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Weswegen 3D 'nicht funktioniert'

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Kovu
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BeitragThema: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   25.05.11 22:53

Ich hab mir gedacht ich poste das mal ausserhalb der Plauderecke, da es ein ernsthaftes Thema ist, und vom 0815 Kino-Gänger nicht richtig verstanden wird. @Robert: bitte lass die Bilder hier stehen, sie dienen der Veranschaulichung des 3D-Problems.

Mit "3D funktioniert nicht" meinen 3D-Film Kritiker nicht etwa, dass 3D-Bilder an sich nicht einen Tiefeneffekt erzeugen würden, sondern dass es aufgrund unserer körperlichen Gegebenheiten nicht sinnvoll ist, in Filmen auf den Effekt zu setzen. Um zu verstehen wieso, muss man die Funktionsweise unserer Augen verstanden haben.

Nehmen wir einmal eine reale Szene an. Wir haben ein Ei vor uns, und im Hintergrund steht ein Haus mit Baum:



Wenn wir nun das Ei betrachten, werden unsere Augen zu dem Punkt hin konvergieren. Die beiden Sichtachsen werden sich beim Ei Kreuzen, und beide Augen werden auf die gleiche Distanz fokussieren, um ein scharfes Bild zu erhalten. Unser Gehirn setzt diese beiden Bilder nun zu einem plastischen (dreidimensionalen) Objekt zusammen. Gleichzeitig ermöglicht die Peilung über die Sichtachsen das Ermitteln der Distanz zum Objekt, da sich diese im Zentrum des Objekts überschneiden:



Danach schauen wir in den Hintergrund, zu Haus und Baum. Die Augen konvergieren auf Distanz (das Dreieck von vorhin öffnet sich), bis die Sichtachsen praktisch parallel sind. Der Fokus stellt sich auf Haus und Baum ein, um scharf zu sehen, das Ei verschwimmt dadurch:



Nun entscheiden wir uns, die selbe Szene stereoskopisch zu filmen. Das bedeutet, zwischen Haus und Ei kommt ein neues Objekt zu stehen, ein Bildschirm oder eine Leinwand (worauf wir uns später gezwungener massen die Szene anschauen werden):



Damit wir das Bild auf der Leinwand scharf sehen können, werden unsere Augen gezwungen, auf die Leinwand zu fokussieren. Würden die Augen das nicht machen, wäre das gesamte 3D-Bild unscharf:



Nun sehen wir das Ei im Film. Unsere Augen werden gezwungen, 2 funktionen zu trennen, die normalerweise unzertrennlich sind (und evolutionstechnisch gesehen getrennt gar keinen Sinn ergeben würden): sie müssen auf die Leinwand zwischen Haus und Ei fokussieren, während auf das Ei konvergiert wird.



Das gleiche gilt selbstverständlich auch bei Haus und Baum, welche in der Tiefe hinter der Leinwand liegen:




Dieser Umstand überfordert das menschliche Gehirn, weil wir nicht dafür gemacht sind, stereo-Bilder auf einer 2D Oberfläche zu sehen. Der einzige Weg dieses Problem zu umgehen, wäre eine tatsächliche, holografische Darstellung, in welcher das Objekt direkt fokussiert und konvergiert werden kann.

Ein weiteres Problem mit 3D in Filmen ist das sogenannte "Strobing". Dabei flackern die Stereo-Bilder ab einem bestimmten Zeitpunkt über die Szene, was ebenfalls mit der Überforderung des Zuschauers zu tun hat. Besonders Leute die ein detailliertes visuelles Erfassungsvermögen aufweisen haben damit zu kämpfen.

Je nach Person machen 3D Filme mehr oder weniger Schwierigkeiten. Im schlimmsten Fall Kopfschmerzen oder gar Übelkeit.


