Moose.
Auf jeden Fall schien der Gang schier endlos in den Berg hineinzuführen und nach mehreren Abzweigungen fand er sich vor einer Treppe wieder.
Wie angewurzelt blieb er stehen. Was zur Hölle machte die hier? Wie kam das auf so eine abgelegene, von der Zivilisation verlassene Dschungelinsel?
Sie war zumindest definitiv nicht natürlichen Ursprungs - er konnte Bearbeitungsspuren an ihr und den Wänden sehen - und auch den Mitarbeitern und Wissenschaftlern von InGen und den derzeitigen Bewohnern der Anlage traute er es nicht zu.
Schließlich schien dieser Tunnel lange Zeit verschlossen gewesen zu sein und auch der relativ schlechte Erhaltungszustand der Treppe ließ Derartiges vermuten.
Nur wenn die Menschen all dies nicht erschaffen und versiegelt hatten, wer war es dann gewesen? Blieben ja eigentlich nur noch die Dinosaurier, oder?
„Das ist doch lächerlich!“, rügte er sich selbst. Sie mochten zwar durchaus Intelligenz aufweisen. Aber er hatte auf dieser Insel bislang noch nichts gesehen, was nicht von den Menschen erschaffen worden war.
Also nahm er an, dass eine untergegangene Zivilisation das geschaffen haben musste, auch wenn er in Fort Knox, wo alle großen Geheimnisse der Menschheit - und auch darüber hinaus – gelagert wurden, keinerlei Hinweise darauf gefunden hatte.
Überhaupt war dort dem Jurassic Park und den beiden Inseln nicht einmal eine Abteilung gewidmet, da sämtliche Informationen über die Dinosaurier öffentlich zugänglich waren.
Das aber konnte nur eines heißen: Er hatte hier etwas vollkommen Unbekanntes und Neues entdeckt!
Nun war seine Neugier geweckt. Immerhin war er nicht nur Soldat, Söldner und Terrorist, sondern auch ausgewiesener Experte alter Kulturen und hier hatte er wahrscheinlich die Gelegenheit, eine solche als Erster zu erkunden.
Aber obwohl er schnell erfahren wollte, was ihn hier erwartete, ließ er doch die Vorsicht nicht beiseite.
Immerhin waren die Stufen vom herab tropfenden Wasser glitschig und so war er stets darauf bedacht, nicht auszurutschen und am Ende mit gebrochenen Genick zu enden.
Außerdem achtete er auch auf Fallen, da er es schon oft erlebt hatte, dass alte Stätten gut geschützt waren.
Hier aber schien es nicht so zu sein. Vielleicht handelte es sich ja um eine heilige Stätte und deswegen gab es hier keine Fallen.
„Wie lang geht es denn noch in die Tiefe?“, murmelte er keuchend und musste kurz inne halten, um neue Kraft zu schöpfen. Dabei musste er lachen.
Er war halt nicht mehr der Jüngste. Was er früher gewiss ohne Probleme und Pausen geschafft hätte, benötigte halt jetzt etwas länger, da er eben schon auf die Vierziger zuging. Aber er ließ sich nicht unterkriegen und ging nach kurzer Pause weiter.
Schließlich sah er das Ende der Treppe und dort schien das blaue Leuchten noch intensiver zu werden.
Bald stand er vor einem von zwei mit Tränenverzierungen versehenen, großen, mächtigen  Säulen getragenen Portal.
Dieses führte in eine Halle mit Kuppeldecke und als er diese betrat, stockte ihm der Atem. Sie war voller Inschriften und Malereien und die letzteren waren sehr einzigartig und farbintensiv, zeigten sie doch Dinosaurier. War etwa die Vermutung, die er gleich verworfen hatte, doch richtig?
Er konnte sich aber nicht weiter darauf konzentrieren, da er nun vom Zentrum der Halle gefesselt wurde. Dort befand sich ein riesiges Becken, gefüllt mit Wasser und seltsam blau leuchtenden Steinen.
Fasziniert sah er diese an und ohne nachzudenken griff er nach unten und fischte einen der tränenförmigen Gegenstände heraus.
Sofort bereute er seine Tat. Wurde er doch augenblicklich von Krämpfen geschüttelt und von seltsamen Visionen über Saurier und antike Zivilisationen heimgesucht.
Die Schmerzen nahmen dabei mit jeder Vision zu und schließlich übermannte ihn die Ohnmacht, auch wenn er eigentlich an solche Strapazen hätte gewöhnt sein müssen, und er fiel bewusstlos zu Boden.

>Seeker und Saphiras Auserwählte<

„Lebt er noch?“, wollte Sky Queen wissen und kam mit angewinkelten Flügeln neben ihn, während sie mit ihrem Schnabel leicht an der seltsamen Kleidung des Hiuma zupfte.
Sie wusste, dass sich Hiuma in seltsame Hüllen aus Tierhäuten kleideten, ihr entging aber der Sinn dieser ganzen Aktion.
„Wie es aussieht, hat er die Vereinigung mit der Träne Saphiras überstanden.“, gab der Älteste der Weißrücken überrascht zurück. „Und damit wird er nach seinem Erwachen wahrscheinlich einer von uns sein!“
„Das kann nicht dein Ernst sein!“, zischte der Dornensaurier empört, der zum ersten Mal an dieser Versammlung teilnahm, da er nach Incendus´ Tod die Träne geerbt und somit zu einem Geheimnisträger geworden war. „Ein Hiuma als ein Bote Sahpiras? So etwas hat es noch nie gegeben und darf es meiner Ansicht nach auch nicht geben!“
Majorus mochte noch neu hier sein. Aber er hatte dennoch all das, was seine Vorgänger erlebt hatten, gesehen, bei der Vereinigung und wusste somit, dass noch nie ein Hiuma eine Träne getragen hatte.
Das wäre ja auch noch schöner, dachte der aufgebrachte Dornensaurier. Dass so widerliche Kreaturen wie die Hiuma etwas mit mir gemeinsam haben sollen.
Seeker seufzte. Immer diese Dornensaurier. Sie waren so hitzig und wild, dass man mit ihnen immer Probleme hatte.
„Nicht so voreilig!“, wies er den Nachfolger des so ruhigen Incendus zurecht. „Es kann doch kein Zufall sein, dass er ausgerechnet in ihrer Nacht zu uns findet und noch dazu die erste Phase der Verschmelzung überlebt!“
„Außerdem trägt er doch schon lange die Träne um seinem Hals.“
, mischte sich nun Fearsome Claw ein. „Damit hat er auch die zweite Phase der Vereinigung überstanden und ihr wisst, was das zu bedeuten hat.“
Nun sah der Tyrann alle versammelten Auserwählten, vier insgesamt, für jede große Raubsauriergruppe auf der Insel einen, scharf an, ganz besonders diesen neuen, Majorus hieß er wohl. Ach, wie er Incendus doch vermisste. Wieso hatte sich dieser Narr auf diesen sinnlosen Kampf nur eingelassen?
Hatte er echt gedacht, er könne einen so starken Gegner wie Majorus besiegen? Immerhin waren bis zu diesem Zeitpunkt sämtliche Duelle mit ihm tödlich ausgegangen.
Noch mehr überrascht als diese seltsame Entscheidung seines Freundes Incendus hatte ihn die Wahl der Träne.
Wieso hatte sie einen Dornensaurier ausgewählt, der einen solch hitzigen Charakter und überhaupt keine Erfahrung mit Saphiras Licht hatte?
Dann jedoch, nach langem Schweigen, gab Majorus seinen Fehler doch noch zu. „Ja, ja, ja.“, knurrte er widerwillig. „Saphiras Wille ist unergründlich und sie hat sich schon für ihn ausgesprochen. Aber eines sage ich euch: Verratet ihm unsere Geheimnisse und er wird uns verraten. So und nicht anders sind Hiuma!“
„Das zu behaupten, wäre voreilig.“
, meinte Seeker. „Wir können nicht anhand der wenigen Hiuma, die wir kennen und die uns so übel mitgespielt haben, Rückschlüsse auf eine ganze Rasse ziehen. Außerdem können wir eh erst sehen, ob er die dritte und letzte Stufe der Verschmelzung erreicht hat, wenn er wach ist. Wenn er uns nicht verstehen sollte, sollten wir ihn töten, damit er nicht unsere Geheimnisse an andere Hiuma weiter gibt, da bin ich mit dir einer Meinung, Majorus. Aber ist er vollkommen kompatibel, wirst du ihn in Ruhe lassen. Haben wir uns verstanden?“
Diese Frage war an alle Anwesenden gerichtet und nachdem bereits Sky Queen und Fearsome Claw zustimmend genickt hatten, sah er besonders streng Majorurs an.
Dieser zuckte zusammen. Der Raptor mochte zwar klein und schon alt sein. Aber er strahlte eine Autorität und Macht aus, dass selbst Majorus sich unterordnete.
Außerdem war er der Anführer dieser aus so unterschiedlichen Sauriern bestehenden Gruppe. Und ich hätte ihn neulich beinahe töten lassen, graute es ihm.
Wenn er das aber getan hätte, wäre diese Gruppe gewiss zerbrochen oder sie hätten ihn ersetzen lassen. Den Mörder des direkten Nachkommens Saphiras konnte man doch nicht leben lassen.
Immerhin war es die Raptorin mit dem blauen Rücken gewesen, die, nachdem sie die erste Träne gefunden hatte und von den Hiuma auf diese Insel gebracht worden war, diese Gruppe erst gegründet hatte und mit der Zeit waren auch die Tyrannen, Sonnensegler und sogar seine Herde in das Geheimnis eingeweiht worden, woraufhin sich dieses neutrale Bündnis erst hatte formieren können.
Aber obwohl er Achtung für den Raptor empfand beschloss er, dass er es selbst sein sollte, der den Hiuma töten würde, falls er nicht mit ihnen reden konnte oder ihre Geheimnisse ausplauderte.
„Kommen wir endlich zu dem eigentlichen Grund dieses Treffens.“, sagte der Älteste, nachdem er auch ein Zeichen der Zustimmung von Majorus gesehen hatte. „Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Gibt es würdige Anwärter für Saphira?“
Zuerst sah er die Dornenechse an. „Hora hat gewiss das Zeug zu einer Tränenträgerin.“, sagte dieser, auch wenn er dabei den Hiuma weiterhin aufmerksam musterte. „Sie hat mir neulich gestanden, dass sie die Weißrücken in unserem Gebiet nur bemerkt hat, weil sie ein blaues Leuchten gesehen hat.“
Zufrieden nickte Seeker. „Dann wird sie bald bereit sein, auch wenn sie gerade in der Paarungszeit ist, wie ich gehört habe.“, erwiderte er. „Wie sieht es bei den Tyrannen aus?“
„Blue Eye macht sich sehr gut.“
,
entgegnete Fearsome Fang stolz. „Er hat mehrmals angemerkt, dass er um mich herum einen blauen Schein wahrzunehmen scheint. Außerdem bin ich dank ihm weniger skeptisch, was diesen Hiuma angeht.“
„Wie das?“
,
wollte Majorus argwöhnisch wissen. „Haben die Tyrannen nicht die Hiuma angegriffen, weil sie euch ebenfalls angegriffen haben?“
Dachte ich mir, dass er es ist, der das einwirft
,
seufzte der Tyrann innerlich. „Das darf diese Höhle hier niemals verlassen.“, bat er die Anwesenden. „Die Folge für Blue Eye wäre schwerwiegend. Ich habe es schon früh bemerkt, auch wenn er es nicht weiß. Der kleine Tyrann hat Gefühle für diesen Hiuma da.“
„WAS!?“
,
rief Majorus empört und funkelte ihn wild an. „Und so etwas lässt du zu, so eine artfremde Beziehung?“
„Noch ist es keine richtige Beziehung.“
,
gab der Tyrann zurück. „Noch empfindet nur Blue Eye etwas für diesen Hiuma. Aber wenn beide sich erst verständigen können, wer weiß. Dann kann mehr entstehen. Aber was hätte ich tun sollen? Den Retter meines Dark töten? Undenkbar!“
„Wer ist Dark?“
,
wollte Majorus wissen.
„Ihr alle kennt sicherlich die Hintergründe, die die Tyrannen dazu bewogen haben, die Hiuma anzugreifen.“,
erklärte Fearsome Claw. „Nun, Dark ist der schwarze Tyrann, der aus dem Ei geschlüpft ist, dass dieser Hiuma da gerettet und mir wieder übergeben hat. Da konnte ich ihn doch nicht töten. Außerdem hätte mir das Blue Eye eh nie verziehen.“
„Vielleicht hat Saphira ihn ja deshalb ausgewählt.“
,
mutmaßte Seeker. „Weil sie etwas mit Blue Eye und dem Hiuma vorhat.“
„Also denkst du wirklich, Saphira würde diese Art von Beziehung ernsthaft gutheißen?“
,
schnaubte Majorus.
„Da sie nur selten zu uns spricht, kann ich es natürlich nicht mit Bestimmtheit sagen.“,
erwiderte Seeker. „Aber ich denke. Dass es im Bereich des Möglichen liegt.“
„Aber hasst Saphira nicht alle Hiuma oder hat es zumindest getan, als sie noch gelebt hat?“
, warf Majorus ein.
„Nun, wie es scheint, ist sie eine verzeihende Göttin.“, gab Seeker zurück und gerade als Majorus etwas Spitzes erwidern wollte, wandte er sich an die Sonnenseglerin. „Aber wir sind noch nicht fertig. Nun, wie sieht es bei dir aus, Sky Queen?“
„High Flyer und Sunrise Sonnensegler machen sich sehr gut!“
,
betonte sie. „Ich bin mir sicher, dass sie beide das Zeug zu Auserwählten haben.“
„Gut.“
, erwiderte Seeker. „Dann ist ja unsere Nachfolge gesichert. Bei den Weißrücken sieht es auch gut aus. Jack und sein Junges sind gewiss bald bereit. Jack hat mich sogar schon nach meiner Träne gefragt.“
„Jack war doch dieser Raptor, der einst ein Hiuma gewesen ist?“
,
fragte Majorus.
„Aber natürlich.“
, grinste Seeker.„Immerhin hat er schon mit Saphira Kontakt gehabt und ihm ist auch mein Kristall aufgefallen.“
„Wo wir gerade von den Hiuma reden, unserer hier ist wach!“
, hob Fearsome Claw hervor und sofort wanderten alle Blicke zu dem Hiuma.

