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Aussterben der Dinosauríer durch Vulkanausbrüche ausgelöst?

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Robert Muldoon
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BeitragThema: Aussterben der Dinosauríer durch Vulkanausbrüche ausgelöst?   03.11.07 18:35

Wiesbaden (dinosaurier-news) - Das Aussterben der Dinosaurier am Ende der Kreidezeit vor etwa 65 Millionen Jahren wurde nach Ansicht von Wissenschaftlern um Gerta Keller von der amerikanischen Princeton University vermutlich durch Vulkanausbrüche im westlichen Indien ausgelöst. Zur Untermauerung ihrer These hatten sich die Forscher intensiv um eine bessere Datierung der Eruptionen bemüht, welche die so genannten Dekkan-Trapps im westlichen Indien entstehen ließen. Das Gebiet mit seinen mehr 2.000 Metern mächtigen Basaltschichten zählt zu den größten durch Vulkanismus geprägten Regionen der Erde. Viele andere Wissenschafler meinen dagegen, das Ende der Dinosaurier sei durch den Einschlag eines Himmelskörpers auf der Erde bewirkt worden.
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BeitragThema: Re: Aussterben der Dinosauríer durch Vulkanausbrüche ausgelöst?   03.11.07 18:57

Ich verfolge die Dino-Nachrichten jetzt seit 7 Jahren recht intensiv und muss dazu sagen, dass der Grund für das Aussterben der Dinosaurier noch längst nicht geklärt ist.
Lange Zeit wurde die Asteroiden-Theorie favorisiert, doch seit einigen Jahren wird daran etwas gezweifelt - in erster Linie von Wissenschaftlern um Gerta Keller. Ihre Argumentation gegen das Aussterben durch den Chicxulub-Asteroiden ist die Erkenntnis, dass der Asteroid vermutlich einige hunderttausend Jahre zu früh aufgeschlagen war.

Ich habe aber auch schon eine Theorie gelesen, dass der Asteroiden-Einschlag und der verstärkte Vulkanausbruch in Indien möglicherweise in Beziehung zueinander stehen und dass erst beide Faktoren zusammen zum Aussterben beigetragen haben.

Über den Streit um den Auslöser des Dino-Sterbens ein Artikel aus dem Jahr 2005, vom 23. Oktober:
Quelle: http://www.welt.de/print-wams/article133745/Einschlag_aus_dem_Weltall.html

Einschlag aus dem Weltall?
Wissenschaftler liefern sich einen bizarren Streit darüber, was das Massensterben der Saurier auslöste
Eines der bedeutendsten Rätsel der Naturgeschichte wandelt sich immer mehr zu einem Wissenschaftskrimi: Es geht um die Frage, warum die Dinosaurier und drei Viertel aller anderen Lebewesen am Ende der Kreidezeit vor rund 65 Millionen Jahren ausgestorben sind.

Seit rund 25 Jahren glaubt eine Mehrheit der Forscher, der Einschlag eines gigantischen Meteoriten in Mexiko habe den Exitus ausgelöst. Die Impact-Theorie gilt seither als Beleg dafür, daß die Evolution der Lebewesen von plötzlichen Katastrophen auf neue Bahnen gelenkt werden kann.

Für einen Beweis dieser Theorie gaben Forscher ihre Karriere und Staaten Millionenbeträge hin. Das große Engagement brachte gerade in den letzten Monaten viele neue Erkenntnisse. Es ließ jedoch auch die Umgangsformen der Forscher untereinander verrohen. Denn es gibt Zweifler an der Impact-Theorie. Und der Streit zwischen Gegnern und Befürwortern wird immer bizarrer. Sogar Beweisstücke sind schon verschwunden.

Der Krimi begann, als Forscher in den 1970er Jahren weltweit große Mengen Iridium in den Ablagerungen aus der Ära des Sauriersterbens entdeckten. Im Gegensatz zur Erde kommt Iridium in Meteoriten häufig vor - ein klarer Hinweis auf eine Bombe aus dem All. Anfang der 90er Jahre fand man in Mexiko nahe der Maya-Siedlung Chicxulub den passenden Krater. Sein Alter von 65 Millionen Jahren stimmt ausgezeichnet mit dem Massensterben am Ende der Kreidezeit überein. Seither gilt es als wahrscheinlich, daß der Einschlag eines Meteoriten den Exitus ausgelöst hat. Asche und Staub sollen die Erde jahrelang verdunkelt haben mit verheerenden Folgen für das Klima.

Die Impact-Theorie inspirierte Hollywood-Filme wie "Armageddon" und "Deep Impact". Vor einigen Jahren jedoch kamen Zweifel auf. Deshalb wurde 2001 unter Leitung des Geoforschungszentrums Potsdam eine Bohrung in den Chicxulub-Krater gestoßen. Sie hat Ablagerungen aus den vergangenen 150 Millionen Jahren zutage gefördert. Die Ergebnisse der Bohrkern-Analyse wurden jüngst veröffentlicht ("Meteoritics and Planetary Science", Bd. 39, Heft 6 und 7). Indes: Anstatt die Debatte zu entscheiden, verschärften die Studien sie noch.

Stein des Anstoßes war jener nur 85 Zentimeter lange Bereich des Bohrkerns, der direkt über dem vom Meteoriten zertrümmerten sogenannten Impact-Gestein in knapp 800 Metern Tiefe liegt. Darin zeigt sich, was unmittelbar nach dem Meteoriten-Einschlag geschah. Die Forscher der Impact-Theorie machen dort die Ablagerungen einer Riesenwelle aus, die nach dem Einschlag in den Krater schwappte - denn die Bombe aus dem All knallte in den Ozean, die gesamte Region war zur fraglichen Zeit vom Meer überflutet.