Zuletzt von Kovu am 10.11.12 16:54 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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Robert Muldoon
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   25.05.11 23:26

Vielen Dank für diese klasse Erklärung Very Happy
So kann man das wirklich viel besser verstehen was da abläuft.
Ich habe ja erst einen Film in 3D gesehen, und ich hatte wirklich zu den Kopfschmerzen auch leichten Schwindel/Übelkeit.
Dazu kommt dann das ich mich nicht richtig entspannen und auf die Story konzentrieren konnte. Es war wirklich ein komisches Gefühl.

Warum soll ich also für so ein Erlebnis dann auch noch mehr Geld ausgeben?
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Molière
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   27.05.15 21:17

Kovu schrieb:
N!ko schrieb:
^ Nein. Trevorrow hat JW mit einer analog Kamera gedreht (35 mm, genau wie Spielberg JP)

Wobei das theoretisch keine Bedeutung hat. Ob man nun analog oder digital dreht, man braucht zwei Kameras/Filme, oder zumindest eine Kamera die stereo aufzeichnen kann. Stereo hat man auch schon vor dem Digitalzeitalter gedreht/fotografiert, somit ist es also grundsätzlich mal eine Frage des Kamera-rigs das eingesetzt wird.

Auch kann ich mich nur wiederholen wenn ich sage: 3D bedeutet nicht automatisch dass Objekte auftreten, die aus der Leinwand stechen. 3D bedeutet lediglich Tiefenwirkung. Die art und Weise wie die Bilder wirken ist eine Frage des Stereo-Setups und der Szene während dem Filmen, oder im Falle der Konvertierung eine Frage der Aufbereitung.

Sollte JW tatsächlich nur konvertiert sein (was zumindest aus den featurettes wahrzunehmen ist; ich glaube nie ein Stereo-Rig gesehen zu haben), find ich das eine echt schwache Leistung von Spielberg & Co. Ganz besonders weil sie gegen aussen immer verlauten liessen, dass in 3D gefilmt wird (es ist ein massgebender Unterschied ob Mono-Material in ein 2. Bild konvertiert oder tatsächlich Stereo-Material erzeugt wird). 3D dient hierbei einfach wieder als Verkaufsargument... es ist alles andere egal, hauptsache man kann den allseits beliebten 3D-badge drauf kleben.


Und was die Qualität von JW's 3D betrifft - der Reviewer vom Early-Screening hat ja auch schon ausgesagt, dass er keinen Mehrwert in der 3D-Aufführung fand.



Edit: JW 3D als fake gelistet: http://www.realorfake3d.com/

3D ist nicht nur Tiefenwirkung! Die ist eigentlich auch vollkommen irrelevant, weil der Sehsinn relativ schnell habituiert und
somit der eigentliche 3D-Effekt wegen der Habituation an den Reiz nicht mehr bewusst wahrgenommen werden kann.

Der eigentliche Sinn liegt darin, jetzt fällt mir der Fachbegriff nicht ein, Objekte in den Raum treten zu lassen (Flugobjekte,
längliche Objekte, Gegenstände etc.). Dies passiert immer gekoppelt mit bestimmten Effekten und verstärkt deren Wirkung.
Konventionell gedrehte Filme erreichen nie mehr als 50% der Wirkung als in 3D gedrehte Filme. Bei dem ersteren ist der
3D-Effekt ja auch nur eine Manipulation der Negative; 3D-Kameras nehmen die Räumlichkeit dagegen direkt auf. Eine nimmt aus
der linken und die andere aus der rechten Perspektive auf und werden dann zusammengefügt. So sehen wir auch die Umwelt!
Die konventionelle Herangehensweise arbeitet dagegen nur mit einer Kamera.