>Fredrik<

Langsam schlug er die Augen auf und das erste, was ihm auffiel, war, dass er plötzlich alles in einem seltsamen Blau sah. Das lag nicht nur an dem schimmernden Becken. Irgendetwas hatte seine Sichtweise verändert!
Egal aber, wie oft er seine Augen auch schloss und wieder öffnete, alles blieb blau. Dann erinnerte er sich, dass er doch diesen seltsamen Stein berührt hatte und als er auf seine Brust sah, prangte er dort und er bekam ihn nicht ab!
Was war hier nur los? Ein leichter Anfall von Panik ergriff ihn, der nur noch verstärkt wurde, als er sah, was noch in der Halle war außer ihm.
Denn dort standen doch tatsächlich die vier gefährlichsten Räuber dieser Insel und das in seiner unmittelbaren Nähe! Ein Raptor, ein Spinosaurier, ein T-Rex und ein Flugsaurier sahen ihm direkt in die Augen!
Beruhige dich!, gemahnte er sich innerlich. Sie haben dich bis jetzt nicht gefressen und wer weiß, ob sie das überhaupt vorhaben. Außerdem schau dir den T-Rex mal genauer an, den kennst du doch.
Ja, es stimmte, das war doch der Raubsaurier, dessen Ei er gerettet hatte!
„Können wir ihn fressen?“, meinte der Spinosaurier fast ekstatisch. „Immerhin scheint er uns nicht zu verstehen.“
„Immer mit der Ruhe, Majorus.“
, rügte ihn der Raptor.
Hatte er wirklich gerade verstanden, was diese Saurier gesagt hatten? Unmöglich. Doch da, schon wieder.
„Kannst du uns verstehen?“, fragte der Raptor nämlich und Fredrik konnte ein 'Schade' von dem Spinosaurier hören, nachdem er verständnislos genickt hatte.
„Dann ist es hiermit bestätigt!“, verkündete der Raptor. „Die Verschmelzung ist zu 100 Prozent vollbracht!“
„Verschmelzung?“
, fragte Fredrik und war noch verwunderter, als er sich mit den Dinosauriern verständigen konnte.
„Du bist zurecht verwirrt.“, fing der Raptor an und stellte erst sich und die anderen vor ehe er fortfuhr zu erklären. „Du hast doch einen der Steine berührt, die im Becken lagen. Nun, diese haben die besondere Fähigkeit, dass man mit ihnen mit anderen intelligenten Wesen reden kann, vorausgesetzt, man überlebt die Verschmelzung.“
„Wenn ihr mit anderen Rassen reden könnt, warum habt ihr diese Gabe nicht mit allen geteilt?“
, wollte Fredrik wissen, nachdem er den ersten Schock überwunden hatte.
„Saphiras Tränen bedingen einen bestimmten Entwicklungsstand.“, erklärte der Raptor. „Sie verschmelzen sich nicht mit jedem und bringen die um, die ihrer nicht würdig sind. Darum haben wir sie auch noch nicht allgemein zugänglich gemacht.“
„Saphira?“
, fragte Fredrik. „Wer soll das sein?“ Noch ehe dieser Seeker antworten konnte verlor seine Umgebung an Kontur.
„Was geschieht hier?“, fragte er erstaunt, während die Höhle um ihn herum langsam verblasste und einem Dschungel platz machte.
„Deine Frage wird beantwortet und wir werden Zeuge von Saphiras zweiter Geburt!“, gab der Raptor feierlich zurück und bald konnten alle Auserwählten sehen, wie Saphira zu dem geworden war, als das sie heute von allen Raptoren angebetet wurde.

>Saphira<

Neugierig sah die Raptorin den Vollmond an. Sie wusste nicht, warum er sie so faszinierte. Noch war ihre Intelligenz nicht zu vergleichen mit der ihrer späteren Nachkommen.
Sie konnte Probleme lösen, sogar komplexe Befehle an ihr Rudel geben. Aber sie war sich nicht unbedingt ihrer Selbst bewusst, so wie die Wesen es verstanden, die sie geschaffen und später auf diese Insel gebracht hatten.
Sie war gerade etwas trinken, als sie ein blaues Leuchten wahrnahm und im Wasser einen ungewöhnlichen Gegenstand entdeckte, wie sie ihn noch nie zuvor gesehen hatte.
Er war blau und schien ein Leuchten auszustrahlen. Außerdem zog er sie seltsam an. Konnte sie da nicht einen Ruf hören, der sie aufforderte, ihre Entdeckung zu berühren?
Sollte sie es wagen? War ihre Neugier ausgeprägt genug, um etwas potentiell Gefährliches zu berühren?
Sie schüttelte den Kopf und senkte dann kühn ihre Schnauze, um mit dieser den Stein zu erkunden. Er roch nach nichts und war seltsam kalt.
Als sie den seltsamen Stein, der durch den Fluss angespült worden war, jedoch berührte, wurde sie von Schmerzwellen heimgesucht, die sie fast ohnmächtig werden ließ.
Aber sie überstand die Verschmelzung mit dem Stein und als sie ihre Augen öffnete, hatten diese einen seltsamen Glanz und sie funkelte wütend jene Wesen an, die sie gefangen hielten.
Sie fasste einen Beschluss: Wenn sie die Gelegenheit dazu hatte, würde sie diese Hiuma, so nannte sie fortan ihre Schöpfer, töten und sie so von ihnen befreien!

>Fredrik<

„Damals wurde sich Saphira ihrer selbst bewusst, damals fing sie an, gegen die Hiuma zu kämpfen.“, meinte der Raptor.
„Also wurdet ihr alle erst durch diese Tränen intelligent?“, fragte er.
„So kann man es sagen.“, war die Antwort des Dinosauriers. „In dieser Nacht, die wir heute als die Nacht von Saphira verehren, änderte sich unser aller Schicksal.“
„Waren damals schon alle Raptoren und Raubsaurier so intelligent wie Saphira nachdem sie die Träne entdeckt hatte?“
, erkundigte sich Fredrik.
„Keineswegs.“, antwortete der Raptor namens Seeker. „Es dauerte mehrere Regenzeiten, ehe sich die Intelligenz soweit ausbreitete, dass wir ein Bewusstsein für uns entwickelten. Aber als das erst geschehen war, wurde Saphira allgemein als die erste von uns anerkannt und später zu Göttin.“
„Kann es sein, dass die Tränen irgendwie daran beteiligt waren, dass die Raubsaurier zu dem wurden, was sie heute sind?“
, wollte Fredrik wissen.
„Das haben wir uns auch gedacht.“, nickte Seeker.
„Vielleicht haben diese 'Tränen' ja einen Effekt auf das Trinkwasser gehabt, nachdem Saphira sie  dadurch aktiviert hat, dass sie sie berührte.“, dachte Fredrik laut nach. „Es könnte also eine Art Virus gewesen sein.“
„Könnte durchaus stimmen.“
, gab Seeker zu bedenken. „Auch wenn ich nicht weiß, was ein Virus ist.“
„Nun, Viren können Krankheiten hervorrufen.“
, erwiderte Fredrik. „Und vielleicht haben sie eben auch Veränderungen ausgelöst. Nur frage ich mich, wo diese Steine herkommen.“
„Das können sie dir selbst beantworten.“
, sagte der Raptor, berührte sanft seine Träne und eine erneute Vision erschien, eine, die in der Tat einiges erklärte.

>unbekannter Raptor<

In Thronsaal der Sonne stand ein Raptor mit blauem Rücken und sein Blick wanderte traurig zum Himmel, wo sich neben der Sonne ein ebenso helles Objekt zeigte, dass von Tag zu Tag größer wurde.
So geht es also mit uns zu ende, dachte er schwer seufzend. Wenn ich doch nur hätte mehr tun können.
Aber egal, was sie auch versucht hatten, sie hatten ihren Untergang lediglich hinauszögern können, sodass er nun nur noch in Lage war, ihr Vermächtnis zu hinterlassen.
Also legte er seinen Stein ab und begann zu sprechen, während dieser alles aufzeichnete. „Ich hinterlasse diese Nachricht für unsere Nachkommen, sollte es denn welche geben. Unsere Welt geht unter und wir können nichts mehr dagegen tun. Die Katastrophe lässt sich nicht mehr abwenden, obwohl wir es versucht haben. Diese Steine, von denen einer gerade diese Botschaft aufnimmt, sind wohl unser einziges Vermächtnis an euch. Sie sind Wissensspeicher und wenn ihr in eurer Entwicklung weit genug seid, könnt ihr sie gewiss genauso gut benutzen wie wir. Nun fragt ihr euch sicher, woher diese seltsamen Steine kamen. Nun, eines Tages, unsere Rasse war von von wilden Instinkten getrieben, fiel ein riesiger Stein vom Himmel, der blau glühte. Sobald er auf der Erde einschlug, zerbrach er in viele tausend kleine Teil und diese verteilten sich über die ganze Welt. Die damals intelligentesten Wesen, also wir Raptoren, wurden schließlich von den Steinen auserwählt und mit Intelligenz gesegnet, sodass wir ein riesiges, planetenumspannendes Reich erschaffen konnten. Aber trotz unseres hohen Entwicklungsstandes konnten wir unserem Verderben nicht entgehen. Ich hoffe, euch wird es besser ergehen und ihr werdet das Wissen der Steine besser nutzen können.“
Danach hörte der Raptor auf zu sprechen, nahm die Träne wieder an sich und legte sie um. Erneut sah er nach draußen, wo gerade die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, um so viel Wissen und Raptoren wie möglich in den Schutzräumen unterzubringen.
„Aber es wird nichts bringen.“, seufzte er. Lediglich die Steine würden überleben, wie sie schon so viele Ewigkeiten überstanden hatten. Nichts würde von ihrer Zivilisation zurückbleiben, nichts außer den blassen Erinnerungen in den Tränen.
Traurig ging er zum Thron, wo er auf das Unvermeidliche wartete und betrübt den immer näher kommenden Himmelskörper im Auge behielt.

