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Archaeopteryx konnte nicht gut hören

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Robert Muldoon
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BeitragThema: Archaeopteryx konnte nicht gut hören   16.01.09 13:04

Aus Computertomografien haben Forscher ein neues Modell zum Hörvermögen von Tieren erstellt. Auf den Archaeopteryx angewendet, zeigt es: Der Urvogel hatte ein ähnliches Gehör wie die heute lebenden Emus - und das ist nicht besonders leistungsfähig.

Am besten hörte der Urvogel Frequenzen von etwa 2000 Hertz, die uns Menschen unter anderem aus dem Piepen eines Faxgerätes bekannt vorkommen könnten. Das haben Wissenschaftler aus Großbritannien, Deutschland und den USA mit einem neuen Computermodell errechnet. Dafür hatte das Forscherteam um Stig Walsh vom Naturgeschichtlichen Museum in London zunächst Computertomografien des Innenohrs von 59 heute noch lebenden Reptilien und Vögeln analysiert: vom Krokodil über Eidechsen und Schildkröten bis hin zu Vögeln wie Eulen, Tauben und Emus. Aus den Bildern bestimmten die Forscher die Länge des Schneckengangs. Das ist der knöcherne Teil des Innenohrs, der das eigentliche Hörorgan mit den feinen Haarzellen beherbergt, die mechanische Schwingungen in Nervensignale umwandeln. Zwischen der Länge dieses Schneckengangs und dem Frequenzbereich, in dem das Gehör der Tiere am empfindlichsten ist, konnten die Forscher einen linearen Zusammenhang beobachten, wie sie im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B" berichten.

Angewandt auf den Hörapparat des mehr als 140 Millionen Jahre alten Archaeopteryx ergab sich, dass der Urvogel Frequenzen zwischen 600 und 3400 Hertz hörte, wobei bei etwa 2000 Hertz das Maximum des Hörvermögens lag. Damit hörte der Archaeopteryx etwa ähnlich gut wie der Emu, der unter den heutigen Vögeln zu den weniger sensiblen Hörern zählt. Ein gutes Menschengehör nimmt Frequenzen im Bereich von 20 bis 20.000 Hertz wahr.

Mit ihren Erkenntnissen fanden die Forscher nach eigenen Angaben einen weiteren Hinweis dafür, dass der etwa taubengroße Urvogel bereits den heutigen Vögeln ähnelte. In früheren Forschungen sei festgestellt worden, dass der Teil des Ohrs beim Archaeopteryx, der dem Gleichgewicht dient, dem heutiger Vögel gleiche, heißt es in der Untersuchung. Nun sei zudem klar, dass der Urvogel auch ein Gehör wie die heutigen Vögel gehabt habe.

Die Archaeopteryxe lebten vor rund 150 Millionen Jahren. Das erste von acht bislang gefundenen Fossilen wurde 1861 in Bayern entdeckt. Der Archaeopteryx gilt als eines der wichtigsten Beweisstücke für Charles Darwins Theorie von der Entwicklung der Arten, der zufolge es zunächst Übergangsformen mit Merkmalen der alten, aber auch der neuen Art gibt. Der Archaeopteryx hatte zwar Flügel mit Federn, zugleich aber Zähne und einen knochigen Schwanz wie kleine zweifüßige Saurier. Auch die Füße ähnelten eher denen von Dinosauriern, so ist der erste Zeh des Archaeopteryx beispielsweise nicht vollständig nach hinten gedreht. Damit hatte das Tier keinen Fuß, mit dem er Äste wie ein Vogel umgreifen konnte.

Die Forscher glauben, dass die neuen Erkenntnisse zum Hörvermögen auch Informationen über das soziale Leben des Tieres geben könnten. Arten, die große soziale Gruppen bilden, haben eine kompliziertere Kommunikation über Laute, und diese hänge wiederum mit der Hörfähigkeit zusammen, erklärt Paul Barrett, einer der beteiligten Wissenschaftler. Demnach könnte der Archaeopteryx eher ein Einzelgänger gewesen sein.




Quelle: dinosaurier-news.de
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