Nicht ohne Grund hat sich James Cameron während des Hobbit-Drehs demonstrativ auf die Seite von Peter Jackson gegen die großen
US-Studios sowie US-Kinoketten gestellt, die die neue Technologie zu boykottieren versuchten. Schon bei der Produktion von
AVATAR testete WETA neue Verfahren. In Absprache verkündete Jackson den HOBBIT in 4K und HFR zu drehen, was aber erst
Sinn bei digitalen Projektoren macht, die eine Auflösung von 4K besitzen und die HFR-Technologie bedienen können. Diese sind
sehr teuer und so versuchten die großen US-Kinoketten, die ja primär den großen US-Studios gehören, dies zu verhindern.
Bei LUCAS und SPIELBERG hat es lange funktioniert, dass die Studios diktieren konnten, wie weit sich die Technologie entwickeln
darf, damit nicht die teuren Superprojektoren in den großen Kinosäälen eingebaut werden müssen.

Cameron hat mit AVATAR eine neue ÄRA eingeleitet und klar gemacht, dass die technische Ausstattung eines herkömmlichen
Kinos in Zukunft nicht mehr von den US-Amerikanern bestimmt werden wird. Vor der HOBBIT-Produktion kündigte
Jackson auf einer Presse-Konferenz das neue Zeitalter an. Eine Woche später fuhr Cameron zum HOBBIT-Dreh nach
Neuseeland und verkündete gemeinsam mit Peter Jackson, dass AVATAR das fortsetzen werde, womit der HOBBIT
begonnen hat: 4K - HFR - REAL3D ... Den großen US-Kinoketten und der Welt wurde somit mitgeteilt, dass an
digitalen Superprojektoren kein Weg mehr vorbei führt und mindestens die großen Kinosääle entsprechend aufgerüstet
werden müssen, denn laut Cameron hieß es bzgl. den HOBBIT-Drehs: "Die kommende AVATAR-Trilogie wird man
nur so sehen können ... ansonsten bleibt die Leinwand schwarz..." (so ähnlich war damals das Zitat).

[AVATAR wurde ja schon damals wie HDR größtenteils in Neuseeland produziert und während der digitalen
Herstellung baute WETA die Dominanz gegenüber ILM zunehmend aus. Die Schlüssel-Effekte wurden
zunehmend in den Verantwortungsbereich von WETA übergeben. ILM bekam eher die herkömmlichen Effekte,
während WETA mit der Entwicklung neuer Programme beauftragt wurde. Cameron hatte ein immenses Interesse,
er ließ sich ja häufiger in Wellington bei Jackson sehen, dass es nicht mehr die US-Amerikaner sind, die
zukünftig bestimmten, in welche Richtung (mit welcher Geschwindigkeit) sich die Kinotechnologie fortentwickeln darf ...
In letzter Zeit machte Cameron ja unmissverständlich klar, dass die Kiwis AVATAR produzieren werden
und es darauf hinausläuft, dass die Effekte nur noch von WETA produziert werden.]

Dieser Aufwand entstand also nicht aus einer Langeweile heraus, sondern weil es einen Unterschied macht, ob Filme
in 3D gedreht oder nur in Richtung eines synthetischen 3D-Effekts bearbeitet (entsprechend simuliert) werden!

Schon alleine der Unterschied, ob 3D-Filme mit oder ohne HFR-Technologie gezeigt werden, ist gewaltig!
Ich habe den Hobbit damals mit Freunden mit und ohne HFR gesehen und alle meinten, dass ihnen bei
HFR teilweise (Flugszenen über Thal) schwindelig wurde, weil es so real wirkte!

Naja, HFR wird es bei Jurassic World ja sowieso nicht geben...

Sorry, wegen der langen Rede, aber es macht schon einen gewaltigen Unterschied, ob ein Film
in 3D (mit zwei parallelen Kameras in einer spezifischen Winkel-Stellung) aufgenommen oder ob der
3D-Effekt mit grafischen Mitteln künstlich in den Film integriert wird.

Mir wurde es mal von einem Technik-Experten erklärt, kann es aber leider nicht richtig wiedergeben.