>allgemeine Sichtweise<

Nachdem die Vision von dem Raptor verschwunden war, begann Seeker wieder zu sprechen. „Das war vor Saphira der letzte unserer Art, der eine Träne trug.“, meinte er. „Danach ging ihre Zivilisation unweigerlich unter und unsere ist noch lange nicht soweit wie ihre. Aber wir nähern uns ihnen schrittweise an und wenn man uns nur die Zeit lässt, werden wir eines Tages bereit sein für unser eigenes Reich.“
„Das muss etwa 65 Millionen Jahre her sein.“
, sinnierte Fredrik.
„Jahre? Ach du meinst Regenzeiten. Aber woher weißt du das?“, erkundigte sich Seeker, der zwar mit dem Begriff Million nicht unbedingt etwas anzufangen wusste. Aber es klang definitiv nach viel.
„Nun, wir Hiuma, wie ihr uns nennt, konnten ermitteln, dass die Dinosaurier durch einen Meteoriteneinschlag, begleitet von einigen anderen Katastrophen, ausgerottet wurden, vor eben 65 Millionen Jahren oder Regenzeiten.“, erklärte Fredrik. „Dabei musst du dir einen riesigen Stein vorstellen, der mit enormer Geschwindigkeit die Erde trifft und dadurch entsteht nicht nur ein Krater, sondern es werden auch enorme Mengen an Stein und Staub in die Luft geschleudert, die sowohl das Licht der Sonne verdecken als auch einen weltweiten Feuerregen verursachten. So wurden die Saurier sowohl durch Kälte als auch Feuer getötet. Allerdings würde das etwas der Theorie entsprechen, dass die Raptoren zu dieser Zeit schon längst ausgestorben waren. Aber offenbar irrt sich die Forschung da. Nur frage ich mich, wer das hier errichtet hat. Kein Bauwerk kann 65 Millionen Jahre überdauern.“
„Dort hinten in der Ecke sind die Erbauer dieser Anlage abgebildet.“, bemerkte Seeker und führte alle an eine Seitenwand, die bislang selbst den anderen drei Auserwählten Saphiras verborgen gewesen war.
Nur Seeker hatte diese Nische entdeckt und auf den richtigen Augenblick gewartet, es zu offenbaren und dieser schien jetzt gekommen.
Bald standen sie vor einem Ort und dort sahen sie Menschen, die diese Halle schufen und das Becken mit den Steinen füllten.
„Die Hiuma haben die Tränen entdeckt und all das errichtet!“, rief Majorus erstaunt.
„Ja.“, nickte Seeker und der Spinosaurier wollte zunächst nicht glauben, was ihm da offenbart worden war. Aber die Beweise waren offensichtlich.
„Gibt es einen Grund, warum du uns das so lange verheimlicht hast?“, mischte sich Fearsome Claw ein. Er war verärgert, dass ihm sein bester Freund diese Sache verschwiegen hatte.
„Weil Saphira es mir befohlen hat, als sie starb.“, gab Seeker zurück. „Sie wusste, dass unsere Rassen noch nicht bereit waren für so eine Enthüllung und sagte, eines Tages werde sie uns ein Zeichen schicken, dass es soweit ist und ich denke, dass der Hiuma eine Träne bekommen hat, könnte dieses Zeichen sein.“
„Das ist doch alles Unsinn.“, knurrte Majorus. „Jetzt willst du uns gewiss auch sagen, dass Blue Eyes Begierde für den Hiuma auch Teil dieses Zeichens ist.“
„Blue Eye? Begierde?“, fragte Fredrik verwirrt.
„Ich sehe nicht, warum das nicht so sein könnte.“, erwiderte Seeker und sah dann den Hiuma an. „Das erklärt dir am Besten Fearsome Claw. Ich habe etwas hier zu klären.“
Nach diesen Worten diskutierte der Raptor lange hitzig mit dem Spinosaurier und Fredrik beschloss, sich mit dem T-Rex zu unterhalten.
„Also gut.“, meinte er zögernd und suchte nach den richtigen Worten. Immerhin wollte er mit einem der größten Raubtiere sprechen, das es je gegeben hatte und ihn mit einem Bissen bequem verschlingen konnte. „Was meinte der Raptor mit 'Blue Eyes Begierde'?“
„Blue Eye ist ein Tyrann.“, antwortete der Raubsaurier. „Er ist der König der Tyrannen und war es, der den Befehl gab, die Hiuma-Siedlung anzugreifen. Seit diesem Vorfall fühlt er sich jedoch zu dir hingezogen."
„Habe ich es mir doch gedacht.“
, seufzte Fredrik. Damit war zumindest geklärt, warum dieser kleine T-Rex ihm immer so nahe gewesen war. Aber wollte er das? Er wusste es nicht, konnte es sich aber vorstellen.
„Du hast es gewusst!?“, rief Fearsome Claw erstaunt.
„Das war ja kaum zu übersehen.“, gab Fredrik zurück.
„Ich entschuldige mich natürlich für seine Aufdringlichkeit.“, sagte der T-Rex. „Und auch dafür, dass Majorus dich so zu hassen scheint.“
„Für Beides brauchst du dich nicht zu entschuldigen.“
, hob Fredrik hervor. „Die Aufmerksamkeit dieses T-Rexes für mich war sogar äußerst angenehm.“ Schließlich war er schon lange alleine gewesen, hatte einfach noch nie jemanden getroffen, mit dem er hätte zusammensein wollen.
„Dann willst du seine Gefühle erwidern?“, wollte Fearsome Claw wissen.
„Das kann ich dir nicht sagen.“, seufzte Fredrik. „Zunächst einmal müsste ich mit diesem Blue Eye selbst reden.“
„Das lässt sich gewiss bewerkstelligen.“
, lachte Fearsome Claw. „Du weißt ja, wo er zu finden ist, da, wo er immer ist.“
„Wir sind zu einer Einigung gekommen.“
, meinte Seeker schließlich als er zu ihnen zurückkehrte. „Majorus erkennt an, dass die Hiuma das erbaut haben, will aber weiterhin nichts mit diesen zu tun haben.“
„Ich frage mich, wie weit diese Tränen Atlantis beeinflusst haben.“
, dachte Fredrik laut.
„Atlantis?“, erkundigte sich Seeker.
„Das war ein altes legendäres Reich der Hiuma, also von uns.“, fing Fredrik an zu erklären. „Angeblich war dieses Reich viel höher entwickelt als alles, was es jemals gegeben hat und ein seltsames Material namens Orichalkos hatte daran einen großen Einfluss. Allgemein wurde angenommen, es sei ein Metall gewesen. Was aber ist, wenn es sich um die Tränen gehandelt hat?“
„Dann hätten sie eure Geschichte nachhaltig beeinflusst.“
, gab Seeker zurück.
„Und es würde auch erklären, wie das hier entstanden ist.“, merkte Fearsome Claw an.
„Ja.“, nickte Fredrik. „Diese Insel hier könnte ein letzter Überrest des ehemaligen Kontinents sein und die Hiuma, die den Untergang von Atlantis überlebten, haben das dann errichtet, ehe sie selbst ausgestorben sind.“
„Möglich.“
, erwiderte Seeker. „Aber das darf niemals von den Hiuma erfahren werden, ist dir das klar?“
„Ganz meine Meinung.“
, entgegnete Fredrik. „Sie würden diese Insel ausbeuten, bis sie nicht mehr bewohnbar ist und die Tränen untersuchen. Und wer weiß, vielleicht waren es ja am Ende die Tränen, die Atlantis versenkt haben und dieser Ort hat nur überstanden, weil diese hier gelagert haben. Demnach wäre das hier der Ursprung des Untergangs.“
„Also haben die Tränen nicht nur unsere Entwicklung beeinflusst, sondern auch die der Hiuma.“
, vermutete Seeker.
„Das könnte wirklich möglich sein.“, gab Fredrik zurück. „Es bleibt nur die Frage, wie weit sie mit den Steinen verschmolzen, offenbar stark genug, um zu wissen, wer sie einst getragen hat, aber nicht so stark, dass ihr sie als Nutzer der Tränen wahrnehmen könnt. Das könnte wiederum erklären, warum die Macht der Tränen diese Kultur letztendlich auslöschte: Weil sie unwürdig war, sie zu nutzen.“
„Aber du scheinst würdig zu sein.“
, meinte Seeker.
„Als würdig würde ich mich nicht gerade bezeichnen. Dafür habe ich zu viel getan, was unter den Hiuma als verwerflich gilt. Eine Frage noch, bevor ich mich zu diesem Blue Eye aufmache: Wie hieß dieser Raptor, der euch die Nachricht hinterlassen hat?, wollte er wissen.
„Saphira.“, antwortete Seeker.
„So wie der erste von meiner Rasse erschaffene Raptor?“, wunderte sich Fredrik.
„Ja.“, nickte Seeker. „Sie gab sich diesen Namen selbst und deshalb nehmen wir auch an, dass sie die Wiedergeburt eben jenes Saphira ist und die Träne deshalb nutzen konnte, zumal ihre Taten so einiges änderten. Immerhin hat sie die Raptoren vereint, auch wenn sie nach ihrem Tod vor 50 Regenzeiten wieder zersplitterten.“
„Danke nochmals für die Informationen und das mit entgegen gebrachte Vertrauen.“
, verbeugte sich der Hiuma. „Ich gehe dann mal zurück in die Höhle zu Blue Eye. Er wird sich bestimmt schon Sorgen machen.“
„Was denkt ihr jetzt von dem Hiuma?“
, fragte Seeker, nachdem Fredrik gegangen war.
„Ich habe nichts gegen ihn.“, meinte Sky Queen. „Wenn Saphira ihn auserwählt hat, so akzeptiere ich das.“
„Blue Eye vertraut ihn, also vertraue auch ich ihm.“
, hob Feearsome Claw hervor. „Außerdem kam es mir nicht so vor, als würde er uns verraten wollen. Eher scheint er sich Sorgen zu machen.“
„Ich bin zwar immer noch nicht vollkommen überzeugt.“
, sagte Majorus brummend. „Aber immerhin scheint er ein gewissen Interesse an Blue Eye zu hegen und wenn am Ende doch eine Beziehung dabei raus kommt, kann das nur zu unseren Gunsten sein.“
„Jetzt stimmst du dem also zu?“
, konnte Fearsome Claw sich nicht zurückhalten und lächelte den Dornensaurier an.
„Ich darf mich doch auch einmal irren.“, fauchte Majorus.
Fast wie mit Incendus, musste Seeker lächeln. Fearsome Claw und er waren zu Anfang genasuso. Vielleicht werden sie ja doch noch die besten Freunde.

>Blue Eye und Fredrik

Blue Eye war außer sich. Der Hiuma war fort. Wo war er? War ihm etwa zugestoßen? Konnte er zu ihm gelangen?
Der Höhleneingang war zu klein, als dass er ohne Weiteres den Rückzugsort des Hiuma betreten konnte.
Aber in seiner Sorge um diesen beschloss er, sich gegen den Eingang zu werfen und in der Tat passte er dann durch.
Sobald er drinnen war, sah er sich hektisch um und entdeckte bald den Gang an der Rückwand der Höhle, den es vor kurzem noch nicht gegeben hatte.
Nur würde er da nie durch passen, egal was er auch tat. Also ließ er sich besorgt nieder und wartete, dass sein Hiuma wiederkam.
Sein Hiuma?, rügte er sich. Er gehört dir nicht, sieh es ein und er wird dir auch nie gehören, da er nicht versteht, was du für ihn empfindest, flüsterte eine böse Stimme in ihm und aufgebracht brülle er auf, ehe er seufzte. Dieses innere Stimmchen hatte ja recht. Aber er wollte den Hiuma nicht aufgeben. Seine Seele verzehrte sich nach ihm, jetzt sogar noch stärker, wo er weg war und wo er in die Paarungszeit gekommen war.
Als er sich nähernde Geräusche hörte, hob er die Schnauze und da war er! Der Hiuma, den er so sehr begehrte. Aber irgendetwas war anders.
Dieses blaue Leuchten, das ihn jetzt umgab, hatte er doch schon einmal gesehen, bei Fearsome Claw.
„Was das nur zu bedeuten hat.“, murmelte er und war erstaunt als der Hiuma zu antworten schien und er ihn auch verstand! „Was hat was zu bedeuten?“, hörte er diesen nämlich sagen.
„Du verstehst mich?“, rief der Tyrann verwundert.
„Ja.“, nickte der Hiuma.
„Wie geht das?“, fragte Blue Eye erstaunt.
Dann erklärte er dem T-Rex, was er alles in der Halle erlebt hatte und gestand auch, wie er bezüglich einer Beziehung zu Blue Eye stand.
„Wirklich?“, fragte dieser erstaunt als er vernahm, was der Hiuma dachte.
„Ja.“, nickte Fredrik. „Ich kann mir eine Freundschaft mit dir vorstellen, vielleicht sogar mehr. Das aber braucht Zeit.“
„Darf ich heute bei dir bleiben?“
, fragte Blue Eye zaghaft. Er wollte nicht zu weit gehen, wollte ihre Freundschaft nicht durch überstürzte Taten zerstören.
Fredrik verstand sofort, dass der Tyrann seine Nähe suchte, erkunden wollte, ob es funktionieren und wie weit er gehen konnte.
Er seufzte, beschloss aber, dass er es drauf ankommen lassen würde. Vielleicht würde ja doch mehr draus werden.
Im Moment war das noch ungewiss. Aber Freunde konnten sie gewiss werden, da war er sich sicher. Also nickte er, machte es sich bei Blue Eye gemütlich und der Tyrann legte, nachdem er Fredrik sanft mit der Schnauze berührt hatte, seinen Schwanz schützend um diesen.
Er musste zugeben, dass ihm gefiel, wie der Tyrann ihn gerade behandelte und bald war er eingeschlafen, mit seltsamen Träumen, in denen er Blue Eye sah, und sich selbst, wie sie einander näher kamen und sich schließlich vereinigten.
Der Tyrann indes konnte nicht glücklicher sein. Nun, da sie sich verständigen konnten und auch der Hiuma angedeutet hatte, dass er durchaus etwas für ihn empfinden konnte, war Blue Eye erleichtert und machte sich keinerlei Gedanken mehr um die möglichen Folgen dieser Beziehung.
Es mochte Zeit brauchen und aus dieser beginnenden Freundschaft musste erst noch etwas Ernstes werden. Aber er war zuversichtlich, dass es das werden konnte und legte sich auch schlafen.
Mochten die anderen Tyrannen doch denken, was sie wollten. Er war glücklich und das war alles, was für ihn zählte.

