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Zweifel an Protein aus Dinosaurierknochen

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Robert Muldoon
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BeitragThema: Zweifel an Protein aus Dinosaurierknochen   11.03.09 10:51

Kann Weichgewebe 68 Millionen Jahre in einem Tyrannosaurus-rex-Knochen überstehen? An einem entsprechenden Sensationsfund aus dem Jahr 2007 gibt es nun Zweifel. Die Frage, ob ein Strauß den Knochen verunreinigt haben könnte, hat einen Wissenschaftlerstreit entfacht. Es sorgte für Aufsehen, was Mary Schweitzer und John Asara im Jahr 2007 im renommierten Fachmagazin " Science" berichteten: Sie hatten in einem 68 Millionen Jahre alten Oberschenkelknochen eines Tyrannosaurus rex Kollagen gefunden. Eine Sensation, denn dass Weichgewebe eine so lange Zeit übersteht, war ein Novum.

Kollagen ist in Bindegewebe, Knochen, Knorpel, Sehnen, Bändern, Haut und Zähnen enthalten und gibt diesen Geweben Stabilität. Bei der Versteinerung von Knochen wird es aber normalerweise vollständig durch Mineralien ersetzt. Die Forscher bestimmten daraufhin die Aminosäure-Sequenz des T-rex-Kollagens und kamen zu dem Schluss: Es ähnelt besonders dem Kollagen vom Huhn. "Die Ähnlichkeit zum Huhn ist definitiv das, was wir angesichts einer Verwandtschaft zwischen modernen Vögeln und Dinosauriern erwarten würden", schlussfolgerte Schweitzer damals.

Nun gibt es jedoch Zweifel an der Entdeckung der Paläontologen. Wie das Fachmagazin " Nature" berichtet, glaubt ein Forscher, dass die T-Rex-Probe verunreinigt ist. Martin McIntosh, ein Massenspektrometrist von der University of Washington in Seattle, sagt, er habe in den von Asara veröffentlichten Proteinsequenzen aus der Probe ein fremdes Hämoglobin-Protein entdeckt: es stammt vom Strauß.

Am 23. Februar wurde McIntoshs Entdeckung erstmals publik - auf einer Konferenz der International Human Proteome Organisation im kalifornischen San Diego stellte sie der Biologe Pavel Pevzner vor. Bereits zuvor hatte er die Studie Asaras kritisiert und ihn aufgefordert die Proteinsequenzen zu veröffentlichen, damit sie überprüft werden könnten. Asara tat dies schließlich. Schweitzers und Asaras Ergebnisse hatten bereits nach Veröffentlichung Skepsis hervorgerufen: In einem Kommentar in "Science" schrieben 27 Wissenschaftler, dass sie kein Kollagen in der Dino-Probe aufspüren konnten. Asara hielt an seinem Fund fest - trotz der Kritik. In einer weiteren Veröffentlichung im Jahr 2007 schrieb er, dass es statistisch gesehen sehr unwahrscheinlich sei, dass - sollte die Probe tatsächlich kontaminiert sein - nur ein einziges Straußen-Protein in ihr auftauche.

Auf der Konferenz zeigte jedenfalls niemand Unterstützung für die T-rex-Kollagen-Studie der beiden, schreibt Rex Dalton in " Nature". Sogar Asara selbst war anwesend, meldete sich jedoch nicht zu Wort. Nun könnte bald eine Überprüfung der Probe anstehen - Asara und Schweitzer jedenfalls erklärten sich einverstanden: "Wir akzeptieren eine unabhängige Überprüfung unserer Entdeckung, wenn dies für die Akzeptanz wichtig ist", sagte Asara "Nature".



Rasterkraft-Mikroskopbilder eines entmineralisierten Tyrannosaurus-Knochens (A bis D) und eines Emus (E und F): Die Kollagen-Struktur weist nach Meinung von Mary Schweitzer und ihren Kollegen auf eine Verwandtschaft zwischen dem Raubsaurier und modernen Vögeln hin. Nun regt sich Kritik an der Arbeit der Paläontologen. Das Gewebe soll verunreinigt sein.

Quelle: Dinosaurier-Web.de
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