Aber an folgendes Gleichnis kann ich mich erinnern:

3D-Aufnahme = IST-Wert (= SOLL-Wert)
3D-Simulation = SCHÄTZ-Wert
~ SCHÄTZ-Wert kann IST (= SOLL)-Wert nicht erreichen Exclamation  
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Kovu
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   27.05.15 21:51

Molière schrieb:
3D ist nicht nur Tiefenwirkung! Die ist eigentlich auch vollkommen irrelevant, weil der Sehsinn relativ schnell habituiert und
somit der eigentliche 3D-Effekt wegen der Habituation an den Reiz nicht mehr bewusst wahrgenommen werden kann.

Doch. 3D ist nichts anderes als Tiefenwirkung. Das stereoskopische Sehen ist es was uns Menschen (und den meisten Raubtieren) ermöglicht, Distanzen präzise zu beurteilen. Ob Objekte vor oder hinter der Leinwand erscheinen hängt lediglich davon ab, auf welcher Ebene wir das gefilmte oder fotografierte festhalten.

Molière schrieb:
Der eigentliche Sinn liegt darin, jetzt fällt mir der Fachbegriff nicht ein, Objekte in den Raum treten zu lassen (Flugobjekte,
längliche Objekte, Gegenstände etc.). Dies passiert immer gekoppelt mit bestimmten Effekten und verstärkt deren Wirkung.
Konventionell gedrehte Filme erreichen nie mehr als 50% der Wirkung als in 3D gedrehte Filme. Bei dem ersteren ist der
3D-Effekt ja auch nur eine Manipulation der Negative; 3D-Kameras nehmen die Räumlichkeit dagegen direkt auf. Eine nimmt aus
der linken und die andere aus der rechten Perspektive auf und werden dann zusammengefügt. So sehen wir auch die Umwelt!
Die konventionelle Herangehensweise arbeitet dagegen nur mit einer Kamera.

Es ist relativ sinnlos mir das erklären zu wollen, Molière, da ich selber unter anderem Stereofotografie betreibe Wink . Das Problem der konvertierten Filme liegt nicht in irgendwelchen % Wirkung die man potenziell erzielen kann, sondern in der Tatsache, dass kein parallaxes Bildmaterial vorhanden ist. Es ist absolut unmöglich, verlorenes Bildmaterial wiederherzustellen, weil ein bestimmter Teil des Raumes immer durch das davorliegende Objekt verdeckt, und damit von der Kamera nicht festgehalten wird. Zwar können moderne Bildbearbeitungs-Programme durchaus 3D-Modelle anhand von 2D-Bildern hochrechnen, aber die zugehörige verdeckte Textur eines Objekts ist und bleibt nicht wieder herstellbar. Deswegen bewegen sich solche Aufbereitungen immer auf einem schmalen Grat wie viel Tiefenwirkung man erzielen will.

Molière schrieb:
Dieser Aufwand entstand also nicht aus einer Langeweile heraus, sondern weil es einen Unterschied macht, ob Filme
in 3D gedreht oder nur in Richtung eines synthetischen 3D-Effekts bearbeitet (entsprechend simuliert) werden!

Absolut meine Rede. Konvertiertes Stereo ist Betrug. Und solchen unterstütze ich nicht. Leider aber ist die Mehrheit der Kinogänger dumm genug trotzdem mehr für die 3D-Aufführung zu zahlen. Und somit werden sich die meisten Produzenten weiterhin teures Stereoequipment sparen und den Film im nachhinein konvertieren.

Molière schrieb:
Sorry, wegen der langen Rede, aber es macht schon einen gewaltigen Unterschied, ob ein Film
in 3D (mit zwei parallelen Kameras in einer spezifischen Winkel-Stellung) aufgenommen oder ob der
3D-Effekt mit grafischen Mitteln künstlich in den Film integriert wird.

