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Fossiler Wald in kanadischer Arktis untersucht

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Robert Muldoon
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BeitragThema: Fossiler Wald in kanadischer Arktis untersucht   02.11.08 11:22

Bei ihrer Arktis-Expedition in den Norden Kanadas sind deutsche Wissenschaftler u.a. auf fossile Überreste tertiärer Urwälder gestoßen. Die Forscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und des Staatlichen Museums für Geologie und Mineralogie Dresden untersuchten die Fossilien auf dem letzten Abschnitt ihrer Expedition im Süden von Ellesmere Island.

Die rund 55 Mio. Jahre alten Baumreste ragen bis zu 1,50 Meter in die Höhe. Andere, bis zu zehn Meter lange fossile Stämme liegen flach auf dem Boden. “Das fossile Holz ist so gut erhalten, dass die Jahresringe noch zu erkennen sind”, sagt die Paläobotanikerin Dr. Martina Dolezych aus Dresden; “die Holz- und Blattfunde weisen daraufhin, dass die Wälder überwiegend aus Mammut- und Laubbäumen bestanden.”


Die Wälder bedeckten einst Teile der damals eisfreien Arktis, als Nordamerika und Nordgrönland noch mit Europa verbunden waren. “Obwohl diese Gebiete damals fast so weit nördlich lagen wie heute, spricht die Existenz dieser ausgedehnten Wälder für ein generell und weltweit sehr viel wärmeres Klima im Tertiär”, sagt Expeditionsleiter Dr. Karsten Piepjohn von der BGR.

Die Forscher waren dreieinhalb Monate im Rahmen der Expedition CASE 11 unterwegs. 34 Wissenschaftler und Techniker nahmen geophysikalische und geologische Untersuchungen auf Ellesmere Island vor, einem der nördlichsten Landgebiete der Erde. Das Basislager lag am Taconite Inlet am 83. Breitengrad, knapp 800 Kilometer vom Nordpol und 650 Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt.


Im Mittelpunkt der Expedition standen die Erforschung des geologischen Aufbaues und der erdgeschichtlichen Entwicklung des Erdkrustenfragments “Pearya”, das die Spitze des heutigen Nordamerikas bildet.

“In den Gesteinen und Strukturen des 300 Kilometer langen und 100 Kilometer breiten Krusten-Fragments fanden wir erste Hinweise darauf, dass Pearya die Fortsetzung des westlichen Teils von Spitzbergen sein könnte. Das bedeutet, dass Pearya enger mit Europa verwandt ist als mit Nordamerika”, sagt Piepjohn.

Als sich vor etwa 100 Millionen Jahren das Polarmeer durch die Kontinentaldrift zu öffnen begann, und vor 50 Millionen Jahren Europa und Nordamerika voneinander getrennt wurden, blieb “Pearya” an der Nordspitze Amerikas hängen. Seitdem ist es fester Bestandteil des nordamerikanischen Kontinents.



Dr. Lutz Reinhardt (BGR) neben einem 55 Millionen Jahre alten versteinerten Baumstamm. Foto: M. Dolezych



Die Camp Managerin Deborah Iqaluk hinter einem der 55 Millionen Jahre alten Baumstämme des tertiären Urwaldes. Foto: BGR


Quelle: dinosaurier.org
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