>Generalversammlung der Tyrannen<



„Ist es wahr, was man sich erzählt?“, fragte Sharp und sah den König der Tyrannen wütend an. „Du sollst ein Verhältnis mit einem Hiuma haben?“

„Ich werde für Blue Eye sprechen!“, hob Fearsome Clae hervor und musste dabei seufzen. Er hatte echt gedacht, dass er mehr Zeit hatte, bis das mit den Beiden raus kam, dass der Krieg da schon beendet sein würde.
Aber dieser Sharp. Ihn musste er besonders im Auge behalten. Er hielt sich nur widerwillig an das Bündnis der Stämme und war auf jede Gelegenheit aus, dieses zu verlassen und würde gewiss das hier nutzen, um genau das auch zu tun.
„Er kann wohl nicht für sich alleine sprechen.“, spottete Sharp.
„Kann er sehr wohl.“, meinte nun Blue Eye und sah den anderen Tyrannen gleichgültig an. „Er will nur nicht.“
„Was soll das nun wieder heißen!“
, regte sich Sharp auf. „Willst du dich etwa über mich lustig machen?“
„Diese Diskussion ist doch nicht notwendig!“
, rief Fearsome Claw.
„Nicht notwendig?“, knurrte Sharp empört. „Wir sollen ignorieren, dass unser 'König' sich mit einer der Kreaturen einlässt, die wir bekämpfen? Das nenne ich mal Doppelzüngigkeit!“ Viele Tyrannen nickten zustimmend.
„Ich meine nur, es sollte uns egal sein, mit wem sich Blue Eye abgibt, solange er Erfolge vorzuweisen hat.“, gab Fearsome Claw zurück. „Oder könnt ihr verleugnen, dass er die Hiuma und Schwarzrücken innerhalb kurzer Zeit sehr stark dezimiert hat?“ Wieder nickten einige der Tyrannen und die meisten brummten. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass der Krieg so schnell und so gut verlaufen würde und das rechneten sie zu großen Teilen Blue Eyes Eifer zu.
„Das will niemand abstreiten.“, hob Sharp nun hervor. „Aber es ist doch eine Tatsache, dass so etwas nie und nimmer gut sein kann, eine Beziehung zu einem Hiuma.“

„Ich habe dein Gejammer satt, Sharp. Höre nun mein Urteil.“, verkündete Blue Eye schließlich. „Sharp wird für vogelfrei erklärt, wegen Hetze gegen den König in Zeiten des Krieges. Möge ihm folgen, wer will. Aber das heißt, dass alle anderen Stämme euch jagen und töten dürfen.“
„Das kannst du nicht machen!“
, rief Sharp schockiert. Er wusste, dass er wohl alleine würde gehen müssen.
Immerhin hatten sich gerade fast alle Tyrannen erneut für ihren König ausgesprochen und ignorierten somit seine abartigen Neigungen.
„Und ob ich das kann.“; meinte Blue Eye ungewohnt hart. „Du hast nun zwei Möglichkeiten. Entweder du tust, was du angekündigt hast und gehst alleine in die Wildnis oder du ordnest dich mir unter.“
„Dieses Mal hast du gewonnen.“
, fauchte Sharp und funkelte den König wie wild an. „Ich werde mich nicht gegen dich wenden, zumindest vorerst. Aber sobald wir diesen Krieg nicht mehr führen, werde ich mir diesen Hiuma kümmern.“ Nach diesen Worten verschwand der Tyrann und Blue Eye sah ihn bestürzt an. Er hatte noch jemanden gehabt, der ihn so angefeindet hatte.
„Du hast dir soeben deinen ersten Feind gemacht.“, flüsterte ihm Fearsome Claw zu, musste dann aber grinsen, als er die säuerliche Schnauze des jungen Tyrannen sah. „Aber keine Sorge. Unter Tyrannen ist das normal.“


Zuletzt von Mafnar am 12.06.13 16:35 bearbeitet, insgesamt 2 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   12.06.13 13:00

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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   12.06.13 16:38

Noch das 10. Kapitel, der Epilog und die CHarakterprofile und die Story ist fertig gepostet^^ Ich konnte mir einen Romeo- und Juliamoment echt nicht verkneifen^^


Kapitel 9


Das Geheimnis des blauen Steins 1 – Cruel Fang und Yellow


>Jack<


Weißt du, wo Cruel Fang ist?“, wollte er besorgt von Silver wissen und sah sich dabei überall in der Höhle um.
Er wird das Revier erkunden.“, gab seine Krallenverbundene zurück.
Sollten wir uns Sorgen machen?“, fragte Jack.
Aber nicht doch.“, entgegnete Silver lächelnd. „Hier gibt es nichts, wovor er sich fürchten müsste, seitdem die Sonnensegler uns dabei helfen, unser Review zu überwachen, Sunrise und High Flyer sei dank.“
Wenn du meinst.“, seufzte Jack und musste dann seufzen. Musste sie ihn wieder an ihr Junges erinnern, dass bei den Sonnenseglern lebte?
Er kam zwar oft vorbei, fühlte sich ihnen aber nicht so hingezogen zu ihnen wie zu den Flugsauriern. Wenn er jetzt auch noch Cruel Fang verlieren würde, wusste er bestimmt nicht, was er machen sollte. Also ergänzte er: „Ich mache mir aber trotzdem Sorgen.“
Das ist doch verständlich.“; hob Silver nun hervor. „Aber mach dich nicht verrückt deswegen. Seit dem Vorfall mit unserer Brut hat sich kein Schwarzrücken mehr in unser Revier gewagt und ich bezweifle, dass sie es jetzt, wo sie kaum noch über Macht verfügen, probieren werden.“
Wie aber, als ob Saphira diese Worte als Lügen strafen wollte, ertönte plötzlich ein alarmierender Ruf. „SCHWARZRÜCKEN IM ANMARSCH!“, konnte Red Eye den Weißrücken dank eines Sonnenseglerspähers mitteilen und Jack und Silver tauschten besorgte Blicke.

>Cruel Fang und Yellow<


Der kleine Raptor mit den großen Zähnen streifte sorglos umher. Er wusste, dass er das eigentlich noch nicht durfte, konnte er sich doch nicht richtig wehren, falls ein Schwarzrücken ihm plötzlich gegenüber stand.
Aber durch eine so ferne, abstrakte Bedrohung ließ er sich doch nicht abschrecken und so war er losgezogen.
Als er gerade an neugierig einen riesigen Farn mit seiner Schnauze beschnüffelte und berührte, konnte er eine kleine gelbe Raptorin mit schwarzem Rücken, die ihn mit schiefem Kopf neugierig musterte.
Eigentlich hätte er Angst haben müssen. Aber er war viel zu sehr von ihr fasziniert, um so etwas wie Furcht zu empfinden und auch ihr schien es ähnlich zu ergehen.
Sie mochten mit dem Begriff 'Krallenverbundene' noch nichts anfangen können. Aber irgendwie spürten sie schon jetzt, dass sie einander sehr mochten und dass da durchaus mehr entstehen konnte, wenn es ihre Eltern denn zuließen.
Immerhin waren sie eigentlich Feinde. Dennoch näherten sich sich einander. „Mein Name ist Yellow.“, sagte die Raptorin und stand bald neben dem Weißrücken, den sie trotz der Warnungen ihres Rudels nicht als Gegner betrachtete. „Und wie heißt du?“
Cruel Fang!“, antwortete er grinsend und und offenbarte mit einem Lachen, warum er so genannt wurde, fügte aber dann ernst hinzu: „Aber sollten wir uns nicht gegenseitig angreifen, da wir Feinde sind?“
Schon.“, entgegnete die Raptorin zögerlich. „Aber ich sehe nicht ein, warum ausgerechnet wir uns bekriegen sollten. Es ist doch nicht unser Krieg.“
Bin ganz deiner Meinung.“, grinste Cruel Fang und gerade dieses Grinsen mit den großen Reißzähnen machte ihn für sie so faszinierend anders. „Ich will in einer Welt ohne Krieg leben, zusammen mit dir!“
Ich auch.“, meinte Yellow und ihre Schnauzen berührten sich sanft. Erste zaghafte Schritte in Richtung eines verbotenen Bündnisses waren gelegt!


>Franck<


Yellow, sein jüngstes Junges mit Sulfura, das als letztes aus dem Ei geschlüpft war, war verschwunden!
Er hatte seine kleine Yellow überall gesucht und auch die Gefallenen, wie sich ihr Rudel nannte, hatte dabei geholfen, die erste richtige Brut ihres noch jungen und kleinen Stammes zu beschützen, aber vergeblich.
Yellow war definitiv nicht mehr in ihrem relativ sicheren Revier auf einer kleinen Insel im Fluss. Sie hatte es definitiv aus eigenem Wunsch verlassen und war nicht von Räubern entführt worden! Sie brauchten nicht lange, ehe ihnen bewusst wurde, dass sich das Junge in seiner Neugier selbstständig gemacht hatte und den Fluss überquert hatte.
Alle Gefallenen wussten, was das bedeutete: Da sie ihr Revier so weit weg wie möglich von den Schwarzrücken hatten errichten wollen, aber auch nicht zu nahe an den Weißrücken, hatten sie einen Ort gewählt, der letzteren näher lag und jetzt war Yellow unterwegs ins feindliche Weißrückengebiet!
Franck hatte lange gebraucht, ehe er sich an das Leben als Raptor gewöhnt und verstanden hatte, dass diese auch Krieg führten, wie die Menschen, und dass er auf der Seite der wahrscheinlichen Verlierer gelandet war.
Dennoch aber wollte er kein Mensch mehr sein und war froh, dass man ihm zu dem gemacht hatte, was er war, zumal er erkannt hatte, wie unzulänglich die menschliche Lebensweise war, die geprägt war von Gier und Geld.
Wir müssen sie finden, ehe sie sie finden!“, meinte Sulfura alarmiert und riss Franck so aus seinen Gedanken. „Sie darf nicht sterben! Das wäre bei so einem kleinen Rudel ein herber Verlust.“
Du hast recht.“, seufzte er und musste sich vor allem über die Tatsache wundern, dass die Gefallenen noch keinen Raptor verloren hatten, anders als die anderen Schwarzrücken, die offenbar hohe Verluste in diesem Krieg erlitten hatten.
Ihm graute es davor, sich vorzustellen, was die Weißrücken wohl mit seiner Yellow machen würden, wenn sie sie erst fanden. Die meisten Schwarzrücken jedenfalls, die Gefallenen vielleicht ausgenommen, würden einen Weißrücken in ihrem Revier töten.
Zwar wussten sie nicht, wie die Weißrücken das handhabten, aber Sulfura und er brachen vorsichtshalber sofort auf und folgten so schnell wie möglich der Spur ihres Jungen.


>Jack<


Er beeilte sich, war seiner Krallenverbundenen weit voraus. Wenn die Schwarzrücken Cruel Fang erst entdeckten, würde er sterben und das wollte er nicht! Nicht noch einmal.
Bald konnte er sein Junges immer intensiver wahrnehmen und schließlich sah er es sogar, zusammen mit einem Schwarzrückenweibchen!
Weg von ihm!“, rief Jack und wollte auf sein Junges zurennen um es vor dem Schwarzrücken zu retten, als er den Schrei eines anderen Raptors hörte, der nicht Silver war.
Das ist wohl der Vater, dachte Jack und eilte so schnell wie möglich zu Cruel Fang, aber er kam zu spät! Der Eindringling war bereits über seinem Jungen!