Es ändert aber trotzdem nichts daran, dass 3D NUR einer Tiefenwahrnehmung entspricht. Ich kann dir Bilder von meiner Stereokamera und meinen Zwillingskameras zeigen, die praktisch flach oder nur in die Tiefe wirken, während man die Szene problemlos auch so zusammenstellen kann, dass das Objekt vor dem Bild erscheint. Hinzu kommt auch, dass je mehr Distanz ein Objekt von der/den Kamera(s) hat, es auch um so 2 dimensionaler wirkt. Wenn du beispielsweise einen Berg in 3D aufnehmen willst, wirst du gezwungen sein, die beiden notwendigen Bilder mit einem riesen Abstand (500 bis 1000 m oder mehr) zu schiessen, um eine anständige Parallaxe hinzukriegen. Um also einen Film wie Avatar effektvoll umzusetzen, muss ziemlich viel mit dem Kamera-Rig und CGI getrickst werden -> das entspricht dann aber auch nicht mehr im geringsten dem natürlichen Sehvermögen eines Menschen. Es ist und bleibt eine Illusion, die sich der Stereosicht (welche im Prinzip einfach Tiefe wahrnimmt) bedient.



Im übrigen wurdest du von Robert Muldoon kürzlich schon darauf hingewiesen - und ich tu es jetzt nochmals: zitiere nicht einfach ganze Posts von anderen Leuten. Kürze das Zitat auf die relevante Passage, oder wenn du auf einen gesamten Post bezug nehmen willst, schreib die entsprechende Person mit "@Kovu:" etc... an. Das steht in unseren Foren-Regeln. Das nächste mal könntest du verwarnt werden.
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   28.05.15 0:45

Kovu schrieb:
Molière schrieb:
3D ist nicht nur Tiefenwirkung! Die ist eigentlich auch vollkommen irrelevant, weil der Sehsinn relativ schnell habituiert und
somit der eigentliche 3D-Effekt wegen der Habituation an den Reiz nicht mehr bewusst wahrgenommen werden kann.

Doch. 3D ist nichts anderes als Tiefenwirkung. Das stereoskopische Sehen ist es was uns Menschen (und den meisten Raubtieren) ermöglicht, Distanzen präzise zu beurteilen. Ob Objekte vor oder hinter der Leinwand erscheinen hängt lediglich davon ab, auf welcher Ebene wir das gefilmte oder fotografierte festhalten.

Du willst mich jetzt aber nicht verarschen, oder?

Kein seriöser Biologe, Neurobiologe, Neurophysiologe ... der westlichen Welt stellt den neurophysiologischen Prozess der Habituation
in Frage Exclamation Die wissenschaftliche Faktenlage ist so eindeutig, dass kein Gericht in Deutschland darum kommen würde, mir in diesem
Punkt Recht geben zu müssen. Wenn der 3D-Film beginnt, man die 3D-Brille aufsetzt, dann nimmt man erst einmal - wegen der neuen
Reizsituation - die Tiefenwirkung im Bild wahr, aber dann beginnt auch schon die Habituation und es wird zur Normalität, denn die
normale Sicht auf unsere Umwelt ist ja auch dreidimensional. Dieser typische 3D-Effekt wird einem am Anfang nur so bewusst,
weil die Augen zuvor auf einen 2D-Effekt adaptiert waren. Mit dem 3D-Effekt beginnt eine neue Reizsituation, es setzt die Habituation
ein und innerhalb einer Minute wird bereits 90% der Adaptation an die neue Reizsituation abgeschlossen sein!

Der 3D-Effekt wird schnell zur Normalität - aus diesem Grunde nimmt man nach einiger Zeit den 3D-Effekt nur dann wahr,
wenn irgendwelche Objekte (Gegenstände / Lebewesen) einem entgegen geschleudert werden oder auf einem zufliegen!