Gerta Keller von der Universität Princeton in den USA, Thierry Adatte von der Universität Neuchâtel und Wolfgang Stinnesbeck von der Universität Karlsruhe hingegen sehen oberhalb des Einschlags Spuren steter Ablagerungen. Als Beweise führen sie etwa Grabbauten von Würmern und Tonminerale im Sediment an, die Zeit zum Entstehen brauchen. Zudem wollen sie unter dem Mikroskop die Schalen winziger Einzeller, sogenannter Foraminiferen, entdeckt haben. Diese aber sind zusammen mit den Dinosauriern ausgestorben. Sie dürften sich demnach nicht nach dem Einschlag oberhalb der Einschlagspuren abgelagert haben.

Die Folgerung daraus: Der Meteorit schlug bereits 300 000 Jahre vor dem Ende der Kreidezeit ein und war demnach nicht verantwortlich für das Massensterben.

Der Geologe Jan Smit von der Universität Amsterdam, ein Begründer der Impact-Theorie, hält die vermeintlichen Foraminiferen für Dolomitkristalle. Er hält Keller vor, sie wolle ihre Proben von niemandem überprüfen lassen. "Hat sie Angst davor?" fragt Smit.

Doch nicht nur die Ablagerungen über dem Impact-Gestein, auch jene darunter erhitzen die Gemüter. Die Impact-Fraktion macht dort vom Meteoriteneinschlag zerrüttete Schichten aus, ihre Gegner fanden hingegen Indizien für ungestörte Verhältnisse. Stimmt die These von Keller und Kollegen, liegt die Bohrung außerhalb des Kraters, denn im Krater müßte das Gestein bis in große Tiefen zerrüttet sein. Der Meteorit sei folglich viel kleiner gewesen als behauptet, meint Keller. Viele Forscher reagieren auf diese Darstellung, gelinde gesagt, verdrießlich. "Absurd" oder "Blödsinn" sind noch mildere Worte, mit denen die neue Theorie bedacht wird.

Es scheint paradox: Je mehr die Forscher herausfinden, desto stärker verhärten sich die Fronten. Vor einigen Tagen nun sollte ein Artikel im Fachmagazin "Geology" (Band 33, Seite 721) den Streit entscheiden. Forscher um Laia Alegret von der Universität Zaragoza fanden in Ablagerungen auf Kuba - rund 1000 Kilometer entfernt vom Chicxulub-Krater - Beweise dafür, daß tatsächlich besagter Meteorit das Dinosaurier-Zeitalter beendete. In Sedimenten der betreffenden Zeit entdeckten die Geologen von einem Meteoriten zertrümmertes Gestein, das sich zusammen mit untermeerischen Lawinen abgelagert hatte - Trümmer des Chicxulub-Meteoriten, wie Alegret meint.

Der Konter ließ nicht lange auf sich warten. In zwei langen E-Mails an die Wissenschaftlergemeinde zerpflückte Gerta Keller die Argumente ihrer Kontrahenten: Zwar räumt sie ein, daß es tatsächlich Meteoriten-Spuren in dem betreffenden Sediment gibt, doch die Zeit ihrer Ablagerung sei fraglich. Die enthaltenen Mikrofossilien ließen nur eine äußerst ungenaue Datierung zu, es bleibe eine Unsicherheit von mehreren Hunderttausend Jahren. E-Mails ihrer Kontrahenten folgten wenige Stunden später. Smit warf Keller grobe Fehler vor. Auch Alegret und andere ließen kein gutes Haar an Kellers Argumentation.

Beide Seiten hoffen nun, daß eine weitere Bohrung in den Chicxulub-Krater den Streit entscheiden wird, die Mittel dafür sind schon beantragt. Möglich, daß man sie sparen könnte. Denn im Keller des Geologischen Museums der Universität Mexiko (UNAM) lagern säuberlich aufgereiht wie Goldbarren acht Bohrkerne aus dem Chicxulub-Krater. Bekannt ist, daß der Bohrkern UNAM-5 einen Meter gut datierbares Sediment unmittelbar oberhalb des Impact-Gesteins enthält, der klären könnte, wann genau der Meteorit eingeschlagen ist. Jedoch: Genau dieser entscheidende Meter ist verschwunden.
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BeitragThema: Re: Aussterben der Dinosauríer durch Vulkanausbrüche ausgelöst?   03.11.07 19:03

Trotzdem bleiben es immer Vermutungen oder?
Ich glaube nicht, das man einen Endgültigen Beweis erbringe kann.
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BeitragThema: Re: Aussterben der Dinosauríer durch Vulkanausbrüche ausgelöst?   03.11.07 19:04

Ich glaube das auch. Aber gerade das ist ja so spannend an der Sache. Was wäre das langweilig, wenn man eines Tages sagen könnte: Genauso war das und nicht anders!
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BeitragThema: Re: Aussterben der Dinosauríer durch Vulkanausbrüche ausgelöst?   03.11.07 19:08

Richtig, sonst bräuchten wir ja auch das Forum nicht!
Genau das macht ja Spaß, das Diskutieren über Verschiedene Theorien!
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BeitragThema: Re: Aussterben der Dinosauríer durch Vulkanausbrüche ausgelöst?   Heute um 19:27

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