>Franck<


Du wirst mir mein Junges nicht wegnehmen!, dachte er wütend und sprang blitzschnell auf den anderen Raptor, der zu Boden ging.
Er wollte schon seine Krallen benutzen als er den Schrei einer Raptorin hörte. „JACK!“, schrie diese und danach war er auch schon von dem anderen Raptor runter gesprungen und musterte ihn genauestes, ehe er schließlich einige vertraute Details wie die blauen Augen wahrnahm, die nur eine Person gehabt hatte, die er bis jetzt getroffen hatte.
Bist du es wirklich?“; fragte Franck und sah, wie sich die Augen des Weißrückens vor Erstaunen weiteten.
FRANCK!“, rief der Angesprochene verblüfft und näherte sich vorsichtig dem Schwarzrücken, umrundete ihn musternd. „Was haben sie nur mit dir gemacht?“
Das gleiche könnte ich dich auch fragen.“, lächelte Franck und sah auf sein Junges herab, das mit dem von Jack spielte, als gäbe es den Streit unter den Raptoren nicht. Saphira sei dank ging es Yellow gut. „Nun, ich nehme an, dieser Jones ist verantwortlich für deine Umwandlung?“, mutmaßte schließlich sein Freund.
Eher indirekt.“, meinte dieser. „Vielmehr hat man mich nur so vor Iron Hide retten können.“
Du hattest die Krankheit und hast es mir nicht gesagt?“, warf ihm Franck etwas säuerlich vor und sah ihn böse an.
Ich wollte dir nicht unnötig Sorgen machen.“, grinste Jack. „Außerdem war ja der Ausgang meines Unterfangens eh ungewiss. Da dachte ich mir, ob ich nun durch die Krankheit, die Raptoren oder die hiesigen Menschen sterbe, macht keinen großen Unterschied, wenn ich wenigstens das Richtige dabei tue. Und keine Angst. Die Verwandlung in einen Raptor hat Iron Hide vertrieben. Wie war es bei dir?“
Nachdem du die Weißrücken befreit hattest, gab dieser Jones einem aus der Diplomatengruppe die Schuld und alle wurden zu Raptoren gemacht, einschließlich mir.“, erklärte Franck.
Es tut mir leid, dass du das meinetwegen hast durchleben müssen.“, entschuldigte Jack sich aufrichtig.
Muss es nicht.“, gab Franck lächelnd zurück. „Nur so habe ich meine Sulfura kennengelernt und Yellow bekommen.“
Das ist also dein Junges?“, sprach Jack das aus, was er schon längst gewusst hatte.
Ja.“, nickte Franck. „Das ist meine Yellow und das hinter mir ist Sulfura, meine Krallenverbundene.“
Jack war kurz verblüfft, dass auch sein Freund mit einer Raptorin zusammen war, fing sich dann wieder. „Freut mich, dich kennenzulernen.“, sagte er und reichte ihr seine Klauenhand zur Begrüßung.
Zögerlich kam die Raptorin namens Sulfura auf ihn zu und nachdem sie ihn skeptisch gemustert hatte, beschloss sie ihres Krallenverbundenen wegen, diesem Raptor zu vertrauen und erwiderte die Geste.
Und wer ist das da?“, erkundigte sich Franck und wies daraufhin auf die Raptorin neben Jack, die alles bislang teilnahmslos beobachtet hatte.
Das ist Silver, MEINE Krallenverbundene.“, betonte Jack grinsend.
Freut mich, dich zu treffen.“, sagte Franck und tat das selbe wie Jack. Entschlossen trat Silver vor uns griff die Klauenhand des Raptors. Während sie das tat, zog sie diesen Franck zu sich heran. „Wehe, du tust meinem Jack oder Cruel Fang etwas.“, flüsterte sie und war dann blitzschnell wieder bei Jack.
Du hast aber eine resolute Gefährtin.“; grinste Franck. „Und ich nehme an, Cruel Fang ist dein Junges?“
Ja.“, erwiderte er, während er sein Junges ansah. „Irgendwie scheinen sich Cruel Fang und deine Yellow sehr gut zu verstehen.“
Das sehe ich auch.“, entgegnete Franck zögernd. „Nur macht es mir in Zeiten wie diesen Sorgen.“
Mir auch.“, schüttelte sich Jack. „Was werden wohl unsere Alphas sagen, wenn sie von unserer Freundschaft und der unserer Jungen erfahren.“


>Toma<


Sobald sie die Warnung über die Schwarzrücken in ihrem Revier vernommen hatte, war sie aufgebrochen.
Hatte sie sich etwa geirrt, als sie gedacht hatte, dass es vorbei war, dass kein Schwarzrücken mehr den Mut hatte, so weit zu gehen, weil sie der Niederlage noch näher waren als bei ihrem letzten Angriff auf ihr Gebiet, als fast Jacks ganze Brut gestorben war?
Hoffentlich geschah das nicht auch heute, aber wenigstens hatten sie dieses Mal eine Vorwarnung erhalten und konnten vorsorgen.
Also nahm sie alle Krieger mit, die sie finden konnte, darunter auch ihren Krallenverbundenen und diese Grace und sie folgten den Anweisungen von Red Eye, der wiederum seine Informationen von der Sonnenseglerin Karin erhielt, die übersetzt wurden von Seeker.
Als sie aber am Ort des Geschehens angekommen war, verengten sich argwöhnisch ihre Augen. Unterhielten sich da Mitglieder ihres Rudels mit Schwarzrücken?
Unmöglich, schüttelte sie sich. Woher sollten Silver und Jack denn bitteschön Schwarzrücken kennen?
Daher befahl sie ihren Kriegern, die Eindringlinge zu umzingeln und dann anzugreifen, aber ausgerechnet ihr bester Jäger legte Protest ein.
Nicht angreifen!“, rief Jack nämlich und stellte sich vor die beiden Feinde. „Dieser Raptor ist mein Freund!“
Was soll das heißen, dieser Schwarzrücken ist dein Freund?“, zischte Toma. „Diese Raptoren sind Freunde von niemandem!“
Aber dieser Raptor war auch einmal ein Hiuma, genauso wie ich, und als wir beide noch Hiuma waren, waren wir die besten Freunde.“, erklärte Jack, aber die Alpha blieb hart in ihrer Meinung bezüglich der Schwarzrücken.
Sie verlassen sofort unser Revier und das ist mein letztes Wort!“, verkündete Toma und sah die Schwarzrücken dabei finster an.
Von solchen Raptoren konnte nichts Gutes ausgehen, auch wenn Jack für sie bürgte. Aber Schwarzrücken blieben nun einmal Schwarzrücken und die hatten eben ein aggressives Wesen, wie dieses Krieg doch eindrucksvoll zeigte.
Also blieb sie hart, trotz aller Versuche Jack, Silvers und auch Seekers, sie davon zu überzeugen, dass sie nicht alle Schwarzrücken verdammen sollte wegen dem, was einige von ihnen getan hatten, und hat mit kalten Augen zu, wie dieser Franck und seine Krallenverbundene zusammen mit dem Jungen ihr Revier verließen.
Sie wollte nicht schon wieder Streit mit Jack, der gewiss kommen würde, wenn sie sich nun mit ihm anlegte. Diesen Streit konnte sie nur verlieren, zwar nicht inhaltlich.
Aber es gab viele Weißrücken, die eher ihm als ihr folgen würden und so stürmte sie davon, zu Saphira, wie sie es immer tat, wenn sie Trost und Rat suchte.


>Seeker<


Oje, oje.“, schüttelte er den Kopf und folgte zögerlich Toma. „Das kann ja was werden. Junge Liebe kann man nicht verbieten und dir dürfte nicht entgangen sein, was da zwischen Cruel Fang und dieser Schwarzrücken vorgeht. Unterbindest du das, kann das nur in einer Katastrophe enden.“
Dennoch will ich es nicht“, wehrte sich die Alpha. „Das hieße alles vergessen, was die Schwarzrücken jemals getan haben.“
Ist es dir egal, wenn die beiden unter unserem Konflikt leiden, der eh bald vorbei ist?“, erkundigte sich Seeker.
Nein.“, seufzte Toma. „Aber ich bleibe bei meiner Meinung.“
Ist das nicht ein wenig voreilig und kurzsichtig?“, fragte Seeker.
Warum“, konterte Toma mit einer Gegenfrage.
Du hast die Chance, Frieden mit einer ganzen Gruppe Schwarzrücken zu schließen, die gegen Burning Eyes Vorgehensweise sind.“, antwortete Seeker. „Diese Gelegenheit ungenützt verstreichen zu lassen, könnte sich als schwerer Fehler erweisen.“
Kann schon sein.“, gab sie zurück. „Aber Schwarzrücken vertrauen? Niemals!“ Nach diesen Worten war sie verschwunden und der Älteste seufzte.
Seit Half Tails Tod vor drei Regen, mitverschuldet von den Schwarzrücken, war die Alpha von Hass für diese Raptoren zerfressen, der angestiegen war und sich schließlich heute in ihrer eigennützigen Entscheidung manifestiert hatte.
Hatte sie lange noch versucht, zumindest eine Co-Existenz mit den Schwarzrücken zu führen, war seit Kriegsausbruch zu viel geschehen, als dass sie sich noch hatte zurückhalten können.
Zu viele Weißrücken waren bei Schwarzrücken-Angriffen gefallen und das wollte Toma wohl nicht ungesühnt lassen. Ein Frieden unter den verfeindeten Raptorenstämmen schien so fern wie niemals zuvor.
Aber Hass verursacht nur noch mehr Hass.“, murmelte er und musste an die beiden Jünglinge denken.
Vielleicht war es ja die Beziehung dieser Beiden, die etwas ändern würde. Er war sich nämlich ziemlich sicher, dass sie das Verbot nicht abhalten würde, sich zu treffen. Sie würden es tun, koste es, was es wolle und er hoffe ernsthaft und betete zu Saphira., dass das nicht in einer Tragödie endete.


>Cruel Fang und Yellow<


Mehrere Wochen waren seit diesem Vorfall vergangen und wie vom Ältesten angenommen, trafen sich beide Jünglinge trotz des Verbotes ihrer jeweiligen Anführer und auch ihre Eltern taten dies, wenn auch immer darauf bedacht, dass niemand sie sah, auch wenn sie genügend Unterstützer bei den Weißrücken hatten und sehr zur Freude ihrer Jungen.
So konnten sie die Lebensweise des jeweils anderen Stammes kennenlernen und bald kamen beide zu dem Schluss, dass es gar keine Unterschiede zwischen ihnen gab!
Nur ihr Äußeres unterschied sich und das war ihrer Meinung nach kein Grund für solche Feindseligkeiten.
Also fassten sie einen gewagten Entschluss: Sie würden die Krallen tauschen und fanden in Seeker jemanden, der bereit war, die Zeremonie vor Saphira durchzuführen.
Als Fürsprecher traten dabei ihre Eltern auf, die sie eingeweiht hatten und die einverstanden mit ihrem Vorgehen waren, konnte doch so vielleicht vielleicht der Hass überwunden werden, der beide Stämme trennte.
Die Zeremonie war gerade auf ihrem Höhepunkt und Saphira spendete den frisch Krallenverbundenen ihr Licht, als eine aufgebrachte Toma in das Heiligtum der Beinernen Höhlen gestürmt kam.