Aus diesem Grund gibt es bei der Herstellung dieser Effekte (dies hat man bei AVATAR genauso beachtet wie beim HOBBIT)
auch die Grundregel, bestimmte Effekte dosiert einzusetzen, damit diese nicht infolge einer Habituierung ihre Wirkung verlieren.
Aber an einem gegen entfliegende Objekte gewöhnt man sich nicht so schnell als an eine 3D-Perspektive, die der räumlichen
Wahrnehmung unseres Sehsinns entspricht.

Du kannst mir so einen Humbug echt nicht erzählen, dass du von der Wirkung neurophysiologischer Grundmechanismen ausgeschlossen bist affraid
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Kovu
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   28.05.15 1:36

Molière schrieb:
Du willst mich jetzt aber nicht verarschen, oder?

Achte auf deine Wortwahl. Es fällt einem mittlerweile schwer, dich übehaupt noch ernst zu nehmen.

Molière schrieb:
Kein seriöser Biologe, Neurobiologe, Neurophysiologe ... der westlichen Welt stellt den neurophysiologischen Prozess der Habituation
in Frage Exclamation

Genau so wenig wie ein Fotograf die gekonnte Inszenierung eines Stereobildes in Frage stellt. Es geht hier nicht um irgendwelche Gewöhnung, sondern um das, was die 3D-Technologie erfüllen kann, und was nicht.

Was Stereobilder können, ist eine Tiefenwahrnehmung erzeugen. Tiefenwahrnehmung kann Objekte in den Vorder- oder Hintergrund stellen. Was Stereobilder nicht können, ist Objekte echt räumlich darstellen. Wir sind an das aufgenommene Bild gebunden und können nicht nach belieben in den Raum eintauchen, bzw, das Objekt kann auch nicht Teil unseres Raumes werden. Solches wäre mit 3D-Hologrammen möglich, aber nicht mit Stereo 3D (wobei anzumerken ist, dass 3D grundsätzlich schon mal ein irreführender Begriff für Stereo-Bilder ist).

Entsprechend ist die Erwartung, die von den meisten Leuten an 3D gestellt wird falsch: 3D bedeutet nicht automatisch, dass uns Objekte entgegen fliegen. 3D bedeutet Tiefenwahrnehmung. Welche Effekte wie oft mit der Technik hervorgerufen werden hängt von der Filmcrew ab.

Nebenbei bemerkt hat die HFR-Technik relativ wenig mit Stereo-Filmen zu tun (weswegen auch diese Ausführungen bei dem Thema nicht wirklich nachvollziehbar sind), ausser dass sie das Flackern des bewegten Bildes (was bei 3D-Filmen verstärkt sichtbar wird) deutlich reduziert.

Molière schrieb:
Die wissenschaftliche Faktenlage ist so eindeutig, dass kein Gericht in Deutschland darum kommen würde, mir in diesem
Punkt Recht geben zu müssen.

So einer bist du? Ist nicht gerade ein angenehmer Charakterzug.

Molière schrieb:
Du kannst mir so einen Humbug echt nicht erzählen, dass du von der Wirkung neurophysiologischer Grundmechanismen ausgeschlossen bist affraid

Welchen "Humbug"? Ich wage mal zu vermuten, dass ich auf dem Gebiet der Stereofotografie mehr Erfahrung habe als du.


Zuletzt von Kovu am 28.05.15 11:36 bearbeitet, insgesamt 4 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   28.05.15 2:04

Molière schrieb:

Du willst mich jetzt aber nicht verarschen, oder?

Bitte die Beiträge zivilisiert halten, ja? Wink
Es gibt kein Grund direkt mit der Tür ins Haus zu fallen...
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   28.05.15 19:16

Kovu schrieb:
Molière schrieb:
Du willst mich jetzt aber nicht verarschen, oder?

Achte auf deine Wortwahl. Es fällt einem mittlerweile schwer, dich übehaupt noch ernst zu nehmen.

Molière schrieb:
Kein seriöser Biologe, Neurobiologe, Neurophysiologe ... der westlichen Welt stellt den neurophysiologischen Prozess der Habituation
in Frage Exclamation

Genau so wenig wie ein Fotograf die gekonnte Inszenierung eines Stereobildes in Frage stellt. Es geht hier nicht um irgendwelche Gewöhnung, sondern um das, was die 3D-Technologie erfüllen kann, und was nicht.

Was Stereobilder können, ist eine Tiefenwahrnehmung erzeugen. Tiefenwahrnehmung kann Objekte in den Vorder- oder Hintergrund stellen. Was Stereobilder nicht können, ist Objekte echt räumlich darstellen. Wir sind an das aufgenommene Bild gebunden und können nicht nach belieben in den Raum eintauchen, bzw, das Objekt kann auch nicht Teil unseres Raumes werden. Solches wäre mit 3D-Hologrammen möglich, aber nicht mit Stereo 3D (wobei anzumerken ist, dass 3D grundsätzlich schon mal ein irreführender Begriff für Stereo-Bilder ist).

Entsprechend ist die Erwartung, die von den meisten Leuten an 3D gestellt wird falsch: 3D bedeutet nicht automatisch, dass uns Objekte entgegen fliegen. 3D bedeutet Tiefenwahrnehmung. Welche Effekte wie oft mit der Technik hervorgerufen werden hängt von der Filmcrew ab.

Nebenbei bemerkt hat die HFR-Technik relativ wenig mit Stereo-Filmen zu tun (weswegen auch diese Ausführungen bei dem Thema nicht wirklich nachvollziehbar sind), ausser dass sie das Flackern des bewegten Bildes (was bei 3D-Filmen verstärkt sichtbar wird) deutlich reduziert.

Molière schrieb:
Die wissenschaftliche Faktenlage ist so eindeutig, dass kein Gericht in Deutschland darum kommen würde, mir in diesem
Punkt Recht geben zu müssen.

So einer bist du? Ist nicht gerade ein angenehmer Charakterzug.

Molière schrieb:
Du kannst mir so einen Humbug echt nicht erzählen, dass du von der Wirkung neurophysiologischer Grundmechanismen ausgeschlossen bist affraid

Welchen "Humbug"? Ich wage mal zu vermuten, dass ich auf dem Gebiet der Stereofotografie mehr Erfahrung habe als du.

Ich habe dein Gesamtzitat ungekürzt belassen, weil der Kontext nichts anderes zulässt.

Mein Gefühl ist, dass du mich ERSTENS als Lügner darstellst bzw. dargestellt hast; und zweitens abstreitest, dass es die
HABITUATION gibt und welche neurophysiologischen Mechanismen mit ihr zusammen hängen!

Es fing damit an, dass du von vorneherein abgestritten hast, dass es den Gewöhnungseffekt an das 3D-Sehen gibt!
3D-Sehen erfolgt allerdings stets und ständig, denn sobald wir unsere Augen aufmachen, nehmen wir unsere Umwelt
dreidimensional wahr. Setzen wir eine 3D-Brille auf und sehen einen Film in 3D, dann sind wir nur äußerst kurzzeitig
darüber verwundert, weil sich unsere Augen zuvor auf das herkömmliche 2D-Sehen eingestellt haben.

Das 3D-Sehen ist dann erstmalig eine neue Reizsituation, doch dann setzt eine Reizgewöhnung (Habituation) ein.
Den 3D-Effekt nimmt man dann nur noch bei äußerster Konzentration wahr oder wenn Gegenstände auf einen
zufliegen (denn dies ist eine neue Reizsituation)!

Oder wie erklärst du es dir, dass die mit Mikroelektroden gemessenen Amplituden der Nervenimpulse
sehr schnell abnehmen und wenn ein neuer Reiz hinzu kommt, wieder die ursprüngliche Stärke haben?