>Toma<


Hatten sie echt gedacht, dass sie das ewig vor ihr geheimhalten konnten? Aufgebracht war sie sofort aufgebrochen, als sie von Fighting Devil gehört hatte, dass Seltsames in der Kulthöhle Saphiras vorging, etwas, das Seeker und die beiden Jünglinge beinhaltete.
Sie konnte sich vorstellen, was da ablief und als sie die Höhle betrat, konnte sie gerade sehen, wie blaues Licht diese erfüllte.
ENTWEIHT!“, rief sie empört als sie das Schwarzrückenweibchen zusammen mit Cruel Fang vor Saphiras Bildnis sah. „Ihr habt dieses Heiligtum entweiht! Nun wird uns Saphiras Zorn treffen!“
Hast du es immer noch nicht verstanden?“, funkelte sie Seeker an. „Saphira hat ihnen ihr Licht gespendet und uns somit schon bewiesen, dass sie diese Verbindung gutheißt!“
Außerdem sollte es uns doch egal sein, dass ich mit einer Schwarzrücken die Krallen getauscht habe!“, hob Cruel Fang nun hervor und sah sie dabei kühl an. „Wir sind alles Raptoren und beten alle Saphira an. Nur das sollte für uns zählen, nicht irgendwelche äußeren Merkmale!“
Ganz schön mutig, dieser kleine Raptor, dachte die Alpha beeindruckt. Er wagt es sogar, mir die Stirn zu bieten. Das wird bestimmt einmal ein großer Krieger!
Dann seufzte sie tief. Dieser Cruel Fang hatte ja recht. Sie benahmen sich fast schon so schlimm wie die Hiuma aus Jacks Erzählungen, die aus vollkommen nichtigen Gründen Kämpfe untereinander hatten und so tief wollte sie ihre Rasse nicht sinken lassen.
Also beschloss sie, mit diesem Franck zu reden und sobald dieser sie zu seinem Alpha Pilgrim geführt hatte, unterhielten sich die beiden Anführer lange.
Schließlich kamen sie darin überein, dass sie ihre Rudel zusammenlegen würden, für eine Zeit nach dem Krieg, die bestimmt bald folgen würde und argwöhnisch reichte Toma diesem Pilgrim ihre Klauenhand.
Sie war sich nicht sicher, ob sie das Richtige tat, dachte aber einzig und alleine an das Wohl des Stammes und so wurde das Bündnis geschlossen.
Wie hat es dieser Raptor nur geschafft, dass ich meine Meinung ändere?“, seufzte sie nachdem das Treffen mit Pilgrim vorbei war und alle Gefallenen sich im Gebiet der Weißrücken niedergelassen hatten, so wie vereinbart.
Oft sind es die kleinsten Dinge, die die größten Veränderungen bewirken.“, lächelte Seeker sie an und sie konnte in der Stimme des Ältesten Erleichterung darüber hören, dass sie letztendlich doch noch seinen Rat befolgt hatte.
Aber werden die Weißrücken diese Vereinbarung gutheißen?“, murmelte Toma. „Immerhin leben nun Schwarzrücken unter ihnen und das dank mir.“
Sie werden bald erkennen, dass das für sie nur von Vorteil sein kann.“, grinste der Älteste und begleitete sie zurück in die Beinernen Höhlen, wo die Zeremonie für Cruel Fang und Yellow wiederholt wurde, dieses Mal unter Anwesenheit aller Weißrücken und Gefallenen und erneut war das Ergebnis das Gleiche: Zuerst wurden Fürsprecher aufgerufen, die meisten Weißrücken traten vor, nachdem Jack es erst getan hatte, und alle Schwarzrücken, dann tauschten die Beiden noch einmal die Krallen und Saphira spendete ihnen abermals ihren Segen.
Es ist der Beginn einer neuen Zeit, hoffte Toma und konnte sich nicht von dem Paar losreißen. Was daraus wohl entstehen würde?


>Jones<


Nur noch 200 Schwarzrücken und 150 Menschen waren ihm geblieben und obwohl er versucht hatte, soviel wie möglich nach den Tyrannenangriffen zu retten, hatte er nur wenige seiner Seren unversehrt bergen können und diese waren zu wenig für seinen Plan.
Außerdem hatte er festgestellt, dass die einzige Ampulle mit dem Gegenmittel, die es auf Isla Sorna gegeben hatte, verschwunden war, wohl gestohlen, von wem auch immer, und gewiss schon längst auf dem Weg zum Festland.
So ein Mist.“, murmelte er frustriert. Lediglich Burning Eyes und diese seltsame Entdeckung hatten ihn davor bewahrt, seinem Leben ein Ende zu setzen.
Um sich abzulenken und weil sein im Geiste Krallenverbundener gerade abwesend war, um alle überlebenden Schwarzrücken in die Anlage zu bringen, wandte er sich wieder dem Kadaver zu, der auf dem Obduktionstisch lag.
Der Leichnam war, obwohl der Raptor beim ersten Angriff der Tyrannen vor über zwei Monaten gestorben war, noch nicht verwest und sah so aus, als sei der Älteste der Schwarzrücken noch am Leben.
Aber das war er nicht und Jones fragte sich, woran es liegen konnte, dass der Körper noch immer in so gutem Zustand war.
Ihm wollte keine Antwort einfallen und auch eine professionelle Autopsie konnte er nicht durchführen, da fast alle medizinischen Instrumente zerstört worden waren.
Was ist nur dein Geheimnis?“, murmelte er und kurz darauf meinte er einen blauen Schimmer auf der Brust des Raptoren wahrzunehmen.
Unmöglich, schüttelte er sich und schloss seine erschöpften Augen. Das musste er sich eingebildet haben. Aber da war es schon wieder!
Bald konnte er eine tränenartige Struktur wahrnehmen und als er sich weiter auf die Stelle konzentrierte, wo diese zu sein schien, manifestierte sich ein blauer Stein dort.
Was war das? War es klug, es anzufassen ohne Schutzmaßnahmen zu treffen? Er kam zu dem Schluss, dass es besser war, wenn er vorsichtig blieb und griff einen Geigerzähler und hielt diesen über den Stein.
Er schlug leicht aus, der Gegenstand gab also eine leichte Stralung ab. Jones zog sich alos Handschuhe und Mundschutz über, griff sich ein Messer und schnitt um den Sten herum, bis er ihn schließlich mit einer großen Pinzette greifen und in eine Petrischale legen konnte.
Diese stellte er dann unter ein Elektronenmikroskop und bei genauerer Betrachtung stellte sich der Stein als Energie- und Speichermedium heraus, dessen gitterförmige Molekularstruktur sowohl Erinnerungen als auch Energien aufnehmen und auch wieder abgeben konnte.
Überschäumende Euphorie überfiel ihn. Das war der Schlüssel! Mit diesem Gegenstand konnte er sein Ziel doch noch erreichen und jene Maschine antreiben, für die ihm bislang die richtige Energiequelle gefehlt hatte.
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Dr.Henry Wu
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   12.06.13 17:38

Das war ja ein ganz schön kurzes Kapitel aber schön das sich die Weiß und Schwarzrücken verbunden haben.
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Mafnar
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   12.06.13 18:32

Jetzt kommt nur nur noch der Epilog und die Charakterprofile^^
Kapitel 10


Die Macht der Träne

>Saphiras Auserwählte<


Lange hatten sie nichts von den Hiuma und Schwarzrücken gehört und alles schien normal. Dann jedoch gingen vom Turm seltsame blaue Blitze aus und Saphiras Auserwählte wussten, dass es etwas mit den Tränen zu tun hatte, da ihre eigenen auf die blitze reagierten und ihnen jedes Mal Schauer über den Rücken jagte, wenn eine blaue Entladung erfolgte.
Blacks Träne muss entdeckt worden sein.“, mutmaßte Seeker, als sie sich wegen der Blitze getroffen hatten.
Blacks Träne?“, fragte Majorus. „Ich dachte, wir und dieser Hiuma seien die einzigen Tränenträger auf dieser Insel.“
Das ist nicht ganz richtig.“, schüttelte Seeker sich. „Auch ein Schwarzrücken namens Black wurde auserwählt, hat sich aber dann geweigert, mit mir an diesen Treffen teilzunehmen.“
Und das sagst du uns erst jetzt?“, warf ihm der Dornensaurier vor.
Ich habe es nur vergessen, es dir zu sagen.“, meinte Seeker. „Die Anderen wussten es. Mein Versäumnis, Entschuldigung.“
Und was machen wir jetzt?“, wollte Fearsome Fang wissen.
All die zusammenrufen, die einer Träne würdig sind.“, hob der Raptor nun hervor.
Bist du sicher?“, erkundigte sich Sky Queen. „Sie sind noch nicht bereit dafür!“
Das weiß ich doch.“, seufzte Seeker. „Aber wenn wir dieser Bedrohung begegnen wollen, brauchen wir alle Kräfte und müssen alle Anwärter einführen.“
Also muss auch dieser Hiuma wieder dabei sein.“, knurrte Majorus spitz.
Eigentlich hätte er jetzt schon dabei sein müssen.“, wies er den Dornensaurier zurecht. „Warm also ist er nicht hier?“
Dieses Versäumnis werde ich rasch nachholen.“, sagte Fearsome Fang und brach sofort zu diesem Fredrik auf.


>allgemeine Sichtweise (Toma zentriert)<


Die Alpha war der Bitte des Ältesten gefolgt und war zu einer Höhle im Gebiet der Gelbschnauzen-Tyrannen gekommen.
Aber sie war nicht alleine. Die Alpha konnte insgesamt 13 Individuen in dieser seltsamen Gruppe zählen, alle aus sehr unterschiedlichen Rassen.
Da waren sie und vier andere Weißrücken, Jack, Silver, Sunrise und Cruel Fang, drei Schwarzrücken Franck, Sulfura und Pilgrim, zwei Sonnensegler, High Flyer und Karin, der König der Tyrannen Blue Eye und eine Spinosaurierin, die, wenn sie sich recht erinnerte Hora hieß.
Was machen wir alle hier?, fragte sie sich und auch auf den Gesichtern der anderen Anwesenden, abgesehen vielleicht von dem Tyrannen, konnte sie nur Fragen und keine Antworten erkennen.
Dann kam schließlich Seeker aus der Höhle heraus und bat sie, ihnen zu folgen. Endlich geht es los, dachte Toma. Was auch immer hier vor sich geht.
Langsam folgte sie dem Ältesten in die Tiefe, bis sie schließlich in einer faszinierenden Halle war, in dessen Zentrum sich ein leuchtendes Becken befand. Außerdem konnte sie hier unten vier weitere Individuen sehen: Den Tyrannen Fearsome Claw, den Dornensaurier Majorus, die Schwarmkönigin Sky Queen und einen Hiuma!
Einige der Anwesenden wollten sich schon auf diesen stürzen, aber Seeker, Fearsome Claw, Majorus und Sky Queen schrien und hielten sie so davon ab, diesen Hiuma zu töten.
Du bist Fredrik Barlow!“, rief Jack dann erstaunt.
Wer?“, wollte die Alpha wissen.
Fredrik Barlow ist selbst unter den Hiuma berüchtigt.“, erklärte Jack. „Er hat diverse Anschläge verursacht und auch einige äußerst berühmte Diebstähle gehen auf sein Konto. Bei uns würde man ihn als Terroristen bezeichnen, also einen Mensch, der die allgemeine Ordnung zerstören will.“
Ex-Terrorist!“, betonte dieser Fredrik nun. „Ich arbeite nun für den Weltrat.“
Wer es glaubt.“, murmelte Jack.
Woher kennst du mich eigentlich?“, wollte der ehemalige Terrorist wissen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich unter Raptoren bekannt bin.“
Bist du auch nicht.“, erwiderte Jack kalt. „Ich war einst ein Mensch und auch Franck dürfte dich noch gut kennen.“
Und ob.“, zischte der Schwarzrücken. „Ich wäre damals beinahe im Gebäude der Vereinten Nationen umgekommen, dank dir.“
Das tut mir echt leid.“, beteuerte Fredrik.
Darüber können wir uns später noch unterhalten.“, mischte sich nun Toma ein. „Die Frage sollte doch lauten, warum dieser Hiuma uns verstehen kann?“
Weil er ein Auserwählter Saphiras ist!“, verkündete Seeker.
WAS!?“, empörte sich Toma. „Das kann nicht sein!“
Dennoch ist es geschehen und auch ihr sollt von Saphira auserwählt werden!“, betonte Seeker. „Seht ihr diese tränenförmigen, blau-leuchtenden Steine im Becken? Damit ist es möglich, dass ihr mit allen anderen Raubsauriern sprechen könnt und ihr habt alle Anzeichen gezeigt für mögliche zukünftige Träger oder habt einen starken Geist.“
Wir sind hier wegen der blauen Blitze, nehme ich an.“, vermutete die Alpha der Weißrücken.
Ja.“, nickkte Seeker. „Die Hiuma haben eine Träne entdeckt und das könnte unser saller Untergang bedeuten.“
Also wollt ihr uns zu Trägern der Tränen machen, damit wir die Hiuma aufhalten können.“, mutmaßte Toma.
Korrekt.“, nickte Seeker. „Nur wenn wir gemeinsam gegen diese Bedrohung vorgehen, können wir sie bewältigen. Also greift in das Becken und berührt eine der Tränen.“
Nachdem sie seufzend akzeptiert hatte, dass auch ein Hiuma Teil von Saphiras Auserwählten war, nahm Toma wie die anderen auch eine Träne an und wurde so auch Teil der Träger.
Danach wurde beschlossen, alle Kräfte zu bündeln. Weißrücken, Sonnensegler, Tyrannen und Dornensaurier würden gemeinsam zu einem letzten Gefecht gegen die Hiuma-Siedlung ziehen und verhindern, was auch immer dieses blaue Leuchten auslösen mochte.