Ich kann dich gerne in die Arbeitsbereiche der Neurobiologie der FU Berlin führen, um dich Schritt für
Schritt spüren zu lassen, auf welchen Ebenen man Habituation messen und erfahren kann.

Ich kann dir aber auch die Arbeitsgruppe um Herrn Prof. Dr. Pflüger empfehlen:

http://www.bcp.fu-berlin.de/biologie/arbeitsgruppen/neurobiologie_verhalten/ag_pflueger/index.html

Ich glaube ernsthaft, dass du mich an dieser Stelle bewusst zu provozieren versuchst, denn
ich habe von vorneherein dargestellt, dass es auf das eigentliche 3D-Sehen - wegen der
schnellen Adaptation unserer Augen - nicht ankommt, sondern auf den Effekt, inwieweit
Gegenstände gefühlt in den Zuschauerraum hineinfliegen bzw. hineinragen und in diesem
Sinne, es von Vorteil ist, von vorneherein 3D-Kameras einzusetzen und nicht zum Instrument
der nachträglichen Konvertierung zu greifen!

Das hast du von vorneherein abgestritten und mich in diesem Sinne als Lügner dargestellt!

Dabei kann jeder Einzelne von uns dies praktisch in einem Kino beim Sehen eines 3D-Films
nachvollziehen. Er wird dann bemerken - und dies wird bei dir wohl kaum anders sein -,
dass man die Tiefenwirkung nur am Anfang wahrnimmt und später sich bewusst darauf
konzentrieren muss, wenn man diese wahrnehmen möchte. Diese stellt dann aber überhaupt
keinen Effekt mehr dar, denn beim täglichen Sehen unserer Umwelt funktioniert nichts anderes!
Es gibt nicht den geringsten Unterschied! Der einzige außergewöhnliche Effekt besteht darin,
wenn Objekte auf einen zufliegen oder längliche Gegenstände in den imaginierten (fiktiven)
Zuschauerraum hineinragen. Dies sind dann auch die Momente, in denen man sich bewusst
wird, in einem 3D-Film zu sitzen.

Was haben deine wissenschaftlichen Theorien eigentlich mit dieser Kernfrage zu tun bzw.
zu tun gehabt? Warum erklärst du mir die charakteristischen Merkmale diverser Facetten
des Sehsinns, wenn überhaupt keine Berührungspunkte mit dem Phänomen der
Habituation bestehen?

Das eine hat doch mit dem anderen überhaupt nichts zu tun! Wir sprechen sogar
von verschiedenen Gehirnbereichen! Du kannst mir ein dickes Buch mit lauter
Fakten vorlegen und trotzdem bleibt es solange irrelevant, solange es nicht mit
den biologischen Prozessen korreliert, die die erwünschten Effekte des 3D-Sehens
induzieren. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun und eine
Reizgewöhnung (Habituation) findet in jedem Fall statt, solange man es mit
einen stetigen Reiz zu tun hat und die Tiefenwirkung des 3D-Sehens ist ein
stetiger Reiz, die besonderen Effekte dagegen nicht (die sind unstetig).

Ich glaube, dass dir sehr wohl bewusst ist, wovon ich rede, und ich bin
mir auch sicher, dass du mich von vorneherein gezielt missverstanden
und vorsätzlich verleugnende Suggestionen instruiert hast.

Hier ist der passende Ansprechpartner für DICH:

http://www.bcp.fu-berlin.de/biologie/arbeitsgruppen/neurobiologie_verhalten/ag_pflueger/index.html
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BeitragThema: Dritte Dimension   28.05.15 19:23

Tragt diese Diskussion doch bitte woanders aus, mit dem Thema hier hat die ja nicht mehr wirklich was zu tun Wink

Also bitte Back2Topic ab jetzt.
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Ian
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   28.05.15 19:40

Habe die Dikussion in den richtigen Bereich verschoben. Wink
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BeitragThema: Re: Weswegen 3D 'nicht funktioniert'   Heute um 16:57

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