>Jack und Burning Eye<


Sie stießen auf unerwartet viel Gegenwehr. Hiuma mit Waffen schossen auf sie und es gab das ein oder andere Opfer. Dennoch aber hatten sie der vereinten Truppen der wichtigsten Raubsaurier der Insel nichts entgegen zu setzen und mussten sich bald ergeben.
Lediglich im Inneren der Anlage stießen sie noch auf Gegenwehr und Jack und seine Krallenverbundene töteten mehrere Schwarzrücken mit ihren Krallen oder bissen ihnen die Kehle durch.
Bald stand Jack dem Anführer des mit ihnen verfeindeten Raptorenstammes gegenüber, den er an seinen funkelnden Augen erkannte.
Als er diesen aber angreifen wollte, erbat er sich eine kurze Kampfpause, da er mit ihm sprechen wollte.
Was könnten wir bitteschön zu bereden haben?“, spie er ihm entgegen. „Deine Raptoren haben meine Brut auf dem Gewissen.“
Das waren Einzelgänger, die nicht unter meiner Kontrolle standen.“, gab Burning Eye zurück. „Ich will nur verhindern, dass es noch mehr Opfer gibt.“
Warum greifen uns dann deine Raptoren an?“, wollte Jack wissen.
Wieder Einzelgänger.“, meinte Burning Eyes zögerlich. „Ich gebe es nur ungern zu. Aber mein Einfluss auf die Schwarzrücken ist gesunken seit den Tyrannenangriffen. Nur noch knapp drei Viertel von ihnen erkennen meine Führung an. Der Rest ist geächtet.“
Und ich soll dir echt glauben, dass du Frieden willst?“, fragte Jack skeptisch.
Unter allen Bedingungen.“, antwortete der Alpha. „Wenn du mein Anliegen Toma überbracht hast, schicke jemanden, der mir sagt, was sie davon hält. In der Zwischenzeit sammele ich alle Schwarzrücken, die mir folgen wollen und warte auf eine Antwort.“
Kannst du mir vorher noch sagen, was Jones vorhat?“, erkundigte sich Jack.
Er will alle Hiuma in Raptoren verwandeln, mit einer Träne, wie er mir gesagt hat.“, erwiderte Burning Eye.
Und so etwas teilt er dir mit?“, rief Jack erstaunt.
Klar doch.“, grinste der Raptor und entfernte sich dann zusehends. „Immerhin ist er mein Krallenverbundener.“
Nun war Jack sprachlos, zumal er nicht einmal die Spuren einer Krallentauschzeremonie wahrnehmen konnte. Aber dieser Jones sollte echt mit einem Raptor verbunden sein?
Er beschloss, seiner Alpha Burning Eyes Angebot zu überbringen, wollte dabei aber verschweigen, was er über dessen Beziehung zu Jones erfahren hatte. Wenn dieser Schwarzrücken unbedingt etwas mit einem Menschen haben wollte, sollte das seine Sache sein, auch wenn dieser Mensch so verdorben war wie Jones.


>Toma<


Er will was?“, stieß sie verblüfft aus.
Es hat mich genauso überrascht wie dich.“, meinte Jack. „Aber er scheint es ernst zu meinen. Immerhin hat uns kein Schwarzrücken mehr angegriffen.“
Ich weiß nicht.“, schüttelte sie sich. „Wollen wir wirklich ein Bündnis mit solchen Mördern?“
Für mich klang seine Begründung für die Angriffe plausibel.“, erwiderte Jack, aber sie zögerte immer noch.
Nutzen wir die Gelegenheit, sage ich.“, mischte sich Seeker ein. „So eine Gelegenheit kommt nie wieder. Das könnte ein dauerhafter Frieden werden.“
Na schön.“, seufzte Toma. „Ich werde mich mit Burning Eye treffen. Geht ihr weiter und versucht diesen Jones aufzuhalten.“
Hallo Burning Eye.“, funkelte sie den Schwarzrücken an.
Du hast dich also für ein Bündnis entschieden.“, stellte der andere Alpha fest.
Nur zu MEINEN Bedingungen.“, betonte sie und schilderte Burning Eye, was sie verlangte, um überhaupt einem Frieden zuzustimmen und seufzend stimmte der Schwarzrücken ihrem Plan zu, auch wenn das wahrscheinlich bedeutete, dass sein Stamm die Insel verlassen musste.


>Seeker<


Sie beeilten sich zum Rand der Anlage vorzudringen und trotz seines weit fortgeschrittenen Alters konnte der Älteste der Weißrücken mit jedem dieser jungen Hüpfer mithalten und bald betraten sie das Innere des Turm.
Dort fanden sie Jones vor, wie dieser Hiuma hier wohl hieß und Seeker erkannte sofort, dass dieser gerade eine Träne Saphiras missbrauchte.
Du hast die Tränen missbraucht und diese hier korrumpiert.“, spie ihm der Älteste entgegen. „Wer weiß, was diese hier nun machen wird.“
Der Weißrücken wusste nicht, dass Jones ihn verstehen konnte, woher auch. Jack und alle, die von seinem Geheimnis wussten, hatten die Information zurückgehalten.
Aber er erkannte sehr wohl, dass das, was dieser Hiuma vorhatte, durchaus auch nach hinten losgehen konnte, da niemand wusste, ob die Träne genau das tun würde, was hier beabsichtigt war oder sie sie nicht doch alle auslöschen würde, weil man sie missbraucht hatte, so, wie es der alten Hiuma-Zivilisation ergangen war.
Saphira, hilf uns, flehte er. Doch wie so oft schwieg die Göttin und überließ ihnen das Schicksal der Welt.


>Fredrik, Blue Eye und Majorus<


Nachdem sie erst herausgefunden hatten, was vor sich ging, sah er die spiralfömige Vorrichtung im Dach des Turmes an, die wohl zur Verstärkung der Träne diente.
Wir müssen diese Maschine aufhalten!“, rief der Raptor neben ihm alarmiert. „Die Träne wird entweder die meisten Hiuma töten oder sie in Raptoren verwandeln!“
Dafür ist es zu spät!“, meinte dieser Jones triumphierend, der den Weißrücken auch ohne eine Träne verstanden zu haben schien, und breitete seine Arme aus. „Die Ära der Menschheit ist vorbei! Lang leben die Raptoren!“
Bastard!“, rief Fredrik und schlug dem Wissenschaftler mit voller Wucht ins Gesicht, sodass man zuerst das Knacken einer brechenden Nase hören und dann sehen konnte, wie er zurückflog und gegen die Wand geschleudert wurde.
Dieser Jones regte sich nicht mehr und Fredrik fürchtete schon, dass er ihn womöglich getötet hatte. Als er aber sah, wie sich dessen Brust hob und senkte, war er erleichtert und wandte sich wieder der Maschine zu.
Es gab genau eine Möglichkeit, die Katastrophe abzuwenden, ehe alle Menschen von der Macht der Träne beeinflusst werden würden.
Nur hatte er Angst davor, diesen Schritt zu wagen. Aber er wusste nicht, was diese Träne wohl mit seinem Freund anstellen würde, jetzt, wo sich ihre Kraft ins Negative gekehrt hatte und so fasste er den Entschluss, es zu wagen.
Blue Eye.“, sagte er schließlich und sah dem Tyrannen dabei in dessen Augen.
Ja?“, fragte dieser, der gewiss alles für ihn tun würde, wohl auch umgekehrt, selbst das, warum er nun bitten wollte
Könntest du bitte alle Schwarzrücken und Hiuma aus dem Gebäude bringen?“, fragte er, während er weiter auf die Maschine zuging.
Warum?“, wollte der Tyrann wissen. Immerhin hatte er doch allen Hiuma und Schwarzrücken den Krieg erklärt und nun sollte er ihnen helfen?
Das schien ihm doch schon sehr widersinnig, zumal ein Hiuma gerade versuchte, sie allen mit einer Träne Saphiras zu schaden.
Weil hier gleich alles hochgehen wird.“, antwortete Fredrik und war schließlich vor der Kontrollkonsole angekommen. „Außerdem will ich nicht, dass es Opfer irgendwelcher Art gibt. Dieser Krieg hat euch schon zu viel gekostet.“
Das Letzte sagte er so leise, dass nur der Tyrann es hören konnte und da er die immer fester enger werdenden Bindungen zu seinem Hiuma nicht gefährden und diesem zugleich keinen Wunsch abschlagen konnte, seufzte er schließlich.
Na gut.“, sagte er. „Aber was wird aus dir?“
Ich werde es schon schaffen.“, grinste Fredrik und winkte dem Tyrannen zu sich. Dieser beugte sich zu ihm herunter und ließ sich von dem Hiuma auf die Schnauze küssen.
Ihm war es dabei egal, dass der Dornensaurier wild zischte wegen dieser öffentlichen Zuneigung zwischen zwei verschiedenen Rassen und alle anderen Anwesenden vor Schrecken und Überraschung keuchten.
Was war denn das?“, fragte ihn der Raptor namens Jack, während sie nach draußen gingen und dieser kleine Räuber versuchte, mit ihm Schritt zu halten.
Nun, das ist MEIN Hiuma und er wird es immer bleiben.“, meinte Blue Eye grinsend und ließ einen verdutzt drein blickenden Weißrücken weit hinter sich, während er das tat, worum er gebeten worden war.
Dabei konnte er nicht aufhören zu grinsen. Bald würde die ganze Insel wissen, was er mit Fredrik teilte und dann war er nach Saphira der berühmteste Saurier, der sie je bewohnt hatte und diese Vorstellung gefiel ihm sehr.
Zum Glück ist er in Sicherheit.“, seufzte Fredrik nachdem sein Blue Eye gegangen war. Ja, er bezeichnete Blue Eye mittlerweile als seinen Tyrannen, seinen Blue Eye.
Denn er war mehr als gewillt, sich mit diesem einzulassen. Sie waren sich mit der Zeit immer näher gekommen und vor zwei Nächten, unter offenem Himmel und dem Schein des Vollmond, in Saphiras Nacht, hatten sie sich zum ersten Mal geliebt und beiden hatte es gefallen und sie waren einander dadurch tiefer verbunden als jemals zuvor.
Was sollte denn das?“, knurrte nun der Spinosaurier namens Majorus. „War es wirklich notwendig, diese Zurschaustellung solch abartiger Gefühle?“
Aber gewiss doch.“, grinste Fredrik.
Wie weit seit ihr schon gegangen?“, fröstelte Majorus.
Weiter, als du es bestimmt vorstellen kannst.“, erwiderte er und es amüsierte ihn, als er sah, wie der Spinosaurier vor Schock die Augen weiteten.
Dann jedoch hatte sich Majorus wieder gefangen und funkelte ihn an. „Widerlich. Mich wirst du aber nicht so schnell wie deinen Tyrannen.“, knurrte er. „Was soll ich machen? Und wage es nicht, mich wegzuschicken!
Das hatte ich auch gar nicht vor.“, sagte Fredrik breit lächelnd. „Ich will vielmehr, dass du diesen Hiuma da bewachst.“
Und wieso kann ich ihn nicht einfach töten?“, meinte Majorus und sah dabei mordlüstern auf den am Boden liegenden Wissenschaftler herab. „Immerhin hat er getötet und das mehr als einmal.“
Weil wir ihn vielleicht noch brauchen.“, erwiderte Fredrik.
Wenn du meinst.“, sagte der Spinosaurier enttäuscht und fragte sich während er zu dem an der Wand Liegenden ging und diesen argwöhnisch betrachtete, wieso er plötzlich auf diesen Hiuma hörte.
Nachdem das geklärt war, schloss er die Augen, legte eine Hand auf das Kontrollpult der Verwandlungsmaschine und konzentrierte sich auf die Naniten in sich.
`Bitte helft mir!´, sprach er diese innerlich an, die er seit einem geheimen Experiment in Australien in seinen Händen hatte.
`Was sollen wir für dich tun?`, hörte er viele Stimmen antworten.
Die Naniten waren nämlich sehr intelligent und konnten auch mit ihm reden, etwas, das selbst ihre Schöpfer in Australien nicht geahnt hatten und das er erst vor Kurzem entdeckt hatte, nachdem er seine Träne erhalten hatte. Es war sogar möglich, dass erst der Stein eine Kommunikation ermöglichte. Auf jeden Fall war er nun dankbar dafür und bat sie: `Überhitzt die Maschine, ehe sie abgefeuert wird.`
Da er aber wusste, wie launisch die Naniten waren, überraschte ihn ihre Antwort auch nicht. ´Warum?`, wollten sie wissen.
Sie taten nur selten etwas, was ihnen nicht nutzte. Das hatte er erfahren, als sie sich zum ersten Mal, kurz nachdem er intim mit Blue Eye geworden war, gemeldet hatten. Da hatte er sie gebeten, sie sollten ihn doch in Ruhe lassen oder sich nützlich machen bei der Erweiterung der Höhle. Das aber hatten sie verweigert, weil sie den Sinn dieser Handlung nicht eingesehen hatten.
Nun jedoch würde er ihnen klarmachen, dass sie es tun mussten. ´Wenn sich dieses Gerät erst richtig aktiviert hat...´, erklärte er. ´...werde ich entweder sterben oder mich verwandeln und ihr wisst, was mit euch passiert, wenn erstes passiert und bei letzterem kann das Resultat zwar nicht vorher gesehen werden. Aber seid ihr sicher, dass ihr eine Umwandlung überlebt?´
Zunächst kam keine Antwort. Aber er konnte ein Summen hören, was hieß, dass sich die Naniten beratschlagten. Dann kamen sie zu einem nicht ganz unerwartetem Ergebnis. ´Wir werden versuchen, was wir können.´, entschlossen sich die Stimmen und Fredrik seufzte erleichtert.


>Majorus<


Was macht dieser Hiuma da nur?, dachte er sich, während er sowohl Jones beobachtete als auch verfolgte, wie Fredrik lange verharrte ohne auch nur einen Muskel zu zucken. Soll ich mich einmischen? Immerhin scheint er nichts zu machen als dazustehen.
Unschlüssig legte er seinen Kopf schief, dann meinte er plötzlich, etwas zu sehen, was unmöglich war und schüttelte sich. Aber nein, es blieb. Aus den Händen des Hiuma kamen kleine, silberne Sandkörner, zumindest hielt er sie dafür.
Wieder geschah nichts und er wollte schon auf Fredrik zulaufen und ihn fragen, was all das sollte, als er ein seltsames Kribbeln auf seiner Schuppenhaut wahrnehmen konnte,fast so, als würde ein Gewitter sich gerade über ihm entladen, nur dass er gerade innen war und nicht draußen.
Und die Sache wurde noch seltsamer. Denn diese statische Aufladung wurde von silbernen Funken begleitet, die von der Maschine mit der Träne ausgingen.
Schließlich zogen sich die silbernen Sandteilchen wieder zurück in die Hand des Hiuma und dieser kam schnell zu ihm. „Wir sollten gehen.“, sagte er gehetzt. „Bald wird hier alles in die Luft flieg-“ Aber er kam nicht mehr dazu, seinen Satz zu beenden.
Denn kurz darauf wurde die Träne in blaues Licht getaucht, er konnte ein tiefes Geräusch hören, wie es diese Fluggeräte der Hiuma abgaben und dann wurde er in glühend heißes Feuer getaucht und zurückgeschleudert.

>Blue Eye<


Er hatte gerade den Turm verlassen und sah dabei zu, wie die letzten Hiuma und Schwarzrücken furchtsam unter den Blicken zorniger Tyrannen, Weißrücken, Sonnenseglern und Dornensauriern in den Dschungel flüchteten, als er zusammenzuckte aufgrund einer ohrenbetäubenden Explosion.
Er sah zum Turm und mit vor Entsetzen geweiteten Augen stürzten Teile des selben ein und es war genau der Bereich, wo sich sein Hiuma aufgehalten hatte, der betroffen war!
FREDRIK!“, rief er aufgebracht und rannte zu dem Bauwerk der Hiuma. Aber Feuer und Trümmer verhinderten ein Weiterkommen und auch Fearsome Claw hielt ihn zurück.
Warum lässt du mich nicht gehen!?“, zischte Blue Eye und sah den anderen Tyrannen böse an.
Weil er nie und nimmer gewollt hätte, dass du jetzt stirbst.“, sagte Fearsome Claw sanft.
Ich hätte bei ihm bleiben sollen!“, meinte Bleu Eye schwach und ließ sich gegen einen großen Baum sinken, während Tränen seine Sicht verschleierten.
Dann wärst du jetzt auch tot.“, gab der Gelbschnauzentyrann zu bedenken.
Na und.“, erwiderte Blue Eye scharf. „Dann wäre ich wenigstens bei ihm. Ein Leben ohne ihn unvorstellbar! Ich hätte ihn zwingen sollen, mich zu begleiten!“
Du weißt genauso gut wie ich, dass er dir das nie verziehen hätte.“, merkte Fearsome Claw an. „Er ist viel zu stolz, als dass er sich von irgendjemanden etwas sagen lassen würde.“
Nett von ihm, dass er in der Gegenwart von dem Hiuma spricht, dachte Blue Eye traurig. Aber ich mache mir nichts vor. Er kann das nicht überlebt haben.
Also brüllte er im Glauben, seinen Freund endgültig verloren zu haben, seine Wut in den Himmel und dieser schien mit ausgiebigen Regenschauern zu antworten. Saphira trauert mit mir, dachte Blue Eye und verließ gemeinsam mit Fearsome Claw den Ort, wo er das verloren hatte, was ihm das meiste bedeutet hatte.


>Fredrik<


Mit leichten Kopfschmerzen stand er auf. Er konnte kaum noch etwas sehen, da sich der Rauch immer weiter ausbreitete.
Wie durch ein Wunder aber hatten ihn keine Trümmer begraben und das Feuer hatte diesen Bereich bislang verschont.
Aber von dem Wissenschaftler war keine Spur zu sehen und auch der Spinosaurier schien spurlos verschwunden zu sein.
Erst als er ein wütendes Gebrüll wahrnahm, wusste er, dass Majorus noch am Leben war und folgte dem Geräusch.
Schließlich fand er den Spinosaurier, der unter einem gigantischen Trümmerteil lag, dass ihn auf die Seite geworfen hatte und von dem er sich offenbar nicht alleine befreien konnte.
Es muss dir eine Genugtuung verschaffen, mich so zu sehen.“, hustete Majorus. „Dann bist du mich wenigstens los.“
Keineswegs.“, erwiderte Fredrik. „Ich werde dich nicht hier sterben lasen.“
Warum tust du das?“, wollte Majorus erstaunt wissen. „Ich habe dich doch nie gut behandelt und keinen Hehl aus meiner Abscheu dir gegenüber gemacht.“
Du gehörst quasi als Saphiras Auserwählter zu meiner Einheit und ich lasse keinen von meiner Truppe zurück.“
Nach diesen Worten konzentrierte er sich erneut auf die Naniten in seinem Inneren, die nicht gerade erfreut waren darüber. Sie teilten mit ihm den Körper. Aber dennoch wollten sie auch mal ihre Ruhe haben.“
´Was willst du denn jetzt schon wieder?`, murrten sie. ´Haben wir dir nicht heute schon einmal geholfen?`
´Bitte, nur noch dieses eine Mal.´, flehte er. `Als Dank für eure Hilfe gebe ich euch die Erlaubnis, meinen ganzen Arm als euer Zuhause zu betrachten.´
´Wir sind einverstanden.´, zischten die Naniten aufgeregt, nun, da sie sich endlich weiter in ihrem Wirt ausbreiten konnten. Denn gegen dessen Willen konnten sie nicht so ohne weiteres vorrücken. Fredrik wusste, dass damit durchaus die Gefahr verbunden war, dass die Naniten irgendwann die Kontrolle über ihn übernehmen konnten. Dennoch bat er sie, ihm zu helfen, den Spinosaurier zu befreien und so liehen sie ihm ihre Kraft.
Nachdem er fühlte, wie die Naniten sich in seiner linken Hand konzentrierten, ballte er diese zur Faust, sie begann silbern zu leuchten und mit einem Schlag war das Trümmerteil beseitigt und Majorus konnte sich wieder bewegen.
Fredrik aber war vollkommen entkräftet und brach zusammen. Selbst die Naniten, die leben wollten und wussten, dass sie im Feuer sterben würden, wenn sie den Menschen nicht wieder wach kriegten, schafften es nicht und so breitete sich das Feuer immer weiter aus, während er bewusstlos am Boden lag.


>Majorus<


Er schüttelte sich leicht, um wieder richtig denken zu können. Er konnte es immer noch nicht glauben. Er war frei, hatte sich offenbar nicht verletzt und musste nun nur noch aus diesem Turm entkommen.
Eigentlich hatte er nie und nimmer vor, einem Hiuma zu helfen. Aber er schuldete diesem hier etwas. Immerhin hatte er ihm gerade das Leben gerettet und er hatte nicht gerne Schulden.
Also senkte er seine Schnauze, öffnete diese, nahm den Hiuma vorsichtig in diese und sah sich nach einem Ausgang um.
Als er keinen fand, schuf er sich einfach einen und sprengte mit bloßer Körperkraft die Rückwand des Labors.
Schließlich war er wieder draußen im Dschungel und nachdem er den Hiuma dort abgelegt hatte, atmete er erleichtert aus. Sie hatten es nämlich gerade noch rechtzeitig geschafft. Denn das, was vom Turm noch übrig geblieben war, stürzte nun auch ein.


>Fredrik<


Als er erwachte, befand er sich nicht mehr im Turm und war auch nicht tot, sondern war vom Regen durchnässt und lag auf dem Dschungelboden.
Bei der Musterung seiner Umgebung bekam er einen Schreck, blickten ihn doch zwei große, goldene Augen neugierig an.
Bist ja endlich aufgewacht.“, meinte Majorus etwas scharf. „Dachte schon, du bist abgekratzt.“
Hast du mich etwa gerettet?“, hustete Fredrik, nachdem er sich aufgerichtet hatte. Sein Gang war noch etwas wackelig.
Wie erwartet war Majorus´ Reaktion wütend. „Sprechen wir nie wieder davon!“, zischte er. „Und wenn du jemandem davon erzählst, bist du geliefert.“
Danach war der Spinosaurier fort und Fredrik hätte schwören können, dass sein Ton ihm gegenüber weniger scharf gewesen war als sonst.
Aber das konnte er sich durchaus auch eingebildet haben und so machte er sich auf zu seinem Tyrannen, der gewiss schon annahm, dass er tot war.


>Blue Eye<


Bin ich froh, dass du nicht tot bist!“, rief der Tyrann und überschwänglich begrüßte er seinen Hiuma, leckte ihn sogar ab.
Wie eklig.“, lachte Fredrik und der Tyrann erkannte sofort, dass er es nicht so meinte, dass er es sogar genoss, seine Zuneigung.
Ich freu mich einfach nur so.“, meinte er und leckte Fredrik erneut ab, der dieses Mal nicht einmal protestierte.
Denkst du, es ist jetzt vorbei?“, fragte ihn der Hiuma.
Der Krieg ist auf jeden Fall entschieden.“, erwiderte Blue Eye. „Und offenbar hat er sogar positive Folgen.“
Welche?“, wollte Fredrik verwundert wissen.
Die geschlossenen Bündnisse könnten durchaus längere Zeit überdauern und es gibt sogar einen Antrag bei der Generalversammlung der Tyrannen, meine Zeit als König zu verlängern.“, antwortete Blue Eye. „Noch ist zwar nichts entschieden. Aber wenn sie sich wirklich für mich aussprechen sollten, so ist das ein großer Schritt in Richtung erneuter Einheit unserer Rasse.“
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Eddi Carr
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   12.06.13 19:33

Die Geschichte gefällt mir richtig gut. Solltest dir wirklich mal jemanden suchen der da ein Buch draus machen kann. Nun aber zu der Frage die ich vor ein paar Kapiteln hatte. Wie schaffen das so viele Raubsaurier (mehrere hundert Raptoren, jede Menge Rexe und ein paar Spinosaurier auf der kleinen Insel überleben? Müssten die nicht verhungern?



MfG Eddi Carr
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Mafnar
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   12.06.13 20:07

Das ist eine Frage, die ich selbst noch klären müsste. Mir würde auf ANhieb nur als Erklärung einfallen, da es sich um ein Alternatives Universum hanelt, dass die Insel größer ist als in der ursprünglichen Reihe, würde sagen, vielleichtr doppelt so groß und/oder dass es ausgedehnte Höhlensysteme gibt, in denen mehr Saurier Platz haben. Außerdem gehe ich von einer sich irgendwann stabil einpendelnden Popilation aus, dessen Höhepunkt zu Zeit der Geschichzte fast erreicht ist und es ist auch vorstellbar, dass sich bei den Dinos hier das Fressverhalten wie bei den Schlangen verhält. Desweiteren wäre auch denkbar, dass sich gewisse Saurier hier, vor allem weil sie in telligent sind, Vorräte anlegen.

Zuletzt von Mafnar am 12.06.13 20:15 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)   Heute um 6:50

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Jurassic Park Nation - Erstentwurf (FanFiction)

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